{"id":90241,"date":"2020-02-10T17:04:23","date_gmt":"2020-02-10T17:04:23","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/die-reise-zum-gottlichen-geliebten\/"},"modified":"2020-02-10T17:04:23","modified_gmt":"2020-02-10T17:04:23","slug":"die-reise-zum-gottlichen-geliebten","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/die-reise-zum-gottlichen-geliebten\/","title":{"rendered":"Die Reise zum g\u00f6ttlichen Geliebten"},"content":{"rendered":"<p>A.P.: Welche Rolle spielt f\u00fcr Sie (vermittelbares) Wissen auf einem spirituellen Weg? Was sollte man wissen?<\/p>\n<p>H:A.: Es gibt nur zwei Wesen im ganzen Universum: den Liebenden und den Geliebten. \u201eIch war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden&#8220; (Ausspruch des Propheten Mohammed). Dieser Ausspruch besagt, dass die ganze Sch\u00f6pfung nur zu dem Zweck erschaffen wurde, dass sich der Erkennende (Gott \/ Allah) im Erkannten (der Sch\u00f6pfung) selber erkennt. Daher sehnt sich die ganze Sch\u00f6pfung danach, sich mit dem Sch\u00f6pfer zu vereinigen, denn nur in ihm vermag sie sich zu erkennen.<em> <\/em>Gotteserkenntnis f\u00fchrt zur Vereinigung mit dem g\u00f6ttlichen Geliebten<em>. <\/em><\/p>\n<p>Die Trennung vom Sch\u00f6pfer war notwendig, damit der Prozess des Erkennens \u00fcberhaupt m\u00f6glich wurde. Die Reise zum g\u00f6ttlichen Geliebten beginnt, wenn wir ganz im Augenblick, im Hier und Jetzt, erwachen.<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>Die Reise des allm\u00e4hlichen Erwachens f\u00fchrt in die g\u00f6ttliche Gegenwart.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In ihr erkennen wir, dass wir in jeden Augenblick des Erwachens mit Gott, unserem Sch\u00f6pfer, verbunden sind. Dieses Erkennen kann nur in der g\u00f6ttlichen Gegenwart geschehen. Die Bewusstseinsreise in die g\u00f6ttliche Gegenwart beginnt mit der bewussten Absicht, mit nichts anderem au\u00dfer dem g\u00f6ttlichen Geliebten selbst zufrieden zu sein. Die Suche nach dem g\u00f6ttlichen Geliebten f\u00fchrt zur Vereinigung mit dem g\u00f6ttlichen Urgrund des Menschen. Erst in der Vereinigung mit Gott \/ Allah kann die Trennung vom g\u00f6ttlichen Urgrund aufgehoben werden.<\/p>\n<p>Die vollkommene Gl\u00fcckseligkeit erlangt der Mensch, wenn er auf dem Urgrund allen Seins sich selbst, seine Gottheit in sich selbst, gefunden hat.<\/p>\n<p>A.P.: Was kann man \u00fcberhaupt wissen? \u2013 Was ist inneres Wissen, und bis wohin reicht es? Ist es m\u00f6glich, dass Nichtwissen eine wichtige Rolle spielen kann?<\/p>\n<p>H.A.: Der Zustand der Einheit kann nur durch die Trunkenheit des Herzens erlangt werden.<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>Die Trunkenheit durch den Wein der Liebe f\u00fchrt zur vollkommenen Vereinigung mit dem g\u00f6ttlichen Geliebten. <\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Im Koran steht das heilige Wort \u201eLa Ilahe Ilallah&#8220;. Das bedeutet: nichts ist, keine Wirklichkeit au\u00dfer Gott. Nur der vom Wein der Gottesliebe Berauschte kann die Sch\u00f6nheit und den Sinn dieser Worte wirklich begreifen. Alle heiligen Schriften bezeugen die vollkommene Einheit Gottes mit seiner gesamten Sch\u00f6pfung. Das Geheimnis der Einheit allen Seins kann nur im Zustand der vollkommenen Trunkenheit erlangt werden. Der von Liebe Berauschte kann den g\u00f6ttlichen Geliebten in der Trunkenheit seines eigenen Herzens erfahren.<\/p>\n<p>Im Ausgel\u00f6scht-Sein durch die vollkommene Trunkenheit kann die Verneinung aller geschaffenen Dinge erfolgen. Durch die Trunkenheit vom Wein der Gottesliebe erreicht der Sufi den Zustand von &#8222;Fana&#8220;, des Ausgel\u00f6scht-Seins. Nachdem der Sufi die Gottesschau und die \u00d6ffnung des Auges des Herzens durch die Trunkenheit vom Wein der Liebe erlangt hat, trifft ihn wie ein Blitz die absolute N\u00fcchternheit und Klarheit, der Vision der Gottesschau, die zur Bejahung aller geschaffenen Dinge f\u00fchrt.<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>Diese wahre N\u00fcchternheit ist die gr\u00f6\u00dfte Ekstase des Berauscht\u2013Seins, in der der Sufi die Sch\u00f6nheit Gottes im eigenen Herzen erkennt.&nbsp; <\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Erst durch den Zustand des Ausgel\u00f6scht-Seins und der Trunkenheit vom Wein der Gottesliebe kann das \u201esubjektive Ich\u201c, die Ich-Pers\u00f6nlichtkeit (Ego), die animalische Triebseele, \u00fcberwunden werden. Nur im Zustand der h\u00f6chsten Ekstase und Trunkenheit kann das g\u00f6ttliche h\u00f6here Selbst, der g\u00f6ttliche Funke in der f\u00fcnften Herzkammer, erkannt werden. Wirkliches Wissen ist die Erkenntnis durch Liebe. F\u00fcr die Sufis ist der eigene K\u00f6rper ein Kreuz aus Licht, eine Landkarte des Bewusstseins.<\/p>\n<p>A.P.: Was ist Ihr wichtigster Leitstern? Wie erleben Sie den transformativen Aspekt des Weges?<\/p>\n<p>H.A.: Um erwachen zu k\u00f6nnen, soll der Mensch sich von der sinnlichen Welt des K\u00f6rpers, mit seiner animalischen Triebseele und der Anhaftung an diese, l\u00f6sen. Es ist ein Sich-Erheben aus sich selbst heraus. Der Mensch soll aufstehen lernen, um auf den g\u00f6ttlichen Urgrund seines Herzens zu gelangen (siehe dazu Meister Eckharts Werk von der Leere und der F\u00fclle).<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>Wirkliches Wissen ist die Erkenntnis des Gottesfunkens im Herzen des Menschen.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Sufis glauben, dass Jesus Christus nicht am Holzkreuz den Kreuzestod gestorben ist, sondern am Kreuz aus Licht, an der Essenz, dem Licht Gottes. An diesem Kreuz aus Licht ist die animalische Triebseele Jesu gestorben und der Christus ist auferstanden im \u201eSterben vor dem Sterben&#8220;. \u00d6ffnet sich die f\u00fcnfte Herzkammer, so geht der g\u00f6ttliche Same, der g\u00f6ttliche Funke auf und keimt zur Rose der Liebe, zum brennenden Herzen Jesu. Die Rose entfaltet ihre Bl\u00fctenbl\u00e4tter und verstr\u00f6mt einen wunderbaren Duft der Ewigkeit Gottes. Jetzt erst offenbart sich das verborgene schwarze Licht Gottes und enth\u00fcllt das Geheimnis der Liebe im Rosengarten des Herzens. Die Rose erbl\u00fcht, da sie von reiner Gottesliebe entflammt ist. Durch das Entwerden in Gott, Fana, gelangt der Sufi zum schwarzen Licht, das in der Finsternis des Herzens leuchtet und das Wesen Gottes offenbart. Die Farbe von Jesus ist bei den Sufis ein leuchtendes Schwarz. Er gilt bei den Sufis als Prophet der geistigen Armut. Denn er sagt von sich in der Bergpredigt: \u201eSelig sind die geistig Armen, denn ihnen geh\u00f6rt das Himmelreich.&#8220;<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>Das v\u00f6llige Ausgel\u00f6scht-Sein der animalischen Triebseele von all ihren Begierden beschreibt den Prozess vom Kreuzestod Jesu. <\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Durch den Liebestod am Kreuz gelangen wir auf den Weg zur geistigen Armut, und das schwarze Licht enth\u00fcllt das geheime Wesen Gottes, das sich im brennenden Herzen Jesu offenbart. Das Erkennen der leuchtend-schwarzen Farbe in der f\u00fcnften Herzkammer f\u00fchrt zur Errettung vom Kreuzestod. Durch das v\u00f6llige Ausgel\u00f6scht-Sein auf dem Weg der Armut erlangt der Sufi die smaragdene Vision des Herzens. Die Inspiration des Heiligen Geistes f\u00fcllt den Kelch des Herzens mit dem schwarzen Licht der Gotteserkenntnis. Das Wesen Gottes bleibt immer verborgen und ist deswegen das leuchtend-schwarze Licht, f\u00fcr das das Christus-Bewusstsein steht. In einem von leidenschaftlicher Gottesliebe brennenden Herzen kann der Heilige Geist empfangen werden. Dies f\u00fchrt zur v\u00f6lligen Armut und zum Ausgel\u00f6scht-Sein in der Gegenwart des g\u00f6ttlichen Geliebten. Wenn der Suchende den Weg der Armut, den Weg von Jesus Christus geht, gelangt er in seine wirkliche Heimat, in das Lichtreich Gottes.<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":7876,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-90241","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/90241","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7876"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90241"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90241"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=90241"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=90241"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}