{"id":99387,"date":"2023-01-21T12:00:38","date_gmt":"2023-01-21T12:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/do-we-have-the-choice\/"},"modified":"2023-01-23T22:09:22","modified_gmt":"2023-01-23T22:09:22","slug":"do-we-have-the-choice","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/do-we-have-the-choice\/","title":{"rendered":"Haben wir die Wahl?"},"content":{"rendered":"<p><strong>K\u00f6nnen wir die Gesamtheit unserer Konditionierung wahrnehmen, all die Einfl\u00fcsse, die wir im Laufe der Jahre integriert haben und die uns so denken, f\u00fchlen und handeln lassen, wie wir denken, f\u00fchlen und handeln?<\/strong><\/p>\n<p>Einige der schlimmsten Gr\u00e4ueltaten werden im Namen der Liebe begangen: Liebe zu einer Religion, einem Propheten, einem Land, zu Geld oder Macht! Um sehr reich zu werden, muss man das Geld leidenschaftlich lieben, sich seiner Anh\u00e4ufung widmen und manchmal sogar seine ganze Existenz opfern: Gedanken, Gef\u00fchle, Energie und Zeit darauf ausrichten.<\/p>\n<p>Wer etwas oder jemanden liebt, ger\u00e4t oft in Konflikt mit Menschen, die diese Liebe nicht teilen. Oft f\u00fchlen sie sich durch die Gleichg\u00fcltigkeit der anderen angegriffen; sie stellt einen Affront, eine Beleidigung dar. So entstehen religi\u00f6s motivierte Kriege oft durch einen tiefen Glauben, der zu Intoleranz neigt: &#8222;Der Prophet, den ich liebe und verehre, ist der einzig wahre und gerechte; seine Lehre ist besser als die anderer Propheten, in die ich mich nicht so vertieft habe&#8220;.<\/p>\n<p>Kriege zwischen V\u00f6lkern beginnen, weil bei einem feindlichen Angriff jeder, der sein Land liebt, zur Verteidigung\u00a0 bereit ist. Er k\u00e4mpft f\u00fcr die Freiheit eines Landes, in dem seine Familie und seine Freunde geboren wurden und leben; man will die Bedrohung abwehren, sein Recht auf Freiheit verteidigen und k\u00e4mpft auch manchmal daf\u00fcr, dass unterdr\u00fcckte V\u00f6lker ihre Freiheit wiedererlangen. Das Heimatland ist sch\u00f6ner als andere und wir sind sehr stolz auf das eigene Volk und seine Geschichte, mit der wir uns identifizieren, denn sie ber\u00fchren und bewegen uns auf besondere Weise.<\/p>\n<p>Die Liebe zu einer Sache kann unweigerlich zum Hass auf ihr Gegenteil f\u00fchren. Die Liebe zur Gerechtigkeit treibt uns an, die Ungerechtigkeit zu bek\u00e4mpfen; die Liebe zu unserem sch\u00f6nen Planeten treibt uns an, diejenigen zu bek\u00e4mpfen, die ihm schaden; das H\u00e4ssliche st\u00f6\u00dft uns ab, weil wir die Sch\u00f6nheit sch\u00e4tzen, usw. Das Ergebnis all dieser Formen von Liebe ist ein gewaltiges, tosendes Inferno von Gegens\u00e4tzen, Spannungen und r\u00fccksichtslosen K\u00e4mpfen, die die Menschheit in einen wilden Strudel ziehen.<\/p>\n<p>K\u00f6nnen wir die Gesamtheit unserer Konditionierung wahrnehmen, all die Einfl\u00fcsse, die wir im Laufe der Jahre integriert haben und die uns auf bestimmte Weise denken, f\u00fchlen und handeln lassen? Wahrscheinlich k\u00f6nnen wir das nicht, oder vielleicht in seltenen F\u00e4llen, in denen unsere Werte, Bestrebungen und Ansichten \u00fcber die Welt und das Leben in einen schmerzhaften, frontalen Konflikt mit einer Person oder einer Gruppe von Menschen geraten. Au\u00dferhalb dieser kritischen Momente leben wir in unseren gewohnten Konditionierungen so unbewusst wie ein Fisch im Wasser.<\/p>\n<p>Haben wir eine Wahl? Akzeptieren wir \u00fcberhaupt die Vorstellung, eine Wahl zu haben, d. h. die volle Verantwortung f\u00fcr alles zu \u00fcbernehmen, was uns widerf\u00e4hrt, und zwar unser ganzes Leben lang? Sind wir bereit, die Autonomie, die innere Freiheit und die schreckliche Einsamkeit, die vielleicht damit einhergeht, anzunehmen? Denn in der Selbsterkenntnis, die das Tor zu dieser Freiheit ist, gibt es niemanden mehr, den wir f\u00fcr unseren Zustand verantwortlich machen k\u00f6nnen, niemanden, den wir anklagen oder verantwortlich machen k\u00f6nnen, keine Feinde, keine Gegner mehr au\u00dfer unserem eigenen Widerstand; keine Verb\u00fcndeten, keine Freunde mehr, auf die wir uns vertrauensvoll verlassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Indem wir die Gesamtheit dessen, was wir sind und was unser Leben ausmacht, annehmen, verlieren wir die Sicherheit, die uns Gemeinschaft, Vielfalt, Ideologie, Glaube, Anerkennung und Unterst\u00fctzung geboten haben. Der riesige Raum, der frei wird ist, ist leer.<\/p>\n<p>Unsere Lebensweise zerst\u00f6rt den einzigen bewohnbaren Planeten, den wir kennen: unsere Erde. Das ist kein Geheimnis mehr. Vor allem aber zerst\u00f6ren wir uns selbst; der Planet Erde wird sich nach dem Aussterben seines &#8222;Raubtiers&#8220; selbst regenerieren. Daf\u00fcr wird noch gen\u00fcgend Zeit sein. Im Moment laufen wir wie ein Hamster im Rad, und das sogar mit exponentieller Geschwindigkeit. Aber das Rad brennt immer weiter, weil wir abgelenkt vom Wesentlichen falsche Priorit\u00e4ten setzen, statt uns um das Feuer zu k\u00fcmmern, das wir selbst gelegt haben.<\/p>\n<p>Unsere Lebensweise ist nicht einfach vom Himmel gefallen; sie wurde nicht von einem verr\u00fcckten Wissenschaftler oder Diktator &#8222;erfunden&#8220;. Unsere Lebensweise ist ein direkter Ausdruck unserer Sicht auf die Welt, ein Ausdruck der Gesellschaft und eine Folge des Zustandes unseres inneren Selbstes; sie ist das Ergebnis unseres Bewusstseinszustandes, unseres Seinszustandes. Selbst wenn wir allein in unserem Zimmer sitzen und meditieren, sind Konflikte und Kriege ein Teil von uns. Wir sind ihre Sch\u00f6pfer &#8211; Konflikte zwischen dem, was wir sind, wer wir zu sein glauben, und den sch\u00f6nen Idealen der Erf\u00fcllung, die wir anstreben, die wir f\u00fcr uns selbst geschaffen haben oder die andere uns eingefl\u00f6\u00dft haben. Konflikt zwischen der Zukunft, die wir uns von ganzem Herzen w\u00fcnschen, und unseren t\u00e4glichen Handlungen und Entscheidungen, die sie buchst\u00e4blich sabotieren. Konflikt zwischen dem Bild von uns selbst, das wir anderen so gerne zeigen w\u00fcrden, und unserer Mittelm\u00e4\u00dfigkeit, unserer Halbherzigkeit und unseren Kompromissen.<\/p>\n<p>Solange wir nicht lernen, das Leben als Einheit, als ungeteiltes Ganzes anzunehmen, werden wir leiden und Leiden und Konflikte, die in uns ungel\u00f6st und ungeheilt bleiben, weiter verbreiten. Es besteht die Notwendigkeit, ja sogar die Dringlichkeit, die tiefe Quelle unserer Spaltungen zu erkennen, unsere Augen zu \u00f6ffnen, der hypnotischen Verleugnung unseres Zustandes zu entkommen und uns unserer existenziellen Realit\u00e4t zu stellen! Wir sollten dies tun, ohne die Filter unserer Interpretationen, Erkl\u00e4rungen, Entschuldigungen, Rechtfertigungen und zwingenden Verurteilungen. Es sind jene Filter, die uns in diesen Sumpf von Missverst\u00e4ndnissen, Widerspr\u00fcchen und unl\u00f6sbaren Spannungen gest\u00fcrzt haben und festhalten.<\/p>\n<p>Solange wir nicht sehen wollen, werden wir blind bleiben. Und diese Blindheit bringt uns in gro\u00dfe Gefahr, denn jeden Tag m\u00fcssen wir handeln, uns entwickeln, uns f\u00fcr eine Option entscheiden und die richtige Richtung w\u00e4hlen. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter f\u00fchren die blind getroffenen Entscheidungen zu Schwierigkeiten, unentwirrbaren Komplikationen und mehr Leid.<\/p>\n<p>Wir haben in der Vergangenheit vielleicht ungl\u00fcckliche und zerst\u00f6rerische Entscheidungen getroffen, und wir wiederholen sie jeden Tag aufs Neue. Wir sind abh\u00e4ngig geworden von unseren Lebensumst\u00e4nden, eventuell s\u00fcchtig nach den materiellen Folgen dieser Entscheidungen. Die wenigsten k\u00f6nnen heute noch ohne Auto, Smartphone und all den Netzwerken leben, die uns t\u00e4glich mit Nahrung, Mobilit\u00e4t, Energie und Informationen versorgen.<\/p>\n<p>Schauen wir uns um: Jeder Gegenstand und jede Dienstleistung, die wir in Anspruch nehmen, wird maschinell produziert bzw. abgewickelt &#8211; vom Flaschen\u00f6ffner bis zum Computer, von der Wohnungseinrichtung bis zur Kleidung. Jede Maschine wird mit Energie versorgt &#8211; und die meisten direkt oder indirekt durch fossile Brennstoffe. Das sind aber genau jene Stoffe, deren Gewinnung, Raffinierung und Verwendung uns kollektiv in Gefahr bringen, ja sogar t\u00f6dlich sein k\u00f6nnen. Ohne Maschinen, und damit ohne fossile Brennstoffe, gibt es keine Produktion und keinen Konsum! So wie wir leben, bewegen wir uns immer schneller auf einen Abgrund zu, in scheinbar vollem Bewusstsein um die Folgen.<\/p>\n<p>Wir haben uns daran gew\u00f6hnt, all diese sch\u00e4dlichen und zum Teil t\u00f6dlichen Aktivit\u00e4ten als normal, unvermeidlich und manchmal auch w\u00fcnschenswert einzustufen. Einige wenige Menschen machen damit riesige Gewinne, sehr zum Leid eines \u00fcberwiegenden Teils der Menschheit. Umweltverschmutzung, verminderte Lebensqualit\u00e4t, sozialer Abstieg, Armut, Gesundheitssch\u00e4den, Hungersn\u00f6te sind die Folgen. Wir haben uns an diese Lebensweise angepasst, die auch eine Art des Seins ist, eine Art, uns in Beziehung zum Leben zu setzen. Und wir bringen unseren Kindern bei, sich ihrerseits daran anzupassen, ihre Klischees, Automatismen, Zw\u00e4nge und Absurdit\u00e4ten zu \u00fcbernehmen. Haben wir eine Wahl? Werden unsere Kinder, wenn sie einmal durch unser Bildungssystem geformt und gepr\u00e4gt und durch die Kultur, die wir ihnen bieten, konditioniert sind, auch eine andere Wahl haben?<\/p>\n<p>Viele Menschen haben eine unbestimmte innere Sehnsucht, sich aus diesem Alptraum zu befreien. Geben sie dieser Sehnsucht nach, dann ist eine innere radikale Revolution die notwendige Folge. Die Art und Weise, wie wir handeln und uns organisieren, wird sich nicht wesentlich \u00e4ndern, wenn wir diese Ver\u00e4nderung nicht zulassen. Welchen Sinn und welche Richtung wollen wir unserem Leben geben? Welche Priorit\u00e4ten haben wir? Werden wir den Wunsch, den Mut und die Kraft haben, aus der Tiefe unseres Wesens die geistigen Ressourcen zu sch\u00f6pfen, die allein in der Lage sind, die unverzichtbare und dringende radikale Ver\u00e4nderung herbeizuf\u00fchren?<\/p>\n<p>Nehmen wir diese Dringlichkeit wahr, nicht intellektuell durch Informationen von au\u00dfen, sondern intuitiv, dann sind wir in der Lage, auf die vielen offensichtlichen Signale der Not um uns herum und in uns selbst richtig zu reagieren, und die Sensibilit\u00e4t f\u00fcr das Leben zu regenerieren bzw. zu entwickeln. Es kommt dann der Punkt, an dem sich unsere gesamte Existenz (unsere Intelligenz, unser Streben, unsere Vitalit\u00e4t) dem wahren Leben zuwendet, das in uns pulsiert und das uns so eindringlich ruft.<\/p>\n<p>Sind wir bereit, die karikierte und fratzenhafte Maske abzustreifen, mit der wir es vor\u00fcbergehend bekleidet haben? Dann k\u00f6nnen wir unser unaussprechlich sch\u00f6nes, ewiges Gesicht entdecken.<\/p>\n","protected":false},"author":914,"featured_media":99132,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-99387","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/99387","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/914"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/99132"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=99387"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=99387"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=99387"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=99387"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}