{"id":97659,"date":"2023-09-13T06:49:08","date_gmt":"2023-09-13T06:49:08","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=97659"},"modified":"2025-06-02T17:03:07","modified_gmt":"2025-06-02T17:03:07","slug":"geist-und-materie","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/geist-und-materie\/","title":{"rendered":"Geist und Materie"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe title=\"Spotify Embed: Geist und Materie\" style=\"border-radius: 12px\" width=\"100%\" height=\"152\" frameborder=\"0\" allowfullscreen allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/2SAsafZAPGtqAccAPlvffs?si=vDxOPKkSTPySiuOXrTaZxw&amp;utm_source=oembed\"><\/iframe><\/p>\n<p>Mit Beginn der Aufkl\u00e4rung zerbrach dieses empfindliche Gleichgewicht, und die Entwicklung der materiellen Wissenschaft nahm ihren Lauf. Geist und Materie in einem Zusammenhang zu denken wurde damit f\u00fcr eine gewisse Zeit unm\u00f6glich. Erst bei den Quantenphysikern \u00e4nderte sich dies.<\/p>\n<p>Die Alchemie war seit Beginn des Mittelalters eine Geheimwissenschaft. Viele F\u00fcrsten an den europ\u00e4ischen Herrscherh\u00e4usern unterhielten Labore, in denen sie Alchimisten besch\u00e4ftigten. So manche wichtigen Erfindungen wie das Porzellan oder auch die spagyrischen Heilmittel entstammten diesen Laboren. Das Besondere an der Alchemie war ihre enge Verkn\u00fcpfung von geistiger Erkenntnis und materieller Forschung. Mit dem Beginn der Neuzeit, als die modernen Naturwissenschaften ihren Siegeszug antraten, verschwand die Alchemie, und die enge Verbindung zwischen Geist und Materie verfl\u00fcchtigte sich in der europ\u00e4ischen Kultur.<\/p>\n<p>Die Wissenschaft l\u00f6ste zu Beginn der Neuzeit die Religion in ihrer Vormachtstellung ab und wurde zum Motor einer neuen Weltsicht. War die Religion zuvor Herrscher \u00fcber die Wissenschaft, so wurde nun die Wissenschaft zum Katalysator eines neuen Weltbildes. Das Bild des n\u00fcchternen, aufgekl\u00e4rten Menschen stand ihr vor Augen. Die Welt sollte erkl\u00e4rbar werden. Die Entdeckungen im Bereich der Mechanik ver\u00e4nderten das t\u00e4gliche Leben der Menschen. Die Erleichterungen durch Motorisierung und Technisierung f\u00fchrten zu einem Wohlstand, der die Lebenssinnfragen zunehmend aus dem Bewusstsein verdr\u00e4ngte. Der feste Glaube, der viele Wissenschaftler zu H\u00f6chstleistungen anspornte, war der Traum, eines Tages mit wissenschaftlichen Methoden alle Geheimnisse der Natur aufdecken zu k\u00f6nnen und damit die Welt dem Menschen endg\u00fcltig untertan zu machen. Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts kehrte besondere Denkansatz der Alchemie durch die Entwicklung der Quantenphysik in die Wissenschaft zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Die Trennung von Geist und Materie<\/strong><\/p>\n<p>Mit diesem radikalen Bruch zwischen Wissenschaft und Religion verlor auch die Alchemie ihre Funktion an den F\u00fcrstenh\u00f6fen.\u00a0 Das Zusammenspiel von Geist und Materie immer wieder auszuleuchten und so als fruchtbarer N\u00e4hrboden f\u00fcr eine umfassende Weltsicht zu dienen, ging verloren. Das Besondere an der Alchemie war ihre Ausgewogenheit zwischen geistiger Suche und materieller Forschung. Scharlatane begannen, sich alchemistischer Methoden zu bedienen und f\u00fchrten eine Rufsch\u00e4digung herbei, von der sie sich nicht wieder erholte. In Form der Quantenphysik kehrten jedoch Denkans\u00e4tze der Alchemie in der Bem\u00fchung zur\u00fcck, Geist und Materie wieder in einen Zusammenhang zu stellen. Die Quantenphysik kann man als moderne Schwester der Alchemie betrachten, da sie die Frage nach dem Zusammenspiel von Geist und Materie neu stellte.<\/p>\n<p>Nach \u00fcber 200 Jahren, in denen die moderne Wissenschaft best\u00e4ndig nach dem inneren Aufbau der Materie gefragte hatte, musste die Quantenphysik erleben, wie ihr bei ihrem konsequenten Vorsto\u00df in die subatomare Welt die Materie abhanden kam.<\/p>\n<p>Werner Heisenberg, einer der gro\u00dfen Pioniere, wollte schon in jungen Jahren wissen, was es ist, das die Welt im Innersten zusammenh\u00e4lt. Vielleicht war ihm zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, dass er mit seiner Fragestellung die Fundamente der Wissenschaft auf einen ganz neuen Boden stellen sollte. Bis dahin interessierte die Wissenschaftler in erster Linie die Struktur der Materie, die sie bis in die mikroskopische Ebene hinein erforschten. Die Frage war, wie die kleinsten unsichtbaren Teilchen aussehen, aus denen die sichtbare Materie zusammengesetzt ist.<\/p>\n<p>Werner Heisenberg suchte mit seiner Frage nicht nach der Form, sondern nach der Kraftwirkung. Mit dieser ver\u00e4nderten Fragestellung stie\u00dfen er und andere Physiker irgendwann auf das Paradox des \u201eWelle-Teilchen Dualismus\u201c. Das Besondere an den Wissenschaftlern der Quantenphysik war, dass sie die Frage nach dem G\u00f6ttlichen nicht von vornherein ablehnten. Sie suchten in ihren philosophischen Abhandlungen zur Quantenphysik oft nach Antworten, die den Zusammenhang von Geist und Materie n\u00e4her beleuchten. Um \u00fcberhaupt die Frage nach dem \u201einneren Zusammenhang\u201c stellen zu k\u00f6nnen, musste zuvor der tiefe Graben zwischen Wissenschaft und Religion bzw. Philosophie \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<p>Max Planck, der Begr\u00fcnder der Quantenphysik, ging davon aus, dass es hinter allem, was er als Physiker messen und erfahren konnte, eine fundamentale Kraft geben muss, die alles Leben erzeugt. Damit wurde es notwendig, das Leben, welches die Wissenschaft in den Jahrhunderten davor konsequent aus ihren Fragestellungen eliminiert hatte, um eindeutige reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten, wieder in ihre Forschungen mit einzubeziehen. Leben ist erfahrbare Geistwirkung, aus der wir unsere duale Realit\u00e4t erzeugen, die bis dahin Gegenstand der Wissenschaft war. Hinter dem Leben dr\u00e4ngt der Geist als \u00a0potentielle Wirkkraft. Auf dieser Ebene gibt es eine Wirklichkeit, die das Potential besitzt, zur Realit\u00e4t zu werden.<\/p>\n<p><strong>Materie ist geronnener Geist<\/strong><\/p>\n<p>Was \u201eWirklichkeit\u201c ist, ist eine hoch abstrakte Frage, die sich nur der individuellen Erfahrung erschlie\u00dft. Wir bemerken sehr schnell, wenn wir uns mit anderen Menschen austauschen wollen, dass die Wirklichkeit nicht mitteilbar ist. Ein Austausch \u00fcber Erfahrungen ist\u00a0 m\u00f6glich; eine Einigung l\u00e4sst sich erzielen, wenn der Gespr\u00e4chspartner \u00fcber \u00e4hnliche Erfahrungen verf\u00fcgt und best\u00e4tigt: dieses oder jenes ist wahr. Er begreift zwar auch dann noch nicht, was in dem Moment von seinem Gespr\u00e4chspartner erlebt wird, es entsteht aber eine Resonanz zu einem eigenen Erleben, das die Worte des Gespr\u00e4chspartners nachvollziehbar macht. Wenn wir also einem Menschen etwas \u00fcber \u201eWirklichkeit\u201c mitteilen wollen, dann m\u00fcssen wir vorher zu dieser Wirklichkeit werden. Sind wir das, was wir sagen, dann entsteht ein Resonanzfeld, in dem sich die Information auf den Zuh\u00f6rer \u00fcbertr\u00e4gt. Genauer gesagt schwingen die beiden Gespr\u00e4chspartner dann in der gleichen Wirklichkeit. Wenn dieser Informationsaustausch fruchtbar werden soll, muss f\u00fcr sie die reine Geistwirkung in einem ersten Gerinnungsprozess zur lebendigen Realit\u00e4t werden. C.G. Jung sprach in diesem Zusammenhang von Archetypen. Archetypen sind ein erster Gerinnungsprozess, der f\u00fcr einen stark in der Materie verhafteten Menschen eine kaum vorstellbare geistige Lebendigkeit enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Der Quantenphysiker Hans-Peter D\u00fcrr sagt: \u201eMaterie ist geronnener Geist.\u201c Dieser Gerinnungsprozess ist immer mit einem Verlust an Geist und Lebendigkeit verbunden. Er kann stufenweise weiter fortschreiten und schlie\u00dflich in einem rein materiellen Zustand enden. Dann sind wir bei der toten Materie angelangt. Die Alchemisten sprachen vom Caput mortuum. Es ist der Teil der Materie, der absolut nicht mehr transformierbar ist. Sie erscheint uns aber vielleicht auch nur als tot, weil ihre Ver\u00e4nderungsgeschwindigkeit so unvorstellbar klein geworden ist, dass wir sie gar nicht mehr wahrnehmen. Ver\u00e4nderungen muss es auch in der Materie immer geben, da auch die Materie ein Aspekt des Geistes ist und dieser sich immer in sch\u00f6pferischer Bewegung befindet. Hans Peter D\u00fcrr beschreibt in seinen Vortr\u00e4gen, dass dieser \u201eProzess der Gerinnung\u201c irreversibel, also nicht umkehrbar sei und die Materie auf dieser Ebene nicht mehr an der Evolution teilnehme.<\/p>\n<p>Diese Sicht auf die Materialisierung des Geistes ist wohl noch einmal genauer zu betrachten, da ein irreversibler Prozess bedeuten w\u00fcrde, dass es Sch\u00f6pfungsprozesse gibt, die in einer Sackgasse enden.<\/p>\n<p><strong>Die Entstehung der Naturgesetze<\/strong><\/p>\n<p>Die Quantenphysik, die \u201eholistische Physik\u201c, ist eine ganz neue M\u00f6glichkeit, die Welt zu begreifen. Holistisch nennt Hans-Peter D\u00fcrr die Quantenphysik deshalb, weil er hinter allem Sichtbaren und Messbaren ein alles verbindendes Feld vermutet, dessen Wirkkraft er als Potentialit\u00e4t bezeichnet. Dieses Feld ist reine Lebendigkeit und best\u00e4ndige Ver\u00e4nderung. So gesehen ist Geist Leben und Kreativit\u00e4t und hat damit eine gewisse Polarit\u00e4t zur Materie. Wenn der Geist Bewegung erzeugt, dann liegt darin nicht mehr als eine Ahnung, ein \u201ediffuses Etwas\u201d, aber noch kein Gedanke. Dieses Feld der Potentialit\u00e4t enth\u00e4lt Ahnungen und ist in der Lage, Gewohnheiten auszubilden. Sehr umfassende fundamentale Gewohnheiten bilden die Naturgesetze. Die Gewohnheiten sind dabei die Heranbildung gewisser Formen, an denen entlang Geist sich ausbreitet.<\/p>\n<p>Es gibt eine kleine Geschichte, die sich um die Entdeckung der Quantenmechanik rankt. Max Planck versuchte sich vorzustellen, wie sich Energie innerhalb der Materie bewegt. Er kam auf den Gedanken, dass dies kein gradliniger und gleichm\u00e4\u00dfiger Fluss ist, sondern dass sich Kraft- oder Lichtpakete, sogenannte Quanten, bewegen bzw. sich ihren Weg suchen. Es l\u00e4sst sich vergleichen mit einer Fensterscheibe, an die Regentropfen schlagen. Haben sich gen\u00fcgend vereinigt, dann bildet sich ein Rinnsal aus Tropfen auf der Scheibe. Dieses Rinnsal sucht zuerst seinen Weg. Ist der einmal gebildet, dann flie\u00dft das Wasser immer diesen gleichen Weg. Am Anfang wei\u00df niemand, warum es gerade diesen Weg und keinen anderen nimmt. Es entwickelt sich so etwas wie eine \u201eFlie\u00dfgewohnheit\u201d. Man kann nun sagen, dass das Wasser f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit diesen Weg nehmen wird. Diese typische Form, mit der die Energie dann Gewohnheitsstrukturen entwickelt, nennt die klassische Physik Naturgesetze.<\/p>\n<p>In einem n\u00e4chsten Schritt gerinnt der Geist in diesen Bahnen zu Materie. Dieser Gerinnungsprozess f\u00fchrt ihn zu einem Ende seiner Wandlungsf\u00e4higkeit. Damit steigt der materialisierte Geist aus der Evolution aus. Es ist der W\u00e4rmetod des Kosmos, der dadurch eintritt, dass die Materie schlie\u00dflich auf ihrem niedrigsten Energieniveau ankommt, auf dem f\u00fcr jegliche Ver\u00e4nderung die weitere Energie fehlt. Hier wird ein Zustand beschrieben, der aber sinnvoller Weise keinen Endpunkt darstellen kann, sondern in den Mythologien, Philosophien oder Religionen nur die eine H\u00e4lfte eines Kreislaufes beschreibt. Unter den Begriffen \u201eWiedergeburt aus Wasser und Geist\u201c in der christlichen Tradition oder der \u201eTransfiguration\u201c der Rosenkreuzer oder auch der R\u00fcckkehr der Buddhisten ins Nirvana wird ein Weg beschrieben, der durch eine strukturelle Regeneration der atomaren Substanz deren Gerinnungsprozess wieder r\u00fcckg\u00e4ngig macht und den urspr\u00fcnglichen Zusammenhang wieder herstellt. Und vielleicht wussten auch die Quantenphysiker um diese M\u00f6glichkeit, die z.B. Werner Heisenberg sein Leben lang nach der Weltformel suchen lie\u00df.<\/p>\n<hr \/>\n<p>You tube Video: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/lrgQakHPRP8\">Hans-Peter D\u00fcrr: Das Geistige ist die treibende Kraft.<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":97690,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110088],"tags_english_":[],"class_list":["post-97659","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-science-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/97659","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97690"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=97659"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=97659"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=97659"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=97659"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}