{"id":89585,"date":"2019-05-24T13:51:12","date_gmt":"2019-05-24T13:51:12","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/zuruck-zur-schule\/"},"modified":"2019-05-24T13:51:12","modified_gmt":"2019-05-24T13:51:12","slug":"zuruck-zur-schule","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/zuruck-zur-schule\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcck zur Schule"},"content":{"rendered":"<p>Wir tanzen auf der hauchd\u00fcnnen Kruste einer gl\u00fchenden Gaskugel \u2013 unserer Erde. Sie ist f\u00fcr uns die Schule der Ewigkeit. Doch sie droht immer unbewohnbarer zu werden; denn ihre Sch\u00fcler verhalten sich nicht gut. Was gibt es denn f\u00fcr sie hier \u00fcberhaupt zu lernen?<\/p>\n<p>Wir alle scheinen mit einer gro\u00dfen Datenbank verbunden zu sein, die alles aufzeichnet, was einmal gesagt, gef\u00fchlt, geschrieben oder gedacht wurde. Wenn unser innerer Empf\u00e4nger dann zuf\u00e4lligerweise oder mit Absicht in der N\u00e4he einer bestimmten Frequenz ist, blitzt ein Erkennen, eine Idee, durch unser Gehirn. Wir nennen das vielleicht eine Eingebung oder Inspiration. Dieses \u201eEingeben\u201c scheint ohne Bedingungen zu geschehen. F\u00fcr den Empfang bedarf es lediglich einer \u00d6ffnung, einer Erwartung oder eines Verlangens. Wenn das nicht der Fall ist, ber\u00fchren uns gleichwohl viele Impulse, Informationen und Daten. Aber sie f\u00fchren dann eher zu einer Verwirrung, einer Verunsicherung oder Verwerfung in unserem Gem\u00fct.<\/p>\n<p>In den Sph\u00e4ren \u2013 der Datenbank \u2013 schallt eine Posaune, seit ewigen Zeiten, aber die Welt ignoriert sie und geht zur Tagesordnung \u00fcber. Einige wenige allerdings vernehmen sie und lauschen atemlos \u2013 und dann ist f\u00fcr sie nichts mehr so, wie es vorher war. Benommen, erzitternd von ihrer Erfahrung, erleben, erahnen sie, dass sie mitten im Allwissen stehen. Sie k\u00f6nnen nicht dar\u00fcber reden, weil es daf\u00fcr weder Worte noch Bilder gibt. Es gibt die Illusion unseres verg\u00e4nglichen und relativen Daseins, und es gibt die absolute Wirklichkeit. Das innere Wissen hier\u00fcber erzeugt eine Bewegung: Die Seele m\u00f6chte aus dem inneren Wissen leben, das Ich jedoch, das unserer Welt angeh\u00f6rt, will es besitzen.<\/p>\n<p>Es geht in dieser Schule um den Erwerb von Kenntnis. Man erlangt sie 1. genetisch, also durch die \u00dcbertragung \u00fcber den Zeitgeist, das Volk, den Kulturkreis, die Vorfahren, 2. intuitiv, also durch eine innere Sicht dessen, was \u201ein der Luft liegt\u201c, und schlie\u00dflich 3. durch alles, was \u201eUnterricht\u201c genannt wird.<\/p>\n<p>Unsere Erziehung besteht im Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten. In der irdischen Existenz gilt es zu funktionieren, je nach Begabung und W\u00fcnschen oder Notwendigkeit. Die meisten sind zufrieden, wenn sie eine Pr\u00fcfung bestehen und vielleicht das eine oder andere Diplom erhalten. Manche aber gelangen in ein undefinierbares Gewahrsein, dass ein seltsamer roter Faden in ihren Lernprozess eingewoben ist, dass er Ber\u00fchrungspunkte besitzt mit einem scheinbar eingebauten inneren Wissen.<\/p>\n<p><strong>Zwei Kan\u00e4le, die parallel verlaufen<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt zwei Kan\u00e4le, die parallel verlaufen, wenngleich auch mit unterschiedlicher Kraft und unterschiedlichen Akzenten. Wir suchen einerseits eine solide Verankerung im materiellen Leben und erwerben das notwendige Gep\u00e4ck f\u00fcr die irdische Reise. Doch daneben gibt es bei einigen eine Empf\u00e4nglichkeit f\u00fcr die Signale eines inneren Lebens und Wissens, und sie versuchen, dies n\u00e4her zu ergr\u00fcnden. In meist unerwarteten Momenten \u00f6ffnet sich ihnen ein Fenster mit atemberaubenden Perspektiven. Da ist etwas gewachsen und gereift, ein innerer Kompass zeigt sich. Die Worte \u201eMensch, erkenne dich selbst\u201c treten ins Bewusstsein. Parallel dazu erklingt aber auch die Aufforderung, \u201edem Kaiser zu geben, was dem Kaiser ist\u201c.<\/p>\n<p>Das Lernziel ist der Himmel, die Schule ist die Erde, eine Dualit\u00e4t, die ihre Komplikationen hat. Dieser zweifache Strom geh\u00f6rt zu uns, wir m\u00fcssen ihm Rechnung tragen in unserem Denken und Handeln, wenn eine harmonische Entwicklung stattfinden soll. Andererseits sehen wir uns immer wieder vor eine Wahl gestellt: Passt die Suggestion, die Inspiration, in das normale irdische Drehbuch oder \u00fcberschreitet sie seine Grenzen? In welche Richtung will sie uns lenken? Wer ist es eigentlich, der die Wahl trifft, wer ist es, der unser Tun und Lassen steuert? Ein ganzes Spektrum irdischer Kr\u00e4fte steht bereit, um in unser Ich einzutreten. Es will uns alle Ebenen und Aspekte der Erde schmecken lassen.<\/p>\n<p>Und davon gibt es einige. Die Spanne reicht von fast paradiesischen Erfahrungen bis hin zu dem Menschen, in dem weder himmlisches Licht noch irdisches Vergn\u00fcgen einen Ber\u00fchrungspunkt finden, der nichts mehr glaubt, nichts mehr erhofft, nichts mehr erwartet, in dem nur noch der Gedanke lebt: Ich will hier raus.<\/p>\n<p>Nichts davon ist neu. Schon \u201evon Anfang an\u201c versuchen Menschen, der irdischen Sph\u00e4re zu entkommen, obwohl sie oft nicht einmal wissen, wohin sie gehen sollen. Tr\u00e4ume, Alkohol, Drogen, Computerspiele, Rockmusik, virtuelle Welten in allen m\u00f6glichen Facetten, von einem harmlosen Rausch bis hin zum fatalen Trip. Weg, nur weg von dieser Erde, notfalls in das Vergessen \u2013 auch ohne Diplom.<\/p>\n<p>Ist dieser Planet, den wir \u201eSchule\u201c nennen, f\u00fcr uns \u00fcberhaupt auf gute Weise bewohnbar? Wir tanzen auf der hauchd\u00fcnnen Kruste einer gl\u00fchenden Gaskugel, die sich mit rasender Geschwindigkeit um eine andere riesige Gaskugel dreht, die sich wiederum in einem noch gr\u00f6\u00dferen Karussell bewegt. Und das mit Geschwindigkeiten und Entfernungen, die sich kein Mensch vorstellen kann. Ist die Erde, ist die Welt menschenfreundlich? F\u00fcr viele ist sie zu hei\u00df, f\u00fcr andere zu kalt, alle sind bedroht von Krankheiten, Allergien und Naturkatastrophen, manche haben Angst vor Giftpflanzen oder Raubtieren und viele vor ihren Mitmenschen. Gegen all dies wappnen wir uns durch das, was wir Zivilisation nennen. Unsere Ausr\u00fcstung \u00e4hnelt in mancher Hinsicht einem Raumanzug. Doch alles ist bunt verpackt, oft mit einer paradiesischen Dekoration. Zwischen zwei Katastrophen sollen wir das Leben doch auch genie\u00dfen \u2026<\/p>\n<p>Sind wir vielleicht in Wirklichkeit gar keine urspr\u00fcnglichen Bewohner dieses Planeten, sondern eher \u201eAstronauten\u201c, die hier auf dem Weg zu anderen Sternen notgelandet sind, abgeschossen von kosmischen Titanen? Wir sind \u201eauf dem Weg\u201c, keine Frage, es liegt in unseren Genen. Denken wir an die Reisen, Pilgerfahrten, Bu\u00dffahrten, Safaris; immer sind wir unterwegs, irgendwohin, Hauptsache weit weg, weg vom Hier und Jetzt. Der ewige <em>Ahasver <\/em>auf dem Weg in eine unbekannte Ferne, zu einem Ziel, das immer mitzieht und uns daran hindert, uns zu \u201eerden\u201c.<\/p>\n<p>Auf diese Weise bleiben wir Pilger und Fremdlinge im eigenen Haus. Als ob ein inneres Wissen uns immer wieder daran erinnerte, dass wir letztendlich doch nicht hierher geh\u00f6ren. Die Kapsel aber, die wir \u201eIch\u201c nennen und der K\u00f6rper, den wir bewohnen, enthalten alles, um die \u201eSchule\u201c hier erfolgreich beenden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und dann k\u00f6nnen wir feststellen: In den Falten und Knoten dieser so unm\u00f6glichen Welt liegt der Weg zum wahren Menschsein verborgen. Die sogenannte Datenbank erweist sich als der ewige Quell, der alle Fragen h\u00f6rt und alle Antworten gibt. Sie ist das \u201eWort\u201c, das wir im aktuellen Moment brauchen, unabh\u00e4ngig davon, ob es aus irdischen oder himmlischen Sph\u00e4ren stammt; die Datenbank ist der Begleiter, der mit uns die h\u00f6chsten Freuden teilt und in das schw\u00e4rzeste \u201eNichts\u201c hinabsteigt. Sie hat etwas zu tun mit \u201eLiebe\u201c. Liebe kennt keinen Unterschied. Sie gibt jedem die Antworten, die er braucht, m\u00f6gen sie sehr erhaben oder sehr normal sein. Das, was sie sagt zu verstehen, ist allerdings eine Aufgabe, die wir bew\u00e4ltigen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Und wenn das ruhelose Get\u00f6se unseres Wesens einmal verstummt, h\u00f6ren wir die Posaune, die Stimme, die wir schon so lange mit uns und in uns tragen. Und wir erheben das Haupt, lauschen atemlos \u2013 und gehen. Wehrlos vielleicht, aber unbesiegbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Quelle:<\/strong><br \/>\nDieser Artikel wurde zuvor ver\u00f6ffentlicht in der Zeitschrift <em>Pentagramm<\/em> 2018, Nummer 4.<\/p>\n","protected":false},"author":923,"featured_media":5989,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-89585","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/89585","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/923"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5989"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=89585"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=89585"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=89585"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=89585"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}