{"id":91263,"date":"2020-12-08T19:24:20","date_gmt":"2020-12-08T19:24:20","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/die-magie-der-bilder-teil-1\/"},"modified":"2020-12-08T19:24:20","modified_gmt":"2020-12-08T19:24:20","slug":"die-magie-der-bilder-teil-1","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/die-magie-der-bilder-teil-1\/","title":{"rendered":"Die Magie der Bilder \u2013 Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>Nach der Zeit der Bilderst\u00fcrme, die in der Vergangenheit in Europa w\u00fcteten, ist nun die Zeit der Bilderfluten, ja Bilder-Tsunamis \u00fcber uns hereingebrochen. \u00dcber zehntausende von Kilometern kann ein Ereignis innerhalb von Sekunden \u00fcbertragen werden und k\u00f6nnen Millionen von Menschen auf dem ganzen Erdball nahezu gleichzeitig zum Jubeln oder Weinen gebracht werden.<\/p>\n<p>Verschiedene Technologien wie Aufnahmeger\u00e4te, Funkwellen, \u00dcbertragungsprotokolle und Anzeigeger\u00e4te wirken dabei zusammen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Menschen, Millionen oder sogar Milliarden, sind diese kleinen oder gro\u00dfen Bildschirme ein Fenster in eine Welt voller Abenteuer.<\/p>\n<p>Je schneller Informationen \u00fcbermittelt und verteilt werden k\u00f6nnen, umso aktueller sind sie und je mehr sie gleichzeitig sie wahrgenommen werden, umso wirkungsvoller sind sie.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Erste Weiterentwicklungen werden sichtbar in der Technik der Quantenverschr\u00e4nkung, mit der Photonen \u00fcber gr\u00f6\u00dfere Distanzen sich gleichzeitig ver\u00e4ndern, wenn die Polarisation oder Flugrichtung durch Messung eines der verschr\u00e4nkten Photonen ver\u00e4ndert wird. Das wird wohl in Zukunft die M\u00f6glichkeit bieten, dreidimensional berechnete Objekte zu konstruieren und diese gleichzeitig andernorts sichtbar zu machen. Seit Einstein gilt die Lichtgeschwindigkeit als schnellste physikalische Fortbewegung. Sie erscheint jedoch in diesem \u201eLicht\u201c der <em>spooky action<\/em>, die in mindestens zehntausendfacher Lichtgeschwindigkeit stattfindet, als fast bedeutungslos.<\/p>\n<p>Die Erdkugel ist nun also mit den Netzen der Informationsmedien umspannt, und die Menschheit ist zu <em>einem <\/em>Kulturraum mit regionalen Unterschieden geworden.<\/p>\n<p>Ziemlich verloren erscheint da das Jahrtausende alte 2. Gebot im 2. Buch Moses. Man kann sich angesichts der aktuellen Bilder- und Informationsschwemme zu Recht fragen, was das denn \u00fcberhaupt noch soll (Mos. 2, 4-6):<\/p>\n<p>&#8222;Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist:<\/p>\n<p>Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der V\u00e4ter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.&#8220;<\/p>\n<p>Warum soll man sich denn keine Bildnisse machen?<\/p>\n<p>Die Antwort ist gar nicht so schwierig. Wir kleben magisch an tausenden von Bildern, und das hindert uns daran, die Gnosis, das G\u00f6ttlich-Geistige, innerlich wahrzunehmen und so unmittelbar zu unermesslichem geistigen Reichtum zu gelangen.<\/p>\n<p>Etwas wird bei dem biblischen Ausspruch gern \u00fcbersehen: Auf den Steintafeln der zehn Gebote steht: \u201eDu sollst DIR kein Bildnis machen.\u201c Es geht um den Einzelnen und seine Entwicklung.<\/p>\n<p><strong>Wir werden von uns selbst weggezogen<\/strong><\/p>\n<p>Bilder oder Videos ziehen&nbsp; unsere Aufmerksamkeit an, und sie wird weg gelenkt von uns und unserer unmittelbaren Umgebung. Es ist fast unwichtig, ob wir im Stadion sitzen oder 20\u00b4000 km entfernt am Bildschirm an dem Geschehen teilhaben. Beide Male sind wir gleichsam \u201emitten drin\u201c.<\/p>\n<p>Wie geschieht das?<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen es so betrachten: Wir begeben uns mit unserer Aufmerksamkeit, mit unserem Fokus in einen \u201eWerte- und Informationsraum\u201c, der uns anlockt. Er kommt zu uns und \u00fcberst\u00fclpt unser Bewusstsein. Wir begeben uns in eine <em>Bubble<\/em> oder \u201eBlase\u201c.<\/p>\n<p>Es kann eine ganz kleine <em>Bubble<\/em> sein oder eine weltumspannende, mit Inhalten aus Wissenschaft, Sport, Religion oder Unterhaltung aller Art. Diese <em>Bubbles<\/em> sind feinstofflicher Art, sind Schwingungsr\u00e4ume, die von allen, die daran beteiligt sind, gemeinschaftlich gepr\u00e4gt werden.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen in diesen \u201eLandschaften\u201c, die wir mittels unserer Vorstellungsverm\u00f6gen erschaffen, umherwandern und Geschichten erfinden und weiter ausgestalten.<\/p>\n<p>Die Landschaften und unsere Erlebnisse darin sind physisch nicht vorhanden. Und doch haben sie einen direkten Einfluss auf unsere materielle oder physikalische Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Indem die Erz\u00e4hlungen, Bilder oder Filme unsere Aufmerksamkeit fesseln, werden unsere Gedanken und Assoziation in bestimmte Richtungen gelenkt. Wir sind dann in dieser <em>Bubble<\/em>. Wenn also eine \u201everpixelte Figur\u201c, 20\u00b4000 km weit entfernt, ein geschossenes Fu\u00dfball-Tor nicht anerkennt, k\u00f6nnen sich Menschen gegenseitig verpr\u00fcgeln oder wildfremde Menschen einander vor Freude in die Arme fallen.<\/p>\n<p>So gesehen, kann man bei den Bildschirmen von Zauberspiegeln sprechen, von etwas Magischem, das einen anzieht und in Bann schl\u00e4gt. Das Medium ist der eine Faktor, und der andere, entscheidendere, sind die Menschen, die sich bannen lassen, die <em>connected<\/em> sind, gleichsam an der Leine, <em>online<\/em>. Damit die Medien ihre magische Kraft entfalten k\u00f6nnen, muss ein N\u00e4hrboden da sein, ein Bed\u00fcrfnis, und das ist zweifellos vorhanden.<\/p>\n<p>Im Englischen gibt es den Ausspruch <em>all happens in mind<\/em>. Man kann es \u00fcbersetzen mit \u201ealles geschieht in unserer Vorstellungskraft\u201c.<\/p>\n<p>Unser Kopf ist eine Schnittstelle verschiedenster Einfl\u00fcsse. Wir registrieren dort Gedanken, Empfindungen, Gef\u00fchle, Tr\u00e4ume, Tagtr\u00e4ume, Meditationen, Geschichten, Filme, Games und so weiter. Sie f\u00fcgen sich dort zusammen zu Vorstelllungen oder Bildnissen. Man ist sich bei manchem nicht sicher, ob man das nicht schon einmal erlebt oder getr\u00e4umt hat.<\/p>\n<p>Geschichten, Filme, News und so weiter \u00e4hneln Traumkonserven, die perlmuttschimmernd in der Vergangenheit in Laufwerke geschoben worden sind. Nun werden sie gestreamt und, wer wei\u00df, vielleicht in Zukunft direkt in unser Vorstellungsverm\u00f6gen gebeamt, wie der Herausgeber der <em>New York Times<\/em> es einmal als Zukunftsvision aussprach.<\/p>\n<p>Wir werden von Eindruck zu Eindruck gehetzt, hunderte Geschichten, Serien und dergleichen bev\u00f6lkern unsere Vorstellungskraft. Es sind \u201emit Mikrowellen\u201c immer wieder aufgew\u00e4rmte, gestreamte Traumkonserven.<\/p>\n<p><strong>Wo sind bei alledem unsere eigenen Gedanken? Wer sind <em>wir<\/em>?<\/strong><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Geh\u00f6ren uns unsere Gedanken \u00fcberhaupt noch, oder werden wir im eigentlichen Sinne \u201egedacht\u201c? Ist da eine verborgene Macht, die die F\u00e4den zieht, oder sind es am Ende wir selbst?<\/p>\n<p>Es ist nicht einfach, darauf zu antworten. Doch anstatt willenlos die n\u00e4chste Konserve einzuwerfen, k\u00f6nnten wir einmal innehalten. In uns ruht ein \u201eKleinod der Unterscheidung\u201c. Das k\u00f6nnten wir nutzen, in jedem beliebigen Moment.<\/p>\n<p>Es bedarf keiner Anstrengung dazu, sondern nur des Wunsches, es zu tun. Mit dem Kleinod der Unterscheidung k\u00f6nnen wir erkennen, ob in uns etwas hineingeworfen und in unser Bewusstsein eingepflanzt wird, oder ob das, was wir denken, durch einen aktiven Prozess zustande kommt, den wir selbst bestimmen.<\/p>\n<p>Das ist unsere Macht. Will etwas in unser Bewusstsein dringen, das wir nicht wollen, k\u00f6nnen wir es <em>canceln<\/em>. Wir k\u00f6nnen ein Sensorium entwickeln, mit dem wir unterscheiden zwischen dem, was unseren Idealen, was den n\u00e4chsten Schritten auf unserem Lebensweg entspricht, und dem, was uns etwas einfl\u00fcstern will, um uns zu manipulieren.<\/p>\n<p>Welche der auf uns prallenden Informationen nehmen wir auf und integrieren sie in unser aktuelles Bewusstsein, und welche entfernen wir wieder, so weit es geht? Welche kompostieren wir auf dem mentalen Komposthaufen unn\u00fctzer, qu\u00e4lender und unverdauter Aufmerksamkeits-Fetzen? Praktischer w\u00e4re es, wenn gewisse Informationen schon weit au\u00dfen an unserer eigenen <em>Bubble<\/em> abprallen und das Weite suchen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Wie halten wir unseren Geist in der heutigen Zeit rein und klar und haben trotzdem Spa\u00df und Schaffenskraft? Wie verhindern wir, dass wir \u201egedacht werden\u201c und unser <em>Mind<\/em> in kollektiv \u201equantenverschr\u00e4nkten\u201c Identifikationen versinkt?<\/p>\n<p><strong>Was k\u00f6nnen wir tun?<\/strong><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen in zweierlei Richtung aktiv sein. Zum einen k\u00f6nnen wir die Einfl\u00fcsse filtern, indem wir sie mit unseren Idealen und Notwendigkeiten abgleichen. Zum anderen k\u00f6nnen wir unsere Ideale und Notwendigkeiten immer mal wieder \u00fcberpr\u00fcfen, ob sie noch sinnvoll sind.<\/p>\n<p>Bereits in der Antike sagten Philosophen: Was nicht gut oder sch\u00f6n, nicht n\u00fctzlich oder nicht wahr ist, beachte es nicht, leihe ihm keine Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Der gesamte spirituelle, psychische und physische Kreislauf von Bildern, die wir beleben, ob von au\u00dfen zu uns gebracht oder in unserer eigenen Fantasie produziert, in Gedanken, mit Gef\u00fchlen oder Gewohnheiten des K\u00f6rpers angetrieben, h\u00e4lt uns gefangen.<\/p>\n<p>Sch\u00e4rfen wir also inmitten der Informationswogen unser Bewusstsein, um die anst\u00fcrmende Bilder- und Informationsflut zu sortieren und nach dem Sieb des Weisen zu filtern \u2013 nach Sch\u00f6nheit, Wahrheit, N\u00fctzlichkeit und Erforderlichkeit, Dann beginnen sich die Wogen zu gl\u00e4tten.<\/p>\n<p>In diesem Sinne lesen wir die alten Worte:<\/p>\n<p>Zu einem Weisen kam einer gelaufen und sagte: \u201eH\u00f6re Alter, das muss ich dir erz\u00e4hlen!&#8220;<\/p>\n<p>\u201eHalte ein!&#8220; &#8211; unterbrach ihn der Weise, \u201ehast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?&#8220;<\/p>\n<p>\u201eDrei Siebe?&#8220;, fragte der andere voller Verwunderung.<\/p>\n<p>\u201eJa, guter Freund! Lass sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht: Das erste ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erz\u00e4hlen willst, gepr\u00fcft, ob es wahr ist?&#8220;<\/p>\n<p>\u201eNein, ich h\u00f6rte es erz\u00e4hlen und &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>\u201eSo, so! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb gepr\u00fcft. Es ist das Sieb der G\u00fcte. Ist das, was du mir erz\u00e4hlen willst, gut?&#8220;<\/p>\n<p>Z\u00f6gernd sagte der andere: \u201eNein, im Gegenteil \u2026&#8220;<\/p>\n<p>\u201eHm &#8230;&#8220;, unterbrach ihn der Weise, \u201eSo lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden. Ist es wenigstens notwendig, was du mir erz\u00e4hlen willst?&#8220;<\/p>\n<p>\u201eNotwendig?&nbsp; \u2013&nbsp; Nun, das kann man nicht behaupten &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>\u201eAlso&#8220;, sagte l\u00e4chelnd der Weise, \u201ewenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit.&#8220;<\/p>\n<p>Es ist nicht einfach, bei all den Eindr\u00fccken, die durch verschiedene Medien auf uns einprasseln, diese drei Siebe anzuwenden. Es wird uns sicher nicht auf Anhieb gelingen. Doch dann wissen wir wenigstens, warum wir manchmal verwirrt und an magischen Bildnissen kleben geblieben sind.<\/p>\n<p>(wird fortgesetzt in Teil 2)<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":11518,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-91263","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/91263","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91263"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91263"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=91263"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=91263"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}