{"id":89192,"date":"2018-10-02T16:26:51","date_gmt":"2018-10-02T16:26:51","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/buddhas-nirvana-und-christliche-gnosis-teil-2\/"},"modified":"2018-10-02T16:26:51","modified_gmt":"2018-10-02T16:26:51","slug":"buddhas-nirvana-und-christliche-gnosis-teil-2","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/buddhas-nirvana-und-christliche-gnosis-teil-2\/","title":{"rendered":"Buddha&#8217;s Nirvana und christliche Gnosis Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Bodhi, das \u201eErwachen\u201c, ist das, was der Siddhattha Gotama (Sanskrit: Siddharta Gautama) unter dem Feigenbaum in Uruvel\u0101 (nahe dem heutigen Gay\u0101) erfuhr. Weder das Lesen brahmanischer Schriften noch strenge Askese hatten ihn dazu gef\u00fchrt. Aber die Sehnsucht nach Erl\u00f6sung war so stark in ihm, dass er nicht aufh\u00f6rte danach zu streben. Der Gnostiker ist von der gleichen Sehnsucht nach der Vereinigung mit der allumfassenden Liebe erf\u00fcllt. In dieser Hinsicht ist er eins mit dem Mystiker. Im sp\u00e4teren Buddhismus wird von der Buddhanatur gesprochen, dem Zustand des Nibb\u0101na, der vollkommenen Verschmelzung mit dem Letztendlichen, oder, wie der Gnostiker sagen w\u00fcrde, die Vereinigung des aus der Asche auferstandenen Ph\u00f6nix, der Geistseele, mit dem ewigen Geistfeuer. Der Gnostiker erwacht immer wieder neu infolge des Prozesses der Heilwerdung. Es ist ein geistiges Durchbrechen des alten Korsetts der Muster, es ist Auferstehung aus der Asche der Dialektik. Der Zweifel aber soll ein st\u00e4ndiger Wegbegleiter sein! \u201eDarum pr\u00fcfet alles, das Gute behaltet!\u201c lautet ein Kernsatz der Universellen Philosophie. Gleicherma\u00dfen ist er auch auf dem buddhistischen Weg ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht!<\/p>\n<p>Alle karmischen Bindungen l\u00f6sen sich w\u00e4hrend dieses Prozesses. Das ist auch das h\u00f6chste Ziel im Buddhismus. Wenn kein Karma mehr erzeugt wird, dann verursachen die Handlungen keine Spuren mehr in der Welt. Der Sa\u1e43s\u0101ra, oder gnostisch gesprochen, die \u201eWelt der Dialektik\u201c, der aufeinander wirkenden Dualit\u00e4ten, beinhaltet ein best\u00e4ndiges Wandern: Geburt, Werden und Vergehen l\u00f6sen einander ununterbrochen ab. Nichts bleibt, nichts ist beharrend, alles ist verg\u00e4nglich. Alle Wesen sind in diesem Kreislauf gefangen und gebunden durch Karma, d. h. durch ihre Taten, Gedanken und Emotionen, W\u00fcnsche und Begierden. Das gilt es zu erkennen und zu \u00fcberwinden!<\/p>\n<p>Auf dem Pfad geht es \u2013&nbsp; sowohl im Buddhismus wie auch auf dem gnostischen Einweihungsweg \u2013 immer wieder um die \u00dcbung der Achtsamkeit, d.h. ganz im Hier und Jetzt zu sein, alles klar und bewusst wahrzunehmen, die Situationen, in denen man sich gerade befindet, wie auch die Personen, mit denen man zu tun hat, und diese nicht zu beurteilen. So erlangt man Erkenntnis, ein Wissen, das nicht mehr das Verstandesbewusstsein ist, sondern ein Wissen h\u00f6herer Art, das in den Bereich der Weisheit und Wahrheit f\u00e4llt und das letztlich im Herzen, in der Rose, im Christuslicht, in der Buddhanatur gegr\u00fcndet ist. Dieses \u201eDenken mit dem Herzen\u201c, wie es der Gnostiker ausdr\u00fcckt, geschieht allm\u00e4hlich durch einen Pers\u00f6nlichkeitswechsel im Prozess der \u201eTransfiguration\u201c.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\" title=\"\">[1]<\/a> Dabei bildet sich zuerst ein neues seelisches \u201eFahrzeug\u201c, danach wird das ganze k\u00f6rperliche System des Menschen neu erschaffen. Diese Verwandlung wird im buddhistischen Sutta \u201e\u00dcber die Frucht des Asketentums\u201c dargestellt; aus dem Willen des (erneuerten) Herzens gestaltet der Mensch seinen neuen, unsterblichen K\u00f6rper und zieht ihn \u201ewie ein Schwert aus der Scheide\u201c. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\" title=\"\">[2]<\/a><\/p>\n<p>\u201eLebe im flammenden Heute wie in einem t\u00e4glichen Fest!\u201c Das ist der Aufruf des Gnostikers an den Menschen! Nur im Jetzt ist letztendlich die Wahrheit, nur das \u201eflammende Jetzt\u201c ist das Heilige, das allein Heilende. Vergangenes und Zuk\u00fcnftiges sind leblose Schatten, Gedankenkonstrukte des Ichs, Schatten, wie das Ich selbst.<\/p>\n<p>Tiefes liebevolles Erbarmen, das wahre Mitgef\u00fchl ist die Frucht, die aus diesem Urquell gespeist wird. Sowohl ein Bodhisattva des Mah\u0101y\u0101na Buddhismus wie auch ein Gnostiker k\u00f6nnen nun wahrhaft dem Mitmenschen auf rechte Weise dienen. Sie erinnern ihn an den inneren Auftrag, der keimhaft in jedem Menschen angelegt ist; es ist der Ruf heimzukehren in die wahre g\u00f6ttliche Heimat. Wenn Christus, die \u201eRose\u201c im eigenen Inneren, zu leuchten beginnt, wird der Prozess der Befreiung in Gang gesetzt. Der Fu\u00df ist dann auf den Pfad gestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\" title=\"\">[1]<\/a> Catharose de Petri, die Mitbegr\u00fcnderin der Geistesschule, beschreibt Transfiguration als \u201eeine gnostische Methode zum Vollbringen des Endura, das ist das vollkommene <em>Ersetzen<\/em> des sterblichen, abgetrennten, erdgebundenen Menschen durch den urspr\u00fcnglichen unsterblichen, g\u00f6ttlichen Menschen, den wahren Geistmenschen, dem g\u00f6ttlichen Sch\u00f6pfungsplane gem\u00e4\u00df\u201c, in: Catharose de Petri: Transfiguration, Haarlem: Rozekruis Pers, 1995, S. 9.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\" title=\"\">[2]<\/a> Karl Eugen Neumann: Die innere Verwandtschaft buddhistischer und christlicher Lehren. Zwei buddhistische Suttas und ein Traktat Meister Eckharts, Leipzig 1891<\/p>\n","protected":false},"author":920,"featured_media":3508,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110088],"tags_english_":[],"class_list":["post-89192","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-science-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/89192","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3508"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=89192"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=89192"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=89192"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=89192"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}