{"id":90578,"date":"2020-05-23T14:32:41","date_gmt":"2020-05-23T14:32:41","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/die-reise-des-unsterblichen\/"},"modified":"2020-05-23T14:32:41","modified_gmt":"2020-05-23T14:32:41","slug":"die-reise-des-unsterblichen","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/die-reise-des-unsterblichen\/","title":{"rendered":"Die Reise des Unsterblichen"},"content":{"rendered":"<p><iframe allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\" height=\"232\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/6OnFui9rAOlO8BYjCrei2a?utm_source=generator\" style=\"border-radius:12px\" width=\"100%\"><\/iframe><\/p>\n<p>Die meisten Menschen w\u00fcnschen sich interessante Erfahrungen. Sie w\u00fcnschen sich aber auch Sicherheit. Wachstum und Entwicklung, gerne \u2013 aber bitte innerhalb der Komfortzone. Auf diese Weise m\u00f6chten wir uns gerne entwickeln, entfalten, beweisen. Deshalb haben Abenteuer, die beherrschbar erscheinen, Hochkonjunktur. Da ist die Auswahl gro\u00df, und man w\u00e4hlt den gew\u00fcnschten Intensit\u00e4tsgrad selbst. Lieber eine (nicht zu gewagte) Bergbesteigung oder einen Bungee-Jump? Einen W\u00fcstentrip oder einen Strandurlaub mit Folkloreabend? Einen Thriller oder einen Liebesroman? Oder eine Liebesaff\u00e4re? Man macht Erfahrungen, aber dabei w\u00e4chst in der Regel nur die Sammlung der interessanten Augenblicke. Bald wird das Erlebte l wieder aussortiert. Denn da war nichts wirklich Bereicherndes, nur ein bisschen Farbe, die ins Leben trat und wieder verblasste.<\/p>\n<p><strong>Verursacht unsere \u201eNormalit\u00e4t\u201c die Krisen?<\/strong><\/p>\n<p>Spannender wird es, wenn man den Blick auf das Weltgeschehen richtet. Dort kann man allenthalben Krisen wahrnehmen: die Klimakrise, die Umweltkrise, die Fl\u00fcchtlingskrise; wachsende Aggressionen zwischen Staaten, zerfallende Staaten, zerfallende B\u00fcndnisse. Es ist naheliegend, diese Krisen daraufhin abzuklopfen, was sie uns zu sagen haben. Verursacht unsere \u201eNormalit\u00e4t\u201c diese Krisen? Ist es m\u00f6glich, dass wir oft gleichg\u00fcltig f\u00fcr die Folgen unserer Lebensf\u00fchrung sind, also dem gegen\u00fcber, was wir wegen unserer \u00c4ngste, W\u00fcnsche und Ambitionen verursachen? Spiegeln sich im Gro\u00dfen die Problematiken, die wir im Kleinen, in unserem privaten Leben, nicht klar genug wahrnehmen und nicht l\u00f6sen? Zerfasert unser privates Leben nicht auch oft zwischen widerstreitenden Interessen, bringen uns unsere eigenen Zielkonflikte nicht immer wieder in die Stagnation? Eine \u201eKrise\u201c ist eine Entscheidungssituation und kann, wenn die richtige Entscheidung im richtigen Moment getroffen wird, ein Wendepunkt sein.<\/p>\n<p>Die Menschheit kann global nur anders handeln, wenn viele Menschen die Problematik in sich selbst aufsp\u00fcren und zur Selbsterkenntnis bereit sind. K\u00f6nnen wir unserem expansiven Ich auf den Grund gehen? Es geht darum, wahrzunehmen, dass wir trotz unserer Intelligenz viele Dinge nicht sehen wollen, dass unsere Herzen oft blind und gleichg\u00fcltig sind, dass unbewusste \u00c4ngste viele unserer Grenzziehungen verursachen und uns davon abhalten, notwendigen Ver\u00e4nderungen positiv entgegenzugehen. Wir kennen uns selbst nicht, und diese Unkenntnis reicht tiefer als nur ins \u00e4u\u00dferlich wahrnehmbare Leben. Die Kenntnis, die uns fehlt, entsteht nur, wenn das Zeitliche an uns zu einer Begegnung mit dem Ewigen gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Unser Leben im \u201eKleinen\u201c kann uns viele der ben\u00f6tigten Dinge lehren. Oft sind es gerade die \u00fcberstandenen Schwierigkeiten, sogar Verluste, aus denen wir erleichtert und gest\u00e4rkt hervorgehen. Erleichtert, weil wir wieder eine Illusion \u00fcber Bord geworfen haben, wenn auch anfangs nicht freiwillig. Gest\u00e4rkt, weil wir erfahren haben, dass uns seltsamerweise ein Verlust nichts Wesentliches nehmen konnte. Eine unerwartete Freiheit tritt zutage, eine beginnende Unabh\u00e4ngigkeit von Dingen und Umst\u00e4nden, vom W\u00fcnschen, F\u00fcrchten und Brauchen.<\/p>\n<p><strong>Vom Fluss des Lebens<\/strong><\/p>\n<p>Jedes wirkliche Sicheinlassen auf Menschen und Situationen kann in diesem Sinne erhellend und befreiend wirken. Wer es wagt, spontan einer Situation zu folgen und die eigenen Lebenspl\u00e4ne zu verwerfen, gar einen scheinbar vorgezeichneten Pfad zu verlassen, entdeckt neue Seiten an sich. Solch ein Mensch findet gerade in der Hingabe an das Unerwartete Tiefen in sich, von denen er nichts wusste. Er entdeckt, dass das eigene Mei\u00dfeln am Selbst weniger zielf\u00fchrend war als das, was der Fluss des Lebens sichtbar gemacht hat. Auch hier entsteht ein St\u00fcck Freiheit \u2013 von Selbstdarstellung, von vorgefassten Rollen. Man n\u00e4hert sich der Frage, ob das Selbst letztlich definierbar und begrenzbar ist. Scheint es nicht in der Selbstvergessenheit, im Zusammenwirken mit anderen am wahrhaftigsten zu sein?<\/p>\n<p>Durch all diese Erfahrungen hin sch\u00e4rft unser Blick sich. Wir suchen jetzt nach F\u00fclle, nach Liebe, nach Vollkommenheit. Ab hier wird es schwierig. Denn die Erfahrung der F\u00fclle l\u00e4sst sich nicht festhalten. Versuchen wir dies, entsteht Stagnation. Wir suchen wirkliche Liebe und dann merken wir, dass wir Bedingungen stellen, dass wir unwillk\u00fcrlich Geben und Nehmen verrechnen. Den ersten gro\u00dfen Gef\u00fchlsvorschuss, den wir verschenken, wollen wir sp\u00e4ter doch wiederhaben. Es ist normal zu denken, das Leben (und die anderen) schuldeten uns etwas. Aber ist das so?<\/p>\n<p>Suchen wir Vollkommenheit, dann m\u00fcssen wir wahrhaftig werden; dazu geh\u00f6rt, dass wir im Denken, F\u00fchlen und Tun eins mit uns sind. Doch da gibt es zu viele Zielkonflikte in uns. Wir m\u00f6chten die Sicherheit des Wohlstands und auch die Freiheit des leichten Gep\u00e4cks. M\u00f6chten eins sein mit allen Seelen da drau\u00dfen, aber am liebsten nur von den eigenen vier W\u00e4nden aus. M\u00f6chten helfen und gestalten, aber auf welcher Grundlage und mit welchem Einsatz? K\u00f6nnen wir wahrhaftig sein, k\u00f6nnen wir gut sein? Kann ein Mensch \u00fcberhaupt gut sein? \u201eEs ist niemand gut, nicht einer\u201c, spricht Jesus. Dieser Satz ist wie ein Schuss vor den Bug, der das Suchen der Seele aber nicht aufhalten kann.<\/p>\n<p>Das Leben schenkt uns immer wieder unsere Abenteuer, in unerwarteten Begegnungen. In Beziehungen, die wir eingehen, in Konflikten, die wir annehmen und durchleben, weil es einfach ansteht. Im Scheitern, das unverhofft einen inneren Schatz freilegt \u2013 das einen Ort im Innern zeigt, in dem Mein und Dein, Falsch und Richtig in etwas Neues verschmelzen. Ein Pfad tut sich auf, auf dem Vertrauen entsteht und es m\u00f6glich wird, \u201euns selbst\u201c zu verlieren, ohne Erwartungen, und dabei getragen von jenem Unbekannten, das am Ende des Pfades auf uns wartet.<\/p>\n<p><strong>Das Unsterbliche in uns reist durch Raum und Zeit<\/strong><\/p>\n<p>Wie s\u00e4he unsere Lebensreise aus, wenn wir sie aus der Sicht des Ewigen in uns betrachten k\u00f6nnten? Wir suchen \u201euns selbst\u201c; das Ewige in uns m\u00f6chte sich als wahres Selbst zeigen. Wir spiegeln uns in den Menschen und Dingen; das Ewige spiegelt sich in uns \u2013 verstehen wir es? Wir suchen die Vollkommenheit in verg\u00e4nglichen Dingen, doch sie sind \u201enur ein Gleichnis\u201c f\u00fcr das Ewige. Wir suchen Verbundenheit und lassen uns dabei fesseln; doch da ist Unsterbliches in uns, das allverbunden ist und seine zeitlichen Fesseln l\u00f6sen will. Wir haben eine Spanne von circa achtzig Jahren zur Verf\u00fcgung; das Ewige reist seit undenklichen Zeiten durch Raum und Zeit. Wir sind in der Trennung; das Ewige aber ist ein integraler Teil des g\u00f6ttlichen Alls: ein Mikrokosmos, ein kleines Universum, das mit unserer Hilfe seine Reise zu ihrem Ziel bringen m\u00f6chte. Das hei\u00dft, alle Erfahrungen, die wir machen, macht der Mikrokosmos mit uns. Wir erleben ein abenteuerliches Leben \u2013 aber das Abenteuer des Mikrokosmos, des Ewigen in uns: das sind wir.<\/p>\n<p>Oft, wenn wir Verluste oder Schwierigkeiten bestehen oder etwas besonders Sch\u00f6nes und Bewegendes erleben, kann ein Moment der Freiheit aufblitzen. Dann handeln wir ohne Angst, dann lassen wir los, ohne die Konsequenzen zu f\u00fcrchten. Zu Beginn ist es ein Prozess der seelischen Reifung. Aus ihm entwickelt sich Bewusstsein f\u00fcr das Seelische, w\u00e4chst Offenheit f\u00fcr das Unergr\u00fcndliche, das Ewige in unserer Mitte (und in allen anderen!). Wir lernen, nach innen zu lauschen. Wer weitergeht, in dem k\u00f6nnen Liebe und Hingabe zu dem g\u00f6ttlichen Selbst wachsen. Zum ersten Mal entsteht die Wahrnehmung, dass das Ewige des Zeitlichen bedarf, dass es mit unserer Hilfe eine Entwicklung durchl\u00e4uft. Eine bewusste Begegnung ist noch nicht m\u00f6glich. Aber etwas Seltsames geschieht: Alle Geschehnisse werden zu einem offenen Tor \u2013 wenn wir es durchschreiten, n\u00e4hern wir uns dem Ewigen in uns, durch alles hin, was unser Leben ausmacht. Es scheint dann, dass alles, was geschieht, uns diesen Weg bahnen will.<\/p>\n<p>Zugleich hat schon eine gro\u00dfe Ver\u00e4nderung begonnen: Im Bewusstsein, im Denken, im F\u00fchlen. Grenzen werden aufgehoben. \u00c4ngste, Feindschaft und Polarit\u00e4t werden schw\u00e4cher, die Einheit in allem wird sichtbar. Mehr noch, sie wird zur Grundlage unseres Denkens und Empfindens. Das ist der Beginn einer Transformation. Wer diesen Weg konsequent weitergeht, in dem w\u00e4chst ein neuer Wille, der die Gewohnheiten und die alten stofflichen Bindungen \u00fcberwindet \u2013 und der letztlich zu einer Quelle von Lebenskraft wird, die nie versiegt, zum Tor in ein unverg\u00e4ngliches Leben. Neue Kr\u00e4fte flie\u00dfen in das ganze Wesen ein, verwandeln es. F\u00fcr das zeitliche Ich ist es ein Weg des Loslassens, des Dienens, des \u201eUntergangs\u201c und \u201eAufgehens\u201c in dem Neuen, das sich n\u00e4hert. Am Ende ist es eine Wiedergeburt aus dem Ewigen in unserer Mitte. Wer diesen Weg geht, wird bewusst zum Bewohner zweier Welten, der ewigen und der zeitlichen. Gibt es ein gr\u00f6\u00dferes Abenteuer als diese Reise?<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":8877,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-90578","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/90578","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8877"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90578"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90578"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=90578"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=90578"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}