{"id":90855,"date":"2020-08-08T07:43:44","date_gmt":"2020-08-08T07:43:44","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/biblische-plagen-und-ihre-absicht\/"},"modified":"2020-08-08T07:43:44","modified_gmt":"2020-08-08T07:43:44","slug":"biblische-plagen-und-ihre-absicht","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/biblische-plagen-und-ihre-absicht\/","title":{"rendered":"Biblische Plagen und ihre Absicht"},"content":{"rendered":"<p>Man st\u00f6\u00dft dabei auf die gro\u00dfen Menschheitslegenden, in unserem Kulturkreis unter anderem auf das Alte Testament. In ihm wird davon berichtet, wie die Menschen unter dem Gesetz lebten. Gott wird gef\u00fcrchtet: bei den einen ist es Ehrfurcht, bei den anderen Angst. Es gilt das Prinzip&nbsp; des Auge um Auge, Zahn um Zahn.<\/p>\n<p>Und dann st\u00f6\u00dft man auf das Neue Testament, in dem die Menschen mit dem Christus-Impuls verbunden werden. Die Idee, dass Gott Liebe ist, tritt in den Vordergrund und wir h\u00f6ren\/lesen die Worte:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Liebe Gott \u00fcber alles und deinen N\u00e4chsten wie dich selbst.<sup>1<\/sup><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Und ferner:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Wenn dich jemand auf eine Wange schl\u00e4gt, so halte auch die andere hin.\u00b2<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das ist ein neues Gottesbild. Jesus sagt auch:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Wenn jemand die G\u00fcter der Welt besitzt und seinen Bruder oder seine Schwester in Not sieht und sein Herz vor ihnen verschlie\u00dft, wie kann er dann Gott lieben?\u00b3<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Diese Ideen wurden von den fr\u00fchen Christen, darunter den gnostischen Gruppierungen<sup>4<\/sup>, enthusiastisch aufgenommen und als befreiend empfunden. Sie verbreiteten sich schnell. Das Leben nicht mehr egozentrisch auszurichten, nicht mehr von Angst beherrscht zu sein, sondern in Liebe und Vertrauen zu leben, f\u00fcr Gott, f\u00fcr die N\u00e4chsten und die ganze Sch\u00f6pfung \u2013 das war ein innerer Aufbruch.<\/p>\n<p><strong>Das Ideal und unsere Wirklichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Aber der Konservativismus und die Angst und die Macht waren nicht verschwunden. Es folgten zweitausend Jahre, die ein Tauziehen darstellten zwischen dem Ruf der Ideale und dem Ausleben von Macht und Angst. Das offizielle Christentum erlebte seinen Aufstieg und Niedergang. Seine Machthaber sorgten daf\u00fcr, dass die Furcht weiterhin herrschte. Die Kreuzz\u00fcge, die Verfolgung der sogenannten Ketzer, die die Grenzen der kirchlichen Gesetze und Dogmen durchbrachen, die Hexenverbrennungen und Religionskriege und vieles andere legen davon Zeugnis ab. Zeiten des Friedens und des Wohlstands endeten in Kriegen, Krankheiten und Katastrophen. Das alttestamentliche Denken lebte in neuem Gewand weiter. Die vielf\u00e4ltigen Plagen interpretierte man als Gottes Rache, und so folgte eine Bu\u00dfpredigt auf die andere.<\/p>\n<p>Welchen Sinn hat das Hin und Her zwischen Ideal einerseits und Macht und Furcht andererseits? Sollen wir in aufeinander folgenden Leben daraus lernen?<\/p>\n<p>Die Bibel sagt:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Mein Volk geht verloren, weil es keine Kenntnis hat.<sup>5<\/sup><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Fr\u00fche Schriften des Christentums enthielten die Lehren vom Karma und der Reinkarnation. Sie wurden jedoch bereits im 4. Jahrhundert aus dem offiziellen Kanon entfernt. Die Kirchenv\u00e4ter entschieden sich f\u00fcr die Auffassung, dass es nur dieses eine Leben gibt und dann die ewige H\u00f6lle oder zumindest das Fegefeuer kommt, oder, f\u00fcr die Rechtgl\u00e4ubigen, das ewige Himmelreich. Auf diese Weise wurden Angst und Herrschaft aufrecht erhalten.<\/p>\n<p>Gott ist Liebe, aber seine Wege sind, so lehrt man, unergr\u00fcndlich. Wir m\u00fcssen glauben, dann werden wir auf ewiglich erl\u00f6st.<\/p>\n<p>Im 19. Jahrhundert kam Darwin mit seiner Theorie vom <em>survival of the fittest<\/em>, dem \u00dcberleben des St\u00e4rkeren, desjenigen, der sich am Besten den Umst\u00e4nden anpassen kann. Das Entscheidende h\u00e4ngt, so die Darwin\u2019sche Erkenntnis, von Zuf\u00e4llen ab, von zuf\u00e4lligen Mutationen (\u00c4nderungen) in der genetischen Information. Die Sicht, dass sich die Natur nach eigenen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten wandelt, hat immer mehr Anh\u00e4nger gefunden. Man braucht nun Gott nicht mehr, um zu erkl\u00e4ren, warum es verschiedene Arten von Lebewesen gibt. Der Sinn des Lebens geht bei der rein naturwissenschaftlichen Sichtweise verloren, und damit zugleich die Auffassung, es gebe einen dem Leben zugrunde liegenden Plan. \u00dcbrig bleibt das Bestreben jeder Spezies, sich selbst zu erhalten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend all dieser Entwicklungen haben die Gnostiker, gleichsam als eine Unterstr\u00f6mung in der Kultur, weiter gewirkt. Sie haben auf vielerlei Weise das \u201eWissen des Herzens\u201c verbreitet, das Wissen von der Herkunft und dem Sinn der menschlichen Existenz. Und sie fanden auch immer wieder Menschen, die sich dem ge\u00f6ffnet haben, die dieses Wissen in sich selbst best\u00e4tigt fanden. Der Mensch ist ein Mikrokosmos, ein Abbild des gro\u00dfen Makrokosmos, so die Lehre der Gnostiker. Er hat hier auf der Erde einen Lernprozess zu durchlaufen, der sich von Leben zu Leben fortsetzt. Bis endlich eine Erfahrungsreife entsteht und die gro\u00dfe Sehnsucht durchbricht, die Sehnsucht des g\u00f6ttlichen Funkens, des menschlichen Urquells. Wenn das Herz von ihr ergriffen wird, werden wir in die Lage versetzt, uns von der \u201ezentripetalen\u201c, der ich-zentralen Haltung abzuwenden und zum Gottsuchenden zu werden. Wir erblicken das Leiden mit neuen Augen und helfen mit, den Weg zu bahnen, der in die Einheit zur\u00fcckf\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Bislang haben wir das Ziel verfehlt<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind Teil eines \u201erebellischen Volkes&#8220;. Wir haben entdeckt, dass wir f\u00fcr uns und die Unsrigen Luxusg\u00fcter anh\u00e4ufen k\u00f6nnen. So haben wir nach und nach den in uns angelegten Drang zum Absoluten umgepolt auf das Bem\u00fchen, die Dinge hier f\u00fcr uns sch\u00f6ner, gr\u00f6\u00dfer und schneller zu machen. Der uns eingeborene Drang zur Verwandlung wurde zu einem \u00e4u\u00dferen Fortschritt nach der Maxime: \u201enichts soll bleiben, wie es war\u201c.<\/p>\n<p>Seien wir ehrlich, wir sind an all dem beteiligt. Auch an dem Wettbewerb, dem Prinzip, das an die Stelle der Einheit getreten ist. Welches Land hat den h\u00f6chsten Wohlstand, das h\u00f6chste Geb\u00e4ude \u2026? Den verhei\u00dfenen Himmel, unseren Ursprung und unser Ziel, haben wir nicht erreicht. Nun rauben wir stattdessen die Erde aus, verschmutzen und vergiften die Luft, die Meere und B\u00f6den. Unser nukleares Zerst\u00f6rungspotenzial \u00fcbersteigt die Zahl der Menschen um ein Vielfaches, Tier- und Pflanzenarten sterben aus, und es ist klar, dass wir infolge dessen immer neue Krankheiten bekommen.<\/p>\n<p>Wir haben unser Ziel verfehlt, das Ziel unserer Existenz. Und so geschieht immer mehr Unerwartetes: Unf\u00e4lle mit Atomkraftwerken, die extreme Zunahme von Krebs und nun eine Pandemie, die die Menschheit zu ersticken droht und die durch zusammenbrechende Wirtschaftsformen den \u00e4rmsten Teil der Menschen dem Hungertod nahe f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Diejenigen, die noch eine Bibel haben, erinnern sich vielleicht an das Buch der Offenbarung, wo die Engel die Waagschalen des Zorns \u00fcber die Welt ausgie\u00dfen. Die Folgen sind Br\u00e4nde, \u00dcberschwemmungen, Vergiftungen, schreckliche Tumore, Erstickungen und Hungersn\u00f6te.<\/p>\n<p>Ist das der Gott der Liebe, der dies durch die Prophezeiung und Vision des Johannes auf Patmos vorhergesagt hat? Oder ist es die Rache des Gottes des Alten Testaments?<\/p>\n<p><strong>Karma und Befreiung<\/strong><\/p>\n<p>Es d\u00fcrfte einfach das Gesetz des Karma sein, das Gesetz von Ursache und Wirkung, dessen Wirksamkeit wir erfahren. Es ist sowohl Naturgesetz als auch g\u00f6ttliches Gesetz, und es bedeutet die Korrektur unseres Verhaltens. Wir haben als Menschheit ein Welt-Karma auf uns geladen. Wir haben die Spannung zu dem Ideal, das die eigentliche Grundlage unseres Daseins ist, so sehr erh\u00f6ht, dass der Planet, die Natur und der menschliche K\u00f6rper sie nicht mehr ertragen k\u00f6nnen. Und so kommt es zu den extremen Entladungen.<\/p>\n<p>Gott ist Liebe. Auch das Gesetz des Karma ist Teil der g\u00f6ttlichen Liebe. Was der Mensch s\u00e4t, muss er ernten, die Spannung muss sich entladen, die Erde muss zur Ruhe kommen und wir Menschen auch. Viele erleben, dass Reue und Schweigen ein Segen sind. Vielleicht haben sie sich in all der Eile und Hektik unbewusst danach gesehnt. Vielleicht \u00e4u\u00dfert sich auf diese Weise die Absicht, die hinter unserer Existenz steht, der g\u00f6ttliche Plan. Jedenfalls f\u00fchren die aktuellen Entwicklungen bei vielen zu einer Erfahrungsreife, zu einem Akzeptieren, dass nichts mehr so sein wird wie vorher. Auf dieser Grundlage kann das Bewusstsein f\u00fcr den wahren Sinn des Menschseins aufleuchten. Das Herz kann den Weg weisen, wenn es zur Ruhe gekommen ist. Neue Einsichten k\u00f6nnen auftreten. Wir bekommen die Gelegenheit, von der Gegenbewegung zur Mitwirkung an dem Plan \u00fcberzugehen. Schlie\u00dflich endet das Buch der Offenbarung mit einer freudevollen Schau:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, und der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen.<sup>6<\/sup><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; 1. Markus-Evangelium Kap. 12 Vers 30<\/p>\n<p>&#8211; 2. Lukas-Evangelium Kap. 6 Vers 29<\/p>\n<p>&#8211; 3. Der erste Brief des Johannes, Kap. 3 Vers 17<\/p>\n<p>&#8211; 4. Gnosis = Kenntnis des Herzens<\/p>\n<p>&#8211; 5. Das Buch Hosea im Alten Testament, Kap. 4 Vers 6<\/p>\n<p>&#8211; 6. Offenbarung Kap. 21 Vers 1<\/p>\n","protected":false},"author":923,"featured_media":9891,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-90855","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/90855","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/923"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9891"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90855"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90855"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=90855"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=90855"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}