{"id":92552,"date":"2022-02-03T17:01:43","date_gmt":"2022-02-03T17:01:43","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/aufgerichtet-und-stromend-wie-ein-baum-wahrnehmendes-sein-zwischen-oben-und-unten-innen-und-ausen-teil-1\/"},"modified":"2022-02-03T17:01:43","modified_gmt":"2022-02-03T17:01:43","slug":"aufgerichtet-und-stromend-wie-ein-baum-wahrnehmendes-sein-zwischen-oben-und-unten-innen-und-ausen-teil-1","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/aufgerichtet-und-stromend-wie-ein-baum-wahrnehmendes-sein-zwischen-oben-und-unten-innen-und-ausen-teil-1\/","title":{"rendered":"Aufgerichtet und str\u00f6mend wie ein Baum. Wahrnehmendes Sein zwischen oben und unten, innen und au\u00dfen \u2013 Teil 1"},"content":{"rendered":"<p><iframe allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\" height=\"232\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/5YeQ7gCAOIcWSYQybZCerw?utm_source=generator\" style=\"border-radius:12px\" width=\"100%\"><\/iframe><\/p>\n<p><em>Die Weisheit ist ein Baum des Lebens \u2026&nbsp; <\/em>(Spr\u00fcche Salomos 3, 18)<\/p>\n<p>Wenn wir vor einem uralten Baum stehen, erweckt das Gef\u00fchle von Ehrfurcht und Geborgenheit in uns. Der Baum zeigt uns etwas von seiner Sch\u00f6nheit, Stille und Heiligkeit. Er spiegelt uns die Gr\u00f6\u00dfe unseres innersten Wesens.<\/p>\n<p>Baum und Mensch sind quasi Geschwister. In seinem Aufgerichtet-Sein zwischen Himmel und Erde ist der Baum ein Spiegel des Menschen, ein Spiegel des Menschen, der wir werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen wahrnehmen, wie sich B\u00e4ume uns gegen\u00fcber als \u201eBr\u00fcder oder Schwestern\u201c verhalten. Wenn wir uns tief auf das Wesen der B\u00e4ume einlassen, k\u00f6nnen wir Signaturen erkennen und Weisheiten empfangen \u00fcber Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten des Lebens und die Dynamik des Bewusstwerdens zwischen Himmel und Erde.<\/p>\n<p><strong>Aufrecht zwischen Himmel und Erde<\/strong><\/p>\n<p>Das aufrechte Stehen, der aufrechte Gang war ein enormer Evolutionsschritt. Von Millionen von Arten haben es allein der Mensch und seine unmittelbaren Vorl\u00e4ufer geschafft, sich aufrecht zu bewegen. Als Baby m\u00fcssen wir diesen Entwicklungsschritt noch einmal nachvollziehen, beginnen wir als Vierf\u00fc\u00dfler und lernen dann allm\u00e4hlich, uns aufzurichten. Im Pflanzenreich stehen nur die B\u00e4ume (neben ihren \u201eVorl\u00e4ufern\u201c, den Gr\u00e4sern und Halmen) so aufrecht wie Menschen, sie ragen f\u00f6rmlich heraus aus der Pflanzenvegetation.&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eDer Baum ist der Mensch unter den Pflanzen\u201c<\/em>, so dr\u00fcckte es der Klangforscher und Musiker Joachim-Ernst Berendt aus.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\" title=\"\">[1]<\/a>&nbsp;<\/p>\n<p>Zwischen Himmel und Erde spannt sich ein Weg, eine \u201eStra\u00dfe\u201c. Ein Energiestrom l\u00e4uft aufw\u00e4rts und abw\u00e4rts. Die Baumwurzeln bringen Nahrung und Kraft auf die Reise nach oben, die Bl\u00e4tter nehmen durch das Blattgr\u00fcn Kohlendioxid und Sonnenenergie aus der Luft auf, stellen in der Photosynthese daraus Wasser und Zucker (Glucose) her und schicken einen z\u00e4hfl\u00fcssigen Traubenzuckersaft zu den Wurzeln hinab. Nach oben wiederum l\u00e4uft der Sauerstoff, der \u00fcber die Bl\u00e4tter freigesetzt wird.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\" title=\"\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Auch im Menschen existiert eine energetische \u201eStra\u00dfe\u201c links und rechts der Wirbels\u00e4ule durch zwei Nervenstr\u00e4nge, welche einen sch\u00f6pferisch-offenbarenden, sich immer erneuernden Energiefluss zustande bringen und um uns herum ein hoch schwingendes Energie- und Bewusstseinsfeld entstehen lassen k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\" title=\"\">[3]<\/a><\/p>\n<p><strong>Yggdrasil \u2013 der Weltenbaum<\/strong><\/p>\n<p>In der germanischen Mythologie wird uns von Yggdrasil, der Weltenesche berichtet. Der Weltenbaum steht im Zentrum der Welt und verbindet als Weltachse die drei Ebenen Himmel, Mittelwelt und Unterwelt. Auch durch uns als Menschen geht eine solche Weltachse. Wir sind Verbindungsglied zwischen Himmel und Erde. Geistig gesehen werden wir durchstr\u00f6mt von einem sich st\u00e4ndig erneuernden Energiefluss zwischen den Polen des Erdlogos (des g\u00f6ttlichen Erdkerns) und des Sonnenlogos.<\/p>\n<p>Yggdrasil, die Weltenesche, ist ein Bild f\u00fcr die Sch\u00f6pfung als Gesamtheit. Sie ist auch Sinnbild des Lebens an sich: f\u00fcr das Vergehen und Werden und das sich fortw\u00e4hrende Erneuern. Die Tiere am Baum nehmen von seiner Lebenskraft, die drei Nornen (Schicksalsfrauen) besprengen ihn mit dem heiligen Wasser des Urdbrunnens und schenken ihm immer neue Kraft. Yggdrasil ist immergr\u00fcn, weil sich ihr Leben fortw\u00e4hrend auf geheimnisvolle Weise neu gebiert. So ist die Weltenesche ein Symbol der Unsterblichkeit.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns Menschen ist sie ein Spiegel. Wir sind dazu aufgerufen, in einem Transformationsprozess zum \u201ekosmischen Menschen\u201c zu werden, welcher ein Bewusstsein entwickelt, das \u00fcber das Raum-Zeitliche hinausreicht. Die Mythe von Yggdrasil gibt uns Hinweise darauf, auf welche Weise das geschehen kann:<\/p>\n<p>Odin h\u00e4ngt sich an diesem Weltenbaum auf; f\u00fcr insgesamt neun Tage und N\u00e4chte befestigt er sich mit Seilen und seiner Lanze an ihm, gibt sich ihm gefangen. Odin opfert sich selbst, und er macht dies, weil er ahnt, dass er auf diese Weise das geheime Wissen der Weltenesche empfangen wird, das in den Wurzeln liegt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Odin ist die Weltenesche ein <em>Opferbaum<\/em> und gleichzeitig ein <em>Erkenntnisbaum<\/em>. Neun Tage und N\u00e4chte lang h\u00e4ngt er ohne Essen und Trinken kopf\u00fcber am Opferbaum, verwundet durch seinen eigenen Speer. Nach dieser Zeit f\u00e4llt er herab zu den Wurzeln des Baumes \u2013 und erlangt dort die geheime Weisheit. In der germanischen Mythologie ist die Neun eine bedeutsame Zahl, sie steht f\u00fcr die neun Ebenen der Existenz, die neun Dimensionen des Bewusstseins.<\/p>\n<p>Welche Bedeutung haben die Wurzeln? In der Yggdrasil-Mythe wohnen am Grunde des Baumes die drei Schicksalsfrauen <em>Urd<\/em> (Schicksal), <em>Verdandi<\/em> (das Werdende) und <em>Skuld<\/em> (das, was sein soll). Diese Dreiheit des Weiblichen beh\u00e4lt das Geheimnis des Lebens f\u00fcr sich und gibt es nur an denjenigen weiter, der sich durch sein v\u00f6lliges Selbstopfer als geeignet und standhaft erwiesen hat.<\/p>\n<p>Was hat diese alte germanische Baum-Mythe mit unserem Leben zu tun?<\/p>\n<p><strong>Verletzung und Bewusstsein<\/strong><\/p>\n<p>An jedem Baum gibt es eine verletzliche Stelle. Man wei\u00df heute, dass die flie\u00dfende, wasserleitende Schicht nicht zerst\u00f6rt werden darf, sonst stirbt der Baum. Sein Energiefluss w\u00fcrde unterbrochen. In \u00e4hnlicher Weise ist es auch f\u00fcr uns Menschen von essentieller Bedeutung, den inneren Energiefluss in st\u00e4ndigem Str\u00f6men zu halten, ihn von Verletzungen, Blockaden, falschen Glaubenss\u00e4tzen zu befreien.<\/p>\n<p><em>\u201eJedes Mal, wenn es dir schlecht geht, frage dich ehrlich, ob du nicht versucht bist, au\u00dfen herum, oben dr\u00fcber, neben dran vorbei zu schleichen \u2013 anstatt <strong>zugrunde zu gehen<\/strong>. Jede Feigheit, die das tut, straft uns, indem das Leben t\u00e4glich unertr\u00e4glicher und schwerer wird. <strong>Zugrunde gehen<\/strong><\/em> <em>aber hei\u00dft nicht: vernichtet werden, zerbrechen, untergehen, sondern <strong>untertauchen<\/strong>. Du sollst im Leben <strong>bis auf den Grund gehen<\/strong> und siehst dann, wie das Leben auf einmal so einfach ist.\u201c <a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\" title=\"\"><strong>[4]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>Auf wunderbare Weise zeigt uns der Baum den Spannungsbogen zwischen dem Atmen im Licht und dem Gegr\u00fcndetsein in der Erde. Seine Hauptnahrung kommt von oben, aus dem Licht. Das Sonnenlicht wird verwandelt und bis tief in die Erde geleitet. Wir Menschen stehen ebenfalls in einem st\u00e4ndigen Wechselspiel zwischen geistiger Lichtatmung\/Lichterfahrung und dem Hinabsteigen in die Tiefen des Unterbewusstseins (des \u201eWurzelwerks\u201c).<\/p>\n<p>Beide Pole haben etwas gemeinsam: Wir k\u00f6nnen weder \u201eoben\u201c noch \u201eunten\u201c mit dem Willen eindringen und eingreifen.&nbsp;<\/p>\n<p>Das Licht wird uns \u201eoben\u201c als Geschenk dargereicht, wir k\u00f6nnen uns nur daf\u00fcr \u00f6ffnen. Jede Anstrengung, jedes absichtsvolle Tun w\u00fcrde diesen Lichtstrom behindern. In \u00e4hnlicher Weise verh\u00e4lt es sich auch am anderen Pol. Aus dem Unterbewusstsein steigen Bilder, alte Wunden und Verletzungen hervor. Hier befindet sich der Gesamtvorrat aller Bewusstseinsschichten aus fr\u00fcheren Inkarnationen, alle alten Verletzungen, von der \u201eUrwunde\u201c bis hin zu den konkret erfahrenen individuellen Wunden und Verkrustungen. Diese Verkrustungen und Wunden m\u00f6chten aufgel\u00f6st, erl\u00f6st, <em>wahr<\/em>-genommen (!) werden.<\/p>\n<p>Aber das kann nicht willentlich-strategisch geschehen. Wollten wir einen \u201ePlan\u201c zur Aufl\u00f6sung dieser Verletzungen \u2013 darunter der kollektiven und der individuellen Ur-Wunde \u2013 schmieden, w\u00fcrden wir uns heillos verirren. Wir w\u00fcrden v\u00f6llig \u00fcberw\u00e4ltigt werden von einem vielfachen Schmerz, den wir nicht ertragen, nicht verarbeiten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Daher ist es notwendig, dass wir in einem \u201eSterbeprozess\u201c \u2013 wie Odin \u2013 das <em>Eigene<\/em>, unseren Eigenwillen opfern. \u201eBlut\u201c und \u201eWasser\u201c m\u00fcssen aus der Urwunde tropfen als Zeichen der inneren Reinigung.<\/p>\n<p>(<a href=\"https:\/\/www.logon.media\/de\/aufgerichtet-und-stroemend-wie-ein-baum-wahrnehmendes-sein-zwischen-oben-und-unten-innen-und-0\">wird fortgesetzt in Teil 2<\/a>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\" title=\"\">[1]<\/a>&nbsp; Joachim-Ernst Berendt, <em>Es gibt keinen Weg. Nur Gehen<\/em>, Frankfurt\/M. 1999<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\" title=\"\">[2]<\/a>&nbsp; Rainer Kiedrowski, <em>B\u00e4ume dieser Welt<\/em>, Augsburg 2000<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\" title=\"\">[3]<\/a>&nbsp; Jan van Rijckenborgh, <em>Der kommende neue Mensch,<\/em> 5. Auflage, Haarlem 2006<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\" title=\"\">[4]<\/a>&nbsp; Wilhelm Engelhardt (Lehrer und Kantor, 1857-1935), <em>Aphorismensammlung<\/em>, https:\/\/www.aphorismen.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":55516,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-92552","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/92552","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/55516"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92552"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92552"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=92552"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=92552"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}