{"id":91913,"date":"2021-07-30T18:11:41","date_gmt":"2021-07-30T18:11:41","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/woran-glaubst-du\/"},"modified":"2021-07-30T18:11:41","modified_gmt":"2021-07-30T18:11:41","slug":"woran-glaubst-du","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/woran-glaubst-du\/","title":{"rendered":"Woran glaubst du?"},"content":{"rendered":"<p>Er geht beruhigt zur\u00fcck zum Spielen. Ich wei\u00df, dass seine Eltern nicht <em>an etwas <\/em>glauben, aber sie haben ihn auf die katholische Grundschule geschickt, weil sie die n\u00e4chstgelegene ist. Nun, als Kind muss man herausfinden, wer denn nun an Gott glaubt und wer nicht.<\/p>\n<p>Nach meiner spontanen Antwort denke ich, dass ich es mir etwas leicht gemacht habe. Man glaubt oder man glaubt nicht &#8230; Aber woran glaubt man denn eigentlich, wenn man glaubt? Die Antwort ist nicht leicht zu finden. Wir haben es mit zwei Jahrtausenden Religionsgeschichte zu tun, mit M\u00e4rtyrern, Religionskriegen, Ketzerverfolgungen, Kirchenspaltungen und weiteren Spaltungen dessen, was sich abgespalten hat. Und: Wenn man <em>nicht<\/em> glaubt, was ist es denn, woran man nicht glaubt? Jahrhunderte lang gab es Diskurse \u00fcber den (fehlenden) Beweis der Existenz Gottes. Man kommt an kein Ende.<\/p>\n<p><strong>Glauben, dass \u201ees etwas gibt\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Ich sage mir: Vergiss all das mal und versuch ganz einfach zu formulieren, woran du glaubst. Doch sofort f\u00e4llt mir ein, wie sehr der Glaube mit Institutionen verbunden ist, die den Glauben verk\u00fcnden. Sie haben Regeln aufgestellt, kennen Gesetze, Vorschriften und Formen, in denen \u00fcber Gott gedacht und gesprochen wird. Es gibt Arten der Anbetung und Formen des Umgangs mit \u201eUngl\u00e4ubigen&#8220;. Doch wenn ich mich von all dem Beiwerk befreien will \u2013 dann lande ich beim Glauben an \u201eetwas, das gr\u00f6\u00dfer ist als ich&#8220;, dem ich vertraue und dem ich mich hingeben kann. Heute, wo die Kirchen sich (in vielen L\u00e4ndern) leeren, ist es zum Trend geworden, zu glauben, \u201edass es <em>etwas<\/em> gibt&#8220;.<\/p>\n<p>Das Thema von Heft Nr. 8 von LOGON <em>Die Gesichter Gottes<\/em> erinnert an die Aussage: \u201eGott ist alles in allem.\u201c Wenn ich mich von diesem Gedanken durchdringen lasse, r\u00fcckt mir seine Gr\u00f6\u00dfe nahe: Gott ist Atem, Leben, Gott ist Bewusstsein und Liebe, er ist in jedem Atom, er ist der Sch\u00f6pfer von allem, was ist, er ist uns \u201en\u00e4her als H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe\u201c.<\/p>\n<p><strong>Das Gr\u00f6\u00dfere r\u00fcckt mir n\u00e4her<\/strong><\/p>\n<p>Das Wunder, dass es Leben gibt, konnte von der Wissenschaft bislang nicht entr\u00e4tselt werden. Dass ein Baby, sobald es geboren ist, seine Lungen benutzt und zu atmen beginnt, dass ein Mensch atmen muss, bis er stirbt \u2013 darin zeigt sich das G\u00f6ttliche. Alles auf der Erde atmet. Der Dschungel ist die Lunge der Erde. Welch ein grandioses Zusammenwirken! Der Mensch verbraucht Sauerstoff und atmet Kohlendioxid aus, bei B\u00e4umen und Pflanzen ist es umgekehrt, ein perfekter Kreislauf \u2013 darin zeigt sich Gott. Und was macht der Mensch? Alle 5,67 Sekunden, Jahr f\u00fcr Jahr, wird ein \u201eFu\u00dfballfeld voller B\u00e4ume&#8220; gef\u00e4llt, wird der Kreislauf der Atmung behindert. Ist es da ein Wunder, dass eine Pandemie auftritt, bei der die Menschen nicht mehr atmen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Auch beim Wasser gibt es einen Kreislauf: der Regen flie\u00dft in den Fl\u00fcssen ins Meer, das Meerwasser verdunstet zu Wolken, die \u00fcber dem Land wieder als Regen niedergehen \u2013 darin zeigt sich Gott. Und was macht der Mensch? Er baut unvorstellbar gro\u00dfe Staud\u00e4mme: Der Stausee f\u00fcr das gr\u00f6\u00dfte Kraftwerk Afrikas in \u00c4thiopien am Nil ben\u00f6tigte sechs Jahren, um vollzulaufen. Jetzt ist der See 500 Kilometer lang und 30 Kilometer breit. Er dient der Stromgewinnung. Die flussabw\u00e4rts gelegenen L\u00e4nder bekommen nun zu wenig Wasser, der Schlamm wird nicht mehr abgelagert und wird durch Kunstd\u00fcnger ersetzt. Die B\u00f6den versalzen und bringen weniger Ertrag. Auch hier ist ein Atemzyklus weitgehend zum Stillstand gekommen. Ist es da ein Wunder, wenn es Kriege um Wasser gibt? Gott hat noch viele andere Gesichter. In dem Buch <em>Das verborgene Leben der B\u00e4ume <\/em>von Peter Wohlleben k\u00f6nnen wir lesen, wie die B\u00e4ume im Wald unterirdisch miteinander kommunizieren, sich gegenseitig sch\u00fctzen und wie die Starken den Schwachen helfen. Und wie Wasser der Tr\u00e4ger von Emotionen ist. Mehr und mehr wunderbare Entdeckungen des G\u00f6ttlichen werden gemacht.<\/p>\n<p>Und doch scheint es, als ob der Mensch die vielen Gesichter Gottes nicht erkennt. Er hat den Blick f\u00fcr das Heilige verloren, und so folgt er seinem Eigensinn, den eigenen Pl\u00e4nen. Und er muss die Folgen davon tragen. All die Verbrennungsmotoren in der Welt, die mit fossiler Energie betrieben werden, zu Lande, zu Wasser und in der Luft und all die Kraftwerke heizen die Atmosph\u00e4re der Erde auf, so dass bereits jetzt einige Inseln im Meer verschwunden sind. Man bem\u00fcht sich, Gegenma\u00dfnahmen zu ergreifen. Doch Rechenzentren, Bitcoins, Algorithmen, 5 G-Netzwerke, immer anspruchsvollere Telefone, Clouds und was sonst noch alles verlangen nach mehr und mehr Strom. Der Energiehunger ist uners\u00e4ttlich. Die Tatsache, dass jeder Verbrennungsprozess auch Sauerstoff verbraucht, wird als unvermeidbar angesehen. Gibt es nicht genug Sauerstoff auf der Erde? \u201eUnd das CO<sup>2<\/sup> binden wir in der Erde, im Boden.\u201c Unsere Gesellschaft ist auf \u201emehr\u201c fokussiert, und so w\u00e4chst unsere Abh\u00e4ngigkeit von der Elektrizit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen die Konsequenzen dessen durchleben, was wir tun, auch das ist ein \u201eGesicht Gottes\u201c. Die Liebe Gottes will das Bewusstsein der Menschheit wecken, einer Menschheit, die dabei ist, die Erde zu einem unbewohnbaren Planeten zu machen.<\/p>\n<p><strong>Der Glaube, der tiefer reicht<\/strong><\/p>\n<p>Zu glauben, dass \u201eda etwas ist&#8220;, ist zu wenig. Der Glaube, dass in der Natur \u201ealles ist&#8220;, weil Gott es so gewollt hat, das ist es. Zu glauben, dass der Menschheit die Erde als \u201eSchule\u201c gegeben wurde, in der sie die Erfahrung der Widerspr\u00fcche, der Halbheiten und Begrenztheiten in der materiellen Welt durchleben kann, das ist ein Glaube an Gott, an die g\u00f6ttliche Absicht, der tiefer reicht. Gottes Liebe gibt der Menschheit immer wieder neue M\u00f6glichkeiten, sich dieser Wahrheit zuzuwenden.<\/p>\n<p>An Gott zu glauben hei\u00dft, zu glauben, dass es uns gegeben ist, zu einem Verstehen zu gelangen. Dem Verstehen, dass es darum geht, der g\u00f6ttlichen Liebe zu folgen und sich \u00fcber die Welt der Gegens\u00e4tze zu erheben und in die Welt der Einheit zur\u00fcckzukehren, die wir einst aus freiem Willen verlassen haben. Darin liegt zugleich die Entscheidung f\u00fcr eine viel h\u00f6here \u201eElektrizit\u00e4t\u201c, f\u00fcr ein Lebensfluidum, das man auf den Wegen der Seele als den \u201eFeuer\u00e4ther\u201c bezeichnet hat. Er ist der Tr\u00e4ger f\u00fcr einen neuen Bewusstseinszustand. Wenn wir uns f\u00fcr den Feuer\u00e4ther \u00f6ffnen, wenn wir uns von ihm durchdringen lassen, verwandeln wir uns und der g\u00f6ttliche Kern in uns kann sich entfalten.<\/p>\n<p><strong>Du bist es<\/strong><\/p>\n<p>Wir empfangen dann als klares Wissen, als Wissen aufgrund innerer Wahrnehmung: Gott ist alles in allem. Wir empfangen eine Selbsterkenntnis, deren Ausma\u00df wohl jeden ersch\u00fcttert. Es ist dann nicht mehr notwendig, \u201edie Existenz Gottes zu beweisen&#8220;. Denn in der Tiefe der Dinge gibt es nichts au\u00dfer Gott, auch keinen einzigen von uns. Du \u2013 in deiner Tiefe \u2013 bist es.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":923,"featured_media":14090,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-91913","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/91913","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/923"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14090"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91913"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91913"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=91913"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=91913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}