{"id":92667,"date":"2022-04-14T14:59:07","date_gmt":"2022-04-14T14:59:07","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/klang-eine-verkorperung-geistiger-erkenntnis-teil-1\/"},"modified":"2022-04-14T14:59:07","modified_gmt":"2022-04-14T14:59:07","slug":"klang-eine-verkorperung-geistiger-erkenntnis-teil-1","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/klang-eine-verkorperung-geistiger-erkenntnis-teil-1\/","title":{"rendered":"Klang \u2013 Eine Verk\u00f6rperung geistiger Erkenntnis &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Am Anfang war das Wort, doch es ist fort. Nur das Horchen kann das Wort wiederfinden.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eAm Anfang war das Wort\u201c, sagt die <em>Bibel.<\/em><\/p>\n<p><em>Hermes Trismegistos<\/em>: Gott schafft die Ewigkeit \u2013 die Ewigkeit schafft den Kosmos, der Kosmos schafft die Zeit und die Zeit das Werden\u2026<\/p>\n<p><em>Rig Veda<\/em><em>:<\/em> Blickend hinaus in die Ewigkeit, ehe der Existenz Grund gelegt gewesen, warst Du\u2026 O endlos Denken, g\u00f6ttliche Ewigkeit.<\/p>\n<p><em>Dzyan<\/em><em>:<\/em> Nichts war. Die Ursachen des Seins waren beseitigt. Das Sichtbare, das war und das Unsichtbare, das ist, ruhten im ewigen Nichtsein: dem Einen Sein.<\/p>\n<p><em>Savitri<\/em><em>:<\/em> Es war die Stunde, ehe die G\u00f6tter erwachen. Den Pfad des g\u00f6ttlichen Ereignisses versperrend lag das die Zukunft ahnende gewaltige Mental der Nacht allein\u2026 bewegungslos am Saum des Schweigens hingestreckt.<\/p>\n<p>Dann gibt es noch das Ger\u00e4usch des Urknalls, der Sch\u00f6pfungsklang, leiser werdend, leiser werdend. Das Hintergrundrauschen im All ist feststellbar. Ist das das Wort des Anfangs?<\/p>\n<p>Das Geh\u00f6r h\u00f6rt am liebsten schon Bekanntes, mit angenehmen Erinnerungen Verbundenes. Das Geh\u00f6r ist oft auf der Suche nach solchen fr\u00fchen Erinnerungen. Was ihm wichtig erscheint, hebt das Denkorgan aus unz\u00e4hligen anderen Informationen hervor und verst\u00e4rkt es.&nbsp;<\/p>\n<p>So ist es beim Ruf der Kraniche. Er ist bei mir eingebrannt. Ich h\u00f6re Kraniche auch bei geschlossenen Fenstern. In meinen kindlichen Erinnerungen h\u00f6re und suche ich im Radio H\u00e4ndels Feuerwerksmusik, das Halleluja aus dem Messias und \u201cIch wei\u00df, dass mein Erl\u00f6ser lebt!\u201c Oder die Seraphim und Cherubim aus dem Dettinger Te Deum H\u00e4ndels. Aber auch Mozarts \u201eK\u00f6nigin der Nacht\u201c, auch die Gefangenench\u00f6re von Verdi und Beethoven: O welche Lust, in freier Luft, den Atem leicht zu heben! Nur hier ist Leben!<\/p>\n<p>Diese Musik und viele andere St\u00fccke sind f\u00fcr mich Worte des Anfangs. Auch Johann Sebastian Bach geh\u00f6rt dazu: \u201eWillst du dein Herz mir schenken\u201c auf einer alten Single-Platte meiner Gro\u00dfmutter. Mein Geh\u00f6r sucht immer wieder danach und nach anderen Werken. Daran h\u00e4ngt die Existenz. Worte des Anfangs! Wahrscheinlich sucht mein Inneres noch etwas anderes, das Wort des Logos, das Urwort, es ist bekannt, aber verloren gegangen\u2026 Ein nicht unbedeutender Aspekt ist: Die Cochlea (die Schnecke im Innenohr), das kn\u00f6cherne Labyrinth (inneres H\u00f6rorgan) und das Au\u00dfen-Ohr haben Formen, die dem goldenen Schnitt bzw. der Fibonacci-Spirale entsprechen. Diese Organe wollen das wahrnehmen, was mit dem goldenen Schnitt und der Fibonacci-Spirale resoniert.<\/p>\n<p><strong>Aspekte der Geisteswissenschaft: Tonerlebnis und -Wirkung<\/strong><\/p>\n<p>Ohne H\u00f6ren existieren wir nicht \u2013 zumindest unvollst\u00e4ndig. Was wir pers\u00f6nlich sind, ist abh\u00e4ngig von unserem Geh\u00f6r. Das lateinische Wort \u201epersonare\u201c bedeutet: das Durchklingende. Bei den meisten Aktivit\u00e4ten verursachen wir T\u00f6ne, keine Bilder. Wir erzeugen Klang, nicht Licht. Etwa 50 Tage nach der Befruchtung beginnt das Embryo zu h\u00f6ren. Wir nehmen allenthalben Stimmen, Kl\u00e4nge und Ger\u00e4usche wahr. Im Mutterleib wird bereits unsere Sympathie daf\u00fcr entwickelt, was wir kennen und positiv bewerten. Unser Widerstand entwickelt sich schon dann gegen unangenehme Kl\u00e4nge und Ger\u00e4usche.<\/p>\n<p>Rudolf Steiner sieht es als Vorurteil an, wenn ein Mensch glaubt, Gedanken seien nur in den K\u00f6pfen der Menschen. Vielmehr sind die Gedanken die Kr\u00e4fte und Energien in den Dingen. Ein alter Grieche h\u00e4tte es so erkl\u00e4rt: Indem ich meinen geistigen Blick den Wesen zuwende, die nach den griechischen Mysterien f\u00fcr die Form zust\u00e4ndig sind, erfahre ich von deren Gedanken, die befruchtend in den Ereignissen der Welt wirken. In der christlichen Terminologie w\u00e4ren diese Wesen auf den Hierarchiestufen der Engel die Exusiai, den formgebenden Kr\u00e4ften im kosmischen Plan zu verorten. Aufgrund der Durchl\u00e4ssigkeit der Hierarchiestufen ist mittlerweile auch die darunter liegende Stufe der Engel, die Archai (die Urbeginne) in der Lage die Formgebung zu gestalten. Farbgebung und Klangfarben n\u00e4hern sich an. So ist es vielen Menschen, besonders Musikern gegeben, T\u00f6ne farblich wahrzunehmen. So entwickelte beispielsweise der russische Komponist Alexander Skrjabin&nbsp; Musikinstrumente, die neben den T\u00f6nen auch die dazugeh\u00f6rigen Farben erkennbar machen.<\/p>\n<p>Das Geheimnis der menschlichen Evolution wird entschleiert durch Erkenntnis, Religion und Kunst. An diesem Dreiklang der Wahrnehmungsm\u00f6glichkeiten wird erkennbar, auf welchen Gebieten der Mensch aktiv werden muss, um seine existenzielle Entfaltung zur vollen Auspr\u00e4gung zu entwickeln. Wer heute behauptet, er habe mit Religion nichts am Hut, muss dringend pr\u00fcfen, ob er sich nicht von einem wesentlichen Teil seiner potentiellen M\u00f6glichkeiten abschneidet. Um dem Ziel n\u00e4her zu kommen, die G\u00f6tter wiederzufinden, m\u00fcssten wir mit unseren Sinnesorganen das Geistige, das keimhaft in uns ist, zur Entwicklung bringen.<\/p>\n<p>Der W\u00fcstenmull kann nur h\u00f6ren. Er ist blind und hat doch im extremsten Umfeld Anteil an der Weltseele. Er ist nicht abgeschnitten vom Wort des Anfangs.<\/p>\n<p><strong>Natur und Geh\u00f6r sind nicht kompatibel. Der Mensch ist nicht kompatibel.<\/strong><\/p>\n<p>Bereits 20 Jahre alt ist das Werk von Sofia Gubaidulina *) 1931 mit dem hoffnungsvollen Titel \u201eDas Licht des Endes\u201c. Musikalisch wird das Dilemma offensichtlich: Die Naturt\u00f6ne des Horns und die temperierte Stimmung des Streicherapparates sind nicht zu harmonisieren. Die Naturton-H\u00f6rner reiben sich unaufh\u00f6rlich mit der Orchesterstimmung. Der Konflikt ist jedoch nicht nur eine Frage der Instrumente, sondern der Mensch und die Natur scheinen nicht zusammen zu passen. Der Mensch nutzt die Natur, beutet sie aus, nimmt st\u00e4ndig mehr, als diese zu geben in der Lage ist. Der weltweite Ressourcenverbrauch ist dramatisch ins Ungleichgewicht geraten. Hinzu kommt, dass der Mensch die Natur als Lebensgrundlage nicht respektiert. Er verpestet die Umwelt, die Ozeane, die Atemluft, als g\u00e4be es kein Morgen. Wer hat eigentlich die \u00d6ltanks und die ungeb\u00e4ndigte Kloake nach dem Starkregen in Rheinland-Pfalz und NRW aus dem Niederrhein gefischt, bevor der gesamte menschliche Abfall die Nordsee weiter verseucht? Gibt es ein Licht des Endes? Natur und Mensch reiben sich. K\u00f6nnen wir das noch lange aushalten? Was ist mit den Reibungsenergien? Sind sie positiv zu nutzen? Gubaidulinas Musik l\u00e4sst Hoffnung wahrnehmen, trotz Reibung und Unvers\u00f6hnlichkeit.<\/p>\n<p>Licht ist ein eigent\u00fcmliches Medium. Es ist zu f\u00fchlen. Es ist zu sehen. Auch schon wahrnehmbar in v\u00f6lliger Dunkelheit \u2013 die Morgenr\u00f6te. Oder es ist der Widerhall des Urschreis des Sch\u00f6pfungsaugenblicks, das kosmische Hintergrundrauschen. Der Kabbalist, Shim`on Lavi, beschreibt es so: \u201eMit dem Erscheinen des Lichts dehnte sich das Universum aus. Mit der Verh\u00fcllung des Lichts werden alle Dinge, die existieren, in ihrer Vielfalt erschaffen. Das ist das Geheimnis des Sch\u00f6pfungsaktes.\u201c Vermurkst der Mensch den Prozess, weil er nicht mehr h\u00f6ren, nicht mehr richtig wahrnehmen kann? Er ist nicht mehr im Einklang; er ist nicht mehr kompatibel.<\/p>\n<p>(<a href=\"https:\/\/www.logon.media\/de\/klang-eine-verkoerperung-geistiger-erkenntnis-teil-2\">wird fortgesetzt in Teil 2<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":56220,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-92667","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/92667","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/56220"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92667"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92667"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=92667"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=92667"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}