{"id":92213,"date":"2021-11-06T04:43:58","date_gmt":"2021-11-06T04:43:58","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/die-hande-der-seele-teil-1\/"},"modified":"2021-11-06T04:43:58","modified_gmt":"2021-11-06T04:43:58","slug":"die-hande-der-seele-teil-1","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/die-hande-der-seele-teil-1\/","title":{"rendered":"Die H\u00e4nde der Seele \u2013 Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>In vielen Traditionen spricht man davon, dass der Seele \u201ezwei H\u00e4nde\u201c gegeben wurden: eine linke, die sich nach oben \u00f6ffnen kann, zum Geist hin und eine rechte, die, nach unten gewendet, die Erde segnet und ihr die Kraft und Macht der himmlischen Welten \u00fcbermittelt. Auf diese Weise gelangt der Glanz des Oberen nach unten. In dieser Funktion ist die Seele ein Spiegel, der das kosmische Gesetz der Gerechtigkeit und des Gleichgewichts, das Gesetz der <em>Maat,<\/em> in die materielle Welt hinein spiegelt.<\/p>\n<p>Bindeglied zwischen der geistigen Welt und der der Materie zu sein \u2013 das ist die Bestimmung der Seele. Doch wann erreicht sie diesen Zustand? Wann wird sie sich ihrer Bestimmung bewusst? Die Seelen der heutigen Menschen scheinen ganz \u00fcberwiegend aus \u00c4thern gewoben zu sein, die zur Welt der Natur geh\u00f6ren. In dieser Beschaffenheit sind sie nicht zubereitet, \u201eBraut des Geistes\u201c zu sein und Vermittler zwischen oben und unten.<\/p>\n<p><strong>Maat<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00e4gyptische G\u00f6ttin <em>Maat<\/em>, die man mit dem \u201eg\u00f6ttlichen Wort\u201c, dem Logos, dem \u201ePlan\u201c vergleichen kann, wurde oft als kniende Frau mit gefl\u00fcgelten H\u00e4nden abgebildet, von denen die eine in den Himmel und die andere auf die Erde zeigt. Die G\u00f6ttin tr\u00e4gt eine Strau\u00dfenfeder, die <em>Shut<\/em> genannt wurde, abgeleitet von <em>Shu <\/em>(= leuchender Raum oder: \u201eder aufsteigt\u201c), dem Namen des Gottes der Luft und des Himmels.<\/p>\n<p>Nach dem Tod eines Menschen wird sein Herz gewogen. Die G\u00f6ttin legt ihre Feder auf die eine Waagschale und das menschliche Herz auf die andere. Ist das Herz \u2013 nach Ansicht der \u00c4gypter der Sitz der Seele und des Bewusstseins \u2013 schwerer als die Feder (d. h. unrein), so wird der Mensch von <em>Ammut<\/em> verschlungen, einem Ungeheuer, das eine Kreuzung aus Nilpferd, Krokodil und L\u00f6we ist. Bleibt die Waage im Gleichgewicht, so bedeutet dies Reinheit und S\u00fcndenlosigkeit des Herzens. Dann kann sich die menschliche Seele mit <em>Osiris<\/em>, dem Geist, verbinden und f\u00fcr immer im Paradies leben. <em>Anubis<\/em> (der Gott der Unterwelt) und <em>Thoth,<\/em> der gro\u00dfe Lehrer der Menschheit, dessen griechischer Name <em>Hermes<\/em> ist, nehmen an dem Wiegevorgang teil.<\/p>\n<p>Die \u00e4gyptischen Mythen m\u00f6gen uns als M\u00e4rchen erscheinen, erdacht von ungebildeten Menschen, die die Geheimnisse des Lebens und des Todes erkl\u00e4ren wollten. Doch es handelt sich bei den bildhaften Beschreibungen um ein Mysterienwissen, das auch die Grundlage des inneren, mystischen Christentums darstellt: die menschliche Seele besitzt die M\u00f6glichkeit, sich zu verwandeln, sich mit dem Geist verbinden und Vermittler zwischen Himmel und Erde zu sein.<\/p>\n<p><strong>Leben nach dem Tod?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn das Herz eines Menschen nach dem Tod von dem Ungeheuer <em>Ammut<\/em> verschlungen wird \u2013 um in der Sprache des Mythos zu bleiben \u2013, bedeutet dies, dass sich das Bewusstsein und die feinstoffliche Pers\u00f6nlichkeitsstruktur nach dem Ablegen des stofflichen K\u00f6rpers allm\u00e4hlich aufl\u00f6sen. Sie bestehen \u2013 so die esoterischen \u00dcberlieferung \u2013 aus vier \u00c4thern. Drei davon haben einen Bezug zu den Elementen Wasser, Feuer und Erde. Sie flie\u00dfen zur\u00fcck in das \u00e4therische Feld der Natur. Im \u00e4gyptischen Mythos werden sie bildhaft dargestellt als Krokodil, L\u00f6we und Nilpferd. Das vierte Element in der \u00e4therischen Gestalt des Menschen entspricht der Luft. Sie ist Symbol f\u00fcr die Spiritualit\u00e4t des Herzens. Ist es von Leidenschaften und Begierden (Feuer), Emotionen (Wasser) und Gier sowie einer materialistischen Einstellung (Erde) erf\u00fcllt, so ist es schwer und geh\u00f6rt der physischen Welt an. Nur wenn es den leuchtenden Atem des <em>Shu<\/em> in sich tr\u00e4gt, ist das Herz nach Sicht der \u00c4gypter leicht wie eine Feder und w\u00fcrdig, sich mit <em>Osiris<\/em> zu verbinden.<\/p>\n<p>Die Strau\u00dfenfeder ist ein Symbol f\u00fcr das menschliche Bewusstsein. Der Strau\u00df, ein flugunf\u00e4higer Vogel, repr\u00e4sentiert die menschliche Seele, die zur Erde geh\u00f6rt. Aber er ist ein Vogel, er hat Federn \u2013 und sie sind ein Attribut der Luft. Hierin liegt ein Potenzial des Menschen. Die Seele kann sich durch neue Ausrichtung und durch Arbeit an sich selbst reinigen und veredeln. Dann entwickelt sie sich hin zu ihrer Bestimmung \u2013 und vermag sich in verwandelter Gestalt zum Geist zu erheben.<\/p>\n<p>Die Tiefe des \u00e4gyptischen Mythos ist zeitlos. Sie weist darauf hin, dass es unsere Bestimmung ist, in eine h\u00f6here Wirklichkeit zu gelangen. Vom Ungeheuer <em>Ammut<\/em> gefressen zu werden, erinnert an den biblischen Jona, der von einem Wal verschluckt wurde. Der menschliche Mikrokosmos unterliegt dem Zwang, immer wieder in der materiellen Welt zu inkarnieren, bis ein Mensch, Ausdruck seines Mikrokosmos, erwacht und sich nach der Welt des Geistes zu sehnen beginnt.<\/p>\n<p><strong>Der heutige Adam<\/strong><\/p>\n<p>Die Befreiung aus der anziehenden Kraft der Erde kann nicht durch die nat\u00fcrliche Evolution erreicht werden. Der Mensch wird nicht von selbst zum Ebenbild der <em>Maat<\/em>, zum Tr\u00e4ger des Wortes, des Sohnes Gottes, er wird nicht von selbst zum Christophoros. Auf der gegenw\u00e4rtigen Stufe seiner Entwicklung \u00e4hnelt er dem Adam aus dem Fresko von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle. Adams liegender K\u00f6rper geh\u00f6rt fast ganz zur Erde, und der Finger, den er Gott entgegenstreckt, ist weich, tr\u00e4ge und passiv. Die ganze Figur dr\u00fcckt Tr\u00e4gheit und Liebe zur Bequemlichkeit aus. Die horizontale Stellung zeigt die Anhaftung an die Materie und die Abneigung, sich mit h\u00f6heren Dingen zu befassen.<\/p>\n<p>In unserer heutigen Zeit erwachen mehr und mehr Menschen aus dem hypnotischen Zwang, sich ganz und gar mit den Angelegenheiten der physischen Welt besch\u00e4ftigen zu m\u00fcssen. Bildlich gesprochen beginnen sie, den Zeigefinger in die Richtung des Geistes auszustrecken. Noch \u201eliegen\u201c sie und geh\u00f6ren zur Erde. Viel h\u00e4ngt davon ab, dass sie die Wege der Befreiung kennenlernen und die gro\u00dfe Arbeit an sich selbst leisten. Wenn nicht, ist ihr Herz nach wie vor <em>Ammut <\/em>unterworfen und sie bleiben, dem Gesetz des Karma entsprechend, im Kreis der Inkarnationen gefangen.<\/p>\n<p><strong>Wie kann man sich befreien?<\/strong><\/p>\n<p>Eine erste Voraussetzung f\u00fcr die Befreiung ist, sich der Tatsache bewusst zu werden, dass man sich in einem Gef\u00e4ngnis befindet. Viele nennen es \u201edie Matrix\u201c. Es handelt sich nicht um eine \u201eg\u00f6ttliche Matrix&#8220;, sondern um ein seelisches Feld, das in den niedrigen Frequenzen von Angst, Trennung, Mangel an Licht (d.h. Wissen) und Mangel an Liebe schwingt. Diese Schwingungsbarriere gilt es zu \u00fcberwinden. T\u00e4glich empfangen wir Impulse, die unsere egozentrische Natur n\u00e4hren und eine duale Wahrnehmung der Realit\u00e4t hervorrufen wollen. Bedingungslose Liebe und ein angstfreies Leben geh\u00f6ren zwar zu unserem seelischen Potenzial, doch es erscheint als unm\u00f6glich, dieses zu verwirklichen.<\/p>\n<p>Doch dann gibt es, unerwartet, den \u201egesegneten Moment\u201c, an dem der Mensch den Punkt einer inneren Wende erreicht. Er erkennt, dass er alle ihm bekannten Methoden der Selbstentwicklung ausprobiert hat, alle m\u00f6glichen Therapien durchlaufen, eine Vielzahl von Workshops absolviert und enormes Wissen angeh\u00e4uft hat \u2013 und das B\u00f6se, die Angst und das Leiden immer noch in ihm sind. An diesem Punkt wird ihm klar, dass er andersartige Hilfe ben\u00f6tigt. Sie kommt \u201evon oben\u201c, aus einer Transzendenz, die um ihn und in ihm ist. \u201eIch hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt&#8220;, singt der Dichter des Psalms. (Psalm 121)<\/p>\n<p>(wird fortgesetzt in <a href=\"https:\/\/www.logon.media\/de\/die-haende-der-seele-teil-2\">Teil 2<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"author":917,"featured_media":15288,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101,110075],"tags_english_":[],"class_list":["post-92213","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de","category_-livingpast-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/92213","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/917"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15288"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92213"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92213"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=92213"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=92213"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}