{"id":90788,"date":"2020-07-19T20:54:04","date_gmt":"2020-07-19T20:54:04","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/die-legende-vom-heiligen-georg-und-dem-drachen\/"},"modified":"2020-07-19T20:54:04","modified_gmt":"2020-07-19T20:54:04","slug":"die-legende-vom-heiligen-georg-und-dem-drachen","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/die-legende-vom-heiligen-georg-und-dem-drachen\/","title":{"rendered":"Die Legende vom Heiligen Georg und dem Drachen"},"content":{"rendered":"<p>Man geht davon aus, dass sie auf Georg von Kappadokien hinweist, der um das dritte Jahrhundert nach Christus gelebt haben soll. Er war der Sohn einer wohlhabenden r\u00f6mischen Adelsfamilie, die der christlichen Religion angeh\u00f6rte. 494 wurde er von Papst Gelasius I. heiliggesprochen.<\/p>\n<p>Es gibt verschiedene Versionen der Legende. Man kann sie wie folgt zusammenfassen: Ein wilder Drache terrorisierte die Region von Silca und t\u00f6tete Kinder, junge Leute und Frauen. Eines Tages verlangte der Drache, die sch\u00f6ne Tochter des K\u00f6nigs von Silene zu bekommen. Der Monarch widersetzte sich dem Ansinnen und bot sein gesamtes Hab und Gut im Tausch gegen das Leben seiner Tochter an. Angesichts der Gefahrenlage emp\u00f6rte sich aber das Volk und verlangte, dass der K\u00f6nig seine Tochter ausliefere. Um seine Untertanen zu bes\u00e4nftigen, stimmte der Monarch zu. Er segnete seine Tochter und lie\u00df sie au\u00dferhalb der Mauern als Beute f\u00fcr das Untier zur\u00fcck. In diesem Moment kam Georg an den Stadttoren an und fragte die junge Frau nach dem Grund ihres Kummers. Als er die Situation erkannte, bot er seine Hilfe an. Er zog sein Schwert und stellte sich auf seinem wei\u00dfen Pferd dem Ungeheuer. Nach einem erbitterten Kampf besiegte er den Drachen.<\/p>\n<p>Die Legende wurde mit verschiedenen Ritterorden in Verbindung gebracht, die an den Kreuzz\u00fcgen gegen die Ungl\u00e4ubigen teilnahmen. Sie enth\u00e4lt auch Anspielungen auf apokryphe Geschichten, die in den <em>Acta Sanctorum<\/em> (den \u201eAkten der Heiligen&#8220;) aufgezeichnet sind, einer 1643 begonnenen Zusammenstellung der verschiedensten \u00dcberlieferungen \u00fcber Heilige, die voller Extravaganzen und Wunder ist.<\/p>\n<p>In den katalanischen Gebieten wird St. Georgs Kampf mit dem Drachen mit dem \u201eFest der Rose und des Buches\u201c verbunden (Symbolen f\u00fcr das unsterbliche Prinzip im Menschen und f\u00fcr die g\u00f6ttliche Weisheit) und am 23. M\u00e4rz, dem Fest des Heiligen Georg, gefeiert.<\/p>\n<p>Die Legende besitzt eine tiefe esoterische Bedeutung. Schauen wir zun\u00e4chst auf die Symbolik des Drachens (lateinisch <em>draco<\/em>, griechisch <em>drakon =<\/em> Schlange). Sie umfasst je nach Kultur ein weites Spektrum. In der hellenistischen Kultur galt der Drache als H\u00fcter eines Schatzes. <em>Ladon<\/em>, der Drache mit hundert K\u00f6pfen, bewachte die goldenen \u00c4pfel im Garten der Hesperiden. In der nordischen Mythologie h\u00fctete <em>Fafnir<\/em> den Schatz der Nibelungen. Sein Blut machte Siegfried fast unverwundbar. Man sah den Drachen auch als Symbol der Weisheit an (dargestellt auch im <em>Caduceus<\/em>, dem Schlangenstab und im <em>Uroboros<\/em>, der sich in den Schwanz bei\u00dft). In Indien wurde der Drache mit <em>Agni<\/em>, dem vedischen Gott des Feuers, in Verbindung gebracht. In verschiedenen Kulturkeisen wird er aber au\u00dferdem auch mit dem D\u00e4monischen, dem B\u00f6sen, der Zerst\u00f6rung und der Piet\u00e4tlosigkeit assoziiert (z. B. als <em>Leviathan,<\/em> <em>Culebra<\/em> &#8230;).<\/p>\n<p>Der Drache geh\u00f6rt also zu <em>den <\/em>mythologischen Tieren, die Tr\u00e4ger einer gro\u00dfen Symbolik sind. Warum das so ist, kann uns deutlich werden, wenn wir uns vergegenw\u00e4rtigen, dass der Drache oder die gefl\u00fcgelte Schlange nach der \u00dcberlieferung auch das Feuer repr\u00e4sentiert, das unser Gehirn-R\u00fcckenmark-System mit seinen sieben Chakren durchzieht. In vielen Mythen besitzt er deshalb auch sieben K\u00f6pfe.<\/p>\n<p>Die psychische Energie im Menschen, die man sich mit dem Bild einer Schlange oder eines Drachen vorstellt, wird <em>Kundalini<\/em> genannt. Man spricht von drei Quellen der Kundalini und zwei Arten des Drachens. Die Energie schl\u00e4ft \u201eaufgerollt\u201c im Basis-Chakra (im Stei\u00dfbein-Bereich) und f\u00fchrt, wenn sie geweckt wird, zur Entfaltung verschiedener okkulter F\u00e4higkeiten, wie zum Beispiel der Hellsichtigkeit. Diese Basis-Chakra-Kundalini ist so machtvoll und unkontrollierbar, dass sie sich leicht der Kontrolle entzieht und zu einer zerst\u00f6rerischen Energie werden kann, sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene. Daher das Bild des verheerenden Drachens, der \u201eKinder\u201c und \u201eJugendliche\u201c (die geistig noch nicht Gereiften) verschlingt und nach der jungen \u201ePrinzessin\u201c (der Seele) verlangt.<\/p>\n<p>Der Ritter (der Eingeweihte), gesch\u00fctzt durch seine R\u00fcstung, mit dem Schwert in der Hand (Symbol des Geistes), stellt sich dieser m\u00e4chtigen Kraft und vermag sie zu besiegen. Wie ist ihm das m\u00f6glich? Eine n\u00e4here Beschreibung w\u00fcrde uns tief in den Prozess der Verwandlung unseres Wesens hineinf\u00fchren. Wir wollen uns hier auf den Hinweis beschr\u00e4nken, dass der erfahrene Kandidat niemals versucht, zuerst die Kundalini des Basis-Chakras zu erwecken. Vielmehr richtet er sein Interesse auf die Kundalini des Herzens und sp\u00e4ter auf die des Hauptes. Erst wenn diese beiden geistigen Kraftzentren geweckt sind, ist er gen\u00fcgend vorbereit, sich der Kundalini des Basis-Chakras zu stellen. Der Sieg \u00fcber sie f\u00fchrt zur vollst\u00e4ndigen Transformation seines Wesens.<\/p>\n<p>Der Kampf des heiligen Georg gegen den Drachen ist also ein Bild f\u00fcr den Kampf, den der Kandidat im Einweihungsprozess gegen alle Bindungen und alles Karma, das sich in seinem mikrokosmischen Feld angesammelt hat, austragen muss. Sobald der Drache get\u00f6tet ist, verleiht ihm sein Blut (das vom Geist erneuerte Schlangenfeuer) das Elixier der Unsterblichkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":9616,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110075],"tags_english_":[],"class_list":["post-90788","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-livingpast-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/90788","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9616"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90788"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90788"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=90788"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=90788"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}