{"id":89383,"date":"2019-01-29T07:59:52","date_gmt":"2019-01-29T07:59:52","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/angst-sorge-furcht\/"},"modified":"2019-01-29T07:59:52","modified_gmt":"2019-01-29T07:59:52","slug":"angst-sorge-furcht","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/angst-sorge-furcht\/","title":{"rendered":"Angst, Sorge, Furcht\u2026"},"content":{"rendered":"<p>Woher kommen eigentlich Angst, Sorge und Furcht?<\/p>\n<p>Stellen wir einmal die These auf, dass sie \u2013 paradoxerweise \u2013 sowohl aus der Vergangenheit als auch aus der Zukunft stammen. Aus der Vergangenheit, weil jeder von uns seine eigenen \u201enegativen&#8220; Erfahrungen mit sich herumtr\u00e4gt, die ihr oder ihm irgendwann Schmerz- und Leidensgef\u00fchle verursacht haben. Oder wir haben \u00e4hnliche Situationen bei anderen erlebt. Deshalb versuchen wir, solche Situationen zu vermeiden. Wir verwenden dabei oft bew\u00e4hrte stereotype Verhaltensmuster und Schemata, die in der Vergangenheit bei uns oder anderen Menschen funktioniert haben.<\/p>\n<p>Dabei ber\u00fccksichtigen wir aber nicht: Mit der Zeit ver\u00e4ndern wir uns selbst und auch unsere Umgebung ver\u00e4ndert sich. Lebensmuster, die fr\u00fcher recht gut funktionierten, m\u00fcssen in der Zukunft nicht unbedingt funktionieren. Der Fluss des Lebens \ufb02ie\u00dft weiter, die Welt ver\u00e4ndert sich &#8230;<\/p>\n<p>Aus anderer Perspektive gesehen h\u00e4ngen Angst, Sorge und Furcht mit der Zukunft zusammen. Wir m\u00f6chten unser Leben nach unseren Erwartungen gestalten, Erf\u00fcllung darin \ufb01nden und Harmonie und Gl\u00fcck erreichen. Dies gilt f\u00fcr uns selbst, aber wir w\u00fcnschen es auch f\u00fcr unsere Lieben und die Umgebung, in der wir leben. Wir arbeiten an einer \u201eKomfortzone&#8220;, in der wir uns wohl und sicher f\u00fchlen wollen.<\/p>\n<p>Zum Leben geh\u00f6rt es allerdings, mit der Umgebung zu interagieren. Das einfachste, aber vielleicht bedeutendste Beispiel hierf\u00fcr ist die Atmung \u2013 um zu leben, m\u00fcssen wir die Luft aus unserer Umgebung einatmen.<\/p>\n<p><strong><em>Die Verk\u00e4uferin, der Busfahrer, der Chef<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Interaktionen mit der Umwelt entsprechen nun nicht immer unseren Erwartungen. Die Verk\u00e4uferin ist nicht immer h\u00f6\ufb02ich, obwohl wir versuchen, nett zu ihr zu sein und wir geduldig in der Warteschlange stehen. Der Busfahrer schlie\u00dft die T\u00fcr vor uns und f\u00e4hrt davon, obwohl wir nur um Momente zu sp\u00e4t kamen. Bei der Arbeit stellt der Chef neue Anforderungen und Aufgaben und gew\u00e4hrt uns keine Ruhepause. Und bei der R\u00fcckkehr nach Hause stellt sich heraus, dass der Nachbar auf der anderen Seite der Mauer das Champions-League-Spiel in voller Lautst\u00e4rke im Fernsehen verfolgt.<\/p>\n<p>Solche Beispiele k\u00f6nnte man unendlich weiter anf\u00fchren. In kleiner Dosis verursachen sie Frustration und \u00c4rger. Wenn sie anfangen, sich zu wiederholen, kann sich bei uns die Angst, Sorge und Bef\u00fcrchtung aufbauen, dass wir mit dem Kommen eines neuen Tages aufs Neue mit unangenehmen Situationen in unserer Umgebung konfrontiert werden. Wo bleibt dabei unsere Komfortzone?<\/p>\n<p>Ein gemeinsamer Aspekt all dieser Situationen sind <em>unsere<\/em> Erwartungen an die Umwelt. Wir glauben, dass unsere Verwandten, unsere Freunde, unsere Mitarbeiter oder im Allgemeinen alle, mit denen wir zu tun haben, so handeln sollten, dass sie <em>uns<\/em> gefallen und uns nicht in Probleme st\u00fcrzen. Wenn das nicht so ist, nehmen wir sie als unsere kleineren oder gr\u00f6\u00dferen &#8222;Feinde&#8220; wahr. Und Angst, Sorge und Furcht treten auf, wenn uns klar wird, dass wir an ihnen nichts \u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber ist diese Lebenseinstellung nicht egozentrisch oder egoistisch? Und vor allem wenig in Einklang mit der Komplexit\u00e4t von allem?<\/p>\n<p><strong><em>Was wissen wir eigentlich \u00fcber die Menschen in unserer Umgebung?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Man kann leicht empfinden, in einer Art &#8222;gordischem Knoten&#8220; zu stecken. Der Grund f\u00fcr unseren Stress und unsere Unzufriedenheit liegt darin, dass wir die Dinge (und uns selbst) nicht so sehen, wie sie wirklich sind \u2013 hier und jetzt. Was wissen wir denn an Tiefergehendem \u00fcber die Menschen in unserer Umgebung? Kennen wir die Hintergr\u00fcnde ihrer Psyche? Vielleicht durchlebt der eine oder andere gerade schwerwiegende innere Konflikte. Wissen wir, wie sich die aktuelle Lebenssituation, von der wir uns bedr\u00fcckt f\u00fchlen, aus seiner\/ihrer Perspektive darstellt?<\/p>\n<p>Wenn wir versuchen w\u00fcrden, alles und jeden ohne unsere Erwartungen und ohne Vergleiche zu betrachten und mit Freundlichkeit anzunehmen, so wie er oder sie sind, dann k\u00f6nnten wir vielleicht viel \u00f6fter und l\u00e4nger Frieden und Ruhe erfahren. Und vielleicht w\u00fcrden wir dann entdecken, dass das, was hier und jetzt gerade stattfindet, genau das ist, was hier und jetzt sein soll.<\/p>\n<p><strong><em>Angst \u2013 ein Antrieb, sich selbst zu erforschen <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Unserer Angst, Sorge und Furcht k\u00f6nnte sich dann verringern. Aber dennoch kommen wir nicht an der Erfahrung vorbei, dass Beziehungen oder Dinge, die von gro\u00dfer Bedeutung von uns sind, sich aufl\u00f6sen. Der Partner, die Eltern, die Freunde, die Arbeitsstelle \u2013 pl\u00f6tzlich geschieht etwas, und alles ist anders. Was dem Leben einen Sinn gab &#8211; pl\u00f6tzlich ist es verschwunden. All unsere Strategien und Einstellungen konnten uns davor nicht bewahren.<\/p>\n<p>Und ebenso ist es mit dem, was den eigenen K\u00f6rper betrifft, die Gesundheit, die eigene Existenz, den Tod \u2026<\/p>\n<p>Hiervor bleibt Angst in uns.<\/p>\n<p>Angst kann uns vorsichtig machen. Aber sie kann noch mehr bewirken, sie kann zum Beispiel ein Antrieb sein, unsere Sicherheit auf einer tieferen Ebene zu suchen. Das Leben mit allem, was in ihm stattfindet, das \u201eSpiel\u201c, an dem auch wir beteiligt sind \u2013 ben\u00f6tigt es nicht eine B\u00fchne, auf der es sich abspielt?<\/p>\n<p>Diese B\u00fchne muss in uns sein, in uns allen gemeinsam. Wo sollte sie sich sonst befinden? So k\u00f6nnen wir sie also in uns suchen, jeder in sich. Sehnsucht kann dabei ein Wegweiser sein. Und wenn wir tats\u00e4chlich festen Boden in uns finden &#8211; nicht auszudenken die Ruhe und Gelassenheit, die dann eintritt \u2026&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":917,"featured_media":4017,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-89383","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/89383","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/917"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4017"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=89383"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=89383"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=89383"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=89383"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}