{"id":91802,"date":"2021-05-19T17:15:37","date_gmt":"2021-05-19T17:15:37","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/macht-und-bewusstsein-in-beziehungen-vom-schopferischen-und-neuschopferischen-teil-1\/"},"modified":"2021-05-19T17:15:37","modified_gmt":"2021-05-19T17:15:37","slug":"macht-und-bewusstsein-in-beziehungen-vom-schopferischen-und-neuschopferischen-teil-1","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/macht-und-bewusstsein-in-beziehungen-vom-schopferischen-und-neuschopferischen-teil-1\/","title":{"rendered":"Macht und Bewusstsein in Beziehungen. Vom Sch\u00f6pferischen und Neusch\u00f6pferischen \u2013 Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>Das g\u00f6ttliche Paar Shiva\/Shakti brauchte einen langen und schmerzhaften Prozess, um die extremen Pole von Askese und Ekstase, von Unabh\u00e4ngigkeit und symbiotischer Verschmelzung, von Weltabgewandtheit und hingebungsvoller \u201eWelt-F\u00fcrsorge\u201c in reifem Bewusstsein zusammenzubringen. Shiva und Shakti finden in mehreren Reifestufen zu einem <em>sch\u00f6pferischen Tanz in Kraft und Macht. <\/em><\/p>\n<p>Die Liebesgeschichte von Shiva und Shakti beginnt mit einem Problem. Ein m\u00e4chtiger D\u00e4mon, der gro\u00dfe Asura Taraka, bedroht die Gefilde der G\u00f6tter und Menschen. Ein weiser Seher prophezeit, dass nur ein Sohn von Shiva und Shakti die Kraft aufbringen wird, dem Eindringling Einhalt zu gebieten.<\/p>\n<p><strong>Nennt mir eine Frau im gesamten Universum<\/strong><\/p>\n<p>Die G\u00f6tter wenden sich daraufhin an Shiva, der sich gerade wieder einmal in eisiger Einsamkeit einer weltvergessenen Versenkung befindet. Nur widerwillig taucht er aus seiner Meditation auf. \u201eNennt mir eine Frau im gesamten Universum, die das verzehrende Feuer meiner Askese aushalten kann, ohne daran zu verbrennen \u2013 und ich werde sie heiraten!\u201c, meint Shiva schlie\u00dflich.<\/p>\n<p>Die G\u00f6tter wenden sich an Shakti und bitten sie, sich in Gestalt einer Frau zu verk\u00f6rpern, um gemeinsam mit Shiva den Sohn, welcher die Befreiung von dem D\u00e4mon Taraka bewirken soll, zu zeugen. Shakti willigt ein, den Einsamen aus seiner hohen Transzendenz ins Irdische zu holen und wird kurz darauf als Tochter eines K\u00f6nigs geboren. Sie hei\u00dft <em>Sati<\/em><strong> <\/strong>und w\u00e4chst zu einer Frau von au\u00dferordentlicher Sch\u00f6nheit heran.<\/p>\n<p><strong>Sati<\/strong><\/p>\n<p>Als sie ins heiratsf\u00e4hige Alter kommt, l\u00e4dt ihr Vater viele stattliche F\u00fcrsten ein, und Sati soll sich einen Br\u00e4utigam aussuchen. <em>Sati<\/em> will sich aber f\u00fcr keinen der Bewerber entscheiden. Als des Abends vor dem Fenster ihres Palastes ein unbekleideter Bettelm\u00f6nch erscheint \u2013 es ist Shiva in einer irdischen Gestalt \u2013, versenken sich ihre Blicke ineinander. Shiva beginnt mit kraftvollen Schritten zu tanzen. Beim Anblick seiner anmutenden Bewegungen ist Satis Herz urpl\u00f6tzlich in Liebe entflammt. Obwohl sich der K\u00f6nig gegen eine Hochzeit seiner Tochter mit dem Bettelm\u00f6nch str\u00e4ubt, setzt sich Sati entschlossen durch. Das Eheritual kann stattfinden. Der ungew\u00f6hnliche Br\u00e4utigam erscheint am Tag der Verm\u00e4hlung auf einem Stier reitend. Seine Haut ist mit der Asche der Leichenverbrennungsst\u00e4tten bestrichen, Schlangen winden sich um seine Arme und seinen Hals. Aus seinem ge\u00f6ffneten dritten Auge dringt ein brennender Lichtstrahl. Es ist Shiva, der nun zusammen mit Shakti siebenmal das Hochzeitsfeuer umrundet, um sich anschlie\u00dfend mit ihr auf dem m\u00e4chtigen Berg <em>Kailash<\/em> niederzulassen.<\/p>\n<p>Dort angekommen, schlie\u00dft er sie in seine Arme und w\u00e4rmt sie mit seiner Gluthitze. Dann versinkt er Herz an Herz mit ihr in der grenzenlosen Unermesslichkeit einer Liebe, die die Welten gebiert.<\/p>\n<p><em>Das gemeinsame Spiel der Sch\u00f6pfung beginnt. Dabei ist es sie, die ihn f\u00fchrt. <\/em>Er folgt ihr in tiefer Hingabe und l\u00e4sst sich durch sie in Myriaden von sch\u00f6pferischen Formen gie\u00dfen. Eins geworden mit ihrem Willen, genie\u00dft er ihre spielerischen Launen genauso wie die hohe Erhabenheit ihrer <em>Muttermacht.<\/em> Im Spiel ihrer Dynamik, der er sich willig \u00fcberl\u00e4sst, gebiert sie die Welt, entstehen Zeit, Raum, Sonne, Erde, Natur.<\/p>\n<p><em>Alles was sie erschafft, erf\u00fcllt er mit seinem Bewusstsein.<\/em><\/p>\n<p><strong>Das sch\u00f6pferische Spiel erf\u00e4hrt ein Ende<\/strong><\/p>\n<p>Aber dieses sch\u00f6pferische Liebesspiel erf\u00e4hrt ein abruptes Ende. Satis Vater hat zu einem heiligen Opferritual Verwandte und Freunde eingeladen, nur Shiva und Sati sind ausgeschlossen. Als Sati davon erf\u00e4hrt, reitet sie zornentbrannt zum Ort der Opferhandlung und stellt ihren Vater zur Rede. Ihr Vater erl\u00e4utert ihr, dass er Sati und Shiva hier nicht sehen m\u00f6chte, da beide nicht rein genug seien f\u00fcr dieses heilige Ritual. Das macht Sati noch zorniger und \u2013 einem wilden Impuls folgend \u2013 wirft sie sich ins Opferfeuer. Ihr letzter Gedanke ist, dass sie in einem weiteren Leben wieder mit Shiva vereint sein m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Als Shiva vom Tod seiner Sati erf\u00e4hrt, wird er vom Schmerz des Verlustes \u00fcberw\u00e4ltigt. Vor Kummer tief gebeugt, schreitet er zum heiligen Feueraltar und hebt Satis verkohlten Leichnam aus der noch hei\u00dfen Asche. Den leblosen Leib in seinen Armen haltend, umtanzt er in einem gewaltigen Stampfen die Erde, um seiner Trauer Ausdruck zu verleihen. Die Berge beben, die Meere treten \u00fcber die Ufer, das Universum erzittert, die Sonne verdunkelt sich und auf allen Ebenen erstarren alle Wesenheiten \u2013 <em>gel\u00e4hmt von Angst. <\/em><\/p>\n<p>Erst Vishnu, der Weltenbewahrer, kann Shiva von seinem machtvollen Tanz der Zerst\u00f6rung abhalten. Shiva kommt wieder zur Besinnung, erkennt augenblicklich, dass sein immenser Schmerz auf Anhaftung beruht und begibt sich sofort auf den Gipfel des <em>Kailash<\/em> zur\u00fcck. Jeder Kontakt zwischen ihm und den Formen der Welt l\u00f6st sich wieder auf, sein gesamtes Bewusstsein str\u00f6mt in seinen hohen Wesensgrund zur\u00fcck. Shiva ruht wieder in der Weite eines transzendenten Selbst-Gewahrseins.<\/p>\n<p><strong>Parvati<\/strong><\/p>\n<p>Noch einmal bitten die G\u00f6tter Shakti, sich auf der Erde zu verk\u00f6rpern, damit der Retter der Welten durch sie Gestalt annehmen kann. Diesmal wird sie als Tochter von Himavan, der Personifikation des Himalaya, und seiner Frau Menaka geboren und erh\u00e4lt den Namen <em>Parvati<\/em>. Von ihren Tugenden sticht besonders ihr fester Wille hervor. Als Parvati ins heiratsf\u00e4hige Alter kommt, sitzt Shiva noch immer in v\u00f6lliger Abgeschiedenheit auf dem Kailash. Darum begibt sich Parvati in die kargen H\u00f6hen des Himalaya. Sie verbringt ihre Tage dort in ritueller Andacht und ruhiger Ergebenheit direkt vor dem gro\u00dfen Shiva. Immer wieder fleht sie den gro\u00dfen Gott an, dessen Feuer sie sp\u00fcrt, sie doch nur einmal kurz wahrzunehmen. Parvati entwickelt eine unermessliche Geduld und Hingabe. Sie l\u00e4sst nicht nach, ihn in allen Formen der rituellen Andacht zu verehren. Sie muss beweisen, dass ihre All-Macht seinem All-Bewusstsein auch in den Regionen der Askese ebenb\u00fcrtig ist. <em>Sie muss lernen, ihre Kraft vollst\u00e4ndig auf ihn auszurichten und in Konzentration und Hingabe die Welt und sich selbst zu vergessen. <\/em><\/p>\n<p>Die Kunde \u00fcber Parvatis immer gereiftere spirituelle Kraft verbreitet sich in der Bergregion. Eines Tages kommt ein alter Wanderasket bei Parvati vorbei und fragt sie, warum sie all diese Entbehrungen auf sich nimmt. Sie erkl\u00e4rt ihm, dass sich ihre Seele Shiva zum Gatten gew\u00e4hlt hat und dass sie diesen durch ihre reine Ausrichtung gewinnen wird. <em>\u201eMeine Seele verlangt nach dem Unm\u00f6glichen!\u201c<\/em> Der Wanderer fleht sie an, doch von ihrem Ansinnen abzulassen. Er warnt sie: \u201eEine gro\u00dfe Gefahr geht von ihm aus. Er ist die formlose Form, vor der alle Dinge und Wasser vergehen!\u201c Aber Parvati bleibt standhaft und l\u00e4sst sich nicht von ihrem Entschluss abbringen. Da wandelt sich die Erscheinung des Wanderasketen. <em>Vor Parvati steht der gro\u00dfe Shiva.<\/em> Er gesteht ihr, dass er ihrer enormen Kraft nicht l\u00e4nger widerstehen kann und bittet sie, sich noch einmal mit ihm zu verm\u00e4hlen. Dann senken sich der Wille und das Bewusstsein des gro\u00dfen Shiva in sie herab. Er und sie durchdringen einander erneut, und sie tr\u00e4gt ihn mit der St\u00e4rke der gel\u00e4uterten Kraft in alle Ebenen des Weltendaseins.<\/p>\n<p>(wird fortgesetzt in <a href=\"https:\/\/www.logon.media\/de\/macht-und-bewusstsein-beziehungen-vom-schoepferischen-und-neuschoepferischen-teil-2\">Teil 2<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":13612,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-91802","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/91802","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13612"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91802"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91802"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=91802"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=91802"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}