{"id":96777,"date":"2023-03-21T16:25:30","date_gmt":"2023-03-21T16:25:30","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=96777"},"modified":"2025-06-02T16:59:19","modified_gmt":"2025-06-02T16:59:19","slug":"selbst-und-welt-ein-gemeinsames-erwachen-teil-1","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/selbst-und-welt-ein-gemeinsames-erwachen-teil-1\/","title":{"rendered":"Selbst und Welt: Ein gemeinsames Erwachen &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>https:\/\/open.spotify.com\/episode\/5FmqYcNrUUKYId44Y6DcnR?si=jx_SkqJmRrKLhMafdzhoiQ<\/p>\n<p>Es muss sogar ein Erwachen \u201ein der ganzen Welt\u201c sein: urs\u00e4chlich in den Sph\u00e4ren des ewigen Selbstes, in denen es weder Trennung noch Tod gibt, und als Folge \u2013 oder Nebenwirkung \u2013 auch in unserer verg\u00e4nglichen Sph\u00e4re. Denn das wahre Selbst ist universell und all-eins, es umfasst alles, was ist.<\/p>\n<p>Die Chandogya-Upanishad malt die beiden Seiten des wahren Selbstes aus, wenn sie vom \u00e2tman spricht:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDieser ist meine Seele im innern Herzen, kleiner als ein Reiskorn oder Gerstenkorn oder Senfkorn oder Hirsekorn oder eines Hirsekornes Kern; dieser ist meine Seele im innern Herzen, gr\u00f6\u00dfer als die Erde, gr\u00f6\u00dfer als der Luftraum, gr\u00f6\u00dfer als der Himmel, gr\u00f6\u00dfer als diese Welten.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn ein Mensch sich dem \u00e2tman im Herzen widmet, entdeckt er ihn gleicherweise auch \u201edrau\u00dfen in der Welt\u201c, jedenfalls wenn er bereit ist, die ganze Welt und alle Wesen als von diesem universellen Selbst durchwoben und getragen zu betrachten. Mehr noch: Das alles ist das eigene Selbst, ist ein momentaner, fragmentarischer Ausdruck desselben, oder wie die indische Weisheit sagt: tat tvam asi. Das bist du.<\/p>\n<p>Das universelle Selbst ist vor allem ein transzendentes Sein, das sich im Laufe eines spirituellen Weges in einem Menschen verk\u00f6rpern kann \u2013 dies jedoch nie in seiner ganzen F\u00fclle. Dennoch f\u00e4llt zumindest ein Schatten dieser allem zugrundeliegenden Einheit auch in die Verg\u00e4nglichkeit mit ihren schicksalhaften Begegnungen, ihren ungewollten, aber wesentlichen Erfahrungen und der zusammenger\u00fcckten Existenz aller in unserem globalisierten Dorf. Was ich hier als Schatten der Einheit bezeichne, ist ein Verbundensein derer, die gemeinsame Erfahrungen machen und ein Zusammenwirken aller, wenn auch (noch) nicht auf der Grundlage eines Bewusstseins der Einheit. Eher schaffen alle die Bedingungen f\u00fcr die Existenz aller; es ist ein gemeinsames Tun und Lernen. Dessen Schwierigkeiten erfahren wir heute st\u00e4rker, als wir es uns vorgestellt haben: Denn wir sind unbeweglicher, als wir dachten, und setzen nach wie vor unwillk\u00fcrlich Konkurrenz \u00fcber Gemeinsamkeit. Dabei wird alles von einer subtilen M\u00f6glichkeit der Selbsterkenntnis durchwirkt, die tiefer reicht als ein blo\u00dfes Sich-spiegeln. Am Anfang ist es nur eine Ahnung: dass das Ganze in uns allen ringt, um in uns bewusst zu werden.<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen wir beginnen, etwas von der Einheit wahrzunehmen, hier beginnt ein Weg zur Entfaltung eines Bewusstseins, das sich letztlich von allen konkreten Brennpunkten l\u00f6st[1]. Die Einheit denken oder empfinden zu k\u00f6nnen, ist der Beginn eines Weges der Heilung und Befreiung. Um die die Krisen der Welt zu l\u00f6sen, braucht es aber mehr. Die Einheit, die immer und \u00fcberall anwesend ist, muss in der Vielheit erwachen: in uns und durch uns.<\/p>\n<p>Bei den meisten Menschen f\u00fchrt die Suche nach dem All-Einen \u00fcber das eigene Innere. Wer diesen Weg geht, erlebt jedoch immer beide Seiten, und er oder sie merkt, dass beide einander beleuchten und befruchten. Wenn wir uns also dem \u00e2tman in Inneren und im Weltganzen n\u00e4hern, dann gehen wir einen Weg, der auf dem sukzessiven Wechsel der Identifikation vom verg\u00e4nglichen Ich und seiner Welt hin zum ewigen Selbst und seiner sich entschleiernden Lebenssph\u00e4re beruht. In dieser Transformation seines ganzen Wesens erlebt der Mensch, dass die Einheit \u00fcberall anwesend ist und wirkt. In dem Ma\u00dfe, wie er (als Pers\u00f6nlichkeitsmensch) vom Verg\u00e4nglichen frei wird, entsteht eine tiefere Verbundenheit \u2013 aus dem immergleichen, alles erf\u00fcllenden Mittelpunkt von allem, dem Selbst. Gebundenheit wandelt sich in Verbundenheit, Bewusstheit und Verantwortung. Diese neue Verbindung schaffen wir nicht, eher entdecken wir sie, wir lassen sie zu. Dabei bleibt sie im Wesentlichen ein Geheimnis, dem wir uns nur anvertrauen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Jede wirkliche Ver\u00e4nderung im eigenen Wesen ist ein Beitrag dazu, die Welt, ihre unz\u00e4hligen Wechselwirkungen und untrennbare Verbundenheit nicht nur transparenter werden zu lassen, sondern auch, sie einer Wandlung aus dem universellen Selbst zug\u00e4nglicher zu machen. Der transzendente Kern wird dann in allem sichtbarer, er beginnt sich mitzuteilen.<\/p>\n<p>Unsere Verantwortung, die aus der Einheit von allem resultiert, k\u00f6nnen wir immer nur verwirklichen, also in Taten umsetzen, wenn wir sie im Konkreten wahrnehmen k\u00f6nnen \u2013 ohne Zuhilfenahme einer wie auch immer gearteten philosophischen Kr\u00fccke. Hier z\u00e4hlen das Bewusstsein, die Hingabe und die Bereitschaft im jeweiligen Augenblick. Wo dieses echte Bewusstsein noch nicht anwesend ist, re(a)gieren Unwissenheit, Widerstand, Gleichg\u00fcltigkeit oder Dogmatismus.<\/p>\n<p>Die Freiheit zu neuem Handeln basiert unter anderem darauf, im eigenen Wesen die Doppelnatur von verg\u00e4nglichem Ich und unverg\u00e4nglichem Selbst bewusst wahrzunehmen und diejenigen Intuitionen und Impulse, die auf das Vollkommene und Umfassende abzielen, nicht mehr in die stoffliche Individualit\u00e4t und die Verg\u00e4nglichkeit zu projizieren. In der Folge wird es m\u00f6glich, die Begrenztheit des Verg\u00e4nglichen und vor allem auch die Grenzen, die das Zusammenleben vieler solcher begrenzter Wesen jedem Einzelnen setzt, zu akzeptieren und in ein neues Bewusstsein und umsichtiges Handeln zu integrieren.<\/p>\n<p>Wenn Ich und Selbst uns als Pole unseres Seins klarer werden, wird sich unsere Beziehung zur Welt ver\u00e4ndern. Der Drang des Ich, einzelne Aspekte des Selbstes im Au\u00dfen zu verwirklichen, vielleicht sogar abzureagieren, nimmt dann im gleichen Ma\u00dfe ab, wie die Bewusstwerdung w\u00e4chst. Der Drang nach Expansion, der uns nach mehr verlangen l\u00e4sst \u2013 mehr Raum, mehr Mobilit\u00e4t, mehr Besitz \u2013 und der immer von Grenzziehungen begleitet wird, um das Eigene zu definieren und zu sichern, kann sich nach innen verlagern. Das Abenteuer seelischen Wachstums kann dann beginnen. Gerade wenn das universelle Selbst in uns erwacht, werden seine Aspekte \u2013 Weite, Macht, Vollkommenheit \u2013 von der Seele erfahren und durch Transformation umgesetzt. Dies muss sich in der Beziehung zur Welt beweisen, und zwar in einem Handeln, das von wachsender Empathie, Mitgef\u00fchl und Intuition gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p>Unser globales Dorf mit seinen intensiven wirtschaftlichen und touristischen Verflechtungen, seinem Ressourcenverbrauch und der rasanten Verst\u00e4dterung ist anf\u00e4llig f\u00fcr Epidemien, das wussten die Epidemiologen schon l\u00e4nger, und das haben wir in den letzten Jahren erlebt. Dabei bildeten sich in der Coronakrise viele Themen ab, mit denen sich die Menschheit individuell und kollektiv, ja als werdender geistig-seelischer Organismus, auseinandersetzen musste und muss.<\/p>\n<p>Die erste \u00dcbung war, mit den Lockdowns von 2020 zurechtzukommen[2] und ihre konkreten Anst\u00f6\u00dfe zur Selbsterkenntnis anzunehmen. Denn: Was brauche ich wirklich? Was ist normal, was notwendig in meinem Leben? Wie weit definiere ich mich \u00fcber die Zerstreuungen, die pl\u00f6tzlich nicht mehr m\u00f6glich sind? Wie verbunden f\u00fchle ich mich mit Familie, Freunden, Mitmenschen, wenn ich ihnen kaum noch pers\u00f6nlich begegne? Geht mir vielleicht in der Stille ein Mangel an Sinn auf, haben das Rennen im Hamsterrad und die Ablenkungen, die ich zum Ausgleich brauchte, wesentliche Lebensfragen \u00fcberdeckt? Viele Menschen haben diese Zeit auch positiv erlebt, als Wendung nach innen, als Bewusstwerdung dessen, was f\u00fcr sie essenziell ist, als Befreiung von \u00dcberfl\u00fcssigem.<\/p>\n<p>Die Symptomatik der ersten Virusvariante gab uns ein deutliches seelisches Bild: Bei schweren Krankheitsverl\u00e4ufen verh\u00e4rteten und vernarbten die Lungen. Die Atmung, die einen Austausch mit der Welt darstellt, eine Hereinnahme der \u201eAu\u00dfenwelt\u201c ins K\u00f6rperinnere, war schwer gest\u00f6rt. Man darf das Bild eines Gebens und Nehmens von Lebensenergien, das durch Verh\u00e4rtung zum Stillstand kam, durchaus als seelische Zustandsbeschreibung sehen. Denn die Umwelt, wie wir sie meist bezeichnen, ist f\u00fcr uns keine selbstverst\u00e4ndliche Mitwelt, und erst recht haben wir Menschheit und Welt noch nicht als Gesamtorganismus begriffen oder erlebt und handeln daher im Allgemeinen auch nicht danach. Die Lungenkrankheit Covid 19 hat uns gezeigt, dass unsere Weltbeziehung grundlegend gest\u00f6rt ist.<\/p>\n<p>Wenn wir erkennen, dass wir einen neuen Zusammenhang, ja eine Einheit mit der Welt finden m\u00fcssen, welche uns tr\u00e4gt und erh\u00e4lt, dann hei\u00dft das nicht, dass wir in den mystischen Zustand zur\u00fcckkehren sollen, in dem die Menschheit vor dem Erwachen des klaren Verstandes lebte. Es hei\u00dft vielmehr, dass wir aus dem geistigen Ursprung von allem ein neues Bewusstsein sch\u00f6pfen und im Allganzen erwachen k\u00f6nnen. Der Gang der Dinge legt uns dies sogar nahe.<\/p>\n<p>Ein Schritt dahin ist das Annehmen der Einheit. Was wir als Menschheit und als Individuen sind, dr\u00fcckte sich im Gesamtgeschehen der Coronakrise aus. Wir k\u00f6nnen darin das ganze Panorama menschlicher Schw\u00e4chen und des Egoismus sehen. Genauer gesagt, sehen wir \u00c4ngste (dabei auch den Wunsch nach m\u00f6glichst absoluter Sicherheit[3]), Gewinnsucht, die Unf\u00e4higkeit, Fehler zuzugeben oder aus ihnen zu lernen, Handeln aus falschen Motivlagen und die Folgen aller Spielarten von Materialismus. Letzterer hat sich unter anderem dadurch ge\u00e4u\u00dfert, die Bev\u00f6lkerung im Lockdown zum blo\u00dfen Existieren herabzuw\u00fcrdigen und bei der Betrachtung der Epidemie bekannte Einflussfaktoren[4] der k\u00f6rperlichen und seelischen Gesundheit au\u00dfer Betracht zu lassen, da sie nicht unmittelbar messbar sind. Wir alle tragen die oben genannten Beweggr\u00fcnde und Charakterschw\u00e4chen mehr oder weniger ausgepr\u00e4gt in uns; in der Coronakrise wurden sie aber im gro\u00dfen Ma\u00dfstab mit den entsprechenden Folgen f\u00fcr andere ausgelebt. Es gibt also jede Menge Gr\u00fcnde f\u00fcr Kritik, aber ebenso auch Anl\u00e4sse f\u00fcr Selbsterkenntnis. Ganz allgemein halte ich es hier mit Charles Eisenstein: \u201eEs sind keine niedertr\u00e4chtigen Beweggr\u00fcnde n\u00f6tig.\u201c[5]<\/p>\n<p>Unser konkretes pers\u00f6nliches Wissen ist beschr\u00e4nkt. L\u00fcgen und Fake News vernebeln die Sicht. In dieser Situation die eigene Unwissenheit anzunehmen und sich mit dem Ganzen dennoch bewusst zu verbinden, dem man ohnehin auf keine Weise entfliehen kann, hat zweierlei Effekte: Wir k\u00f6nnen uns im Geschehen erkennen und unsere Wahrhaftigkeit pr\u00fcfen, denn auch wir erzeugen jeden Tag und jede Sekunde unsere eigene Wahrheit, nach innen hin wie auch in der Beziehung zu anderen. Auch wir ordnen die Fakten, wie es uns angenehm ist und n\u00fctzt.<\/p>\n<p>Wir sollten also unser allgemeines Verbundensein mit dem ebenso \u201eguten\u201c wie \u201eb\u00f6sen\u201c, vor allem aber beschr\u00e4nkten Gesamtzustand und Handeln der Menschheit akzeptieren. In der Annahme einer \u201eEinheit ohne Ausnahme\u201c \u00f6ffnet sich der Weg zur Erkenntnis von innen her. Leider beginnt sie nicht mit der Erkenntnis einzelner Fakten (die die Einheit sofort wieder spalten w\u00fcrde). Eher beginnt sie damit, die Zwangsl\u00e4ufigkeit einer Entwicklung zu erkennen, in der jeder Mensch und jede Institution stecken \u2013 wenn sie keinen Ausbruch aus dem alten Korsett wagen. Eine Fehlhaltung zieht die n\u00e4chste nach sich, eine L\u00fcge die n\u00e4chste \u2013 bis es nicht mehr weitergeht, weil man bewegungsunf\u00e4hig oder entlarvt dasteht.<\/p>\n<p>Rudolf Steiner hat das Auftreten von Epidemien und die materialistische Gesinnung in einen direkten Zusammenhang gestellt[6]. Er betrachtete L\u00fcgenhaftigkeit als eine Art von Krankheit und L\u00fcge als Mord auf dem Astralplan[7]. Die am tiefsten gehende L\u00fcge des Menschen ist seine Weigerung, sein eigenes geistiges Wesen zu erkennen und zu akzeptieren. Diese L\u00fcge durchzieht, genau betrachtet, das Leben aller Menschen. Die oben bereits erw\u00e4hnten Fake News (sowie das Macht- und Gewinnstreben, aus denen sie meist entspringen) sind nur die Spitze des Eisbergs unserer Verschanzung im Materiellen. Dem gegen\u00fcber ist die h\u00f6chste Wahrheit kein blo\u00dfes \u201eWissen\u201c, sondern ein Einswerden mit ihr, ein Seinszustand. L\u00fcgen in Bezug auf konkrete Gegebenheiten attackieren das Wesen der betroffenen Person oder Sache, sie schw\u00e4chen sowohl den Sender als auch den Empf\u00e4nger. Die L\u00fcgen, die wir uns selbst durch unsere Lebenseinstellung, unsere Ablenkungen, unser Schaffen eines vom Geistigen abgetrennten Daseins erz\u00e4hlen, verletzen und verbauen immer wieder unseren Zugang dazu, was unser tiefstes Wesen ist. Doch in dieser Sache war die Coronakrise auch ein Weckruf. Wer sind wir, wenn man uns unsere kleinen Fluchten nimmt, und wozu k\u00f6nnen wir erwachen?<\/p>\n<p>Deshalb kann man die aktuellen Krisen unter dem Gesichtspunkt annehmen, dass sie es uns erleichtern, uns von der materialistischen Pr\u00e4gung unserer Lebenseinstellung zu l\u00f6sen. Sie k\u00f6nnen uns helfen, im Denken von uns selbst abzusehen und das Ganze in den Blick zu bekommen; sie legen uns nahe, die Abgrenzungen auch im Empfinden fallen zu lassen. Desgleichen findet der Kampf im \u00c4therischen statt, wo die tiefsten Lebens\u00e4ngste und die damit verbundene Suche nach materieller Sicherheit wohnen. Hier leben sie in einem gemeinschaftlichen Feld, in einem substanziellen \u201eMeer des Verbundenseins\u201c. Die erwachende Seele, die den Griff der Abgrenzung und der rein materiellen Selbsterhaltung \u00fcberwindet, gibt hier Impulse, die sich auf alle auswirken. Wenn Krishnamurti sagt, dass \u00c4ngste dann auftreten, wenn man einer konkreten Gegebenheit ausweicht[8], bleiben nur zwei Alternativen: Verdr\u00e4ngung, Angst und mehr Verdr\u00e4ngung \u2013 oder Annehmen der Gegenwart und Erwachen in ihr. Verantwortung f\u00fcr das Ganze \u00fcbernehmen hei\u00dft, sich in den Strom des Geschehens zu stellen. Das Wissen w\u00e4chst dann, dass jedes Ereignis sowohl zu einem Stolperstein als auch zu einer Stufe werden kann, die wir auf dem Weg zur Befreiung ersteigen. Wir selbst sind es, die w\u00e4hlen, wir geben der Sache ihre F\u00e4rbung, ihren Charakter.<\/p>\n<p>Wenn ein Mensch sich gerade in der Krise in den Strom des Geschehens stellt, dann kann er der Erde und der Menschheit dienen. Er kann dies jedoch nur, wenn er das Gleiche in seinem pers\u00f6nlichen Leben mit all seinen blinden Flecken und Konflikten wagt. Die \u00d6ffnung zum Selbst und zum Allganzen beginnt in der inneren Stille. Eine tragende neue Seelenkraft kann einflie\u00dfen, die diejenige tiefe Selbsterkenntnis erm\u00f6glicht, welche zur Hingabe des Ich an das Selbst f\u00fchrt. Die Erkenntnisprozesse, in denen die Bastionen des Ichs ger\u00e4umt werden, erm\u00f6glichen es dem Selbst, die ganze Pers\u00f6nlichkeit zu durchdringen. Parallel dazu w\u00e4chst die Kraft zur Hingabe an das Weltganze. Nur so ergibt das Vorhaben Sinn, der Welt dienen zu wollen. Denn das Ich vermag es letztendlich nicht, nur der erwachende Seelenmensch kann das tun. Umgekehrt gilt, dass der Dienst am gro\u00dfen Ganzen den Weg zur \u00dcberwindung im eigenen Inneren bahnt.<\/p>\n<p>Auch wenn wir diese Entwicklung nur in Anf\u00e4ngen erleben und der \u00dcbergang vom Ich zum Selbst noch nicht vollst\u00e4ndig erfolgt ist, erwerben wir eine enorme Freiheit. Im Innern wie im \u00c4u\u00dferen werden wir vor allem frei von all den \u00c4ngsten und \u00dcbersprungshandlungen, Ausweichbewegungen und Aggressionen, die das menschliche Handeln sonst in Krisenmomenten pr\u00e4gen. Wir k\u00f6nnen, wie gesagt, allem Geschehen ins Auge blicken, ohne ausweichen zu m\u00fcssen; wir k\u00f6nnen die Botschaften des Geschehens lesen und unsere Selbsterkenntnis dabei vertiefen.<\/p>\n<p>(fortgesetzt in <a href=\"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/selbst-und-welt-ein-gemeinsames-erwachen-teil-2\/\">Teil 2<\/a>)<\/p>\n<hr \/>\n<p>[1]\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie Jan van Rijckenborgh etwa in Dei Gloria Intacta im Kapitel \u00fcber den Neptun-Siebenkreis schreibt.<br \/>\n[2]\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 F\u00fcr viele h\u00e4tte das eine relativ leichte \u00dcbung sein k\u00f6nnen. Wer allerdings in der Pflege arbeitete, in Kurzarbeit war, arbeitslos wurde, den Betrieb schlie\u00dfen, den Beruf wechseln musste und eventuell zuhause noch zum Hilfslehrer wurde und die Kinder durch die neue, zu eng gewordene Welt geleiten musste, hatte es sehr schwer.<br \/>\n[3]\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Meiner Beobachtung nach werden viele der Menschen, die alle physischen Sicherheitsvorkehrungen \u00e4ngstlich einhielten und auch viele, die sich in die Leugnung begaben, durch das gleiche dominierende Bed\u00fcrfnis nach Sicherheit angetrieben. Denn auch die Parallelwelt mit ihren einfachen Antworten gab Sicherheit, wenn auch um den Preis der Abschottung.<br \/>\n[4]\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eDie Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles.\u201c Louis Pasteur<br \/>\n[5]\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 In: www.charleseisenstein.org\/essays\/the-coronation<br \/>\n[6]\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 in GA 261<br \/>\n[7]\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 GA 94, 95 und 338<br \/>\n[8]\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Krishnamurti&#8217;s Notebook, London 1976, im Eintrag vom 14. September 1961<\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":97020,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-96777","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/96777","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97020"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=96777"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=96777"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=96777"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=96777"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}