{"id":90137,"date":"2020-01-15T18:10:24","date_gmt":"2020-01-15T18:10:24","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/ein-besonderes-erlebnis-teil-1-eine-ausergewohnliche-begegnung\/"},"modified":"2020-01-15T18:10:24","modified_gmt":"2020-01-15T18:10:24","slug":"ein-besonderes-erlebnis-teil-1-eine-ausergewohnliche-begegnung","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/ein-besonderes-erlebnis-teil-1-eine-ausergewohnliche-begegnung\/","title":{"rendered":"Ein besonderes Erlebnis Teil 1: Eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Begegnung"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl es vor vielen Jahren geschah, ist mir dieses Erlebnis&nbsp; immer noch sehr klar in Erinnerung: Als ich an einem Nachmittag gerade meinen Pflaumenkuchen aus dem Backofen holte, klingelte es an der Haust\u00fcr. Ich ging schnell hinunter und \u00f6ffnete sie. Vor mir stand ein junger Mann mit einer Auswahl an Zeitschriften. Da ich mich in den Jahren zuvor zweimal zum Abschluss eines Abonnements hatte \u00fcberreden lassen und die Zeitschriften bei uns ungelesen herumlagen, ging ich gleich auf klare Abwehr. Der junge Mann erkl\u00e4rte mir seine Notlage: Er brauche unbedingt Abo-Abschl\u00fcsse, sonst w\u00fcrde man ihn hinauswerfen und er w\u00fcsste nicht, wovon er leben sollte. Ich blieb bei meiner Ablehnung und fragte ihn, wieso er denn in dieser Notlage w\u00e4re. \u201eIch war lange im Gef\u00e4ngnis und bin auf Bew\u00e4hrung drau\u00dfen\u201c, gestand er. \u201eIch unterschreibe nichts, aber h\u00e4tten Sie gern ein St\u00fcck frisch gebackenen Pflaumenkuchen?\u201c bot ich ihm aus einem seltsamen Gef\u00fchl heraus an. Er strahlte: \u201eDen habe ich schon so lange nicht mehr essen k\u00f6nnen. Oh ja, sehr gerne!\u201c<\/p>\n<p>Ich nahm meinen Gast mit nach oben, setzte ihn an den K\u00fcchentisch, schlug Sahne und kochte Kaffee. Wir erz\u00e4hlten von fr\u00fcher, er besonders von seiner Mutter, einer Alkoholikerin, die nie f\u00fcr ihn da war. Er genoss sichtlich den warmen Kuchen und unser Gespr\u00e4ch, musste aber bald wieder gehen und ich begleitete ihn an die Haust\u00fcr. Er sagte mir, wie gut ihm das Zusammensein getan habe und: \u201eSo eine Mutter wie sie habe ich mir immer gew\u00fcnscht. Ich wei\u00df gar nicht, wie ich ihnen danken soll. Darf ich sie zum Abschied einmal in den Arm nehmen?\u201c Ich bejahte es, fragte ihn aber aus einem Impuls heraus, warum er denn im Gef\u00e4ngnis gewesen sei. \u201eIch habe eine Frau get\u00f6tet. Ich bin ein M\u00f6rder\u201c, antwortete er leise, \u201eJetzt darf ich Sie wohl nicht mehr in den Arm nehmen.\u201c Ich z\u00f6gerte kurz. Als ich aber in seine Augen schaute wusste ich ohne Zweifel, dass ich in diesem Moment seine Mutter war. Ich lie\u00df mich umarmen, dann drehte er sich um und ging. Ich sah noch, wie er sich Tr\u00e4nen aus den Augen wischte.<\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr ein Jahr sp\u00e4ter klingelte ein Polizeibeamter an unserer T\u00fcr. \u201eIst etwas passiert?\u201c, fragte ich aufgeregt. \u201eNein, nein\u201c, beruhigte er mich, \u201ehier ist jemand, den wir nach M\u00fcnchen ins Gef\u00e4ngnis bringen. Er hatte noch einen Wunsch, sich von Ihnen zu verabschieden. Und weiter hinten vor einem Gef\u00e4ngniswagen stand in Handschellen, bewacht von einem weiteren Polizisten, der Zeitschriftenwerber. Ich war einverstanden und so lie\u00dfen sie ihn zu mir kommen. \u201eWas ist passiert?\u201c fragte ich ihn. \u201eIch bin r\u00fcckf\u00e4llig geworden\u201c, sagte er niedergeschlagen. \u201eK\u00f6nnen sie mich noch einmal in den Arm nehmen?\u201c Ohne zu z\u00f6gern nahm ich ihn in meine Arme und dr\u00fcckte ihn von Herzen.&nbsp; Die Polizeibeamten lie\u00dfen uns Zeit.<\/p>\n<p>Als er schlie\u00dflich abgef\u00fchrt wurde, sagte er noch zu mir: \u201eIch werde bis an mein Lebensende f\u00fcr Sie beten.\u201c<\/p>\n<p>Was mag aus ihm geworden sein?<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":7568,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-90137","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/90137","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7568"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90137"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90137"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=90137"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=90137"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}