{"id":91808,"date":"2021-05-19T17:22:57","date_gmt":"2021-05-19T17:22:57","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/macht-und-bewusstsein-in-beziehungen-vom-schopferischen-und-neuschopferischen-teil-2\/"},"modified":"2021-05-19T17:22:57","modified_gmt":"2021-05-19T17:22:57","slug":"macht-und-bewusstsein-in-beziehungen-vom-schopferischen-und-neuschopferischen-teil-2","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/macht-und-bewusstsein-in-beziehungen-vom-schopferischen-und-neuschopferischen-teil-2\/","title":{"rendered":"Macht und Bewusstsein in Beziehungen. Vom Sch\u00f6pferischen und Neusch\u00f6pferischen \u2013 Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>(Zu <a href=\"https:\/\/www.logon.media\/de\/macht-und-bewusstsein-beziehungen-vom-schoepferischen-und-neuschoepferischen-teil-1\">Teil 1<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Sch\u00f6pfung und Bewusstwerdung<\/strong><\/p>\n<p>Der Mythos von Shiva und Shakti zeigt uns die aufeinander folgenden Phasen der Sch\u00f6pfung und des Bewustwerdungsprozesses im Zusammenwirken von m\u00e4nnlicher Kraft und weiblicher <em>Macht.<\/em><\/p>\n<p><em>Am Anfang ist Einer \u2013 Shiva, der transzendente All-Eine.<\/em><\/p>\n<p>Sein immerw\u00e4hrendes Brahman-Sein bedeutet: grenzenloses Bewusstsein. Es ist das Eine ohne ein Zweites. Noch ruhen alle kreativen Prozesse. Sie liegen noch inaktiv in ihm. Die Gottheiten beten zu ihrer \u201eschlafenden\u201c Energie, dass sie sich in die Welt einbringen und eine konkrete Gestalt und Wirkkraft annehmen m\u00f6ge. So wird Sati geboren.<\/p>\n<p><em>Dann sind Zwei \u2013 Shiva und Shakti\/Sati \u2013 Bewusstsein und Macht.<\/em><strong> <\/strong>Aus der formlosen Unendlichkeit des Einen nimmt die Sch\u00f6pfung \u00fcber das Prinzip der Unterscheidung Gestalt an. Das h\u00f6chste Bewusstsein teilt sich in zwei komplement\u00e4re Aspekte, die gemeinsam kreativ t\u00e4tig werden und viele Namen haben: Shiva und Shakti, Purusha und Prakriti, Geist und Materie, Bewusstsein und Energie. Die Sch\u00f6pfung beginnt, wenn sein bewusster Wille es so entscheidet und sie sich als Kraftstrom in Ihm erhebt. Dann l\u00f6st sie sich aus seiner Ruhe und beginnt ihren Weltentanz: Shiva und Shakti vereinen sich. Er gibt sich hingebungsvoll in ihre H\u00e4nde.<\/p>\n<p>\u201e<em>Denn Er will Welten werden, in denen Er sich selbst in Trillionen von Formen freudevoll genie\u00dfen kann, und Sie erm\u00f6glicht ihm die Verwirklichung dieses Wunsches. Als Seine ausf\u00fchrende Gestaltungskraft wird Ihre unersch\u00f6pfliche Energie zur G\u00f6ttlichen Mutter des Kosmos, zu Seiner weltenkonzipierenden und \u2013geb\u00e4renden Macht.\u201c <\/em>(*Thole 2015)<\/p>\n<p><strong>Das G\u00f6ttliche versinkt in der Natur<\/strong><\/p>\n<p><em>Aus der Zwei werden Viele \u2013 Sati bewirkt die Entfaltung der Natur.<\/em> Shaktis pulsierende Macht f\u00fchrt zur Entfaltung der gesamten Natur. Sie bringt immer neue Formen hervor, von den feinsten Anf\u00e4ngen \u00fcber die verschiedenen Stufen der psychologischen Innenwelten bis hin zur dichtesten Stofflichkeit. Aus ihrer Sicht ist alles das uranf\u00e4ngliche All-Eine, das sich in der Welt als Zwei-in-Einem zum Ausdruck bringt. Aber ganz allm\u00e4hlich h\u00fcllt sie ihn immer mehr ein mit ihrer Formenvielfalt, so dass von seinem bewussten Sein immer weniger durch diese \u201eVerpackung\u201c, hindurchdringen kann. Shiva ist irgendwann einmal in Shaktis Produkten nicht mehr offen-sichtlich. <em>Jetzt ist er es, der in ihr schl\u00e4ft.<\/em><\/p>\n<p><strong>Parvati bewirkt die Befreiung und Vollendung<\/strong><\/p>\n<p><em>Die Vielen werden zum Einen \u2013 Parvatis Weg zu Ihm.<\/em><\/p>\n<p>Die sich aufl\u00f6sende Liebesekstase von Shiva und Sati\/Shakti erh\u00e4lt eine Fortsetzung, denn mit Parvati wird der Sch\u00f6pfungsprozess zu seiner Erf\u00fcllung gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><em>Auf die <\/em>Formwerdung<em> muss die <\/em>Bewusstwerdung<em> folgen, damit die Partner sich wieder ebenb\u00fcrtig sind. Die Shakti-Kraft wirkt also auf zwei Ebenen. W\u00e4hrend <\/em>Sati<strong><em> <\/em><\/strong><em>vorwiegend die Naturebene der Weltenmutter symbolisiert, repr\u00e4sentiert <\/em>Parvati<strong><em> <\/em><\/strong><em>die hohe Ebene der all-bewussten Mahashakti [\u2026] Sie ist die h\u00f6chste Herrin, die durch keine Mechanismen der Natur in ihrem Wirken gebunden ist und die Macht hat, das begrenzte Bewusstsein des Einzelwesens \u00fcber den Weg einer gr\u00f6\u00dferen Bewusstwerdung wieder in die Erfahrung der All-Einheit zu f\u00fchren. <\/em>(*Thole 2015)<\/p>\n<p>Was uns das g\u00f6ttliche Paar in der mythologischen Erz\u00e4hlung vorlebt, ist eine Art \u201eBlaupause\u201c, die sich bis in unser allt\u00e4gliches Zusammenleben hinunter transformieren m\u00f6chte.<\/p>\n<p><em>Das ist der Knoten, der die Sterne aneinander bindet: <\/em><\/p>\n<p><em>Die Zwei, die eins sind, bilden das <\/em>Geheimnis aller Macht.<\/p>\n<p><em>Die Zwei, die eins sind, sind auch in den Dingen Macht und Recht.<\/em><\/p>\n<p>(*Sri Aurobindo).<em> <\/em><\/p>\n<p><strong>Das Drama von Abh\u00e4ngigkeit und Befreiung findet auch im Menschen statt<\/strong><\/p>\n<p>Auch in der Partnerschaft spielt das Thema Macht eine entscheidende Rolle. Es ist so etwas wie der \u201eKlebstoff\u201c jeder Beziehung, dies aber nur, wenn wir in intensiver Schattenarbeit unreife kindliche und pubert\u00e4re Machtimpulse durchschauen lernen.<\/p>\n<p>Wie bei Shiva und Shakti ringen unentwegt abh\u00e4ngige und unabh\u00e4ngige Anteile in uns. Aus der fr\u00fchesten Kindheit resultiert unsere fundamentale <em>Bed\u00fcrftigkeit.<\/em> Je weniger die elementaren ersten Bed\u00fcrfnisse in der Beziehung zur Mutter und zum Vater gestillt werden konnten, umso mehr werden wir sp\u00e4ter in der Paarbeziehung unsere Bed\u00fcrfnisse auf den Partner projizieren.<\/p>\n<p>In der weiteren Entwicklung, vor allem aber in der Pubert\u00e4t, kann es uns dann nicht schnell genug gehen, selbstst\u00e4ndig und unabh\u00e4ngig zu werden. Wir unterliegen dann eher einem Wahn des Unabh\u00e4ngig-Werden-Wollens (vgl. * Dittmar 2015)<em>. <\/em>Erwachsenwerden besteht jedoch nicht nur aus einem Gewinn an <em>Unabh\u00e4ngigkeit<\/em>. Viel wichtiger ist eine <em>Zunahme an Beziehungsf\u00e4higkeit<\/em> \u2013 indem wir lernen, ein weit verzweigtes Beziehungsnetzwerk aufzubauen. <em>Wir brauchen einander.<\/em> Wir brauchen Beziehung, ja wir k\u00f6nnen lernen, \u00fcberhaupt <em>beziehungsf\u00e4hig <\/em>zu werden.<\/p>\n<p>Dazu ist es erforderlich, dass beide Partner auf Augenh\u00f6he versuchen, sich gegenseitig in ihren unabh\u00e4ngigen und abh\u00e4ngigen Teilen zu zeigen und die Verletzlichkeit und die Angewiesenheit aufeinander wirklich zuzulassen. <em>Wir k\u00f6nnen erkennen, dass es \u00fcberhaupt nichts bringt, das eigene Interesse gegen das des Partners durchzusetzen.<\/em> Damit w\u00fcrden wir zugunsten einer kurzfristigen Bed\u00fcrfnisbefriedigung nur die Beziehung sch\u00e4digen.<\/p>\n<p>Indem unsere Verletztheiten und Verletzlichkeiten immer bewusster werden, legen wir unseren Schutzpanzer ab und geben unserem innersten Potential die Gelegenheit sich zu offenbaren. Eine Durchl\u00e4ssigkeit zu unserem WIRKLICHEN SELBST \u2013 so wie wir \u201egemeint\u201c sind \u2013 kann sich einstellen. In dieser schrittweisen \u00d6ffnung k\u00f6nnen wir in Ber\u00fchrung kommen mit einer WIRKLICHKEIT, die hinter und \u00fcber allem ist \u2013 mit einem Raum, einer Lebendigkeit, einer F\u00fclle, einer Verbundenheit jenseits aller Vorstellungen.<\/p>\n<p><em>Diese Offenheit nach innen d\u00fcrfen wir als Prozess der SELBST-Erm\u00e4chtigung sehen.<\/em> Indem wir die unreifen Pers\u00f6nlichkeitsanteile der Bed\u00fcrftigkeit und der zwanghaften Unabh\u00e4ngigkeit in uns schrittweise erkennen, k\u00f6nnen sich die Identifikationen mit diesen Ich-Anteilen lockern, vielleicht auch l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Immer ungehinderter kann die vom innersten Wesenskern ausstrahlende <em>Macht der Liebe<\/em> nach au\u00dfen treten und wirken. Diese <em>Macht <\/em>strahlt weit \u00fcber die Partnerschaft hinaus bis in das Innerste der Materie. <em>Sie wird auch die Erde zu einer \u201eNeuen Erde\u201c machen. <\/em>So stimmen wir uns ein auf das g\u00f6ttliche Wirken \u2013 auf Shiva und Parvati.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p>Dittmar, Vivian:<em> beziehungsweise \u2013 Beziehung kann man lernen<\/em>, edition es, M\u00fcnchen 2015<\/p>\n<p>Sri Aurobindo: <em>Savitri, <\/em>Buch I, Canto 4<\/p>\n<p>Thole, Ela: <em>Die G\u00f6ttliche Shakti<\/em>, Bielefeld 2015<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":13631,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-91808","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/91808","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13631"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91808"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91808"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=91808"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=91808"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}