{"id":90712,"date":"2020-07-02T15:48:55","date_gmt":"2020-07-02T15:48:55","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/die-gottin\/"},"modified":"2020-07-02T15:48:55","modified_gmt":"2020-07-02T15:48:55","slug":"die-gottin","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/die-gottin\/","title":{"rendered":"Die G\u00f6ttin"},"content":{"rendered":"<p><iframe allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\" height=\"232\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/0Bsw3an6bWPQyxXBQSUaG5?utm_source=generator\" style=\"border-radius:12px\" width=\"100%\"><\/iframe><\/p>\n<p>Das Wassermannzeitalter, in das wir eintreten, bringt die Suche nach dem \u201eWeiblichen&#8220;, nach den \u201eweiblichen Archetypen&#8220; mit sich. Das Modell der patriarchalischen Gesellschaft durchlebt seine Krisenzeit, und parallel dazu vollzieht sich der Aufstieg der \u201eG\u00f6ttin&#8220;. Dabei geht es nicht allein um die Gleichberechtigung der Geschlechter, sondern um einen tiefgreifenden kulturellen und spirituellen Wandel, bei dem die weiblichen Aspekte der Seele den Rang erhalten, der ihnen zukommt.<\/p>\n<p>Dem M\u00e4nnlichen soll nicht etwas Weibliches aufgezwungen werden, vielmehr beginnt die Suche nach einer Synthese, einem innigen Zusammenspiel der beiden Pole.<\/p>\n<p>Was ist das, die G\u00f6ttin? Sie verk\u00f6rpert alle Prozesse der Natur: Sch\u00f6pfung, Fruchtbarkeit, Mutterschaft, Sexualit\u00e4t &#8230;, und dar\u00fcber hinaus archetypische Aspekte, die mit unserem Geist und unserer Psyche (Seele) verbunden sind.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-63323\" src=\"http:\/\/logon.media\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/10-Auguste_Puttemans_Isis_2-pinterest.jpg\" alt=\"Isis\" title=\"\" width=\"640\" height=\"1096\" srcset=\"https:\/\/logon.media\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/10-Auguste_Puttemans_Isis_2-pinterest.jpg 640w, https:\/\/logon.media\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/10-Auguste_Puttemans_Isis_2-pinterest-175x300.jpg 175w, https:\/\/logon.media\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/10-Auguste_Puttemans_Isis_2-pinterest-598x1024.jpg 598w, https:\/\/logon.media\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/10-Auguste_Puttemans_Isis_2-pinterest-14x24.jpg 14w, https:\/\/logon.media\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/10-Auguste_Puttemans_Isis_2-pinterest-21x36.jpg 21w, https:\/\/logon.media\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/10-Auguste_Puttemans_Isis_2-pinterest-28x48.jpg 28w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die G\u00f6ttin manifestiert sich in einer F\u00fclle unterschiedlicher Formen und Zust\u00e4nde. Sie reicht weit \u00fcber das hinaus, was der Volksmund das \u201eWeibliche&#8220; nennt. Sie beinhaltet Aspekte wie die Geburt, die Bewahrung und die Aufl\u00f6sung (den Tod) der Lebensformen. Sie umfasst alle Gegens\u00e4tze bei dem, was Leben erzeugt und Leben nimmt.<\/p>\n<p>In der griechischen Mythologie kannte man den Archetyp der Gro\u00dfen Mutter und personifizierte ihn als Mutter Erde, als Gaia. Gaia entstieg als erstes Gesch\u00f6pf dem Chaos, dem Uranf\u00e4nglichen, Undefinierbaren, der formlosen Finsternis, die vor allem Existierenden bestand.<\/p>\n<p>\u201eEhe irgendetwas in die Erscheinung trat, bestand das Chaos&#8220;, schreibt Hesiod in seiner Theogonie, \u201eund aus ihm entstand Gaia mit einem weiten Busen, der zum festen Sitz aller Unsterblichen wurde, die die Gipfel des verschneiten Olymp und des dunklen Tartarus bewohnen &#8230;&#8220;.<\/p>\n<p>Gaia ist also die erste Emanation aus dem Unmanifestierten, dem Chaos, sie ist die kosmische Materie, aus der sp\u00e4ter die Himmel (Uranus) und die Wasser (Pontus) entstanden<\/p>\n<p>In ihrer erhabensten Form ist Gaia die Matrix aller Lebewesen, einschlie\u00dflich des Himmels, der G\u00f6tter des Olymp und der Wasser. In ihrer dichtesten Auspr\u00e4gung bildet sie die K\u00f6rper der Erde, sowohl grobstofflich als auch feinstofflich<\/p>\n<p>In der Entwicklung folgte Rhea, Gaias Tochter. Sie nahm nach und nach die Stelle der Mutter ein. Als phrygische G\u00f6ttin wurde sie Cybele genannt. In Rom verehrte man sie als Magna Mater, als \u201eGro\u00dfe Mutter&#8220;, und setzte sie mit Ceres, der r\u00f6mischen G\u00f6ttin des Ackerbaus, gleich. Ceres entspricht der griechischen Demeter. In den eleusinischen Mysterien waren Demeter und ihre Tochter Persephone zentrale Figuren..<\/p>\n<p>Die G\u00f6ttin und ihr Kult besa\u00dfen viele Namen. Doch immer geht es um das gleiche Wesen, um die lebendige physische Materie, als \u201edichten Stoff\u201c und als \u201eSeelenmaterie\u201c. In einem gnostischen und lichtvollen Aspekt treffen wir den Kult der Mutterg\u00f6ttin in der \u00e4gyptischen G\u00f6ttin Isis an.<\/p>\n<p>Die Begr\u00fcnderin der Theosophie H. P. Blavatsky hat sich ausf\u00fchrlich mit Isis auseinandergesetzt. Als G\u00f6ttin des Mysteriums stellt man sie meist mit einem undurchdringlichen Schleier dar. Auf dem Frontispiz ihres Tempels in Sais standen die Worte: \u201eIch bin alles, was war, was ist und was sein wird. Kein Sterblicher hat je den Schleier, der meine G\u00f6ttlichkeit vor den Augen der Menschen verbirgt, gel\u00fcftet.\u201c (H. P. Blavatsky, <em>Theosophisches Glossar<\/em>)<\/p>\n<p>Das Bild der Isis als Mutter, die ihren Sohn Horus stillt, wurde vom Christentum in zahlreichen Darstellungen \u00fcbernommen: als \u201eJungfrau der Milch\u201c, als Jungfrau Maria mit Jesus im Arm. Doch in ihrer Tiefe wurde die Bedeutung der G\u00f6ttin in esoterischen Traditionen bewahrt. Die Gesellschaft im Allgemeinen (zumindest in der europ\u00e4ischen Kultur) gestaltete sich auf der Grundlage eines m\u00e4nnlichen Rationalismus, unter Au\u00dferachtlassung des weiblichen Kontrapunktes. So kam es zu einer Zivilisation, der es zu einem guten Teil an affektiven Werten fehlt und die unseren Lebensraum, die Erde, und alles Lebendige, das zu ihm geh\u00f6rt, nicht als heilig erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Nur wenige nehmen heute die Erde als \u201eMutterg\u00f6ttin&#8220; wahr, als organisches Ganzes, das mit dem Sonnenlogos verbunden ist, als heilige und lebendige Einheit, die uns Leben schenkt und die wir ben\u00f6tigen, um weiter zu leben.<\/p>\n<p>Der heilige Charakter der Erde ist f\u00fcr die abendl\u00e4ndische Menschheit weitgehend verloren gegangen, und es ist mehr denn je notwendig geworden, ihn aufs Neue zu erringen. T\u00e4glich wird die Natur entheiligt, kaum jemand erf\u00e4hrt sie als ein Lebewesen, das Schmerzen erleiden kann. Ohne R\u00fccksicht auf das Wohl der Menschheit wird sie zum Wohle einzelner ausgebeutet. Die Verschmutzung von Wasser, Land und Luft hat einen Punkt erreicht, an dem sich f\u00fcr uns alle, die wir den blauen Planeten bewohnen, eine Katastrophe ank\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Wenn wir uns in den Mythos der G\u00f6ttin vertiefen, k\u00f6nnen wir etwas von ihrem Herzschlag vernehmen und die zu ihr geh\u00f6renden spirituellen Aspekte erahnen, die f\u00fcr unser Bewusstsein durch die einseitige Hinwendung zu dem m\u00e4nnlichen Gott verloren gegangen sind. Das Hauptbestreben der westlichen Menschheit ging \u2013 im Laufe der letzten Jahrhunderte \u2013 dahin, die Natur zu unterwerfen, und so erbaute sich das Bewusstsein einen Gegensatz zwischen Geist und Materie. Der Gedanke verfestigte sich, dass die geistige Welt und die physische Welt voneinander getrennt seien, ja zu unterschiedlichen und gegens\u00e4tzlichen Realit\u00e4ten geh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Die Doktrin des Dualismus hat die menschliche Seele und die Art ihrer Ann\u00e4herung an das Heilige tief gepr\u00e4gt. Doch stehen Geist und Materie einander wirklich feindlich gegen\u00fcber? Befinden sich Geist und Fleisch im Krieg miteinander? Das G\u00f6ttliche ist ja <em>im <\/em>Menschen zu finden, wie auch an jedem Ort der Natur und in jedem Wesen auf der Welt. Es gibt nichts und wird niemals etwas Lebendiges geben, das im Kern nicht g\u00f6ttlich ist.<\/p>\n<p>Wir haben versucht, das \u201eOben&#8220; und das \u201eUnten&#8220;, das Himmlische und das Irdische, voneinander zu trennen, in der Annahme, das \u201eOben&#8220; sei gut und das \u201eUnten&#8220; sei durch \u201eS\u00fcnde&#8220; verunreinigt. Es ist der Ausfluss einer dualistischen Weltsicht, die, wenn sie hierbei stehen bleibt, die allumfassende Einheit nicht ins Bewusstsein aufnehmen kann.<\/p>\n<p>In den Prozessen, die wir spirituell nennen, wird der Kandidat zun\u00e4chst tats\u00e4chlich mit einer solchen Dichotomie konfrontiert. Sie entfacht seine Sehnsucht und dr\u00e4ngt ihn zu Bewusstseinsschritten hin zum G\u00f6ttlichen. Das Unvollkommene strebt in die Richtung des Vollkommenen. Doch letztlich muss der spirituelle Weg zu der g\u00f6ttlichen Zweiheit im eigenen Wesen gelangen. Der Mensch \u201eauf dem Weg\u201c erlebt den K\u00f6rper als einen Aspekt der G\u00f6ttin, mag es auch ihr dichtester und dunkelster sein. Mitten darin stehend beginnt er, mitzuschwingen in dem ununterbrochenen sch\u00f6pferischen Wirken, dem nicht endenden Zusammenspiel zwischen dem G\u00f6ttlich-M\u00e4nnlichen und dem G\u00f6ttlich-Weiblichen. In ihm wandelt er sich und tr\u00e4gt seinen Teil dazu bei, dass sich die Sch\u00f6pfung insgesamt wandelt. Denn da ist \u201eIsis\u201c, die g\u00f6ttliche Natur. Sie h\u00e4lt die k\u00fcnftigen Gestalten bereit. F\u00fcr den Menschen ist es die vollkommene, feinstoffliche Seelengestalt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":9359,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-90712","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/90712","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9359"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90712"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90712"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=90712"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=90712"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}