{"id":91454,"date":"2021-02-05T17:30:00","date_gmt":"2021-02-05T17:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/das-verhaltnis-von-bewusstsein-energie-und-stoff-in-der-pythagoreischen-philosophie-teil-1\/"},"modified":"2024-08-01T18:55:52","modified_gmt":"2024-08-01T18:55:52","slug":"das-verhaltnis-von-bewusstsein-energie-und-stoff-in-der-pythagoreischen-philosophie-teil-1","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/das-verhaltnis-von-bewusstsein-energie-und-stoff-in-der-pythagoreischen-philosophie-teil-1\/","title":{"rendered":"Das Verh\u00e4ltnis von Bewusstsein, Energie und Stoff in der pythagoreischen Philosophie Teil 1"},"content":{"rendered":"<p><iframe style=\"border-radius: 12px;\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/7HQGsNGFZhGj7cIsELTqg8?utm_source=generator\" width=\"100%\" height=\"352\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Aus meiner Sicht geh\u00f6rt die pythagoreische Philosophie nicht der Vergangenheit an, sondern ist die Philosophie der Zukunft. Sie ist ein westlicher Weg, ein westlicher Erkenntnisweg, der geplant worden ist, der eingerichtet worden ist, der immer noch existiert und der immer mehr zum Vorschein kommt. Ein Teil eines Baumes, dessen Wurzeln sehr viel mit Pythagoras und seiner Schule zu tun haben.<\/p>\n<p>Die Kernfrage, die von einer spirituellen Philosophie beantwortet werden muss, ist die Frage nach dem Bewusstsein: Wie entsteht mein individuelles Bewusstsein und welchen Sinn hat es? Mit dem materialistischen, dem mechanistischen Weltbild kommen wir dem nicht bei. Denn wie sollte aus meinem \u201eSupercomputer\u201c, der alles simuliert, ein wirkliches Bewusstsein entstehen? Und dieses Problem ist auch bei dem dualistischen Weltbild, das abstrakten Geist und vielf\u00e4ltige Materie einander gegen\u00fcber stellt, nicht gel\u00f6st. Was w\u00e4re hierbei das Bewusstsein? Und auch in einem dritten Weltbild, das postuliert, es gebe nur Geist, stellt sich die Frage: Wieso zerspringt der Geist in Tr\u00f6pfchen, in individuelle Tr\u00f6pfchen?<\/p>\n<p>Was ist dieses individuelle Bewusstsein, wie k\u00f6nnen wir es sp\u00fcren? Wir alle haben f\u00fcnf Sinne und der Sinn, der uns am meisten ablenkt, ist der Sehsinn. Um diesen auszuschalten, k\u00f6nnen wir jedoch die Augen schlie\u00dfen und werden bemerken, dass die vier anderen Sinne dadurch aufmerksamer werden.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus gibt es noch mehr als diese Sinneseindr\u00fccke, es gibt ja noch das Gedankenkarussell. Ren\u00e9 Descartes beobachtete dies und schloss daraus: \u201eIch denke, also bin ich\u201c. Wir sind jedoch in der Lage, noch einen Schritt weiterzugehen, indem wir auch dieses Gedankenkarussell anhalten. Dabei stellen wir fest: Es existiert auch jenseits unserer Gedanken etwas Wichtiges in uns: einen Punkt, der beobachtet, einen inneren Beobachter. Etwas, das die Gedanken und die Sinnesempfindungen beobachten kann. Nehmen wir uns immer wieder einen kleinen Moment Zeit daf\u00fcr, diesen Punkt des inneren Beobachtens zu finden und zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Die meisten von uns werden den inneren Beobachter kennen, und das bedeutet: Das eigene Bewusstsein ist ein empirischer Fakt, das individuelle Bewusstsein existiert. Doch wie kommt es zustande?<\/p>\n<p>Gottfried Wilhelm Leibniz stand genau vor dieser Frage. Er lebte in einem dualistischen Weltbild, und die Frage aller Fragen der damaligen Philosophie war war schon zu jener Zeit: Wie entsteht Bewusstsein? Er sagte sinngem\u00e4\u00df: Wenn wir immer wieder die Frage stellen und sie nicht beantworten k\u00f6nnen \u2013 \u201eWie entsteht aus Geist und Materie individuelles Bewusstsein?\u201c, dann k\u00f6nnte es sein, dass wir die falsche Frage stellen. Wie w\u00e4re es, wenn wir ein neues System aufstellen, und erst einmal die Begriffe \u201eGeist\u201c und \u201eMaterie\u201c hintanstellen? Stattdessen setzen wir als oberstes Axiom: Es gibt individuelles Bewusstsein. Leibniz nannte dieses individuelle Bewusstsein, dieses \u201eBewusstseinsatom\u201c, die Monade. Er sagte, sie existiert, und alles, was wir beobachten k\u00f6nnen in Bezug auf \u201eGeist\u201c oder \u201eMaterie\u201c, sind lediglich verschiedene Zust\u00e4nde von Monaden.<\/p>\n<p><strong>Monaden<\/strong><\/p>\n<p>In dem Weltbild von Leibniz gibt es nur Monaden. Es gibt sogar gar nichts anderes als Monaden: Bewusstseinspunkte, Bewusstseinszentren. Das ist der Kern seiner Philosophie; er hat dar\u00fcber am Ende seines Lebens zwei B\u00fccher geschrieben. Das erste ist die Monadologie, das zweite die Theodizee. Dabei ist Leibniz auf Pythagoras zur\u00fcckgegangen. Der Begriff Monade stammt von Pythagoras, er kommt von monas = Einheit (wir kennen in der Tontechnik auch die Bezeichnung mono). Die Monade ist eine Bewusstseinseinheit im Kosmos. Oder, noch anders gesagt: Die Monaden sind die spirituellen Uratome des Kosmos. Das ist die fundamentale Idee, die Pythagoras uns gebracht hat.<\/p>\n<p>Die Pythagoreer sagten: Die Monaden besitzen drei Grundaspekte, die immer gleichzeitig vorhanden und nicht aus einander erkl\u00e4rbar sind, drei fundamentale Eigenschaften. Die erste Eigenschaft ist die Materie; jede Monade hat einen Materieaspekt. Es gibt keine nicht-materielle Monade. Mit Materie meinten die Pythagoreer jedoch nicht unbedingt unsere physische Materie, sondern auch andere Sorten von Materie. In der heutigen Physik existieren Andeutungen davon. Man spricht zum Beispiel von sogenannter Dunkler Materie, was bedeutet, dass wir sie nicht sehen k\u00f6nnen. Oder von Neutrinos, die durch unsere normale Materie hindurchfliegen. Diese Beispiele illustrieren: Auf irgendeiner Ebene hat jede Monade einen materiellen Aspekt, auch wenn wir ihn in vielen F\u00e4llen (noch) nicht nachvollziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als Zweites gibt es den Bewusstseinsaspekt der Monade, und schlie\u00dflich gibt es den dritten Aspekt, der immer da ist, und den k\u00f6nnte man als Ver\u00e4nderung, Energie oder Kraft bezeichnen, die Bewegung die zu allem Leben dazugeh\u00f6rt. Die Pythagoreer hatten daf\u00fcr einen eigenen Begriff: Dynamis.<br \/>\nBewusstsein, Materie, Bewegung<\/p>\n<p>Stellen wir uns vor, wir h\u00e4tten drei Dimensionen oder drei Raumrichtungen. Wir w\u00fcrden einen Punkt beschreiben und ber\u00fccksichtigten dabei nur zwei der drei Basisvektoren oder Uraspekte. Wir k\u00e4men dann, wenn wir uns bewegten und auf dem Boden entlangliefen, zum Beispiel nie in die H\u00f6he. So ungef\u00e4hr kann man es sich vorstellen, wenn wir immer nur zwei dieser drei notwendigen Aspekte benutzen. Wir m\u00fcssen also letztlich alle drei Aspekte des Seins betrachten, um das Leben besser zu verstehen. Das ist der gro\u00dfe Unterschied zu dem \u00fcblichen Bild, in dem man auf dualistische Weise von der Materie einerseits und der Spiritualit\u00e4t andererseits spricht. Materie ist dabei das Niedere und Spiritualit\u00e4t das H\u00f6here. Aber das Bild ist aus Sicht der pythagoreischen Philosophie nicht vollst\u00e4ndig; sie lehrt, dass es drei Grundaspekte gibt.<\/p>\n<p><strong>Bewusstsein, Materie, Dynamik<\/strong><\/p>\n<p>Das bedeutet, dass wir all die Lehren, die wir aus der Theosophie und aus den verschiedensten Religionen und Traditionen kennen, von drei grunds\u00e4tzlichen Winkeln aus betrachten k\u00f6nnen. Zun\u00e4chst einmal k\u00f6nnen wir den materiellen Aspekt anschauen, dann den Bewusstseinsaspekt und schlie\u00dflich den Bewegungs- oder Kraftaspekt. Der materielle Aspekt wird nicht nur grob-physisch, sondern au\u00dferdem oft auch als eine Reihe feinstofflicherer K\u00f6rper beschrieben. Sie bilden eine h\u00f6here Realit\u00e4t des Materiellen. Das ist keine Einbildung, sondern es gibt wirklich feinere Materiearten.<\/p>\n<p>Wir empfinden zwar unsere Gef\u00fchle oder Gedanken als subjektiv, aber f\u00fcr jemanden, der weiter entwickelt ist, der feinere Sinneswahrnehmungen hat, sind Gef\u00fchle und Gedanken ebenso etwas Objektives. Er kann sie wahrnehmen, kann sie sehen, er kann sie sogar verschieben, ver\u00e4ndern, entwickeln, manipulieren. Das hei\u00dft, es gibt einen erweiterten objektiven Aspekt, und die verschiedenen Einteilungen, die wir hierzu in den Religionen und Philosophien und Traditionen haben, sollen so etwas sein wie eine Landkarte, damit wir uns in den feinstofflicheren Ebenen des Materiellen nicht verirren.<br \/>\nUnd dann kommt der subjektive Aspekt dazu, n\u00e4mlich: das zu erleben. Sich wirklich dort hineinversetzen zu k\u00f6nnen, sich dort zu bewegen. Das ist etwas ganz Anderes als das Materiell-Objektive.<\/p>\n<p>Die \u00f6stlichen Philosophien \u2013 das hat Pythagoras ganz klar erkannt &#8211; starten meistens hier, am Bewusstsein bzw. in der Subjektivit\u00e4t. Man versenkt sich in sich selbst und erforscht sich selbst, erforscht die eigenen Bewusstseinswelten. Aber Pythagoras erkannte, dass wir Europ\u00e4er dennoch den Materieaspekt brauchen, sonst schwimmen wir weg; sonst versinken wir in den subjektiven Ozeanen von Gl\u00fcckseligkeit und von kosmischem Bewusstsein, obwohl wir noch \u00fcberhaupt nicht wirklich dort sind, wo wir zu sein glauben. Wir sind dann zu wenig objektiv. Es kann leicht passieren, dass wir dann eine Weile denken, das Objektive, das Materielle existiere eigentlich gar nicht.<\/p>\n<p>Europ\u00e4er brauchen das Objektive. \u00dcber das Objektive, das Materielle in seinen verschiedenen Feinheiten, steigen wir ein in das subjektive Erleben. Und wenn wir das bew\u00e4ltigen, dann kommt als Drittes das Formen, der dynamische Aspekt hinzu. Er wird wenig gelehrt &#8211; und das aus gutem Grund.<br \/>\nIn theosophischen Begriffen ausgedr\u00fcckt: die materielle Seite ist f\u00fcr Anf\u00e4nger, das Bewusstsein f\u00fcr Sch\u00fcler, und die Dynamis ist f\u00fcr Meister. Also f\u00fcr Bewusstheiten, die sich auf dieser Ebene bewegen und dort auch helfen k\u00f6nnen, also selbstbewusst und objektiv etwas bewirken. Das bedeutet, wir m\u00fcssen in Bezug auf diese Dinge im Laufe unserer Entwicklung drei gro\u00dfe Schritte bew\u00e4ltigen. Und schon beim zweiten Schritt merken wir, wie wenig wir vorher vom Objektiv-Materiellen wussten.<\/p>\n<p>Welche Skala hatten die Pythagoreer hierf\u00fcr? Sie betrachteten den physischen K\u00f6rper, zu dem auch der energetisch-instinktive Teil geh\u00f6rt, weiterhin unsere Emotionen, den mentalen Bereich, und dar\u00fcber hinaus ggf. den kausalen und essenziellen Bereich. Es gibt hier alle m\u00f6glichen energetischen Wirksamkeiten. Bei den Emotionen existieren Absto\u00dfung und Anziehung, im mentalen Bereich die Analyse und die Synthese, und so k\u00f6nnten wir das immer feiner aufgliedern.<\/p>\n<p>(wird fortgesetzt in <a href=\"https:\/\/www.logon.media\/de\/das-verhaeltnis-von-bewusstsein-energie-und-stoff-der-pythagoreischen-philosophie-teil-2\">Teil 2<\/a>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":12260,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110088],"tags_english_":[],"class_list":["post-91454","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-science-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/91454","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12260"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91454"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91454"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=91454"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=91454"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}