{"id":89337,"date":"2019-01-11T14:29:18","date_gmt":"2019-01-11T14:29:18","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/kunst-und-erkenntnis-als-aufbruch-nach-innen-teil-2\/"},"modified":"2019-01-11T14:29:18","modified_gmt":"2019-01-11T14:29:18","slug":"kunst-und-erkenntnis-als-aufbruch-nach-innen-teil-2","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/kunst-und-erkenntnis-als-aufbruch-nach-innen-teil-2\/","title":{"rendered":"Kunst und Erkenntnis als Aufbruch nach Innen &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.logon.media\/de\/kunst-und-erkenntnis-als-aufbruch-nach-innen-teil-1\">Nach Teil 1<\/a><\/p>\n<p><strong><em>Dualit\u00e4t und Polarit\u00e4t<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In diesen beiden grunds\u00e4tzlich verschiedenen Formen \u2013 Kreis und Quadrat, Kugel und W\u00fcrfel \u2013, die keine innere Verbindung zu haben scheinen, \u00e4u\u00dfert sich ein Grundgesetz, das sich in allem, was existiert, wieder findet: die Polarit\u00e4t als die Zwei in Einem, als m\u00e4nnliche und weibliche Kraft, als Tag und Nacht, als die zwei Seiten der einen Medaille. Dieses lebendige Prinzip der Polarit\u00e4t wird oft mit einer Dualit\u00e4t verwechselt, die antagonistisch zwei gleichwertig sich erg\u00e4nzende, aber gegens\u00e4tzliche Qualit\u00e4ten in Gut und B\u00f6se spaltet.<\/p>\n<p><strong><em>Gut und B\u00f6se<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00f6se ist nicht das gleichwertige Gegenteil des Guten, sondern eine Sekund\u00e4rerscheinung davon. So wie der Tod nicht das Gegenteil des Lebens ist, sondern ein Teil des Lebens. Auch der Hass ist nicht das gleichwertige Gegenteil der Liebe, sondern eine sekund\u00e4re Reaktion, die allerdings sehr machtvoll werden kann. Ebenso ist der Schatten nicht das gleichwertige Gegenteil des Lichtes, sondern eine Reaktion, die durch einen lichtundurchl\u00e4ssigen K\u00f6rper entsteht. Die Polarit\u00e4t von Licht und Schatten gilt f\u00fcr jeden dichten K\u00f6rper, jedoch nicht f\u00fcr das Licht an sich.<\/p>\n<p>Die Polarit\u00e4t als wirksames Naturgesetz enth\u00e4lt in sich erg\u00e4nzende komplement\u00e4re Kr\u00e4fte, die an einer Dreiheit wirken und auf ein \u00adgr\u00f6\u00dferes Ganzes ausgerichtet sind. Erst wenn die Bewertung und Beurteilung eingreift und den einen Teil zum Guten erhebt und den anderen zum B\u00f6sen verteufelt, beginnt ein unfruchtbarer Kampf, der die sch\u00f6pferische Zusammenarbeit und damit die Freude aneinander blockiert und die sprudelnde Quellkraft auf M\u00fchlen des Streites und Krieges lenkt.<\/p>\n<p>\u201ePolarit\u00e4t muss als fruchtbare Gegens\u00e4tzlichkeit streng unterschieden werden von feindlichem, zerst\u00f6rerischem Dualismus. Es handelt sich um Zweieinigkeit, eine Entgegensetzung, die von h\u00f6herer Einheit umgriffen wird.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\" title=\"\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Die polaren Gegens\u00e4tze von Kreis und Quadrat werden in vielen Bauwerken als Grundrisse verwendet. Auch in der symbolischen Bedeutung gibt es den Zusammenhang von Kreis und Quadrat als vollkommenes ewiges Sein und dynamisches Werden in der Zeit, als Himmel und Erde.<\/p>\n<p>Die urspr\u00fcnglichste Kreisform sahen Menschenaugen seit jeher als Sonnenstern. Der ist keineswegs eine ruhende Form, sondern eine h\u00f6chst dynamische. Ein rollender Himmelswagen. Die Strahlen, die davon ausgehen, sind Pfeile der Kraft, der W\u00e4rme und des Lichtes. Aus den polaren Gegens\u00e4tzen von Kreis und Strahl, die in der Sonne wirksam und sichtbar werden, entsteht jedwede Gestalt, sowohl in der Natur als auch in der Kultur. Kreis und Strahl sind Mutter und Vater aller Formen, wobei der Strahl aus dem Kreis hervorgeht.&nbsp; Verbinden sich Kreis und Strahl, so entstehen evolution\u00e4re Grundfor\u00admen. Als erstes das Ei: eine Kugel mit Richtungstendenz, und weiter die vielf\u00e4ltigen Figuren der Spiralen, die sich von der Doppelhelix \u00fcber ein Schneckenhaus bis zu den Galaxien mani\u00adfestieren.<\/p>\n<p><strong><em>Die Form als Ausdruck von Kr\u00e4ften<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In den Formen sind innere Entsprechungen zu erkennen zwischen Flie\u00dfformen und festen Formen, wie etwa zwischen einem Wasser\u00adwirbel und dem Geh\u00e4use einer Schnecke. In den festen Formen kommen die Energie und Bewegung, aus der sie gebildet wurden, zum Stillstand. Sie zeigen pr\u00e4zise, welche Kr\u00e4fte sie schufen.<\/p>\n<p>Der Schweizer Arzt, Maler und Wissenschaftler Hans Jenny machte diesen Zusammenhang von unsichtbarer Energie, Schwingung und sichtbarer Form in seinen Experimenten, die er \u201eKymatik\u201c nannte, \u00fcberzeugend sichtbar. Die Schwingungen bestimmter Frequenzen erzeugen in sensiblen Materialien wie dem Wasser stehende Wellen von teilweise \u00fcberraschend geometrischer Pr\u00e4zision und wundervoller komplexer Ordnung. Manche dieser vibrierenden Figuren gleichen Bl\u00fcten, andere Skeletten und Organen. An den Wasserklangbildern von Hans Jenny und Alexander Lauterwasser wird deutlich, wie sehr Klang und Gestalt ineinander greifen. Man k\u00f6nnte sie als lebendige Wasser-Bild-Metaphern bezeichnen f\u00fcr die \u201eFleischwerdung\u201c, die Verk\u00f6rperung des Sch\u00f6pfungswortes und des Urtons \u201eBindu\u201c, durch den das Universum in die Erscheinung gerufen wurde.<\/p>\n<p>Auch der Wasserforscher Theodor Schwenk zeigt in seinem Buch<em> Das sensible Chaos<\/em> (1962) den Zusammenhang von Str\u00f6mungsformen und festen Formen auf. Hier wird anschaulich, dass das Sichtbare Aus\u00addruck des Unsichtbaren ist. Einen Vogel als verdichtete Luft, einen Fisch als verdichtetes Wasser, eine Schlange als verdichtete Erde zu sehen, wird naheliegend. Was k\u00f6nnte aber der Mensch sein? Verdich\u00adteter Kosmos? Zweibeiniger Weltraum? In der Tat. Jeder Mensch tr\u00e4gt ein Universum unter seiner Sch\u00e4deldecke. Und diese Sch\u00e4del\u00addecke wird von einem Skelett gehalten, dessen Proportionen auf ein harmonikales Gesetz verweisen: den Goldenen Schnitt.<\/p>\n<p><strong><em>Der Goldene Schnitt<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es handelt sich dabei um eine geometrische Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit mit erstaunlichen Eigenschaften und Zahlenverh\u00e4ltnissen, die sich in den Gestalten der Natur in reicher Vielfalt wiederfinden. Mit am deutlichsten ausgepr\u00e4gt sind diese Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten wohl bei den Bl\u00fcten, die in ihren Gestalten planetare Bewegungsbahnen widerspiegeln. Hartmut Warm visualisiert in seinem Buch Die Signatur der Sph\u00e4ren die Umlaufbahnen der Planeten. Es zeigt sich, dass Erde und Venus bei ihrer jeweiligen Reise um die Sonne und ihrem Tanz umeinander im Laufe von acht Jahren einen pr\u00e4zisen F\u00fcnfstern als Spur ihrer unsichtbaren Bewegungen in den kosmischen Raum zeichnen. Es l\u00e4sst sich wissenschaftlich nur schwer nachweisen, dass die planetaren Bewegungen gestaltbildenden Einfluss auf die Erde haben, doch wird es durch die Entsprechungen offenbar und beweist sich von selbst: Wenn wir also auf Bl\u00fcten schauen, dann sehen wir zugleich in den Kosmos, mit dessen Kr\u00e4ften und Rhythmen sie in Wechselwirkung stehen.<\/p>\n<p>Im Goldenen Schnitt steht der kleinere Teil (der \u201eMinor\u201c) zum gr\u00f6\u00dferen (dem \u201eMaior\u201c) im selben Verh\u00e4ltnis wie dieser zum Ganzen. Das hei\u00dft, Minor und Maior sind auf eine Weise geteilt, die das Ganze enth\u00e4lt. Kein anderer Punkt auf einer Strecke kann dies bewirken.<\/p>\n<p>Es gibt neben dem Goldnen Schnitt noch ein zweites universelles Teilungsgesetz: die Symmetrie. Die reine Symmetrie ist die Ur-Teilung. Sie bleibt immer mit sich selbst identisch. Aus ihr allein g\u00e4be es keine Entwick\u00adlung. Der Goldene Schnitt teilt demgegen\u00fcber ungleich, doch so, dass die Proportionen erhalten bleiben. Durch ihn wird aus der harmonisch-dynamischen Wechselwirkung von Qualit\u00e4t und Quanti\u00adt\u00e4t Entwicklung m\u00f6glich, ohne dass diese aus der Ganzheit f\u00e4llt und ins Beliebige wuchert.<\/p>\n<p>Die Natur arbeitet sowohl mit der Symmetrie als auch der \u201estetigen Teilung\u201c, wie der Goldene Schnitt auch genannt wird. Die reinste Figur dieser dynamisch-harmonischen Ordnungsmacht ist das Penta\u00adgramm.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\" title=\"\">[2<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.logon.media\/de\/kunst-und-erkenntnis-als-aufbruch-nach-innen-teil-3\">Wird fortgesetzt in Teil 3<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\" title=\"\">[1]<\/a> Heinrich Beltinger, <em>Polarit\u00e4t als Weltgesetz<\/em><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\" title=\"\">[2]<\/a> siehe dazu: Andreas Beutel und Ursula Korb, <em>Heilige Geometrie und das Geheimnis der Zahlen<\/em>, Stiftung Rosenkreuz, Birnbach 2010.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":108390,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110062],"tags_english_":[],"class_list":["post-89337","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-art-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/89337","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/108390"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=89337"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=89337"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=89337"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=89337"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}