{"id":90300,"date":"2020-02-21T08:25:04","date_gmt":"2020-02-21T08:25:04","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/geh-nicht-den-pfad-sei-der-pfad-teil-2\/"},"modified":"2023-01-02T21:32:33","modified_gmt":"2023-01-02T21:32:33","slug":"geh-nicht-den-pfad-sei-der-pfad-teil-2","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/geh-nicht-den-pfad-sei-der-pfad-teil-2\/","title":{"rendered":"Geh nicht den Pfad \u2013 sei der Pfad Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Der amerikanische Philosoph Henry Thoreau sagte: \u201eDas Universum ist gr\u00f6\u00dfer als unsere Sichtweise von ihm.&#8220; \u00c4hnliches gilt f\u00fcr uns. Unser Selbst ist mehr als das, wof\u00fcr wir es halten. \u00a0Wir denken, wir seien getrennte Wesen. Wir identifizieren uns mit unseren Qualit\u00e4ten, Lastern und Tugenden, unseren Ansichten, Emotionen, Reaktionen und den Rollen, die wir spielen, Dabei erkennen wir nicht, dass wir noch andere Aspekte besitzen, durch die wir in gr\u00f6\u00dfere, h\u00f6here und vollkommenere Dimensionen reichen. Auf der Ebene der spirituellen Seele sind wir eins mit allem, was existiert \u2013 und auch eins mit dem h\u00f6chsten g\u00f6ttlichen Prinzip, das im alten \u00c4gypten Nun und Re genannt wurde.<\/p>\n<p>Jetzt aber, auf der jetzigen Bewusstseinsebene, k\u00f6nnen wir diese Einheit nicht sp\u00fcren und auch nicht aus ihr leben. Wir k\u00f6nnen uns bei unseren Entscheidungen nicht von ihr leiten lassen. Dazu ben\u00f6tigen wir eine spirituelle Seele. Unser normales Bewusstsein ist auf das Ego abgestimmt. Egozentrik ist ein Merkmal unseres \u201eSchlangenfeuers\u201c (des Bewusstseinsfluidums entlang der Wirbels\u00e4ule), und deshalb bleibt jeder von uns auf sich selbst bezogen und sieht sich als den Nabel der Welt. Das gilt auch f\u00fcr die, die sich als Humanisten betrachten, die altruistisch sind und sich der Menschlichkeit verschrieben haben. Es ist gut und notwendig, sich f\u00fcr Rechtlose, Schwache und Kranke einzusetzen. Wenn wir die Ich-Bezogenheit aber nicht erkennen, die selbst hierbei noch vorhanden ist, zeigt das nur, dass wir uns selbst noch nicht tief genug kennen.<\/p>\n<p>Wir sagen das nicht, um zu moralisieren oder zu verurteilen. Es geht um Information, um das Erlangen von Einsicht. Das \u201eLicht des Wissens\u201c ist uns fern ger\u00fcckt, weil unser Zirbeldr\u00fcsen-Chakra es nicht mehr richtig empfangen kann. Aus diesem Grund sagte Jesus, als sie ihn kreuzigten: \u201eVater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.\u201c<\/p>\n<p><strong>Nephthys und Elisabeth<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00c4gypter nannten das Bewusstsein des in die Materie eingetauchten Menschen Nephthys. Der Name bedeutet \u201eEnde, Grenze&#8220;. Der r\u00f6mische Schriftsteller Plutarch erl\u00e4utert, dass ein solches Bewusstsein \u201edie \u00e4u\u00dfersten Enden der Erde erreicht&#8220; hat und \u201edie Macht besitzt, zerst\u00f6rerisch zu wirken&#8220;. Bewusstsein, das sich mit der Welt der Materie vereint, ger\u00e4t in eine tiefe Schwingungsebene. Die Seele kann sich hier beschmutzen. Wie die Gorgo st\u00f6rt und verunreinigt sie die g\u00f6ttliche Harmonie und Ordnung.<\/p>\n<p>Nephthys war die Tochter und Ehefrau von Typhon; das hei\u00dft, dass sie aus einem Element der Dunkelheit, des Chaos, der Unwissenheit, der spirituellen Anarchie und des B\u00f6sen geboren wurde. Als Ehefrau dieses Prinzips blieb sie unfruchtbar. Auch die biblische Elisabeth war unfruchtbar. Beide Figuren symbolisieren die Tatsache, dass das Streben des irdischen Bewusstseins nach Vollkommenheit zum Scheitern verurteilt ist.<\/p>\n<p>Der Name &#8222;Nephthys&#8220; bedeutet aber auch \u201eSieg&#8220;. Wenn wir unsere Unvollkommenheit, Unvollst\u00e4ndigkeit und Verwirrung erkennen und uns den Angelegenheiten des Geistes zuwenden, wird es uns m\u00f6glich, in eine neue Entwicklung einzutreten. Ein Symbol f\u00fcr diese Entwicklung, die spiralenf\u00f6rmig verl\u00e4uft, ist die Liebesverbindung von Nephthys und Osiris, deren Frucht Anubis ist. Der Gott Anubis wurde mit dem Kopf eines Hundes oder Schakals dargestellt. Damit wird auf die F\u00e4higkeit hingedeutet, sowohl tags\u00fcber als auch des Nachts richtig sehen zu k\u00f6nnen. Den Schakal \u2013 ein Tier, das Leichen verschlingt \u2013 sah man als Symbol f\u00fcr den mystischen Tod und die Wiedergeburt an. Anubis war der Herr der unterirdischen Welt. Er half Osiris bei seiner Wiedergeburt. Er versinnbildlicht <em>den<\/em> Aspekt in uns, der uns erlaubt, die dunklen Aspekte unseres Wesens zu erkennen. Zugleich war Anubis ein Symbol f\u00fcr die Macht, Altes und T\u00f6dliches zu vernichten, also das, was nicht der sich in uns entwickelnden G\u00f6ttlichkeit dient.<\/p>\n<p>Es gibt in unserem Herzen den Kern eines Bewusstseins, das sich von dem irdischen Bewusstsein unterscheidet. Dieser Kern ist das einzige unsterbliche \u201eAtom&#8220; in uns, das einzige Relikt einer fr\u00fcheren G\u00f6ttlichkeit. Es befindet sich bei vielen Menschen in einer Ruhephase. Es erwacht, wenn unser Bewusstsein nach vielen Inkarnationen und Erfahrungen endlich seine eigene Unfruchtbarkeit und \u201eTrockenheit\u201c erkennt. Wenn es trotz der vielen Versuche, das Gl\u00fcck zu finden und trotz allem, was es erreicht hat, immer noch eine Leere erf\u00e4hrt und eine seltsame Sehnsucht nach einer anderen Welt, nach Gott. Wenn es seine eigene Hilflosigkeit und Ohnmacht erlebt und die Unf\u00e4higkeit, das G\u00f6ttliche im eigenen Wesen zu erkennen. Die Strahlungskr\u00e4fte des Wassermannzeitalters k\u00f6nnen ein solches Bewusstsein wecken. Niemand kann sagen, wann das bei jemandem stattfindet. \u201eDer Wind weht, wo er will und du h\u00f6rst sein Sausen wohl, aber du wei\u00dft nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist&#8220;, sagte Jesus zu Nikodemus (Joh. 3).<\/p>\n<p>Wenn das g\u00f6ttliche Element erwacht und unser Bewusstsein sich auf die Angelegenheiten des Geistes richtet, wenn die Verbindung mit Gott unser gr\u00f6\u00dfter Wunsch wird, dann werden wir wie Nephthys oder wie Elisabeth \u2013 zum fruchtbaren Land. Wir fangen an zu erkennen, dass wir mehr als nur unser kleines Selbst sind. Wir beginnen, auf das Herz zu h\u00f6ren, aus dem die Stimme des \u201eAnderen&#8220; kommt.<\/p>\n<p><strong>Gorgo<\/strong><\/p>\n<p>Der griechische Mythos besagt, dass es unm\u00f6glich war, Gorgo ohne g\u00f6ttliche Hilfe zu t\u00f6ten. Sie wurde von Perseus mit Hilfe von Athene besiegt. Auch wir, moderne \u201eHelden&#8220;, die wir unser eigenes egozentrisches Bewusstsein besiegen wollen, brauchen g\u00f6ttliche Hilfe. Sie wird uns von den Bodhisattvas angeboten, einer leuchtenden Bruderschaft, die in der Seelenwelt lebt, im \u201eVakuum von Shambala\u201c.<\/p>\n<p>Perseus t\u00f6tete Gorgo, indem er sich von ihr zur\u00fcckzog und ihr Spiegelbild in dem Kupferschild beobachtete, den Athene selbst f\u00fcr ihn hielt. (Er durfte ihr nicht unmittelbar ins Auge schauen.) Dann erhob er sich mit gefl\u00fcgelten Sandalen (ein Attribut von Hermes\/Merkur) und schnitt dem Monster den Kopf ab. Auch wir m\u00fcssen unser Ego im Licht der g\u00f6ttlichen Liebe und Weisheit, die durch den Kupferschild der Athene symbolisiert werden, beobachten. Wenn wir uns von ihm abwenden, identifizieren wir uns nicht mehr mit unserem kleinen Selbst. Dank der Kraft des Merkur, dank des gnostischen Lichts sind wir in der Lage, unsere Schwingungen zu erh\u00f6hen und den Schlangenkopf mit dem Schwert des Erkennens abzuschlagen.<\/p>\n<p>Diese Enthauptung bedeutet, dass wir nicht mehr versuchen, unsere irdische Pers\u00f6nlichkeit zu verbessern. Wir lassen vielmehr unser altes Bewusstsein \u201evon Anubis verschlingen&#8220;. Es darf keinen separaten Pilger auf dem Weg geben. Er soll sich aufl\u00f6sen. Er soll eins werden mit der alles durchdringenden Liebe Gottes. Wir sollen also nicht zu einem \u201egro\u00dfen Mann&#8220;, einem \u201eGro\u00dfmeister&#8220;, \u201eGuru&#8220; usw. werden. Wir sollen Aspekte der Stille sein. \u201eSelig sind die Sanftm\u00fctigen, denn sie werden das Erdreich besitzen&#8220; (Matth. 5), d.h. sie werden ihre Pers\u00f6nlichkeit z\u00e4hmen und Gott unterwerfen.<\/p>\n<p>Manchmal wird unser Wunsch, uns zu entwickeln, paradoxerweise zu einem Wunsch, der uns von Gott trennt. Das geschieht, wenn wir unbewusst nach Ruhm f\u00fcr uns selbst verlangen. Wenn wir uns selbst als geistlich, heilig, gut, besser betrachten, dann entwickeln wir das sogenannte \u201espirituelle Ego&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Akzeptanz und Blumen der Stille<\/strong><\/p>\n<p>Der Schl\u00fcssel zum Weg ist die Akzeptanz. Alles ohne Widerstand, ohne Rebellion zu akzeptieren, ohne es zu verurteilen. Wir sollen sehen, was in uns Licht und was Dunkelheit ist, welche W\u00fcnsche zur irdischen Welt geh\u00f6ren und welche auf Gott gerichtet sind. Und was in uns Dunkelheit ist, soll ausgel\u00f6scht, soll Anubis zum Verschlingen gegeben werden. Aber wir sollten uns nicht selbst verdammen und verurteilen. Wir brauchen Sanftheit und Geduld, uns selbst und anderen gegen\u00fcber. Wenn wir \u00fcber uns oder andere den Stab brechen, machen wir L\u00e4rm, erh\u00f6hen wir die Zahl der Schlangen in unserem Kopf und schaffen zus\u00e4tzliche Vorstellungen davon, wer wir sind. \u201eUnser Geist ist der M\u00f6rder der Wirklichkeit&#8220;; \u201eder J\u00fcnger muss den M\u00f6rder t\u00f6ten&#8220;, hei\u00dft es in dem B\u00fcchlein \u201eDie Stimme der Stille\u201c.<\/p>\n<p>Die Konzepte, die aus dem Verstand flie\u00dfen, sind die ausgetretenen Pfade des Denkens, das Labyrinth, in dem wir so lange gefangen waren. Diese ausgetretenen Pfade haben uns dazu gebracht, unsere eigenen Erfahrungen zu recyceln. Wir k\u00f6nnen uns aus dem Teufelskreis unseres eigenen Schicksals befreien, die Kette der kontinuierlichen Inkarnationen durchbrechen. Wir k\u00f6nnen uns von unserer \u201eNormalit\u00e4t&#8220; befreien, von der Van Gogh sagte: \u201eDie Normalit\u00e4t ist ein gepflasterter Weg: Es ist bequem, ihn zu gehen, aber es wachsen keine Blumen darauf&#8220;.<\/p>\n<p>\u201eBlumen&#8220; werden aus der Stille geboren. Aus dem Schweigen entsteht ein Pfad, den noch niemand zuvor beschritten hat. Dieser Pfad ist Gott, wiedergeboren in jedem, der zum Schweigen bringt, der t\u00f6tet, der sein kleines Selbst jeden Tag Schritt f\u00fcr Schritt ausl\u00f6scht.<\/p>\n<p>Deshalb: Lasst uns nicht den Pfad gehen, sondern der Pfad sein.<\/p>\n<p>Gott erwartet Antwort auf die Blumen, die er uns schickt,<\/p>\n<p>nicht auf die Sonne oder die Erde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Verweilen wir nicht, um Blumen zu sammeln, um sie zu behalten,<\/p>\n<p>sondern gehen wir weiter. Die Blumen werden sich selbst erhalten,<\/p>\n<p>sie werden zum bl\u00fchenden Pfad.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dunkle Wolken werden zu Himmelsblumen,<\/p>\n<p>wenn sie vom Licht gek\u00fcsst werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Wasser in einem Gef\u00e4\u00df sprudelt;<\/p>\n<p>das Wasser im Meer ist dunkel.<\/p>\n<p>Die kleine Wahrheit hat Worte, die klar sind;<\/p>\n<p>die gro\u00dfe Wahrheit hat eine gro\u00dfe Stille.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Staub der toten Worte klebt an dir.[1]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>[1] Rabindranath Tagore, aus: \u201eStray Birds\u201d (Strophen 26, 102, 249, 176, 147)<\/p>\n","protected":false},"author":917,"featured_media":8038,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-90300","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/90300","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/917"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90300"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90300"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=90300"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=90300"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}