{"id":90103,"date":"2020-01-09T14:07:47","date_gmt":"2020-01-09T14:07:47","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/der-pfad-des-christian-rosenkreuz-teil-2\/"},"modified":"2020-01-09T14:07:47","modified_gmt":"2020-01-09T14:07:47","slug":"der-pfad-des-christian-rosenkreuz-teil-2","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/der-pfad-des-christian-rosenkreuz-teil-2\/","title":{"rendered":"Der Pfad des Christian Rosenkreuz &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Nach <a href=\"https:\/\/www.logon.media\/de\/der-pfad-des-christian-rosenkreuz-teil-1\">Teil 1<\/a><\/p>\n<p><strong>Das Grab der Venus<\/strong><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag steigt Christian Rosenkreuz in die tiefen Kellergew\u00f6lbe des Schlosses, also in sein tiefstes Selbst, zu seinem urspr\u00fcnglichen Lebensprinzip, hinab. Dort findet er das Grabgew\u00f6lbe der Venus. \u00dcber der T\u00fcr steht der merkw\u00fcrdige Spruch \u201eHier liegt begraben Venus, die sch\u00f6ne Frau, die manchen gro\u00dfen Mann um Gl\u00fcck, Ehre, Segen und Wohlfahrt gebracht hat\u201c. <em>Venus<\/em> ist die g\u00f6ttliche Liebe, die alles hervorbringt und unterh\u00e4lt, aber auch aufl\u00f6st und abbricht, um es zu einem Neuanfang zu f\u00fchren. Venus wird zur Ursache unendlicher Leiden und Bitternisse, wenn sie nicht erkannt und im tiefsten Inneren gesucht wird. Wir suchen in geliebten Menschen oft Vollkommenheit und Erf\u00fcllung, eben die wahre Liebe. Doch die Liebe im \u00c4u\u00dferen kann h\u00f6chstens ein Abglanz der g\u00f6ttlichen Liebe sein, meist jedoch verursacht sie wegen des Irrtums, den wir Suchenden begehen, indem wir Menschen idealisieren und das Vollkommene in ihnen suchen, gro\u00dfes Leid. Die wahre Liebe kommt erst dann zum Tragen, wenn wir uns der Heilung unseres Mikrokosmos zuwenden. CRC, der in den tiefen Gew\u00f6lben das Grab der Venus findet, ist zu dieser Einsicht gereift. Er wei\u00df, das Wesen der Liebe ist die (Wieder-) Erweckung des g\u00f6ttlichen Menschen. Nun erst kann er sich an die eigentliche alchimische Arbeit am eigenen Wesen machen, durch die die in ihm verborgene und begrabene Venus lebendig wird, als nie versiegender Quell des Lebens und der Liebe.<\/p>\n<p>Was hat CRC bisher erlebt? Er hat sein altes Leben mit seinen Bindungen und Kr\u00e4ften <em>prinzipiell<\/em> hinter sich gelassen; er hat sich geeignet gemacht, aus neuen, nicht-dualistischen Kr\u00e4ften zu leben. Nachdem er innerlich die Quellen seines Bewusstseins wahrnehmen durfte, hat er eingewilligt, sie alle zu liquidieren, damit aus ihnen ein befreites Geistseelenbewusstsein entstehen kann. In diesem wird die karmische Erfahrung aufgehoben sein, und die Prinzipien von g\u00f6ttlichem Geist und unsterblicher Seele werden f\u00fchrend sein. Dem will er dienen, und so ist er imstande, das Alte zu beenden. Als er dann in seinem tiefsten Innern der Venus begegnet, hat er alle T\u00e4uschungen der Liebe (sowie des Gutseins und der F\u00fcrsorge) durchschaut und ist bereit, vor allem anderen der g\u00f6ttlichen Liebe zu folgen. Haupt und Herz sind schon v\u00f6llig an den alchimischen Prozess hingegeben.<\/p>\n<p><strong>Der Turm von Olympus<\/strong><\/p>\n<p>Nach dieser Vorbereitung \u00fcberquert CRC mit den anderen Kandidaten ein Meer, um zu der Insel zu gelangen, auf der der Turm von Olympus steht \u2013 der Ort der eigentlichen verwandelnden Arbeit. Das Meer stellt den Kreis der Ewigkeit dar, in den der Kandidat nach seiner vollkommenen Hingabe eintreten durfte. Der Turm von Olympus \u2013 als Ort einer g\u00f6ttlichen Sch\u00f6pfung \u2013 besitzt sieben Geschosse, die den sieben Ebenen unseres Wesens entsprechen: Stoffk\u00f6rper, \u00c4therk\u00f6rper, Astralk\u00f6rper, Mentalk\u00f6rper, dreifaches Selbst (<em>Manas &#8211; <\/em>das h\u00f6here Seelenverm\u00f6gen, <em>Buddhi<\/em> \u2013 die Geistseele, <em>Atman \u2013 <\/em>der Geistmensch).<\/p>\n<p>Von unten nach oben arbeiten CRC und die \u00fcbrigen Kandidaten unter der Leitung des Uralten (des im Menschen anwesenden g\u00f6ttlichen Prinzips) an der Reinigung und Verwandlung aller ihrer Wesensaspekte. Es beginnt im Stoffk\u00f6rper, der durch Dienstbarkeit, Stille und Ausharren im Nicht-Sein f\u00fcr den weiteren Prozess zubereitet wird. In der Erz\u00e4hlung werden allerlei Kr\u00e4uter und andere Substanzen von den Kandidaten gereinigt. Danach k\u00f6nnen sie in das dar\u00fcberliegende Stockwerk, den \u00c4therk\u00f6rper, aufsteigen.<\/p>\n<p>Dieser Vorgang des allm\u00e4hlichen Aufsteigens des Bewusstseins, des bewussten Handelns vom Grobstofflichen ins Feinstoffliche und ins Selbst, ist nur m\u00f6glich, wenn die vorbereitende Arbeit im jeweiligen Geschoss abgeschlossen wurde. Im Fall des Stoffk\u00f6rpers ist es die selbstverlorene Dienstbarkeit, die zu einem wirklichen Seinszustand geworden ist.<\/p>\n<p>Im \u00c4therk\u00f6rper <em>beten<\/em> die Kandidaten, so erz\u00e4hlt es die <em>Alchimische Hochzeit<\/em>. Beten ist in diesem Zusammenhang die klar bewusste Verbindung mit dem urspr\u00fcnglichen, ewigen Sch\u00f6pfungsfeld. Die lebendig machenden \u00c4ther dieses Feldes str\u00f6men \u2013 im Bild eines Brunnens, der zu flie\u00dfen beginnt \u2013 in den Raum hinein. Die alten, \u201egestorbenen\u201c Bewusstseinsprinzipien werden in den Raum gebracht \u2013 sie werden verfl\u00fcssigt, ihre Form l\u00f6st sich endg\u00fcltig auf. Das alte Leben ist abgeschlossen.<\/p>\n<p>Danach d\u00fcrfen die Kandidaten in die n\u00e4chste Ebene hinaufsteigen, den Astralk\u00f6rper. Die verfl\u00fcssigten Bewusstseinskr\u00e4fte werden in einer goldenen Kugel hereingebracht und in die Mitte des Raumes geh\u00e4ngt. Seine Au\u00dfenw\u00e4nde sind so gestaltet, dass sich Fenster und Spiegel abwechseln. Das Sonnenlicht, das durch ein Fenster hineinscheint, wird durch alle Spiegel reflektiert und vervielfacht, so dass ein intensiver Lichtstrahl sich von allen Richtungen her auf die Kugel in der Mitte richtet und sie auf diese Weise zum Gl\u00fchen bringt. Nachdem im \u00c4therk\u00f6rper ein Aufl\u00f6sungsprozess stattfand, werden nun die Substanzen zu einer neuen Sch\u00f6pfung zusammengeschmolzen. Die Kandidaten haben sich vorbehaltlos f\u00fcr die g\u00f6ttliche Liebe ge\u00f6ffnet, sie darf nun als \u00fcberw\u00e4ltigendes Licht das ganze Wesen f\u00fcllen. Der Astralk\u00f6rper wird neu erschaffen, jetzt, da die Selbstbezogenheit \u00fcberwunden ist. Als die goldene Kugel gen\u00fcgend abgek\u00fchlt ist, wird sie von den Kandidaten mit einem Diamanten in zwei H\u00e4lften geschnitten. In dieser goldenen Sph\u00e4re finden sie ein makelloses wei\u00dfes Ei. Der neue Mensch ist geboren, er muss sich nun in den weiter oben liegenden Ebenen beweisen und verwirklichen. Das Ei wird nach drau\u00dfen gebracht, die Kandidaten steigen weiter auf.<\/p>\n<p><strong>Der Seelenvogel<\/strong><\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Geschoss, dem Mentalk\u00f6rper, schl\u00fcpft zur gro\u00dfen Freude aller aus dem Ei ein Vogel, die wiedergeborene Seele. Man k\u00f6nnte denken, der Prozess sei an sein Ende gekommen. Die Seele kann nun bewusst, und im Besitz des gesamten Erfahrungsschatzes des Mikrokosmos, das Leben leiten. Das Denken des Menschen ist somit \u2013 ebenso wie die \u201eunteren\u201c Wesensglieder\u201c \u2013 fest im g\u00f6ttlichen Sch\u00f6pfungsfeld gegr\u00fcndet, es speist sich daraus. Das bedeutet, auch der Mentalk\u00f6rper ist umgewandelt, er ist transfiguriert.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\" title=\"\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Danach aber beginnt erst, in den folgenden drei Stockwerken des Turmes, die Entfaltung der drei h\u00f6heren Wesensglieder des Menschen, die in uns heute noch latent sind: Manas (h\u00f6heres, abstraktes Denkverm\u00f6gen), Buddhi (Geistseele) und Atman (der Geistmensch). Der Seelenvogel verwandelt sich, opfert sich, und am Ende steht die Belebung eines jungen K\u00f6nigspaars. Es sind seltsame Bilder, die diesen innereigenen Prozess beschreiben. Doch dass das Paar am Ende des Weges steht, hat eine klare Bedeutung: Der Mensch hat sich vom Griff der Materie befreit, von der Identifikation mit dem Stoffk\u00f6rper. M\u00e4nnlich-weiblich in sich selbst, wird er wieder zu einem selbstsch\u00f6pferischen Wesen. Christian Rosenkreuz, der als Gast zu der Hochzeit eingeladen war, hat sich als wesentlich Mitwirkender erwiesen. Er hat sein Ich erkannt und zur Stille gebracht; er hat im Nichtsein ausgeharrt und Dienstbarkeit bewiesen. Er hat sich mit jedem Schritt selbst \u00fcberwunden und selbst entdeckt. Der Mensch, der den Pfad begann, ist allerdings nicht der, der an seinem Ende ankommt. Der Gast und Zeuge wird auf dem Weg der Verwandlung in eine gro\u00dfe neue Einheit aufgenommen.<\/p>\n<p>Zum Weiterlesen:<\/p>\n<ul>\n<li>Jan van Rickenborgh: <em>Die alchimische Hochzeit des Christian Rosenkreuz<\/em>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/drp-rosenkreuz-verlag.de\/shop\/produkte\/2015-die-alchimische-hochzeit-des-christian-rosenkreuz-teil-1\">Band I <\/a> und II, DRP Rosenkreuz Verlag, Haarlem 2015<\/li>\n<li><em>Stufen der Wandlung \/ Die Chymische Hochzeit des Christian Rosenkreutz<\/em>, <a href=\"https:\/\/stiftung-rosenkreuz.org\/veranstaltung\/stufen-der-wandlung-die-alchimische-hochzeit-des-christian-rosenkreuz\/\">Brosch\u00fcre<\/a>&nbsp; zu einem Symposium der Stiftung Rosenkreuz, Birnbach Ww, o.J.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\" title=\"\">[1]<\/a> Die Transfiguration stellt eine bewusste Umwandlung aller Wesensglieder des Menschen dar, wodurch g\u00f6ttliche Kr\u00e4fte nicht nur zur Zirkulation kommen, sondern die K\u00f6rper <em>umbauen<\/em>. Alles Zeitliche wird durch das Ewige ersetzt, das Ichzentrierte durch das Allbewusste.<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":7480,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-90103","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/90103","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7480"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90103"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90103"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=90103"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=90103"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}