Gnosis, eine Influencerin, die wirklich alles neu macht

Gnosis, eine Influencerin, die wirklich alles neu macht

Die Gnosis wirkt wie eine Influencerin*, die durch ihren tonlosen Ton Wort und Klang der disharmonischen Welt zur harmonischen Schöpfung Gottes zurückführt

Gemäß aktueller Forschung ist der Laut „Hmmm“ ein sogenannter Urlaut. Offenbar beginnt der Mensch bei äußerer Stille bald zu summen, zu pfeifen oder zu singen, antwortet der Stille also gewissermaßen mit Klang. In der Evolution von Tier und Mensch stehen Laute als Vorläufer der Entwicklung der Sprache. Der Laut hmmm wird als die Urkommunikation des Menschen bezeichnet. Wenn wir summen, entsteht dieser Laut.

Parvathi Kumar weist in seinem Buch Klang darauf hin, dass während der Meditation bei rhythmischem Einatmen ein Geräusch von SO, beim Ausatmen das von HAM entsteht. Das erinnert an das hmmm. Fallen beim So Ham die Konsonanten S und Ha weg, bleibt OM. Dieses OM ist DER Urklang, den wir im Zentrum unseres spirituellen Herzens hören. Im Osten wird er intoniert, um die Verbindung zu dem OM, das im Inneren geschieht, herzustellen. Dieses lautlose OM geschieht ununterbrochen in uns. Es repräsentiert die kosmische Schwingung, den Ursprung allen Seins, das Absolute, das Unmanifestierte.

 

Dieser „tonlose Ton“, in der „Stimme der Stille“ von Helena P. Blavatsky auch die Stimme des Geistes genannt, erklingt als ein innerlicher Ruf ohne Unterlass – er wird gehört und beantwortet. Allerdings geschieht dies immer gemäß dem individuell und kollektiv vorherrschenden Bewusstseinszustand und, bei mangelnder Erleuchtung des Menschen, meist auf disharmonische Art.

Reinigung und Aufbau eines neuen Resonanzkörpers

Mit zunehmender Leidenserfahrung ist der Mensch jedoch bereit, sich dem Wesen(tlichen) im Inneren zuzuwenden. Dieses Suchen, dieser Wunsch nach Begegnung mit dem Höheren in uns wird in allen Weisheitslehren eingeleitet und begleitet durch eine tiefgreifende Reinigung des Menschen aller seiner Aspekte (des Denkens, Fühlens, Wollens und Handelns). Dies ist ein aktiver Prozess, der den Aufbau eines höheren Bewusstseins, eines höher vibrierenden Seelenkörpers bedeutet. Das tägliche Empfangen neuer Ätherkräfte (im Christentum durch das Heilige Abendmahl symbolisiert) schafft eine besondere und völlig neue, lichte Atmosphäre. Sie erst ermöglicht den Aufbau eines feineren ätherischen Körpers. Dies geschieht durch den geistigen Atem, der nur durch ein gereinigtes Herz assimiliert werden kann. Mit Fortschreiten dieser innerlichen Arbeit geht das Erschließen höherer, geistiger Wahrnehmungsmöglichkeiten einher, die nicht über die gewöhnlichen sinnlichen Wahrnehmungsorgane kommen. Die neuen, geistigen Wahrnehmungsorgane ermöglichen die Offenbarung von geistiger Erkenntnis (Gnosis). Durch Einsicht und Kenntnis wird unser natürliches Bewusstsein, das vorher durch Eigenwillen und Dissonanzen das Wahrnehmen des Urklangs behinderte, bereit, sich in den Dienst des höheren Menschwerdens zu stellen.

Das Wort

Das Lauschen auf den tonlosen Ton, das innerliche OM, auf die Stimme der Stille wird auch als der verborgene Umgang mit Gott bezeichnet. Nach gründlicher Arbeit, von vielen Rückschlägen und von Täuschungen aller Art begleitet, wird der Mensch eines Tages ohne störende Zwischengeräusche das WORT hören können. Der durch die Licht- und Heiligen Geistkräfte erneuerte Mensch wird zu einem geeigneten Instrument, auf dem der harmonische Ur-Dreiklang von Vater, Sohn und Heiligem Geist als höhere Vernunft, reine Liebe und Weisheit erklingen kann. David Hawkins bezeichnet dieses große Schöpfungsgeschehen als einen vollkommen koordinierten Tanz der Evolution.

Gnostische Magie

Wer durch Umwandlung und Verschmelzung mit seinem innerlichen Gott zu einem wirklichen Gottmenschen wird, ist in Resonanz und Einklang mit dem großen Gesang Gottes. Seine Melodie wird, zusammen mit vielen weiteren geeigneten Instrumenten, eine neue Himmelerde hervorbringen, eine harmonische Melodie der Sphären.

*Dies im Sinn eines Werbens um einen gnostisch inspirierten neuen Lebensstil, dessen Werte auf höherer Vernunft, reiner Liebe und lebendiger Geistkraft basieren.


 

[1] H.P.Blavatski: Die Stimme der Stille, ADYAR-Verlag, Graz, 1976

[2] Hawkins: Die Ebenen des Bewusstseins, VAK Verlag, Kirchzarten, 2006

[3] Parvathi Kumar: Klang, Edition Kulapati, 2010

[4] SWR Kultur: Das Wissen, Wie der Mensch die Musik entdeckte, 2025

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Datum: 28. Oktober 2026
Autor: Gudrun Gwisdek (Switzerland)
Foto: singing-bowl-Bild-von-52schnecke-auf-Pixabay CC0

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