{"id":91121,"date":"2020-10-30T07:33:46","date_gmt":"2020-10-30T07:33:46","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/leben-mit-der-frage-hat-die-evolution-ein-ziel\/"},"modified":"2020-10-30T07:33:46","modified_gmt":"2020-10-30T07:33:46","slug":"leben-mit-der-frage-hat-die-evolution-ein-ziel","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/leben-mit-der-frage-hat-die-evolution-ein-ziel\/","title":{"rendered":"Leben mit der Frage: Hat die Evolution ein Ziel?"},"content":{"rendered":"<p>Deutlich ist, dass es auf dem Evolutionspfad keinen festen Plan mit Regeln gibt, die unbedingt befolgt werden m\u00fcssten, um zu einem vorher exakt definierten Zielzustand zu gelangen. Vielmehr existieren implizite, flexible Regeln.<\/p>\n<p>Nur das, was funktioniert, hat langfristig eine Chance auf Leben und Weiterentwicklung. Programme, die nicht funktionieren, werden mit der Zeit aussortiert und gelangen auf die \u201eM\u00fcllhalde\u201c der Evolutionsgeschichte. Gen-Kombinationen, die ihrem Besitzer einen Vorteil in seiner Umwelt bieten, haben eine h\u00f6here Chance sich fortzupflanzen. Erst dann, wenn sich ein Plan auf der Realit\u00e4tsebene konkretisiert und verbreitet hat, zeigt sich, ob er erfolgreich ist.<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t, die \u00dcberlebensf\u00e4higkeit ist immer der Gradmesser.<\/p>\n<p>Blockaden und Hindernisse sind dabei keine Programmierfehler, sondern Mittel zur Selektion, damit langfristig nur die besten Konzepte \u00fcberleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Evolution ist keine Automatismus<\/strong><\/p>\n<p>Evolution ist f\u00fcr uns Menschen kein Prozess im Sinne eines Automatismus, wie ein Uhrwerk, sondern eine Ansammlung von M\u00f6glichkeiten und Hilfestellungen, die uns geschenkt werden. Dadurch wird uns ein Raum f\u00fcr freie sch\u00f6pferische Entfaltung gegeben. Eine treibende Kraft ist dabei die Freude und Faszination am Erschaffen von etwas, das in der Realit\u00e4t gut funktioniert und seinen Zweck erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Der Mensch hat bewiesen, dass er zu gro\u00dfen Leistungen er f\u00e4hig ist. Aber er hat auch bewiesen, dass das Schneller-H\u00f6her-Weiter des einen die Armut und der Untergang des anderen ist. In Bezug auf die Erde als Ganzes zeigen sich ebenfalls die Grenzen einer ego-getriebenen Entwicklung. So steht die Menschheit aktuell an einem Wendepunkt, vielleicht sogar in einer Sackgasse.<\/p>\n<p>Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Sobald die Zelle eines K\u00f6rpers den Gesamtorganismus unterst\u00fctzt, erf\u00fcllt sie ihren Zweck. Wenn ein Teil nicht mehr dem Ganzen dient, wirkt es zerst\u00f6rerisch. Aber auch die Zerst\u00f6rung hat einen Platz im Allgeschehen und f\u00f6rdert letztlich die Evolution. Der Untergang des Alten schafft Raum f\u00fcr die Entstehung einer neuen Sch\u00f6pfung auf anderer Ebene. Dahinter erkennen wir ein evolution\u00e4res alchemisches Prinzip \u2013 Aufl\u00f6sen und (auf neue Weise) Verbinden (<em>solve et coagula<\/em>).<\/p>\n<p>Die Wurzeln eines Baumes haben den Zweck, N\u00e4hrstoffe aus dem Boden aufzunehmen und die Stabilit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten. Die Fl\u00fcgel eines Vogels sollen ihn bef\u00e4higen, sich in die L\u00fcfte zu erheben.<\/p>\n<p>Aber gibt es auch einen umfassenderen Plan in der Entwicklung im Universum? Gibt es ein immanentes Prinzip in all dem? Oder findet ein letztlich sinnloses Spiel der Entfaltung von Formen und Bewusstseinsstufen statt?<\/p>\n<p>Unz\u00e4hlige Versuche wurden von brillanten Forschern unternommen, um auf die dr\u00e4ngenden, fundamentalen Fragen nach Sinn und Ziel der Sch\u00f6pfung eine Antwort zu finden. Immer wieder wurden die Erkl\u00e4rungsversuche durch andere abgel\u00f6st, die ihrerseits wiederum bald abgetan wurden.<\/p>\n<p><strong>Die Frage nach dem Sinn betrifft mich unmittelbar<\/strong><\/p>\n<p>Nun bin ich selbst mitten in diesem Geschehen. Die Frage nach dem Sinn und Zweck betrifft mich unmittelbar. Sie ist f\u00fcr mich ganz pers\u00f6nlich von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung.<\/p>\n<p>Nach allem, was ich h\u00f6re und lese, muss ich sagen: Ich kenne den Sinn nicht. Ich wei\u00df nicht, ob die Evolution einen Zweck verfolgt.<\/p>\n<p>Mein Verstand ist ein hervorragendes Instrument, um die dreidimensionale Welt zu erforschen, einzelne Ph\u00e4nomene zu analysieren und ihre Bedeutung herauszufinden. Verstehen wollen ist ein elementares Wesensmerkmal von uns Menschen. Auch das ist interessant: Die Evolution hat das Verstehen-Wollen hervorgebracht. Aber was hei\u00dft das anderes als: Sie will sich selbst verstehen?<\/p>\n<p>Meiner Frage nach dem Sinn liegt ein Wunsch nach Heimat zugrunde, ein Bed\u00fcrfnis nach Vertrautheit. Verstehen, richtig verstehen f\u00f6rdert meine Orientierung. Ich will ein integraler Teil des Ganzen sein. Verstehen-wollen bedeutet aber immer, das Unbekannte, das noch Unverstandene zu interpretieren.<\/p>\n<p>Wie soll ich, in meinem abgegrenzten Bewusstsein, jemals zu einer g\u00fcltigen Interpretation gelangen?<\/p>\n<p>Ich beobachte, wie f\u00fcr die meisten Menschen H\u00f6herentwicklung mehr Macht, mehr Kontrolle, mehr Sicherheit, mehr Vergn\u00fcgen, mehr Wissen bedeutet \u2013 also eine Erweiterung, eine Verschiebung ihrer Grenzen. Aber alles, was wir ergreifen oder wissen k\u00f6nnen, ist begrenzt, ist individuell gef\u00e4rbt. Unser suchendes Bewusstsein ist fragmentarisch.<\/p>\n<p><strong>Die h\u00f6heren informativen Ebenen bleiben dem Verstand verschlossen<\/strong><\/p>\n<p>Dem Verstand sind, auch wenn er sich mit vielen anderen vernetzt, die h\u00f6heren informativen Ebenen im grenzenlosen Universum verschlossen. Die Frage nach dem Sinn reicht \u00fcber die Ebene des Verstandes hinaus.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnen wir \u201eerkennen\u201c. Wir k\u00f6nnen erkennen, dass wir mit dem Verstand die Fragen nach dem Sinn nicht beantworten k\u00f6nnen. Liegt diese Erkenntnis nicht bereits \u201eoberhalb\u201c der Ebene des Verstandes? Ist sie vielleicht die Br\u00fccke zu einem Wissen, einer Erkenntnis auf anderer Ebene?<\/p>\n<p>Wenn ich mich auf mein Nicht-Wissen einlasse \u2013 k\u00f6nnte es dann nicht sein, dass ich hierdurch an die T\u00fcr zu neuen Bewusstseinsr\u00e4umen klopfe?<\/p>\n<p>Die Frage nach dem Sinn kann sich wohl nur im einzelnen Menschen beantworten. In ihm steigt sie auf und vielleicht sagt sie unausgesprochen: die Antwort liegt in dem Quell, aus dem ich, die Frage, aufsteige.<\/p>\n<p><strong>Ich habe etwas entdeckt<\/strong><\/p>\n<p>Mein Suchen hat mich dazu gef\u00fchrt, dass ich eine lebendige, vibrierende Kraft in der Tiefe meines Wesens entdeckt habe. Ich lese und erfahre, dass offenbar viele Menschen heute diese Schwingung erleben. Sie wird oft als Pr\u00e4senz im Hier und Jetzt bezeichnet \u2013 als ein Bewusstsein, das im Augenblick verankert ist, erhoben \u00fcber die horizontale Zeit-Dimension.<\/p>\n<p>Wenn ich mich innerlich darauf einlasse, entsteht der Eindruck, als w\u00fcrden pl\u00f6tzlich Schleier verschwinden, die mein Bewusstsein vorher verdunkelt haben.<\/p>\n<p>Es entsteht ein Gef\u00fchl der Freude, der Erf\u00fcllung, ein Gef\u00fchl der Ganzheit. Das abgetrennte Bewusstsein, das immer nach etwas sucht, nach etwas Neuem verlangt und nie zufrieden ist, verschwindet. F\u00fcr einen Moment ist diese Suche unterbrochen. Die Fragen nach Sinn und Bedeutung und nach dem Ziel der Evolution sind nicht mehr wichtig. Die Philosophen sprechen von der Ebene des Seins \u2013 die ein Alles und Nichts zugleich ist.<\/p>\n<p>Mir scheint, das Sein ist wie eine unendliche Energie im unbegrenzten lebendigen Raum, in dem es keine Zeit gibt und auch kein Ich im irdischen Sinne. Ich spreche jetzt zwar dar\u00fcber, aber mein Verstand kann nichts anderes tun, als von einer Erfahrung zu berichten, die ich mit einem inneren Sinnesverm\u00f6gen gemacht habe.<\/p>\n<p>Die Erfahrung der lebendigen, vibrierenden Kraft des Lebens, die nicht an die \u00e4u\u00dferen Formen gebunden ist, sondern alles miteinander vereint, hat mir deutlich gemacht, dass wir in einer endlosen Schleife fest sitzen, wenn wir in Bezug auf die Sinnfrage rein rationale Erkl\u00e4rungsmuster und Interpretationen erschaffen.<\/p>\n<p><strong>Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn besteht nicht in Worten<\/strong><\/p>\n<p>Ein ewiges und grenzenloses Konzept kann sich nur selbst ausdr\u00fccken. Offenbar sucht es die Gelegenheit dazu in uns Menschen. Und es muss wohl warten, bis ein Mensch bereit ist, sein Nicht-Wissen zu erkennen und zu durchleben. Bis er seine Interpretationsversuche und Analysen losl\u00e4sst und sich dem anvertraut, was ihm als ein \u201eNichts\u201c erscheint.<\/p>\n<p>Die \u00fcber dem Verstand liegenden Dimensions-Ebenen des Seins und des Nicht-Seins sind wohl identisch. Das grenzenlose Ewige kann sich mitteilen als Ganzheit, Einheit, als F\u00fclle wie auch als Leere. Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn besteht nicht in Worten, sondern in einem neuen Werden.<\/p>\n<p>Es scheint ein reines, formloses, allumfassendes Bewusstsein zu geben. In vielen Momenten des Alltags f\u00fchle ich mich von ihm ber\u00fchrt \u2013 nach dem Aufstehen, bei der Arbeit, in der Freizeit oder vor dem Schlafengehen. Der Erkennende und das Erkannte verschmelzen darin.<\/p>\n<p>Mein Herz kann etwas sp\u00fcren von der Einheit des Lebens. Mein Verstand kann darauf reagieren. Er kann Diener des Herzens werden, kann dem Allumfassenden dienen.<\/p>\n<p>Das universelle Bewusstsein will offenbar im Menschen erwachen als individuelles, freies und selbstst\u00e4ndiges Bewusstsein. Das ist etwas Neues in der Evolution. Wir k\u00f6nnen, inspiriert vom Universellen, auf segensreiche Weise mitwirken an ihren weiteren Schritten.<\/p>\n<p>K\u00f6nnte darin nicht der Sinn liegen, das Ziel der Evolution, so weit es den Menschen betrifft?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":10919,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-91121","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/91121","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10919"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91121"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91121"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=91121"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=91121"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}