{"id":90007,"date":"2019-12-23T13:55:02","date_gmt":"2019-12-23T13:55:02","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/weihnachten-und-drei-weitere-schritte-teil-2-von-der-grenze-des-menschlichen-bewusstseins\/"},"modified":"2019-12-23T13:55:02","modified_gmt":"2019-12-23T13:55:02","slug":"weihnachten-und-drei-weitere-schritte-teil-2-von-der-grenze-des-menschlichen-bewusstseins","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/weihnachten-und-drei-weitere-schritte-teil-2-von-der-grenze-des-menschlichen-bewusstseins\/","title":{"rendered":"Weihnachten und drei weitere Schritte Teil 2: Von der Grenze des menschlichen Bewusstseins"},"content":{"rendered":"<p>Im ersten Teil dieser Reihe \u00fcber \u201eWeihnachten und drei weitere Schritte\u201c haben wir uns mit der Beziehung der christlichen Feiertage zu den Phasen der Alchemie besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Nun wollen wir eine Parallele zwischen der inneren christlichen Lehre und einer ihrer Quellen ziehen: der \u00e4gyptischen Tradition. Denn das Christentum, das vom hebr\u00e4ischen Volk stammt, erbte auch das, was von den \u00c4gyptern ins Judentum \u00fcberging. Und das beschr\u00e4nkte sich nicht auf \u00e4u\u00dfere Traditionen, sondern umfasste auch die innere Weisheit \u00c4gyptens.<\/p>\n<p><strong>Die vier Phasen der Transformation in der \u00e4gyptischen und christlichen Weisheit<\/strong><\/p>\n<p>In der Erz\u00e4hlung der Evangelien gibt es vier wichtige Charaktere: Herodes, Johannes der T\u00e4ufer, Jesus und Christus. Sie symbolisieren verschiedene Bewusstseinsstadien, die ein Mensch durchlaufen kann. Unterschiedliche Zust\u00e4nde des Lebens gehen damit einher.<\/p>\n<p>Eine entsprechende Symbolik ist an einem der prachtvollsten Orte \u00c4gyptens zu sehen: im Abu-Simbel-Tempel. Dort sitzen an der letzten Wand, also dem innersten Aspekt, der den tiefsten Archetyp des Menschen verbildlicht, vier Figuren nebeneinander<\/p>\n<p>\u25cf Ptha: der Gott der Finsternis,<\/p>\n<p>\u25cf Ramses: das neue Bewusstsein, das im Menschen entsteht,<\/p>\n<p>\u25cf Ramses in der Gestalt des \u00e4gyptischen Gottes Osiris: das Bewusstsein,<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; das mit dem universellen Prinzip vereint ist, dem G\u00f6ttlichen in ihm, und schlie\u00dflich<\/p>\n<p>\u25cf Horus, der Falkengott: der Geist, der sich im Bewusstsein des Menschen manifestiert.<\/p>\n<p>Die Parallele zwischen diesen vier \u00e4gyptischen Gestalten und den vier genannten Charakteren der Evangelien zeigt zugleich, dass man auch eine Entsprechung zu den vier Phasen der Alchemie (Nigredo, Albedo, Citrinitas und Rubedo), die wir im ersten Teil des Artikels behandelt haben, erkennen kann. Und ebenso zu den Bedeutungen der christlichen Feste Weihnachten, Ostern, Pfingsten und (im Mittelalter) Manisola, und schlie\u00dflich auch zum Wachstumsprozess in der Natur, der mit dem Auss\u00e4en beginnt, sich mit dem Keimen und Wachsen des Samens fortsetzt und sich in der Frucht vollendet.<\/p>\n<p>All dies sind Zeugnisse von der innersten Wirklichkeit des Menschen und der M\u00f6glichkeit ihrer Entfaltung.<\/p>\n<p><strong>Herodes und Ptha: Das Erwachen des Bewusstseins<\/strong><\/p>\n<p>Was definiert uns?<\/p>\n<p>Was wir \u201eIch&#8220; nennen, ist undefinierbar, denn es ist nicht unser Name und auch nicht unser Geburtsort, unser Geschlecht, Beruf oder unser besonderer Geschmack &#8230; Nichts, womit wir versuchen, uns zu definieren, reicht aus, um zu sagen, wer wir wirklich sind. Unser tiefstes Selbst ist \u201eetwas\u201c, das schon immer existiert hat, sich immer wieder manifestiert und undefinierbar ist. In dem Stadium, in dem wir uns jetzt befinden, \u00e4hneln wir in der Regel dem Herodes oder Ptha. Das ist jedenfalls dann der Fall, wenn wir glauben, unser Zentrum, unser wahres Selbst, bestehe aus unseren Gedanken, Vorlieben, W\u00fcnschen, unserer Konditionierung, also aus all dem, was wir an uns kennen. Doch das sind nur Schleier, an die wir uns gebunden haben. Identifizieren wir uns mit ihnen, so nehmen wir eine Identit\u00e4t an, die mit unserem wahren Selbst wenig zu tun hat.<\/p>\n<p>\u00dcber diese wahnhafte Identit\u00e4t hinausgehend, gibt es jedoch ein Prinzip, das in uns allen gleich ist: unsere tiefste Essenz. Sie gleicht dem Samen, der im Winter unseres Bewusstseins tief und fest schl\u00e4ft. Er muss ber\u00fchrt werden, damit er aufbrechen kann. .<\/p>\n<p>Die Ber\u00fchrung gleicht einem Ruf, einer Stimme, einer Kraft, die den Kompass unseres Bewusstseins durcheinander bringt und ihm, der bisher mit seinem Norden und S\u00fcden, seinen Vorlieben und Abneigungen so reibungslos funktionierte, Orientierungsschwierigkeiten beschert. Symbolisch gesprochen wird Herodes, der Selbstk\u00f6nig dieser Natur, von einem anderen, h\u00f6heren Prinzip beunruhigt. In der Sprache der Evangelien wird ein neues Kind geboren und Herodes versucht verzweifelt, seinen Aufenthaltsort und seine Herkunft zu erfahren. Denn die erste Reaktion unseres bisherigen Selbst \u2013 wenn der Ur-Same aufbricht \u2013 ist der Versuch, die Kontrolle \u00fcber das eigene Leben wiederzuerlangen, die vertraute Ordnung wieder herzustellen.<\/p>\n<p>Aber wie wir im ersten Text unseres Artikels gesagt haben, wird die Logik des bisherigen Selbst von dem Moment an, in dem der Same des Lichts aktiv wird, nie mehr auf dieselbe Weise funktionieren, und der Mensch wird notwendigerweise (ob er will oder nicht) zu einem Suchenden.<\/p>\n<p>Hier ist die Parallele zwischen Herodes und Ptha bedeutsam. Ptha ist der Gott der Finsternis, nicht im negativen Sinne, sondern im Sinne eines Bewusstseinszustandes, den das Licht nicht direkt erhellen kann. Das Prinzip des innersten Lichtes ist zwar aktiv geworden, aber es ist noch unsichtbar. Deshalb wird im Tempel von Abu Simbel die vierte Figur, die des Ptha, im Gegensatz zu den drei anderen niemals vom Sonnenlicht beschienen, auch nicht an den Sonnenwenden.<\/p>\n<p><strong>Johannes der T\u00e4ufer und die Grenze des menschlichen Bewusstseins<\/strong><\/p>\n<p>Das innere Erwachen des Bewusstseins markiert eine erste neue Stufe. Das Bewusstsein beginnt, auf die neue innere Stimme zu h\u00f6ren und beharrt nicht mehr auf der alten egozentrischen Logik. Es begibt auf eine Suche, die zu einer ersten Transformation f\u00fchrt. Es ist noch kein spirituelles Bewusstsein ist, aber es entwickelt sich zu einem \u201evollen menschlichen Bewusstsein&#8220;, bezogen auf das Dasein in unserer Welt. Parallel dazu keimt der Same weiter und wird zum Hauptmotor der n\u00e4chsten Schritte der Verwandlung.<\/p>\n<p>Die jetzt erlangte Stufe kann mit der Figur Johannes des T\u00e4ufers verbunden werden. Der Name Johannes deutet auf das menschliche Gewissen hin; die Bezeichnung T\u00e4ufer k\u00fcndigt etwas Kommendes an. Deshalb sagt Johannes: \u201eIch bin nicht der Christus, sondern vor ihm her gesandt.\u201c<\/p>\n<p>Er wei\u00df innerlich, dass die Verwandlung seines Selbstbewusstseins nicht das Endziel sein kann, und so prophezeit er, dass sich etwas viel Gr\u00f6\u00dferes manifestieren wird. Diese Entwicklung f\u00fchrt ihn schlie\u00dflich an eine Grenze.<\/p>\n<p>Die Ur-Christen haben diese Grenze symbolisch in dem Fluss Jordan gesehen, der von Norden nach S\u00fcden flie\u00dft. Johannes war auf dem Westufer und schaute auf das Ostufer, wo die Sonne aufgeht. Das alte Bewusstsein schaut auf das innere Licht.<\/p>\n<p>Im \u00c4gypten nahm man den Nil als Bild f\u00fcr diese symbolische Grenze, die Hebr\u00e4er \u00fcberquerten die symbolische Grenze, als sie das Rote Meer durchschritten, im Mittelalter sah man den Atlantischen Ozean als eine solche Grenze an: die Menschen pilgerten nach Santiago de Compostella und nach Finisterre (dem \u201eEnde der Erde&#8220;). Und das Streben nach Gold auf dem amerikanischen Kontinent, das in der Regel ebenfalls mit einer \u00dcberquerung des Kontinents und der Ankunft an dem gro\u00dfen Meer, dem Pazifik, verbunden war, war ebenfalls Symbol f\u00fcr eine Entwicklung hin zu einer Grenze.<\/p>\n<p>Das Bewusstsein \u2013 das immer noch menschliches Bewusstsein ist, in dem aber der Same, das universelle Prinzip, aufgekeimt ist und den Betreffenden zu einem suchenden Menschen gemacht hat \u2013 muss an seine Grenze sto\u00dfen.<\/p>\n<p>Und was findet es, wenn es sie erreicht?<\/p>\n<p>Es findet sich selbst, auf einer h\u00f6heren Ebene.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(wird fortgesetzt)<\/p>\n","protected":false},"author":923,"featured_media":7222,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-90007","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/90007","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/923"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7222"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90007"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90007"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=90007"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=90007"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}