{"id":91777,"date":"2021-05-02T18:02:24","date_gmt":"2021-05-02T18:02:24","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/kooperation-als-rettender-ausweg-teil-2\/"},"modified":"2021-05-02T18:02:24","modified_gmt":"2021-05-02T18:02:24","slug":"kooperation-als-rettender-ausweg-teil-2","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/kooperation-als-rettender-ausweg-teil-2\/","title":{"rendered":"Kooperation als rettender Ausweg \u2013 Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>(<a href=\"https:\/\/www.logon.media\/de\/kooperation-als-rettender-ausweg-teil-1\">Teil 1<\/a>)<\/p>\n<p>G. F.: Im abendl\u00e4ndischen Denken hat der Gedanke eine gro\u00dfe Rolle gespielt, dass es in der Natur ein \u201eHauen und Stechen gibt und dass der Mensch ebenfalls ein Naturwesen ist. Daraus ergab sich ganz klar, dass man den Menschen \u2013 ebenso wie die Natur \u2013 unter Kontrolle bringen muss. Auch heute werden Immer neue Gesetze erlassen, um die Triebkr\u00e4fte des Menschen zu z\u00fcgeln und um Ordnung zu schaffen f\u00fcr ein m\u00f6glichst reibungsloses Zusammenleben. Wie sehen Sie diesen Gedanken der Kontrolle?<\/p>\n<p><strong>Ein wirklicher Wandel geschieht durch Einsicht, Achtsamkeit und Mitgef\u00fchl<\/strong><\/p>\n<p>D. U.: Es hat sich in der Geschichte gerade im Abendland gezeigt, dass Zwangskooperationen viel Leid bewirkt haben. Besonders krass war das in totalit\u00e4ren Systemen der Fall. Und es zeigt sich heute auch besonders deutlich, was der Mensch mit seinen Wirtschaftssystemen und seiner Naturkontrolle auf seinem Planeten anrichtet.<\/p>\n<p>Um unsere Systeme und Lebensformen aufrecht zu erhalten, emittieren wir global t\u00e4glich 180 Millionen Tonnen CO2, rotten wir t\u00e4glich 150 Pflanzen- und Tierarten aus, verlieren wir t\u00e4glich 50 000 Tonnen fruchtbaren Boden und vergr\u00f6\u00dfern wir jeden Tag die W\u00fcsten um etwa 80 000 Hektar. Unsere Gier nach Fleisch, um nur einen Aspekt zu erw\u00e4hnen, zerst\u00f6rt zunehmend die Regenw\u00e4lder. Die Politik und die Gier des Homo sapiens fordern Wachstum, Wachstum, Wachstum.<\/p>\n<p>Einen wirklichen Wandel bekommen wir nicht mit Angst, Gewalt und Kontrolle, sondern mit Einsicht, Achtsamkeit und Mitgef\u00fchl.<\/p>\n<p>G. F.: K\u00f6nnen wir auch mit der Natur kooperieren? Sie dient uns ja in vielfacher Hinsicht. Sie gibt uns die Lebensgrundlage. K\u00f6nnen wir auch ihr etwas geben? Hat die Natur auch ein Innenleben?<\/p>\n<p><strong>Wir k\u00f6nnen auf imaginative Weise die Signaturen der Natur verstehen<\/strong><\/p>\n<p>D. U.: Sicher k\u00f6nnen wir mit der Natur und ihrer Weisheit der Selbstregulation kooperieren. Dazu m\u00fcssen wir aber bereit sein, ihre Rhythmen, ihr Terrain und die Symbiosen, mit denen sie vielf\u00e4ltig vernetzt ist und die ihr ihre Lebensgrundlagen geben, zu beachten.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen in imaginativer Weise ihre Signatur verstehen lernen, damit wir mit der sch\u00f6pferischen Kraft, durch die sie entsteht, wieder in eine Synergie finden und sie in verantwortlicher Weise hegen, ohne sie auszubeuten. Es gibt heute gl\u00fccklicherweise viele Ans\u00e4tze in der Landwirtschaft und dem Naturschutz, die sich in dieser Hinsicht selbstlos einsetzen. Das gibt Hoffnung.<\/p>\n<p>G. F.: Ein Merkmal unserer Entwicklung ist die Entfaltung des Ich. Jeder f\u00fchlt sich als ein Subjekt und sorgt f\u00fcr sich und die Seinen. Die Welt und auch die Pflanzen und Tiere \u2013 vielleicht von einzelnen Haustieren abgesehen \u2013 sieht man als Objekte. Auch die landl\u00e4ufige Medizin sieht den K\u00f6rper als ein Objekt, an dem etwas repariert werden kann und das man beherrschen muss. Das Ich behauptet sich in seinem Dasein, es will und muss Herrscher sein. Was hat es mit diesem Ich auf sich?<\/p>\n<p>D. U.: Das Ich ist Ausdruck der selbstreflexiven F\u00e4higkeit unseres subjektiven Bewusstseins. Es gewinnt seine Erkenntnisse aus den Sinneswahrnehmungen und deren Deutung durch den rationalen Verstand.<\/p>\n<p>Um sich als ichbewusstes Wesen wahrnehmen zu k\u00f6nnen, muss eine Trennung stattfinden zu allem, was nicht ich ist. Dieses Trennungsbewusstsein, das der kausalanalytische Verstand f\u00fcr seine Erkenntnisse nutzt, f\u00fchrt leicht in ein duales Denken von unvereinbaren Gegens\u00e4tzen, schlie\u00dft den unsichtbaren Geist aus und orientiert sich an der sichtbaren Materie.<\/p>\n<p><strong>Der Verstand kann Diener der Intuition sein<\/strong><\/p>\n<p>In seiner neu entwickelten Selbstherrlichkeit hat der Mensch vergessen, dass seine Vollendung zum \u201eebenbildlichen Menschen\u201c erst erreicht ist, wenn eine vollkommene Synchronisation zwischen dem rationalen Verstand und dem innewohnenden Geist stattfindet. Dann fungieren die rationalen Gedanken nicht mehr als narzisstische St\u00f6renfriede, sondern sie werden zu hilfreichen Mitarbeitern in der Sch\u00f6pfungsordnung. Dann ist der Verstand wieder zum Diener des g\u00f6ttlichen Geschenkes der Intuition geworden, wie Einstein dies erkannte. Das ist eine h\u00f6chste Form der freiwilligen Kooperation.<\/p>\n<p>G. F.: Ist das Ich, als das wir uns t\u00e4glich zeigen, der Kern unseres Daseins?<\/p>\n<p>D. U.: Der Kern unsers Daseins ist unsere ewige Geist-Seelen-Identit\u00e4t, gleichsam der Sohn des Himmels, der sich in dieser Inkarnation mit dem Kind der Erde, unserer sterblichen Pers\u00f6nlichkeit, verbunden hat.<\/p>\n<p>Unser Ich in unserer Pers\u00f6nlichkeit ist eine zeitliche Erscheinung, mit deren Hilfe wir Erfahrungen und Erkenntnisse gewinnen, die einem Bewusstseinswachstum dienen, damit wir durch Selbsterkenntnis die Sinnhaftigkeit unseres Lebens entdecken und unseren Lebensaufgaben entsprechen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenn man mit dem ganzen Herzen das Ewige im eigenen Wesen sucht, findet man es auch.<\/p>\n<p>G. F.: Wie ist es mit den spirituellen Wegen? K\u00f6nnen sie miteinander kooperieren?<\/p>\n<p><strong>Eine spirituelle Kooperation von Menschen aus verschiedenen Religionen<\/strong><\/p>\n<p>D. U.: Ich bin sicher, dass es eine spirituelle Kooperation geben wird, die von den Menschen getragen wird, die sich von aller Dogmatik und allem Trennungsbewusstsein gel\u00f6st haben, das zu der scheinbaren Unvereinbarkeit gerade der monotheistischen Religionen gef\u00fchrt hat. Es werden Menschen aus allen Religionen in dieser gemeinschaftlichen Bem\u00fchung ihren Platz einnehmen und ihren Erfahrungsbeitrag und ihre Geisteskraft hinzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Spirituelle Wege haben letztlich ja alle das gleiche Ziel. Die Wahrheit ist unwandelbar in sich selbst. Sie \u00e4ndert ihre Formen und ihre Gew\u00e4nder, aber am Ende sind alle lebenden Wesen unterwegs zu diesem einen Ziel. Deshalb ist die Kooperationsm\u00f6glichkeit eigentlich immer gegeben.<\/p>\n<p>Das kooperative Zusammenwirken ist sicher das effektivste Modell f\u00fcr eine h\u00f6here Komplexit\u00e4t des Bewusstseins, die die Vielfalt der unterschiedlichen Erfahrungsernten in eine Gemeinsamkeit einf\u00fcgt.<\/p>\n<p>G. F.: Kann der Menschheitsorganismus durch Kooperation \u00fcber sich hinauswachsen?<\/p>\n<p>D. U.: Ich glaube, dass die einzige M\u00f6glichkeit f\u00fcr die Menschheit in der derzeitigen kritischen Situation auf ihrem Planeten darin besteht, durch eine spirituell ausgerichtete Kooperation den Aufstieg in ein transpersonales Bewusstsein zu bew\u00e4ltigen, in dem die Einheit alles Lebendigen erfahren werden kann.<\/p>\n<p>Die Transformation unseres Bewusstseins ist f\u00e4llig und m\u00f6glich. Sie gestaltet sich am besten durch echte uneigenn\u00fctzige Kooperation.<\/p>\n<p><strong>Frieden ist m\u00f6glich, Liebe ist m\u00f6glich, Gerechtigkeit ist m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p>Alle Probleme, die der Mensch verursacht hat, k\u00f6nnen auch von ihm gel\u00f6st werden: Frieden ist m\u00f6glich, Liebe ist m\u00f6glich, Gerechtigkeit ist m\u00f6glich, Naturbesch\u00fctzung ist m\u00f6glich, Ethik in der Wirtschaft ist m\u00f6glich, eine bessere Welt ist m\u00f6glich!<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns nur dazu bereit finden, das Voranschreiten der Evolution in diesem Sinne mit zu bewirken. Es geht nicht mehr um pers\u00f6nlichen Fortschritt, nicht mehr um die eigene Erleuchtung, es geht um die Erhebung des menschlichen Bewusstseins in eine neue Evolutionsstufe.<\/p>\n<p>G. F.: Herzlichen Dank f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch, Frau Dr. Uecker.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":13524,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-91777","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/91777","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13524"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91777"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91777"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=91777"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=91777"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}