{"id":96636,"date":"2023-09-07T19:02:03","date_gmt":"2023-09-07T19:02:03","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=96636"},"modified":"2023-09-07T19:02:03","modified_gmt":"2023-09-07T19:02:03","slug":"das-andere-ufer","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/das-andere-ufer\/","title":{"rendered":"Das andere Ufer"},"content":{"rendered":"<p>Im Mahayana Buddhismus wird dies in dem Diamant Sutra so beschrieben:<\/p>\n<p>O Erleuchtung, die du gegangen, gegangen, hin\u00fcbergegangen zum anderen Ufer, v\u00f6llig zum anderen Ufer hin\u00fcbergegangen bist .<\/p>\n<p>Das Diamant Sutra ist ein Zwiegespr\u00e4ch zwischen Buddha und einem fortgeschrittenen Sch\u00fcler, Subhuti. Es behandelt in 6 Abschnitten die Praxis zur Erlangung der Weisheit und Erleuchtung (Prajna-Paramita) und richtet sich an Bodhisattvas . Diese sind:<\/p>\n<blockquote><p>Die Vollkommenheit der Gabe: Der Geist wird beunruhigt durch Unterscheidungen der Sinnesbegriffe\u2026 und verf\u00e4llt in falsche Vorstellungen wie dem eines eigenen Selbst und seine Beziehungen zu anderen Selbsten. Bei der Aus\u00fcbung der Mildt\u00e4tigkeit der Gabe, muss der Geist frei gehalten werden von allen Gedanken, die in ihm entstehen. Die Mildt\u00e4tigkeit gegen\u00fcber anderen Wesen, muss von dem Wissen ausgehen, dass alle lebenden Wesen in Wirklichkeit keine lebenden Wesen sind. ..Ein Bodhisattva, der Mildt\u00e4tigkeit mit einem von allen Formbegriffen losgel\u00f6sten Geist aus\u00fcbt, gleicht einem Mann mit offenen Augen in der Helle des Morgens\u201c.<\/p>\n<p>Die Vollkommenheit selbstloser G\u00fcte: Ein Merkmal eines Bodhisattvas ist die uneingeschr\u00e4nkte N\u00e4chstenliebe mit allen lebenden Wesen, wobei er sich bewusst ist, dass es keine willk\u00fcrliche Unterscheidung zwischen einem Selbst und dem Selbst Anderer gibt, und deshalb sollte er Mildt\u00e4tigkeit nicht nur allein durch Verschenken materieller Gaben \u00fcben, sondern auch durch die selbstlosen Gaben der G\u00fcte und Sympathie.<\/p>\n<p>Die Vollkommenheit der Demut und der Geduld: Der J\u00fcnger, der noch Gedanken an einen geistigen Fortschritt hegt und denkt, er habe eine bestimmte Stufe der Befreiung erlangt, h\u00e4ngt immer noch im Netz der Ph\u00e4nomene. Aus diesem Grunde m\u00fcssen die Bodhisattvas einen reinen, hellen Geist entwickeln, der nicht abh\u00e4ngt von Formen, T\u00f6nen, Ger\u00fcchen oder irgendeiner Eigenschaft. Sie sollen ihre geistigen F\u00e4higkeiten spontan und nat\u00fcrlich gebrauchen, unbeeinflusst von irgendwelchen Vorurteilen, die aus den Sinnen entstehen.<\/p>\n<p>Die Vollkommenheit der Energie bezieht sich auf die unermesslichen und unbegreifbaren Verdienste, die ein J\u00fcnger erwirbt, der diese Schrift (das Diamantsutra) versteht, befolgt und Anderen erkl\u00e4rt. Wo sich diese Schrift befindet, werden alle G\u00f6tter, Menschen und Geister ihre Verehrung bezeugen.<\/p>\n<p>Die Vollkommenheit der Meditation: ein guter und frommer J\u00fcnger, der die Erleuchtung erreichen m\u00f6chte, sollte nur einen Gedanken hegen, n\u00e4mlich: wenn ich dieses h\u00f6chste, vollkommene Wissen erlangt haben werde, so will ich alle lebenden Wesen zum ewigen Frieden Nirwanas f\u00fchren. Wenn dieses Gel\u00fcbde aufrichtig ist, so sind alle lebenden Wesen schon befreit, d.h. dass alle lebenden Wesen die M\u00f6glichkeit der Erl\u00f6sung er\u00f6ffnet wurde. Der Erleuchtet verzichtet damit auf den Eingang in das Nirvana zum Wohl und Unterst\u00fctzung aller lebenden Wesen, so das diese die Erleuchtung erlangen, wohl wissend, dass \u201elebende Wesen und Bereifung von lebenden Wesen nur Ph\u00e4nomene und Worte sind\u201c.<\/p>\n<p>Die Vollkommenheit der Weisheit: es ist etwas, das undifferenziert, weder als hocherhaben noch als niedriger Zustand betrachtet werden kann, es ist vollkommen unabh\u00e4ngig von irgendwelchen bestimmten oder willk\u00fcrlichen Begriffen wie eines eigenen Selbstes, anderer Selbste, lebenden Wesen oder eines Universalselbstes.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die grundlegende Botschaft dieses Sutras ist, dass alle Dinge, Ph\u00e4nomene und Ideen subjektiver und nicht-wirklicher Natur und nur Manifestationen des eigenen Geistes sind, denn<\/p>\n<p>\u201e\u2026 zum Unterschied zu den tr\u00fcgerischen Ph\u00e4nomenen gibt es die wahre Geistessenz; den Geistesph\u00e4nomenen zu Grunde liegend besteht ein unwandelbarer Urgrund\u201c .<\/p>\n<p>Dieser Urgrund, die Erleuchtung, das andere Ufer kann nicht in Worten ausgedr\u00fcckt werden, es wird in Paradoxen beschrieben, wie<\/p>\n<p>(\u2026. Auf die Geistessenz angewandt haben Worte keine Bedeutung, denn bei der Geistessenz gibt es nichts, was ergriffen werden k\u00f6nnte. Aber wir gebrauchen Worte, um uns von Worten freizumachen, bis wir die reine, wortlose Essenz erlangen .<\/p>\n<p>Dieses Erlangen ist das Hin\u00fcbergegangen-Sein zum anderen Ufer, das in vielen Mythen der Menschheit beschrieben wird. Es ist das Ziel der menschlichen Existenz. Womit nicht das Ende der k\u00f6rperlichen Existenz des Menschen, der sogenannte Tod, gemeint ist, sondern das \u00dcberwinden der Gegens\u00e4tze dieser Welt, das Eingehen in Nirvana, die Leere, in der Alles seinen Ursprung und seine Vollendung erf\u00e4hrt., auf das der Weise zum Wohl von Menschheit und Universum verzichtet, denn ein frommer J\u00fcnger sollte nur einen Gedanken haben n\u00e4mlich<\/p>\n<p>Wenn ich dieses h\u00f6chste Wissen erlangt haben werde, so will ich alle lebenden Wesen zum ewigen Frieden Nirvanas f\u00fchren. Wenn dieses Gel\u00fcbde aufrichtig ist, so sind alle lebenden Wesen schon befreit .<\/p>\n<p>Viel wurde und wird spekuliert und geschrieben \u00fcber Nirvana, deshalb will ich keinen weiteren zum Scheitern verurteilten Versuch wagen, sondern die Worte des Sutras sprechen lassen:<\/p>\n<p>Wie ich den Erhabenen verstehe, gibt es kein Ding wie vollkommenes Wissen, noch ist es dem Tathagata m\u00f6glich, irgendeine Lehre zu verk\u00fcnden. Und warum? Es gibt keine Formulierung der Wahrheit, genannt Vollendung der unaussprechlichen Erleuchtung, weil die Dinge, welche vom Tathagata gelehrt werden, in ihrer wesentlichen Natur unbegreiflich und unergr\u00fcndlich sind; weder sind sie noch sind sie nicht\u2026. Was bedeutet dies? Dies bedeutet, dass Buddhas\u2026 nicht durch feststehende Lehren erleuchtet werden, sondern durch einen intuitiven Prozess, der spontan und nat\u00fcrlich ist. Dieses unausgesprochene Prinzip ist der Grund der verschiedenen Systeme aller Weisen .<\/p>\n<p>Hat Jesus, der Christus, dies nicht auch mit einfachen anderen Worten angedeutet:<\/p>\n<p>Mein Reich ist nicht von dieser Welt!<\/p>\n<p>Ist dies nicht das Andere, das andere Ufer, das nicht mit Worten beschrieben werden kann, aber intuitiv erfasst and aufgenommen werden kann? Dieses Beispiel zeigt uns deutlich, wie die Universelle Lehre \u00fcber Zeiten und Regionen hinweg ein und dieselbe Botschaft an uns richtet. Die Welt der Gegens\u00e4tze, der positiven und negativen Erfahrungen, des Lebens und des Todes, sind alle von dieser Welt, sind Ph\u00e4nomene unserer Anhaftung an die Sinnesorgane und unseres spekulativen Denkens. Solange wir in dieser Welt. d.h. in der uns umgebenden materiellen Welt, sowie der Welt der Kultur und des Denkens, der Welt des Humanismus und des Versuches \u201egut\u201c zu sein, leben, gelten f\u00fcr uns die Worte des Buddha:<\/p>\n<blockquote><p>Wer mich in der Form sucht,<br \/>\nWer mich in T\u00f6nen sucht,<br \/>\nVerirrt hat er sich auf dem Wege,<br \/>\nDenn er kann nicht den Tathagata erkennen .<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie auch die Klage aus dem Alten Testament:<\/p>\n<p>\u2026 mein Volk geht aus Mangel an Erkenntnis verloren\u2026<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir aus der Verwirrung zur\u00fcckkommen, wie k\u00f6nnen wir die Erkenntnis erlangen? Wie verwirklichen wir den intuitiven spontanen und nat\u00fcrlichen Prozess, der im Diamantsutra erw\u00e4hnt ist? Alle Lehren der Vergangenheit und der Gegenwart deuten auf die Stille hin, Stille in uns, in unseren Gedanken und Gef\u00fchlen, unseren Verlangen und Begehren, so dass wir die Stimme der Stille in uns h\u00f6ren k\u00f6nnen, von der Mdme. Blavatski spricht:<\/p>\n<blockquote><p>Ehe die Seele sehen kann, muss die innere Harmonie erlangt\u2026.worden sein<br \/>\nEhe die Seele h\u00f6ren kann, muss das Abbild (der Mensch) ebenso taub geworden sein f\u00fcr Geschrei wie Gefl\u00fcster, f\u00fcr das Br\u00fcllen trompetender Elefanten\u2026.<br \/>\nEhe die Seele verstehen und sich erinnern kann, muss sie zuerst mit dem \u201eSchweigenden Sprecher\u201c vereint sein\u2026. Dann erst wird die Seele h\u00f6ren und sich erinnern. Und dann wird zu dem inneren Ohre sprechen:<br \/>\nDIE STIMME DER STILLE .<\/p><\/blockquote>\n<p>Dann sind wir hin\u00fcber gegangen, hin\u00fcber gegangen zum anderen Ufer.<\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":97485,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-96636","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/96636","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97485"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=96636"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=96636"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=96636"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=96636"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}