{"id":90878,"date":"2020-08-15T19:26:54","date_gmt":"2020-08-15T19:26:54","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/innere-arbeit\/"},"modified":"2020-08-15T19:26:54","modified_gmt":"2020-08-15T19:26:54","slug":"innere-arbeit","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/innere-arbeit\/","title":{"rendered":"Innere Arbeit"},"content":{"rendered":"<p><iframe title=\"Innere Arbeit\" width=\"800\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/f9IV5EX6nV8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Seele k\u00f6nnte nicht das Sch\u00f6ne sehen, wenn sie nicht auch sch\u00f6n geworden w\u00e4re. Wenn jemand Gott schauen will, muss er Gott \u00e4hnlich geworden sein, das bedeutet heilig und gerecht auf Grund von Einsicht und Weisheit.<\/p>\n<p>Die Sch\u00f6nheit, die Gerechtigkeit und die Tugend werden von dem Einen erzeugt, und die Seele kann davon schwanger werden, wenn sie von Gott befruchtet wird. Das Eine macht die, welche es lieben, sch\u00f6n und liebenswert.<\/p>\n<p>Damit das stattfinden kann: Kehre ein zu dir selbst und sieh dich an. Und wenn du siehst, dass du noch nicht sch\u00f6n bist, so tu wie der Bildhauer, der von einer Skulptur, welche sch\u00f6n werden soll, hier etwas fortmei\u00dfelt, hier etwas ebnet, dies gl\u00e4ttet und kl\u00e4rt, bis er das sch\u00f6ne Antlitz an der Skulptur vollbracht hat. So mei\u00dfle auch du fort, was unn\u00fctz ist und richte, was krumm ist. S\u00e4ubere das Dunkle und mach es hell, und lass nicht ab, bis dir der g\u00f6ttliche Glanz der Tugend hervorstrahlt.<\/p>\n<p>Er zeigt dir den Weg zu Gott.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Plotin &#8211;&nbsp;&nbsp; Resonanz zu Text 7&nbsp; \u201eInnere Arbeit\u201c<\/h3>\n<p>Mein ganzes Leben lang hat mich die Frage begleitet:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Was soll das Ganze?<\/p>\n<p>Das Weltenspektakel. Die Gewalt, der Kampf, der nicht aufh\u00f6rt. Die Proteste, die Gemeinheiten. Aber auch das Getue, das sich als gut geb\u00e4rdet. Auch das, was sich so lieb und freundlich verh\u00e4lt, kann mir auf die Nerven gehen. Ich sp\u00fcre, dass da im Hintergrund oft ganz andere Kr\u00e4fte wirken. Unser Leben ist meist nicht stimmig, wir sind nicht echt, nicht echt bis ins Innerste unseres Wesens hinein. Ich sp\u00fcre, wie sehr wir \u00fcberlagert und manipuliert werden von Einfl\u00fcssen. Wir sind nicht v\u00f6llig bei uns, sind nicht einfach wir selbst.<\/p>\n<p>Und das bedeutet, dass wir uns selbst nicht wirklich kennen und dass wir uns auch gegenseitig fremd sind. Ich kann es manchmal mit H\u00e4nden greifen. Wir treten uns gegen\u00fcber und begr\u00fc\u00dfen uns vielleicht freundlich. Doch parallel dazu ist da etwas, das den anderen absch\u00e4tzt und ihn nicht vollst\u00e4ndig achtet und anerkennt. Da ist Verachtung in uns. Warum? Wo kommt sie her? Wir sind noch nicht richtig zu uns selbst gelangt. Wir werden \u00fcberlagert, fremdbestimmt, ohne es zu merken. &nbsp;<\/p>\n<p>Fremdheit, Heimatlosigkeit, das sind Gef\u00fchle, die mich mein Leben lang begleitet haben. Ich bin nicht am rechten Ort, auch wenn es mir im \u00c4u\u00dferen gut geht. Ich habe gesucht. Ich habe mich nicht daf\u00fcr entschieden zu suchen. Nein, mein Inneres hat mich in Bewegung gesetzt. Es blieb mir nichts anderes \u00fcbrig, als zu suchen. Aber wonach?<\/p>\n<p>Plotin spricht von der Tugend. Menschen, die ein tugendhaftes Gesicht herumtragen, fl\u00f6\u00dfen mir oft eine G\u00e4nsehaut ein. Bei Plotin geht es aber um etwas anderes. Es geht darum, innere Augen zu bekommen, Augen zum Ewigen hin. Tugend ist das, was die Verwandlung erm\u00f6glicht. Das kann schmerzhaft sein, widerspr\u00fcchlich, nicht erkl\u00e4rbar. Wenn es gut geht, folge ich der Empfindung, der Stimme aus meinem Innersten. &nbsp;<\/p>\n<p>In mir ist ein Bildhauer. Ich bin es selbst, in meinem noch nicht entfalteten Bereich. Ihm stehe ich innerlich gegen\u00fcber.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p>Dieser Andere in mir dr\u00e4ngt mich dazu, mein Leben zu nutzen, so zu nutzen, dass er, der Bildhauer, in mir arbeiten kann. Das bedeutet, ich soll das, was mir im Leben begegnet, akzeptieren. Das, was in mich eintritt, aufnehmen \u2013 und verwandeln. Auch die Konflikte. Sie sind das Material, das mir gegeben wird. Das ist schmerzhaft. Vorw\u00fcrfe, zerbrechende Beziehungen, Treulosigkeiten, Unwahrhaftigkeiten. Das und noch so viel anderes wirkt in mich hinein. Wenn ich es annehme und verwandle, dann ert\u00f6nen in mir die Schl\u00e4ge des Bildhauers.<\/p>\n<p>Und irgendwann kann ich befreiend lachen, befreiend aufatmen. Etwas ist weg, abgehauen. Ich habe oft den Nacken eingezogen, habe mich innerlich verkrochen. Und dann, sp\u00e4ter, wei\u00df ich: Jetzt kann ich gefunden werden von dem Teil in mir, der ins Ewige reicht. Ich bin einfacher geworden, unvermischter mit anderem, der Bildhauer in mir, der Unsterbliche, hat mich zu einem besseren Abbild von sich gemacht. Die Schau \u00f6ffnet sich. Fremdheit beginnt sich aufzul\u00f6sen. Auch das Getue, und die vielen Selbstinszenierungen.<\/p>\n<p>Mitgef\u00fchl kommt immer \u00f6fter, Empathie. Und jetzt zeigt sich. Ich kann viel besser anderes mittragen. Pl\u00f6tzlich bereichert es mich. Licht bricht hervor. Licht hat eine ungeheure Tragkraft. Immer \u00f6fter sehe ich die Welt mit neuen Augen. Ich bin am rechten Ort. Ich bin immer am rechten Ort, in mir, aber auch im \u00c4u\u00dferen. Ich lasse mich vom Leben f\u00fchren. Ich erlebe die Gemeinschaft, der ich angeh\u00f6re, das innere Ringen meiner Gef\u00e4hrten, ganz neu. Und auch die ungeheure Aufgabe einer Seelengemeinschaft in unserer Welt.<\/p>\n","protected":false},"author":921,"featured_media":9984,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110150],"tags_english_":[],"class_list":["post-90878","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-podcast-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/90878","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/921"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9984"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90878"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90878"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=90878"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=90878"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}