{"id":91306,"date":"2020-12-21T19:49:31","date_gmt":"2020-12-21T19:49:31","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/weihnachten-als-inneres-fest-eine-antwort-auf-corona-teil-1\/"},"modified":"2020-12-21T19:49:31","modified_gmt":"2020-12-21T19:49:31","slug":"weihnachten-als-inneres-fest-eine-antwort-auf-corona-teil-1","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/weihnachten-als-inneres-fest-eine-antwort-auf-corona-teil-1\/","title":{"rendered":"Weihnachten als inneres Fest \u2013 eine Antwort auf Corona (Teil 1)"},"content":{"rendered":"<p>Als junger Mensch hatte ich einmal den eigenartigen Gedanken: K\u00f6nnte etwas schief gelaufen sein in der abendl\u00e4ndischen Entwicklung? H\u00e4tte unsere Entwicklung auch ganz anders verlaufen k\u00f6nnen? Gab es Weichenstellungen, von denen wir jetzt die Ergebnisse sehen? Der Gedanke war mir zu ungeheuerlich. Ich schob ihn weg. Er \u00fcberstieg meine M\u00f6glichkeiten. Heute, viele Jahre sp\u00e4ter, sehe ich, dass wir Abendl\u00e4nder einen bestimmten Weg beschritten haben und dass es dabei tats\u00e4chlich Weichenstellungen gab. Ich m\u00f6chte es am Beispiel des Weihnachtsfestes deutlich machen. Und auch an Corona.&nbsp;<\/p>\n<p>Jeder von uns lebt sein Leben, und einmal im Jahr ist Weihnachten. Bisher konnte sich die Familie ungehindert treffen. Manche sahen sich vor allem zu Weihnachten. Man veranstaltete ein gro\u00dfes Essen, tauschte sich aus und man machte sich gegenseitig Geschenke. Insgesamt verschaffte es, in der Regel jedenfalls, ein gutes Gef\u00fchl. Dieses Jahr ist nun alles anders. Und wir k\u00f6nnen das zum Anlass nehmen, einmal zu fragen, was denn eigentlich Weihnachten bedeuten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Ja, nat\u00fcrlich, wir wissen, dass vor etwa 2000 Jahren Jesus geboren wurde. Man lehrte uns, dass er der Sohn Gottes gewesen sei und er durch sein Leben und sein Sterben die Menschen, die an ihn glauben, erl\u00f6st habe. Viele gehen gerade zu Weihnachten in die Kirche, um sich hierauf zu besinnen.<\/p>\n<p>Nun haben wir Corona. Und es gibt gro\u00dfe \u00c4ngste. Und die Hoffnungen der meisten Menschen ruhen vielleicht mehr auf dem Impfstoff als auf dem, was vor 2000 Jahren geschah.<\/p>\n<p>K\u00f6nnte Weihnachten nicht langsam ausgedient haben? Man k\u00f6nnte doch auch einen anderen Tag im Jahr ausw\u00e4hlen, an dem sich die Familie trifft und man einander etwas schenkt.<\/p>\n<p>Oder haben wir etwas vergessen? Ist in uns etwas zugesch\u00fcttet, das wir freilegen k\u00f6nnten und das mit Weihnachten zu tun hat?<\/p>\n<p><strong>Die innere Lichtquelle<\/strong><\/p>\n<p>Bei den Zusammenk\u00fcnften in unserer Gemeinschaft erlebe ich immer wieder, dass mir ein Licht aufgehen kann. Nicht in Bezug auf irgendeine Frage, auf die ich eine Antwort suche, nein, ganz allgemein ein Licht im Innern. Ich erlebe, dass es im Innern hell wird. Manchmal st\u00e4rker, manchmal weniger stark. Ein Freund erz\u00e4hlte mir, er sei von der Quelle dieses inneren Lichtes einmal so ergriffen worden, dass er selbst zu dieser Quelle geworden sei. F\u00fcr Momente sei er ein Lichtpunkt gewesen. In unendlicher Stille und sehr wach. Und aus einer gro\u00dfen H\u00f6he habe er sich selbst wahrgenommen.<\/p>\n<p>In uns kann Licht aufflammen. Zahllose Menschen haben das erlebt und k\u00f6nnen es erleben. Und dieses Licht will ausgetragen werden. Es bildet ein Feld um uns herum, ein energetisches Feld, ein seelisches Feld. Bei unseren spirituellen Zusammenk\u00fcnften erh\u00f6ht sich dieses Feld in seiner Vibration. Ich erlebe es als eine Art seelischen Raum, der weit hinausreichen kann, je nach der Intensit\u00e4t seiner Energie. Wenn sie sehr intensiv ist, dann erf\u00fcllt sich dieser Raum sogar mit Bewusstsein. Und ich wei\u00df, dass unsere Gemeinschaft einen solchen Raum bildet, der sich \u00fcber die Erde erstreckt.<\/p>\n<p>Wenn ich Menschen begegne, betreten sie meinen Seelenraum und ich den ihren. Man achtet in der Regel nicht darauf. Womit sind die R\u00e4ume dann in diesem Moment angef\u00fcllt? Ist Platz f\u00fcr den jeweils anderen darin? Alles h\u00e4ngt davon, womit die Felder angef\u00fcllt sind. Denn durch sie ber\u00fchren wir einander. Man spricht auch von der Ausstrahlung eines Menschen. Wir k\u00f6nnen bei einem anderen in ein Feld voller Probleme eintreten oder auch in ein Feld voller Licht. Wenn inneres Licht den Raum erf\u00fcllt, weitet es ihn. Es ist dann Platz da f\u00fcr alles, mit dem ein solcher Mensch in Kontakt kommt. Alles wird umfangen und ber\u00fchrt von seinem Licht und empf\u00e4ngt Impulse daraus. &nbsp;<\/p>\n<p>Woher kommt dieses Licht? Jeder Mensch ist mit einem geistigen Punkt verbunden. Ich m\u00f6chte es mit einem Stern vergleichen, den man am Himmel sieht, einen Lichtpunkt, einen Feuerpunkt. Er ist einerseits in mir, geh\u00f6rt zu mir und ist andererseits Teil eines geistigen Universums. Er und ich, wir geh\u00f6ren zusammen. Er ist der Gegenpol meiner Existenz. Ich bin der irdische Pol, er ist der geistige. Wir scheinen weit voneinander entfernt zu sein. Und das Gef\u00fchl der Verlorenheit, das so viele Menschen haben, beruht darauf, dass sie ihren geistigen Gegenpol nicht kennen. Alles Suchen des Menschen zielt wohl letztlich darauf ab, diesen g\u00f6ttlichen Aspekt zu finden, der zu ihm geh\u00f6rt. Er dr\u00e4ngt uns und er ruft uns. Wir sollen vollst\u00e4ndig werden. Wir sollen unser wahres Selbst finden, diesen unbekannten Aspekt von uns, der im Ewigen ist.<\/p>\n<p>Ich nehme t\u00e4glich Nahrung zu mir, und sie schenkt mir meine biologischen Lebenskr\u00e4fte. Der andere Pol meines Wesens schenkt mir die geistig-seelischen Kr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Ich habe es oft erlebt, wie dieser Stern in mir aufgeht und sein Licht den Seelenraum f\u00fcllt. Das ist f\u00fcr mich die eigentliche Bedeutung von Weihnachten. Inneres Licht strahlt in die Nacht hinein, die Nacht, die ich selbst bin.<\/p>\n<p>Jeder Mensch hat einen solchen transzendenten Aspekt. In diesem g\u00f6ttlichen Aspekt sind wir miteinander vereint, auch wenn wir uns im normalen Leben als Fremde gegen\u00fcbertreten. &nbsp;<\/p>\n<p>Wenn die Barriere zu dem inneren Stern weggenommen ist, wenn wir von seinem Licht also ergriffen werden, \u00e4ndert sich unsere Beziehung zu anderen Menschen. Wir erleben etwas von demselben Potenzial in ihnen. Tieferes Verst\u00e4ndnis wird m\u00f6glich, Verst\u00e4ndnis auch der Tragik des Lebens, der Tragik der Unwissenheit in Bezug auf das eigene Innerste. Jeder tr\u00e4gt die Lichtquelle in sich. Wenn wir uns dessen bewusst werden, stimulieren wir unsere Entwicklung gegenseitig auf machtvolle Weise. Es ist eine ganz andere Entwicklung als die, die wir jetzt erleben. Auch unsere Beziehung zur Welt der Tiere und Pflanzen \u00e4ndert sich radikal.<\/p>\n<p><strong>Die Weichenstellung<\/strong><\/p>\n<p>Was ist denn geschehen in der abendl\u00e4ndischen Entwicklung? Vor etwa 2500 Jahren haben griechische Philosophen wie Pythagoras und Heraklit erkannt, dass im Menschen ein Gott verborgen ist. Sie sprachen vom Logos im Menschen. Und sie versuchten, mit ihren Anh\u00e4ngern einen Weg zu gehen, auf dem der innere Gott erwacht. In der Bibel finden sich viele Stellen, die auf das G\u00f6ttliche im Menschen hinweisen. Im Johannesevangelium, im 10. Kapitel, sagt Jesus: Wisst ihr nicht, dass ihr G\u00f6tter seid? Die gnostisch-christlichen Gruppen in den ersten Jahrhunderten erlebten den Logos im eigenen Innern. Und sie verstanden das Evangelium so, dass es darum geht, dieses G\u00f6ttliche im Menschen zu erwecken.<\/p>\n<p>Doch diese Bem\u00fchungen wurden bek\u00e4mpft. Man verfolgte die Gnostiker und verbrannte ihre Schriften. Und so ging es sp\u00e4ter auch anderen Gruppen und Einzelnen, vor allem den gro\u00dfen Mystikern und Mystikerinnen. Aber auch einer der fr\u00fchen Kirchenv\u00e4ter, Origenes, erlebte den Gott in sich und verk\u00fcndete ihn in seinen Schriften. Auf einem Konzil in Konstantinopel im 9. Jahrhundert wurde seine Lehre jedoch zur Irrlehre erkl\u00e4rt. G\u00f6ttlich-Geistiges im Menschen? Nein, der Mensch hat nur Seele, und nicht auch g\u00f6ttlichen Geist.<\/p>\n<p>Darin liegt die Weichenstellung. Die Menschen wandten ihre Aufmerksamkeit mehr und mehr der Erde zu. Der Gedanke eines g\u00f6ttlichen Aspektes im eigenen Innern wurde vergessen, er verschwand im Unbewussten. Nat\u00fcrlich wirkten seine Impulse weiter und jeder nahm sie entgegen. Man betete auch, man war religi\u00f6s, doch man sah die Impulse aus dem Innern als gute Regungen an, als Gewissensimpulse des eigenen Naturwesens. Man rechnete sie sich selbst zu, und nicht dem g\u00f6ttlichen Pol, dem unsichtbaren geistigen Gef\u00e4hrten.<\/p>\n<p>Die Menschen bem\u00fchten sich, ihr Leben besser zu gestalten, und so entwickelte sich der Verstand und mit ihm die Wissenschaften, und unser jetziges Ego bildete sich heran. Es ist stark geworden und erf\u00fcllt meist unseren seelischen Raum. F\u00fcr anderes ist dann nur wenig Platz darin. Der g\u00f6ttliche Pol, der dort ebenfalls hineinstrahlen k\u00f6nnte, ist vergessen. Nur wenn jemand in eine sehr gro\u00dfe Lebenskrise kommt, kann er sp\u00fcren, dass er pl\u00f6tzlich von einer unbegreiflichen inneren Kraft getragen wird.<\/p>\n<p>Die heutigen Wissenschaften erkl\u00e4ren uns, dass der Mensch durch ein Spiel blo\u00dfer Materieteilchen im Verlaufe einer langen Evolution entstanden ist. F\u00fcr eine g\u00f6ttliche Sinngebung ist in dieser Lehre kein Platz. Anders wird es, wenn einem Menschen inneres Licht aufgeht. Dann zeigt sich ihm, dass bei allem \u00c4u\u00dferen, das wir erleben und erforschen, immer auch noch eine andere Welt beteiligt ist, die geistig-seelische Welt. Sie strahlt ihre Inhalte und Impulse in die Natur und die Menschen hinein. Die Grundgestalten im Reich der Pflanzen und der Tiere sind Ausdruck geistig-seelischer Impulse. Wir erahnen etwas von ihnen, wenn wir uns auf den Zauber in der Natur einlassen. &nbsp;<\/p>\n<p>Kommen wir zur\u00fcck zu Weihnachten. Von der Weihnachtsgeschichte werden Kinderseelen ergriffen. In ihnen ist der innere Gott noch nicht vom Ego \u00fcberlagert. Der innere Stern leuchtet noch, und er spiegelt sich in den Seelenraum des Kindes hinein. Daraus k\u00f6nnten wir etwas lernen. Weihnachten soll uns veranlassen, das in uns bewusst stattfinden zu lassen, was in den Kinderseelen unbewusst stattfindet.<\/p>\n<p>Und die Corona-Krise? Wir werden dringend aufgefordert, Abstand voneinander zu halten. Doch der \u00e4u\u00dfere Abstand ist nur ein Spiegel des gro\u00dfen inneren Abstandes, ja des Abgetrenntseins von der Mitte unseres Wesens, von dem Lichtquell, dem W\u00e4rme- und Feuerquell in uns. Die Corona-Ma\u00dfnahmen und die rationale K\u00e4lte, die mit ihnen verbunden ist, sind Kr\u00e4fte der K\u00e4lte. Sie f\u00fchren uns vor Augen, dass wir generell in der K\u00e4lte leben, entfernt von dem innersten Herd. Die allgemein vorhandene K\u00e4lte wird durch die Ma\u00dfnahmen nur noch etwas verst\u00e4rkt. Im wirtschaftlichen Leben ist diese K\u00e4lte schon lange vorherrschend: im gesch\u00e4ftlichen Umgang miteinander, im Umgang mit der Erde, im Umgang mit den indigenen Kulturen der V\u00f6lker. &nbsp;<\/p>\n<p>Ist das nun das endg\u00fcltige Ergebnis der abendl\u00e4ndischen Kultur?<\/p>\n<p>In mir ist etwas lebendig geworden. Es ist wie ein Aufschrei. Vielleicht geht es auch anderen so, vielleicht gerade jetzt, in diesen Tagen. In meinem Inneren regt sich etwas. Eine Lichtquelle wirft ihr Licht in seelische R\u00e4ume. Und dieses Licht will sich vereinen mit dem Licht anderer. Der innere Gott, versto\u00dfen, verketzert, verdr\u00e4ngt, vergessen \u2013 er beginnt zu erwachen. Er ist die Grundlage f\u00fcr das Menschsein, die Grundlage eines jedes Menschen, gleichg\u00fcltig, ob er religi\u00f6s ist oder nicht.<\/p>\n<p>Wenn der innere Gott erwacht, entwickeln sich seelische Augen und es entsteht ein neues Bewusstsein. Wir sehen, wir erleben etwas von den Innenwelten.<\/p>\n<p>Im Laufe meines Lebens habe ich mich viel mit der materiellen Seite der Dinge besch\u00e4ftigt. Doch ich erlebe zugleich, dass das Leben in der Materie nur die eine Seite der Medaille ist. Wir reichen auch ins Transzendente, ins G\u00f6ttliche hinein, in Dimensionen, die \u00fcber Zeit und Raum hinausgehen.<\/p>\n<p>Weihnachten feiert man in der dunkelsten der N\u00e4chte. Dort sind wir nun offenbar angekommen. Nun kann die Umwendung unseres Lebens stattfinden. Wir k\u00f6nnen uns auf den Weg begeben, ganz zu werden. Wir k\u00f6nnen daran gehen, die gro\u00dfe Wunde in uns zu heilen. &nbsp;<\/p>\n<p>Und Corona? Was hat Corona damit zu tun? Darauf wollen wir im zweiten Teil des Artikels eingehen.<\/p>\n<p>(wird fortgesetzt in <a href=\"https:\/\/www.logon.media\/de\/weihnachten-als-inneres-fest-eine-antwort-auf-corona-teil-2\">Teil 2<\/a>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":11711,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-91306","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/91306","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11711"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91306"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91306"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=91306"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=91306"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}