{"id":92542,"date":"2022-02-02T16:06:45","date_gmt":"2022-02-02T16:06:45","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/was-ist-licht-was-ist-sehen-teil-1\/"},"modified":"2022-02-02T16:06:45","modified_gmt":"2022-02-02T16:06:45","slug":"was-ist-licht-was-ist-sehen-teil-1","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/was-ist-licht-was-ist-sehen-teil-1\/","title":{"rendered":"Was ist Licht? Was ist Sehen? \u2013 Teil 1"},"content":{"rendered":"<p><iframe allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\" height=\"232\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/2qUj3lf4Nf9anFGmfUQi87?utm_source=generator\" style=\"border-radius:12px\" width=\"100%\"><\/iframe><\/p>\n<p>Licht und Sehen \u2013 wir gehen t\u00e4glich damit um, es ist f\u00fcr uns etwas Selbstverst\u00e4ndliches, Allt\u00e4gliches. Lohnt es sich \u00fcberhaupt, tiefer dar\u00fcber nachzudenken? Es ist eine Eigenart des Menschen, sein aktuelles Weltbild als richtig zu betrachten. Doch die Sichtweisen ver\u00e4ndern sich \u2013 auch die vom \u201eSehen\u201c.<\/p>\n<p>Vor einigen Jahrzehnten lernten wir noch in der Schule, dass das Auge ein Wahrnehmungsorgan ist, das genau wie eine Kamera funktioniert. Neuere Erkenntnisse zeigen jedoch, dass das Auge nicht nur passiv wirksam ist, sondern eine wesentliche, aktive Rolle beim Sehen spielt.<\/p>\n<p>In der Renaissance begann man, das Licht und das Sehen wissenschaftlich zu beschreiben. Leonardo da Vinci stellte im 15. Jh. die Hypothese auf, dass das Auge wie eine <em>Camera Obscura<\/em> funktionieren w\u00fcrde. In eine solche Kamera f\u00e4llt das Licht durch ein winziges, nur wenige mm gro\u00dfes Loch hinein und projiziert auf der R\u00fcckwand ein getreues Abbild der \u00e4u\u00dferen Dinge \u2013 wenn auch auf dem Kopf stehend.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich steht im menschlichen Auge das Abbild der \u00e4u\u00dferen Dinge auf der Netzhaut auf dem Kopf. Von dort aus verwandelt es sich in Bewusstseinsimpulse, und wir sehen ein Bild. Wie diese Verwandlung stattfindet, ist ein noch ungel\u00fcftetes Geheimnis.<\/p>\n<p><strong>Aussagen der Wissenschaft<\/strong><\/p>\n<p>Die Forschung hat sich in Spezialgebiete aufgeteilt von Physikern einerseits und Neurobiologen und Hirnforschern andererseits. Sie beschreiben den Vorgang des Sehens bis in kleinste Einzelheiten in exakten Formeln anatomisch, biochemisch und neuronal. Wir haben damit ein Puzzle vor uns mit tausenden von Einzelteilen, aber noch keine befriedigende Erkl\u00e4rung, was Licht und Sehen <em>wirklich sind.<\/em><\/p>\n<p>Hilft uns die Quantentheorie beim Verstehen von Licht und Sehen weiter? Mit ihr wurde eine neue Theorie des Lichtes entwickelt, bei der selbst gro\u00dfe Physiker wie Albert Einstein bekannt haben: \u201eF\u00fcnfzig Jahre intensiven Nachdenkens haben mich der Antwort auf die Frage: Was sind Lichtquanten? nicht n\u00e4hergebracht. Nat\u00fcrlich bildet sich heute jeder Wicht ein, er wisse die Antwort. Doch da t\u00e4uscht er sich.\u201c<\/p>\n<p>Die Quantentheorie hat auf der Grundlage von Experimenten unbestreitbar nachgewiesen, dass die mechanistische Sichtweise beim Verstehen des Lichtes nicht haltbar ist. Eines der entscheidenden Experimente \u2013 das sog. <em>Doppelspalt-Experiment<\/em> \u2013 sieht folgenderma\u00dfen aus:<\/p>\n<p>Licht wird durch ein Beugungsgitter geschickt, und es wird nachgewiesen, dass es in einer reinen Wellenform existiert. Dann wird das Experiment erweitert um ein zus\u00e4tzliches Beugungsgitter. Das Licht wird auch durch dieses Beugungsgitter gesandt und beobachtet. Und in diesem zweiten Experiment zeigt es sich pl\u00f6tzlich teilchenartig. Es hat die reine Wellenform verlassen und sich in eine Teilchenform verwandelt, sozusagen materialisiert, kristallisiert.<\/p>\n<p>Licht kann also beides sein, sowohl Welle als auch Teilchen. Die Problematik, das zu verstehen, dr\u00e4ngt zu einem Quantensprung im Erkennen. Bisher haben die Naturforscher die Ph\u00e4nomene gleichsam aus der Distanz und \u201eobjektiv\u201c beobachtet und beschrieben. Nach der Quantentheorie m\u00fcssen wir aber anerkennen, dass wir selber ein aktiver Teil des Beobachtungsprozesses sind und dass wir <em>in allem<\/em> als handelnde Subjekte beteiligt sind und daher das Ergebnis beeinflussen. Das Licht scheint eine Beziehung zum Beobachter aufzunehmen, so als h\u00e4tte es selbst eine Art Wahrnehmung und eine Art Bewusstsein.<\/p>\n<p>Die Quintessenz aus dem Versuch scheint zu sein: Wir beeinflussen mit unserem Bewusstseinszustand den Zustand des Lichtes. Aber ein \u201eIch&#8220; oder &#8222;Der Mensch&#8220; kommt bisher noch in keiner physikalischen Formel \u00fcber das Licht vor &#8230;<\/p>\n<p>Auch wenn die Quantentheorie die Frage, was denn Licht und Sehen im tiefsten Wesen sind, noch nicht befriedigend beantworten kann, ist doch ein neuer Aspekt hinzugekommen: Wenn es verschiedene Zust\u00e4nde des Lichtes gibt \u2013 also die Eigenschaft als Welle oder als Teilchen \u2013, k\u00f6nnte man diese dann vielleicht als verschiedene Entwicklungszust\u00e4nde ansehen? K\u00f6nnte man sagen, das Licht l\u00e4sst sich sozusagen zum Bewusstseinszustand des Menschen herab, indem es sich aus der reinen, unstofflichen Schwingung in den mehr stofflichen Zustand als Teilchen begibt?<\/p>\n<p><strong>Die Schau Platons<\/strong><\/p>\n<p>Gehen wir einmal in die Vergangenheit zur\u00fcck zu der Schau, die Platon (427-348\/47 v.Chr.) hatte. Er erl\u00e4utert in seiner Schrift <em>Timaios<\/em>:<sup>[1]<\/sup><\/p>\n<p>Das Seelenfeuer im Menschen erzeugt ein mildes Licht, das von den Augen ausgeht. Dieses innere Licht ist dem Sonnenlicht \u00e4hnlich und vermischt sich mit ihm. Durch die Vermischung aus innerem und \u00e4u\u00dferem Licht bildet sich ein gemeinsamer homogener \u201eLichtk\u00f6rper\u201c. Dieser Lichtk\u00f6rper stellt eine Verbindung her zwischen den Objekten der Welt und der Seele. Er bildet gleichsam eine Br\u00fccke, \u00fcber die die unmerklichen Bewegungen der \u00e4u\u00dferen Objekte ins Auge gelangen und die Empfindungen des Sehens erzeugen.<\/p>\n<p>Nach Platon besitzt das Sehen also f\u00fcnf Aspekte:<\/p>\n<p>Erstens gibt es eine Ausstrahlung der menschlichen Seele, die durch die Augen strahlt.<\/p>\n<p>Zweitens ist dieses Seelenlicht zwar schw\u00e4cher, aber vom Wesen her dem Sonnenlicht \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Drittens bildet sich aus dem Seelenlicht und dem Sonnenlicht ein neuer, einzigartiger Lichtk\u00f6rper.<\/p>\n<p>Viertens stellt dieser Lichtk\u00f6rper eine Verbindung zwischen den Objekten der Welt und der Seele her<\/p>\n<p>und wird f\u00fcnftens zu einer Br\u00fccke, \u00fcber die die atomare Grundschwingung der \u00e4u\u00dferen Objekte ins Auge gelangt.<\/p>\n<p>Die Verbindung zwischen dem betrachtenden Auge und dem betrachteten Objekt nennt Platon den Lichtk\u00f6rper. In ihm vereinen sich Subjekt und Objekt beim Sehprozess, flie\u00dfen die von ihnen ausgehenden Kr\u00e4fte ineinander.<\/p>\n<p>Wenn zwei Menschen im Gespr\u00e4ch einander gegen\u00fcbersitzen und sich anschauen, bilden sie, so kann man sagen, ein \u201eLichtfeld\u201c, in dem ihre Schwingungen ineinander flie\u00dfen. In dem erzeugten gemeinsamen \u201eK\u00f6rper\u201c wirkt das Licht nicht nur zwischen den beiden, sondern es wird zu einem schwingenden Netz, dessen Vibrationen sich nach allen Seiten kugelf\u00f6rmig bis ins Grenzenlose ausbreiten.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen also Licht verstehen als etwas, das alles andere beleuchtet und alles miteinander verbindet. Es kann unserem Bewusstsein die T\u00fcr zur Einheit \u00f6ffnen. Ohne Licht k\u00f6nnen wir nichts wahrnehmen. Das Licht ist es \u2013 so k\u00f6nnen wir vermuten \u2013, das in uns die Sehnsucht nach Einheit hervorruft.<\/p>\n<p>Mikhail Naimy schreibt in seinem Werk <em>Das Buch Mirdad<\/em> <sup>[2]<\/sup>:<\/p>\n<p>\u201eAuch ist das Licht in euren Augen nicht allein das eurige. Es ist das Licht aller, die die Sonne mit euch teilen. Was k\u00f6nnte euer Auge von mir sehen, w\u00e4re in mir kein Licht? Es ist <em>mein<\/em> Licht, das mich in eurem Auge sieht. Es ist <em>euer<\/em> Licht, das euch in <em>meinem<\/em> Auge sieht.\u201c<\/p>\n<p>(<a href=\"https:\/\/www.logon.media\/de\/was-ist-licht-was-ist-sehen-teil-2\">wird fortgesetzt in Teil 2<\/a>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>[1]&nbsp; hier dargestellt nach Arthur Zajonc, <em>Lichtf\u00e4nger \u2013 die gemeinsame Geschichte von Licht und Bewusstsein, V<\/em>erlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2008.<\/p>\n<p>[2]&nbsp; Mikhail Naimy, <em>Das Buch Mirdad<\/em>, Rozekruis-Pers, Haarlem 1968, S. 59.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":55366,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110088],"tags_english_":[],"class_list":["post-92542","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-science-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/92542","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/55366"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92542"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92542"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=92542"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=92542"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}