{"id":89529,"date":"2019-04-22T18:27:35","date_gmt":"2019-04-22T18:27:35","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/einige-gedanken-zur-geschichte-der-japanischen-malerei\/"},"modified":"2019-04-22T18:27:35","modified_gmt":"2019-04-22T18:27:35","slug":"einige-gedanken-zur-geschichte-der-japanischen-malerei","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/einige-gedanken-zur-geschichte-der-japanischen-malerei\/","title":{"rendered":"Einige Gedanken zur Geschichte der japanischen Malerei"},"content":{"rendered":"<p>Die Geschichte der japanischen Malerei beginnt mit der Einf\u00fchrung des Buddhismus im 6. Jahrhundert n. Chr.. Anlass waren die Ausschm\u00fcckungen der Tempel und Kl\u00f6ster durch chinesische und koreanische Maler.<\/p>\n<p>Dargestellt werden sehr oft der Buddha oder auch Bodhisattvas.<\/p>\n<p><strong><em>Buddhismus<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Buddha, der indische Religionsstifter, starb 489 vor Christus. Im Laufe des zweiten bis f\u00fcnften Jahrhunderts nach Chr. breitete sich der Buddhismus \u00fcber ganz Zentralasien bis nach China aus. Noch zu seinen Lebzeiten hatte Buddha einen M\u00f6nchsorden gegr\u00fcndet und eine beachtliche Anzahl von Laien f\u00fcr seine Lehre gewonnen. Sie ist scheinbar einfach, diese Lehre, aber sie erfordert h\u00f6chste Anstrengung, aktives Tun. Nichts ist wichtig, au\u00dfer der Verwirklichung. Eine der Grundregeln besagt, dass der Glaube an die Existenz jeder Art von individuellen Dingen nichtig und hinderlich ist, denn er stellt den Grund allen Leidens und des Schmerzes in der Welt dar. Dazu geh\u00f6rt auch jede rein intellektuelle Spekulation.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt steht die innere Schau. Im Buddhismus ist die Verehrung eines transzendenten Ideals ein legitimer Weg zur Erlangung geistiger Erkenntnis.<\/p>\n<p>F\u00fcr die k\u00fcnstlerische Gestaltung ist die Lehre von den drei Leibern des Buddha bedeutsam. Zun\u00e4chst besitzt er, zur Zeit seines Erdenlebens, einen menschlichen Leib mit all seiner Unvollkommenheit (<em>Nirmanakaya<\/em>). Die wahre Natur Buddhas jedoch, in seiner vollkommenen Erleuchtung, ist das unsagbare Absolute, identisch mit dem Kosmos selbst (<em>Dharmakaya \u2013 <\/em>\u201eK\u00f6rper der Lehre\u201c). Zwischen beiden steht ein symbolischer, goldener K\u00f6rper mit zahlreichen Attributen. Dieser Leib ist transzendent und wird durch goldene Aureolen und die von ihnen ausgehenden Strahlen dargestellt (<em>Sambhogakaya <\/em>\u2013 \u201eK\u00f6rper der Freude\u201c ).<\/p>\n<p>Der predigende Buddha wird oft mit seinen Begleitern gezeigt, die manchmal mit \u00fcberkreuzten Beinen dargestellt werden. Sie wurden von den Gl\u00e4ubigen als Bodhisattvas gedeutet, von denen man annahm, dass sie den menschlichen Gebeten eher zug\u00e4nglich seien als der menschenfern thronende Buddha.<\/p>\n<p>Der Bodhisattva ist ein Erleuchtungswesen, dem es darum geht, nicht nur selbst die Erleuchtung zu erlangen und in das Nirwana einzugehen, sondern allen Wesen zu helfen, sich ebenfalls aus dem endlosen Kreislauf der Reinkarnationen zu befreien.&nbsp;<\/p>\n<p>Der Bodhisattva Maitreya wird als der Buddha der Zukunft angesehen, als Lehrer in einer kommenden Weltenperiode. Sein Name wird aus dem Sanskrit-Wort <em>maitri<\/em> abgeleitet und bedeutet universelle Liebe, G\u00fcte, Freude und Freundschaft.<\/p>\n<p>Man unterscheidet zwischen den irdischen und den \u00fcberirdischen Bodhisattvas. Erstere sind im Weltleben stehende Menschen, die sich, von G\u00fcte und Mitgef\u00fchl getragen, zum Wohle aller f\u00fchlenden Wesen (Mensch und Tier) einsetzen. Letztere sind transzendente Wesenheiten, die in gleicher Weise allen beistehen und ihnen auf dem Pfad der Befreiung behilflich sind.<\/p>\n<p><strong><em>Zur Aufgabe der Kunst<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Japan entwickelte sich zu einem Schwerpunkt der religi\u00f6sen Malerei. So gab es im 9. Jahrhundert nach Chr. ein kaiserliches Malatelier. Das 11. Jahrhundert kann in mancherlei Hinsicht als das goldene Zeitalter der Malerei in Japan angesehen werden. Neben der religi\u00f6sen Kunst gab es auch eine bl\u00fchende Profankunst, zu der im 12. Jahrhundert auch erste Portraitdarstellungen ber\u00fchmter Pers\u00f6nlichkeiten geh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Man sah die verschiedenen Formen der Kunst als n\u00fctzliche Hilfsmittel an, um auf einen Sinn zu verweisen, der jenseits der Form liegt. Die Grundvorstellung dazu besagt, dass die ganze nat\u00fcrliche Welt von <em>Kami<\/em>, von Geistern oder G\u00f6ttern belebt wird.<\/p>\n<p>Kami sind in allen Dingen, in Bergen, B\u00e4umen, Steinen, Wasserf\u00e4llen \u2026 . Die typische japanische Liebe zur Natur ist eine unmittelbare Folge dieser Vorstellung von einer geistig belebten, beseelten Landschaft. Diese Sichtweise kn\u00fcpft an die andere japanische religi\u00f6se Tradition, den Shintoismus, an.<\/p>\n<p>Die buddhistischen Bilder sollen die Verehrung der Gl\u00e4ubigen auf sich ziehen, indem sie Gef\u00fchle der Freude und der Erhebung erzeugen, denn, was man als ein \u00e4u\u00dferes Bild liebt, kann sich als ein innerer Ma\u00dfstab niederschlagen. Dabei ist auch zu ber\u00fccksichtigen, dass die Menschen fr\u00fcherer Zeiten meist weder lesen noch schreiben konnten. So blieb, neben Rezitationen in den Tempeln, nur das Visuelle als Br\u00fccke zur Erkenntnis. Eine besondere Aufmerksamkeit zieht der Lotosthron des Buddha auf sich, in dessen Darstellungen aus der geheimnisvollen Tiefe des Raumes Blumen hernieder regnen.<\/p>\n<p>Die Malereien sollen den Geist der Gl\u00e4ubigen auf die Bilder der Gottheit konzentrieren. Jeder der unterschiedlichen Gestalten entsprechen bestimmte Riten. Die Farben, die Zahl der Arme und K\u00f6pfe weisen auf geistig-seelische Qualit\u00e4ten hin.<\/p>\n<p>Neben der Bildersprache wird der Gl\u00e4ubige durch rituelle Mantren der Priester angesprochen. Ziel ist auch hier das Aufrufen g\u00f6ttlicher Kr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Eine weitere Gattung buddhistischer Ikonographie ist die der Bilderz\u00e4hlungen. Dabei handelt es sich um moralische Einkleidungen der buddhistischen Lehre. Eine dieser Erz\u00e4hlungen berichtet von der Selbstaufopferung des k\u00fcnftigen Buddha, bei der er sich von einem Felsen st\u00fcrzt, um einer hungernden Tigerin und ihren Jungen als Nahrung zu dienen.<\/p>\n<p>Die chinesisch-japanische Zeichenweise strebt eine sichtbare Darstellung an, das hei\u00dft eine feste, klare und einheitliche Kontur, die die Formen begrenzt. Gleichzeitig beruht die Linienf\u00fchrung der japanischen K\u00fcnstler auf einer geistigen Konzentration und einer unmittelbaren Beherrschung des Bewegungsablaufs. Die Ikonen reinen Stils zielen auf Regelm\u00e4\u00dfigkeit und Linienwiederholung ab. Farben werden wegen ihrer emotionalen Werte eingesetzt. Die Farbzusammensetzung in einem voll entwickelten Gem\u00e4lde reicht weit \u00fcber jeden sprachlichen Symbolismus hinaus.<\/p>\n<p>Sie verbindet&nbsp;mit allen Stilelementen die Aufgabe, dem Betrachter die Sch\u00f6nheit des G\u00f6ttlichen vor Augen zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p><em>Fr\u00fchbuddhistische Malerei aus Japan<\/em>, Unesco Taschenb\u00fccher der Kunst, M\u00fcnchen 1963<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":5823,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110062],"tags_english_":[],"class_list":["post-89529","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-art-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/89529","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5823"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=89529"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=89529"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=89529"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=89529"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}