{"id":90095,"date":"2020-01-09T13:59:24","date_gmt":"2020-01-09T13:59:24","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/der-pfad-des-christian-rosenkreuz-teil-1\/"},"modified":"2020-01-09T13:59:24","modified_gmt":"2020-01-09T13:59:24","slug":"der-pfad-des-christian-rosenkreuz-teil-1","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/der-pfad-des-christian-rosenkreuz-teil-1\/","title":{"rendered":"Der Pfad des Christian Rosenkreuz &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>Die <em>Alchimische Hochzeit des Christian Rosenkreuz<\/em> z\u00e4hlt zu den historischen Rosenkreuzermanifesten. 1616 erschien das Buch zum ersten Mal im Druck. Es beschreibt den alchimischen, also verwandelnden Pfad des Rosenkreuzes auf bildhafte Weise. Alle Seelen- und Bewusstseinsaspekte des Menschen sowie alle Kr\u00e4fte, die auf dem Pfad zum Tragen kommen, treten in dieser Erz\u00e4hlung in personifizierter Form auf. Die zahlreichen symbolischen Geschehnisse auf dem Weg zu dieser <em>Hochzeit<\/em> k\u00f6nnen hier nur punktuell nachgezeichnet werden. Dabei sollen die Prinzipien des Weges sowie die Aufgaben und M\u00f6glichkeiten des Kandidaten im Mittelpunkt der Betrachtung stehen.<\/p>\n<p>Diese Aufgaben und M\u00f6glichkeiten sind heute noch relevant. In einer Zeit, in der der transformatorische Aspekt aus dem etablierten Christentum verschwunden ist, stellt die gnostisch-rosenkreuzerische Weisheit, die sich in der Alchimischen Hochzeit ausdr\u00fcckt, den Transformationsprozess ins helle Licht des Tages. <em>Christian Rosenkreuz<\/em> (CRC) ist ein Mensch, der dem Ewigen in sich wieder Raum zur Entfaltung gibt. Er arbeitet mit anderen Kandidaten an den Vorbereitungen zur alchimischen Hochzeit. Jeder geht seinen Weg, aber zugleich wirken alle in Einheit zusammen.<\/p>\n<p><strong>Die Einladung zur Hochzeit und die ersten Schritte<\/strong><\/p>\n<p>Als Leser verfolgen wir den Weg des CRC ab dem Moment, da er die Einladung zur <em>alchimischen Hochzeit<\/em> erh\u00e4lt. Er ist somit aufgerufen, der Hochzeit von g\u00f6ttlichem Geist<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\" title=\"\">[1]<\/a> und neu erwachter Seele im eigenen Wesen beizuwohnen. Diese Konstellation sagt bereits viel \u00fcber den spirituellen Weg: CRC, der suchende Mensch, wird eingeladen, <em>Gast<\/em> einer k\u00f6niglichen Hochzeit zu sein. Er ist selbst nicht die Hauptperson \u2013 aber an seiner Mitarbeit liegt es, ob die Hochzeit stattfinden kann. Die Einladung enth\u00e4lt ferner eine Warnung an CRC, sich seines Seinszustandes, seines Tuns und Lassens \u00e4u\u00dferst bewusst zu sein, um m\u00f6glichst rein an dem Geschehen teilzunehmen. Diese lange ersehnte Einladung wirkt ersch\u00fctternd auf ihn. An dieser Stelle wird im Buch geschildert, dass der Berg, an den CRCs bescheidenes Haus gebaut ist, bebt. Zum ersten Mal wird CRC klar, auf welche umw\u00e4lzende Ver\u00e4nderung er sich einl\u00e4sst, wenn er den Weg zum K\u00f6nigsschloss beginnt.<\/p>\n<p>Was CRC mit der Einladung nicht bekommt, ist eine Wegbeschreibung. Offenbar ist es ausreichend, dass er sich auf die Hochzeit vorbereitet hat, um den Weg zu finden. Dies ist charakteristisch f\u00fcr den rosenkreuzerischen Weg. Auf ihm gibt es Kraftprinzipien, und es gibt die innere Kenntnis, die sich einer offenen Seele schenkt und beim Gehen des Weges, bei fortschreitender Ver\u00e4nderung, immer weiter vertieft.<\/p>\n<p>Als CRC eine Strecke weit gewandert ist, kommt er an eine Kreuzung, von der vier Wege abgehen. Unschl\u00fcssig, was nun zu tun ist, macht CRC eine Pause und zieht sein Brot hervor. Dies sieht eine wei\u00dfe Taube, die zutraulich geflogen kommt, und mit der er gern sein Brot teilt. Doch der Frieden w\u00e4hrt nicht lange: Ein schwarzer Rabe erscheint, der der Taube ihr Brot abjagen will. Beide fliegen davon; CRC l\u00e4uft hinterher, um die Taube zu sch\u00fctzen und den Raben zu verjagen, was ihm auch gelingt. Ohne es gemerkt zu haben, befindet er sich bereits auf einem der vier Wege, auf dem er nicht mehr umkehren kann \u2013 bei dem Versuch weht ihm ein derma\u00dfen starker Wind entgegen, dass er wohl oder \u00fcbel auf dem so gew\u00e4hlten Weg weitergehen muss. Die Entscheidung f\u00fcr den Weg fiel intuitiv, um die Taube \u2013 die erwachende Seele \u2013 zu sch\u00fctzen. Wer auf diese Weise seinen Weg w\u00e4hlt, w\u00e4hlt den rechten Weg, den er auch zu einem guten Ende bringen kann. Im Zuge dieser spontanen Entscheidung hat CRC jedoch seine Wegzehrung zur\u00fcckgelassen. Dass er den weiteren Weg dennoch bew\u00e4ltigt, hei\u00dft, dass er aus neuen Kr\u00e4ften<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\" title=\"\">[2]<\/a> leben und handeln kann. Dies ist die Voraussetzung, um zum K\u00f6nigsschloss zu gelangen.<\/p>\n<p><strong>Das Schloss und die K\u00f6nigspaare<\/strong><\/p>\n<p>Bei Einbruch der Nacht findet CRC schlie\u00dflich das K\u00f6nigsschloss. Als letzter huscht er eben noch durch das Tor, w\u00e4hrend dessen Fl\u00fcgel schon krachend zufallen. Nichts auf dem Pfad ist gleichsam im Spaziergang zu erreichen, alles ist Bem\u00fchung, Hingabe \u2013 und Geschenk, das im rechten Moment gegeben wird. Das K\u00f6nigsschloss, das Christian Rosenkreuz in der Folge kennenlernt, ist der eigene Mikrokosmos. Was ist der Mikrokosmos? Es ist das gesamte vielschichtige menschliche Wesen mit seinen ewigen, unverg\u00e4nglichen Sph\u00e4ren und seinen zeitlichen Aspekten. Es beinhaltet die Versunkenheit in die Materie, die bis zu diesem Moment aufgelaufene karmische Erfahrung, aber auch den Zugang zum Wissen aus erster Hand, den Funken des g\u00f6ttlichen Geistes. So erf\u00e4hrt CRC Zeit und Ewigkeit in sich und wird dadurch in die Lage versetzt, wesentliche Schritte auf dem Pfad \u00fcberhaupt erst erkennen und dann auch gehen zu k\u00f6nnen. Im K\u00f6nigsschloss \u2013 also im Zuge der Bewusstwerdung seines wahren Wesens \u2013 vollbringt er die prinzipielle Preisgabe aller irdisch-verg\u00e4nglichen Wesensaspekte, hinter denen er die Entfaltung der urspr\u00fcnglichen g\u00f6ttlichen Prinzipien erahnt.<\/p>\n<p>Durch seine Seelenreife erlangt CRC \u2013 wie jeder andere Kandidat auch, der im Prozess des Erwachens steht \u2013 Zugang zu den Quellen seines Bewusstseins. Das ist ein revolution\u00e4rer Vorgang, denn normalerweise liegen diese Quellen im Unbewussten, und wir leben aus dem \u201eProdukt\u201c und bleiben deshalb in der Abfolge von Ursache und Wirkung gefangen. Nun wird der \u201eHersteller\u201c sichtbar. Die erwachende Seele des Kandidaten erhebt sich also \u00fcber das normale Bewusstsein, weil sie in seine Quellen blickt. CRC erkennt so die M\u00f6glichkeiten und Hindernisse, die in seinem Erfahrungsschatz \u2013 und den daraus resultierenden Bewusstseinskr\u00e4ften \u2013 liegen.<\/p>\n<p>Diese Kr\u00e4fte werden in der Alchimischen Hochzeit als drei K\u00f6nigspaare dargestellt, die in einem runden, hochgelegenen Thronsaal (der Pinealis des Kandidaten, oder dem Kronenchakra) residieren. Es sind die angeh\u00e4uften Leiden und Bitternisse, die der Mikrokosmos in seinen vielen Inkarnationen angesammelt hat, es sind die Seelenreife und Weisheit, die diese Erfahrungen begleiten, und zuletzt sind es die enormen neuen M\u00f6glichkeiten, die daraus entstanden sind. Zwei der drei K\u00f6nigspaare tragen Kronen auf ihren H\u00e4uptern, das dritte, sehr junge und noch ungekr\u00f6nte Paar (die noch zu formende Einheit aus Geist und Seele) sitzt in der Mitte zwischen den anderen. Die Paare verk\u00f6rpern die leitenden Bewusstseinsprinzipien im Mikrokosmos: eines, das in der Materie Erf\u00fcllung suchte, eines, das in der Materie um Befreiung rang, und schlie\u00dflich die neue Seelenkraft, die daraus entstand \u2013 und das g\u00f6ttliche Geistprinzip, das als Potenzial anwesend ist. CRC erf\u00e4hrt, dass die Kr\u00f6nung der beiden jungen Menschen nur m\u00f6glich ist, wenn alle anwesenden Prinzipien sich einem alchimischen Prozess hingeben, durch den sie liquidiert werden, um nach der Umwandlung neues Leben und Bewusstsein zu schenken. Dies ist ein Grundprinzip der geistigen Alchimie: Das Zeitliche und das Ewige im Wesen geben sich hin, opfern sich. In dem Verschmelzungsprozess nimmt das G\u00f6ttliche gleichsam das Irdische in sich auf und erschafft so neues Leben.<\/p>\n<p>Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es der Wille des Kandidaten ist, der die Liquidation der anwesenden Bewusstseinskr\u00e4fte vollzieht \u2013 um dann selbst enthauptet zu werden. Das bedeutet, dass das Ich der verg\u00e4nglichen Natur erkannt und preisgegeben wird und der Mensch bereit ist, der Umwandlung entgegenzugehen. Das geschieht in dem klaren Bewusstsein, das alte Leben mit seinen Mustern und seiner Ich-Bezogenheit hinter sich zu lassen. Der Wille \u201estirbt\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\" title=\"\">[3]<\/a> dann, und der neue Wille wird, gleichsam als erste Manifestation des neuen Menschen, in ihm geboren.<\/p>\n<p>(&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.logon.media\/index.php\/de\/der-pfad-des-christian-rosenkreuz-teil-2\">wird fortgesetzt in Teil 2<\/a> )<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\" title=\"\">[1]<\/a> <em>Geist<\/em> ist hier und im weiteren Verlauf nicht als Synonym f\u00fcr Bewusstsein zu verstehen, sondern als g\u00f6ttliche Emanation, die als urspr\u00fcngliches sch\u00f6pferisches und belebendes Prinzip im All \u2013 und im Menschen \u2013 strahlt. In der hermetischen Weisheit wird der Geist als <em>Pymander<\/em> personifiziert.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\" title=\"\">[2]<\/a> Die <em>neuen Kr\u00e4fte<\/em> besitzen nicht mehr die Polarit\u00e4t der verg\u00e4nglichen Welt, sie sind aus dem Allein-Guten, sind Nahrung f\u00fcr die erwachende und sich befreiende Seele.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\" title=\"\">[3]<\/a> Das alchimische Sterben stellt eine Beendigung des alten Zustandes der Trennung und Egozentrik dar. Aus der Perspektive des Ichs handelt es sich um ein wirkliches Ende. Aus der Perspektive des Geistes findet eine Verwandlung und Zusammenf\u00fcgung des vorher Getrennten statt. Das alchimische Sterben ist ein \u201eTod\u201c, der das Leben hervorbringt.<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":7458,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-90095","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/90095","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7458"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90095"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90095"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=90095"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=90095"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}