{"id":92654,"date":"2022-04-09T06:19:04","date_gmt":"2022-04-09T06:19:04","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/sein-oder-nicht-sein\/"},"modified":"2022-04-09T06:19:04","modified_gmt":"2022-04-09T06:19:04","slug":"sein-oder-nicht-sein","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/sein-oder-nicht-sein\/","title":{"rendered":"Sein oder nicht sein"},"content":{"rendered":"<p>Wir alle haben die Freiheit, zu sein oder nicht zu sein. Das bedeutet, dass wir die M\u00f6glichkeit, das innere Potenzial haben, im Einklang mit den Gesetzen des Universums zu leben oder nicht. Mit Universum meine ich nicht nur die materielle Welt, wie wir sie kennen, sondern die Gesamtheit der sichtbaren und unsichtbaren Welten, die in allen ihren Aspekten miteinander verwoben sind.<\/p>\n<p>Wir besitzen dieses gro\u00dfartige innere Potenzial, aber wie sieht es in unserem t\u00e4glichen Leben aus? Hinterl\u00e4sst das Wort Freiheit nicht einen bitteren Nachgeschmack in unserem Mund, wenn wir unsere t\u00e4gliche Praxis betrachten? Sind wir nicht zu modernen Sklaven eines Wirtschaftssystems geworden, das die Natur und so viele Menschen ausbeutet, vielleicht auch uns selbst?<\/p>\n<p>Als ich vor einigen Jahren den Film <em>Crazy Heart<\/em> sah, fiel mir der Text eines Liedes auf, das von der Hauptfigur &#8222;Bad Blake&#8220;, einem vom&nbsp; Leben gezeichneten Country-S\u00e4nger, gesungen wurde.<fn>] https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=RX4-U2r4lS0<\/fn> Hier ist ein Teil des Textes:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Ich ging dorthin, wo ich nicht hingehen sollte,<\/p>\n<p>sah, wen ich nicht sehen sollte,<\/p>\n<p>tat, was ich nicht tun sollte,<\/p>\n<p>war, wer ich nicht sein sollte.<\/p>\n<p>Es ist lustig, dass Herunterfallen sich wie Fliegen anf\u00fchlt,<\/p>\n<p>jedenfalls f\u00fcr eine kleine Weile.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Darin steckt Lebenserfahrung, Weisheit. Besonders in dem Satz \u201eEs ist lustig, dass Herunterfallen sich wie Fliegen anf\u00fchlt, jedenfalls f\u00fcr eine kleine Weile\u201c. Wir denken, dass wir unseren Zielen, unseren W\u00fcnschen, unserem selbst erfundenen Sinn des Lebens entgegenfliegen. Was wir nicht bedenken, ist, dass sich Fallen wie Fliegen anf\u00fchlt. Und dann kommt, voll schwarzen Humors, aber mit n\u00fcchternem Realit\u00e4tssinn, das \u201ef\u00fcr eine kleine Weile&#8220;. Denn wir schlagen auf dem Boden auf. Die Realit\u00e4t zerschmettert unsere Tr\u00e4ume, bricht uns die Fl\u00fcgel.<\/p>\n<p>Kann ich jemanden daf\u00fcr verantwortlich machen? Ja, mich selbst. Ich ging dorthin, wo ich nicht hingehen sollte, sah, wen ich nicht sehen sollte, tat, was ich nicht tun sollte und war, wer ich nicht sein sollte.<\/p>\n<p>Die Frage ist nun: Wohin sollte ich gehen und wer sollte ich sein?<\/p>\n<p>Muss ich an einen bestimmten Ort gehen, um frei zu sein? Die Antwort lautet: ja und nein. Muss ich meinen Koffer packen und nach Tibet reisen? Nein, denn wir nehmen uns immer selbst mit; wir sind unsere eigenen Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter.<\/p>\n<p>Ja, ich muss an einen bestimmten Ort gehen. Dazu muss ich zun\u00e4chst erkennen, dass Freiheit nicht die Befreiung meines Selbst bedeutet, sondern die Befreiung von meinem Selbst oder Ich. Ich kann mich dem umfassenden Bewusstsein \u00f6ffnen, das in mir angelegt ist. Dort, wo sich meine Wesenheit in den \u201eWassern des Lebens\u201c mitbewegt.<\/p>\n<p>Wo sind diese Wasser der Freiheit? Jesus, der Christus, sagte \u00fcber sich selbst, dass er keinen Platz habe, wo er sein Haupt hinlegen k\u00f6nne.<fn>Matth. 8,20<\/fn>&nbsp; Seine Realit\u00e4t, die Schwingungsebene seines Bewusstseins, lag weit \u00fcber den irdischen Bedingungen. Sein energetisches, sein seelisches Feld befand sich nicht in \u00dcbereinstimmung mit den irdischen dualistischen Lebensumst\u00e4nden. Deshalb sprach er die Worte: \u201eMein Reich ist nicht von dieser Welt.&#8220;&nbsp;<fn>Joh. 18, 36<\/fn> Die Dinge in seiner h\u00f6heren Wirklichkeit, die vom Gesetz der universellen Liebe beherrscht wird, sind anders: Dort konnte er sein Haupt niederlegen. Und er lud uns ein, ihm nachzufolgen in seine h\u00f6here Wirklichkeit. Seine Mission war es, uns den Weg vorzuleben, wie wir den wahren Menschen aus seiner Gefangenschaft in uns befreien k\u00f6nnen, wie wir die Geist-Seele aus der Versklavung befreien, erwecken k\u00f6nnen. In diesem Sinne lautet die Antwort auf die Frage \u201eSoll ich irgendwo hingehen, um frei zu sein?&#8220;: \u201eJa!\u201c<\/p>\n<p>Wenn wir des Elends und des Leidens, der Grausamkeiten und der Kriege \u00fcberdr\u00fcssig sind, wenn wir unserer selbst in unserem aktuellen Bewusstseinszustand \u00fcberdr\u00fcssig sind, k\u00f6nnen wir dann irgendwo hingehen, um in Freiheit und Harmonie zu leben? Denken wir an die Worte: \u201eIch war, wer ich nicht sein sollte.\u201c Aber wer bin ich und wer sollte ich sein?<\/p>\n<p>Das ist keine einfache Frage. Wir sind ein komplexes System. Wir bestehen aus einem sterblichen und einem unsterblichen Teil. Der sterbliche Teil ist unsere Pers\u00f6nlichkeit, den unsterblichen Teil nennen wir Mikrokosmos oder Monade. Wenn wir uns auf den sterblichen Teil konzentrieren, dann sehen wir, dass auch er eine komplexe Zusammensetzung ist, bestehend aus dem grobstofflichen K\u00f6rper und unterschiedlichen feinstofflichen K\u00f6rpern. In ihnen bildet sich unser Ich-Bewusstsein oder Ego.<\/p>\n<p>Wenn wir unsere Pers\u00f6nlichkeit mit einem Auto vergleichen, dann ist das Ich der Fahrer. Im Allgemeinen sind wir uns nicht bewusst, dass unser Ich kein einheitliches Operationszentrum ist, sondern aus drei separaten und nicht immer harmonisch interagierenden Zentren besteht. Jan van Rijckenborgh beschreibt in seinem Buch <em>Der kommende neue Mensch<\/em> diese Situation (in den Kapiteln <em>Die Natur der menschlichen Gefangenschaft<\/em> und <em>Es gibt keine Br\u00fccke zwischen dem nat\u00fcrlichen und dem geistigen Menschen<\/em>).<\/p>\n<p>Wir haben ein Bewusstseinszentrum in unserem Kopf, das mit unseren mentalen F\u00e4higkeiten verbunden ist. Das zweite Bewusstseinszentrum finden wir in unserem Herzen; es ist mit unseren Gef\u00fchlen und Emotionen verbunden. Das dritte Bewusstseinszentrum befindet sich in unserem Becken. Es ist der beherrschende Kern unseres Ich-Bewusstseins und steht in Verbindung mit unseren Instinkten und Trieben. In diesem \u201edritten Ich\u201c dreht sich alles um das \u00dcberleben und die Befriedigung unserer W\u00fcnsche. Jeder Mensch ist mit einem solchen dreifachen Ego ausgestattet, und das bringt uns in eine schwierige Lage. Manchmal ist es so, als ob drei Fahrer im Auto sitzen w\u00fcrden. Wenn der Kopf nach rechts abbiegen will, mischt sich das Herz ein und will das Lenkrad nach links drehen. Und um das Chaos komplett zu machen, meldet sich das dritte Ich und legt den R\u00fcckw\u00e4rtsgang ein. Wohin fahren wir, wohin geht unser Leben?<\/p>\n<p>Die Menschheit hat versucht, dieses Problem mit Hilfe von Erziehung und Kultur zu l\u00f6sen. Aber die Schwierigkeit ist: Nur die Iche in Kopf und Herz k\u00f6nnen erzogen und kultiviert werden. Das dritte Ich bleibt immer \u201eder Selbsterhalter&#8220;, das Tier in uns, das sein \u00dcberleben im Sinne hat. F\u00fcr kultivierte Menschen, die nach hohen Idealen leben und nach dem Guten streben, ist dieses dritte Ich eine Quelle des Leids und der Entt\u00e4uschung. Man w\u00fcrde am liebsten die Augen davor verschlie\u00dfen, seine Existenz leugnen und uns hinter der erworbenen Kultur verstecken. Aber das ist keine L\u00f6sung. Die blutgetr\u00e4nkte Geschichte der Menschheit beweist es. Um zu einer objektiven Einsch\u00e4tzung unserer selbst zu kommen, um zu wirklicher Selbsterkenntnis zu gelangen, m\u00fcssen wir auch diesen Teil von uns selbst akzeptieren.<\/p>\n<p>Ein solches unberechenbares Wesen kann niemals \u201edie Freiheit\u201c erreichen. Es w\u00e4re einfach zu gef\u00e4hrlich f\u00fcr die gesamte Sch\u00f6pfung. Freiheit kann nur demjenigen gew\u00e4hrt werden, der verantwortungsvoll mit ihr umgehen kann. Egal, wie viele B\u00fccher \u201eder Fuchs\u201c gelesen hat, wenn er \u201ein einen H\u00fchnerstall\u201c gelangt, ist das Ergebnis sicher. Ist dann alles Streben der Menschheit umsonst? Werden unsere H\u00e4nde immer mit dem Blut anderer befleckt sein? Nein, es gibt eine L\u00f6sung. Es gibt einen Weg zur Freiheit, einen Weg der Befreiung.<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeit dazu finden wir nicht in unserem verg\u00e4nglichen Teil, in unserer Pers\u00f6nlichkeit, sondern in unserem unsterblichen Teil, in unserem Mikrokosmos, unserer Monade. In der Beziehung, die wir zu ihr begr\u00fcnden k\u00f6nnen, befindet sich die T\u00fcr zur Freiheit. Wenn wir diese T\u00fcr \u00f6ffnen, er\u00f6ffnen wir die M\u00f6glichkeit einer totalen Transformation unseres Bewusstseins. Das Problem ist, dass wir uns des unsterblichen Teils derzeit nicht bewusst sind. Unser Bewusstsein geh\u00f6rt dem verg\u00e4nglichen Teil an. Daher bauen wir in der Regel, wenn wir in uns Freiheit begr\u00fcnden wollen, auf der falschen Grundlage, auf dem falschen \u201eEckstein&#8220;. Wir bauen auf dem dreifachen Ich-Bewusstsein; es ist der &#8222;b\u00f6se Blake&#8220;, der in uns allen lebt.<\/p>\n<p>In der Bibel gibt es einen Satz, formuliert in mystischer Sprache:<\/p>\n<p>\u201eSiehe, ich lege in Zion einen Stein, einen auserw\u00e4hlten und kostbaren Eckstein, und wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.&#8220; <fn>1. Petrusbrief 2, 6<\/fn><\/p>\n<p>Vielleicht ist er nicht leicht zu verstehen, aber er deutet auf eine innere Realit\u00e4t hin: Es gibt einen geistigen Eckstein; er ist das Zentrum, das \u201eHerz\u201c des Mikrokosmos, das Herz unseres unsterblichen Teils. Wenn wir damit beginnen, auf diesem Stein zu bauen, arbeiten wir an dem heiligen menschlichen Tempel, sodass der Geist in ihm wohnen kann. Dann sind wir wirkliche Menschen geworden, sind wir ganz geworden. Das Naturhafte beginnt auf diesem Weg, sich dem geistigen Menschen unterzuordnen, in allen seinen Bewusstseinsbrennpunkten. Das gesamte Wesen verwandelt sich, wird, wie es hei\u00dft, erneut geboren. Dann erleben wir, in einem ganz neuen Bewusstsein, was Freiheit ist.<\/p>\n<p>Der geistige Eckstein, das Zentrum des Mikrokosmos, ist ein Schatz, in dem das Bild des wahren Menschen als heiliges Erbe aufbewahrt ist. Es ist dieses Bild, von dem man sagen kann, dass \u201eGott den Menschen nach seinem Bilde schuf&#8220;.<fn>1. Mose 1, 27<\/fn> Wenn wir diesen verlorenen Schatz in uns selbst entdecken, dann tun wir das, was wir tun sollten. Wenn dieses Bild seine Kraft erlangt und lebendig wird, wenn es beseelt wird, dann sehen wir, wen wir sehen sollten: unser eigenes wahres Selbst.<\/p>\n<p>Dann k\u00f6nnen wir mit Freude sagen: \u201eIch bin dorthin gegangen, wohin ich gehen sollte, und jetzt bin ich der, der ich sein sollte!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":917,"featured_media":56150,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-92654","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/92654","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/917"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/56150"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92654"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92654"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=92654"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=92654"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}