Hölderlin-Projekt Vertiefung und Verwandlung

Die 12 Impulse der Friedensfeier - 10 Hoffnung

Hölderlin-Projekt Vertiefung und Verwandlung

 

 

 

Friedensfeier

(10)

Leichtatmende Lüfte
Verkünden euch schon,
Euch kündet das rauchende Tal
Und der Boden, der vom Wetter noch dröhnet,
Doch Hoffnung rötet die Wangen,
Und vor der Türe des Hauses
Sitzt Mutter und Kind,
Und schauet den Frieden
Und wenige scheinen zu sterben,
Es hält ein Ahnen die Seele,
Vom goldnen Lichte gesendet,
Hält ein Versprechen die Ältesten auf.

 

10 Hoffnung

Ich hatte einen großen Kräftefluss erlebt. Meine Nerven waren an ihren Grenzen. Nun ist wieder Ruhe. Ich bin bei mir. Aber es fühlt sich neu an. Das Erlebte hat Spuren hinterlassen. Ich weiß, sie sind alle da, die Seelen, die die langen Wege gegangen sind, durch das Leben hier auf der Erde. Sie gehen ihren Weg weiter, jetzt auf einer anderen Ebene. Vielleicht kehren sie auch freiwillig zurück.

Sie helfen, tragen, stützen, inspirieren. Trösten, ermutigen. Sie geben Kraft, geben etwas von sich.

Ich muss das alles verarbeiten. Auch dafür gibt es die Zeit. Es gibt Zeit, die gesegnet ist. Zeit, in der ich assimilieren kann, was ich empfangen habe.

Das Feuer war hoch in mir aufgeflammt. Licht ging in mir auf, Licht der Hoffnung. Man könnte sagen: Ich bin wie schwanger, bin „in Hoffnung“. Und dann ist da noch etwas. Das Licht geht von mir aus. Auch weiterhin. Es verbindet sich mit dem Licht derer, die ebenfalls die Friedensfeier erlebt haben.

Das Göttliche wird atmosphärisch.

Leichtatmende Lüfte
Verkünden euch schon…

Der „Boden“ meines Körpers „dröhnt“ noch vom „Wetter“, von den Spannungen. Sie werden sich auflösen. Alles Alte verwandelt sich.

Hoffnung rötet die Wangen,

sagt der Dichter.

Wir sind „Älteste“ geworden, heißt es. Wir haben vom Unsterblichen gegessen. Vom „goldenen Licht“. Und dabei haben wir das „Versprechen“ der Unsterblichkeit mit aufgenommen.

 


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Date: April 19, 2020
Author: Gunter Friedrich (Germany)
Photo: Pastell von Franz Karl Hiemer (Wikipedia)

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