{"id":88926,"date":"2018-03-14T19:23:56","date_gmt":"2018-03-14T19:23:56","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/externe-und-interne-hyperverbindung-ein-pfad-nach-innen\/"},"modified":"2018-03-14T19:23:56","modified_gmt":"2018-03-14T19:23:56","slug":"externe-und-interne-hyperverbindung-ein-pfad-nach-innen","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/externe-und-interne-hyperverbindung-ein-pfad-nach-innen\/","title":{"rendered":"Externe und interne Hyperverbindung &#8211; ein Pfad nach Innen"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem \u201eInstant-Messaging\u201c haben wir ein wahrhaft \u201eglobales Dorf&#8220; geschaffen, in dem wir unabh\u00e4ngig von der Entfernung miteinander interagieren. Wir teilen Fotos, Videos, Audios \u2013 alles. Wir sind hyper-verbunden. Heute ist es nicht mehr akzeptabel, keine Nachrichten zu senden, wenn man unterwegs ist zu Gesch\u00e4ftstreffen oder seine Freizeit gestaltet. Wer auch nur ein einfaches Handy hat, kann minimal kommunizieren und interagieren.<\/p>\n<p>Soziale Netzwerke und \u201eInstant-Messaging\u201c erm\u00f6glichen es, Freunde in gro\u00dfer Anzahl zu haben \u2013 aus der ganzen Welt. Besser als je zuvor k\u00f6nnen wir N\u00e4he zu ihnen erleben, auch zu entfernt wohnenden Verwandten. Vielleicht k\u00f6nnen wir sie sogar besser kennenlernen, als es sonst bei vereinzelten Treffen der Fall w\u00e4re. Denn das Leben jedes Einzelnen liegt zunehmend f\u00fcr alle offen, die Zeit haben, die Profile zu verfolgen.<\/p>\n<p>Es kann erm\u00fcdend sein, mit jemandem direkt pers\u00f6nlich zusammenzutreffen, manchmal sogar l\u00e4stig. Ohne direkte k\u00f6rperliche Pr\u00e4senz aber ist das Zusammensein weniger problematisch. Virtuell Kontakt herzustellen und zu pflegen ist einfach. Schnelle, kurze und praktische Botschaften sind ein gro\u00dfartiges Mittel, um unseren Gedanken und Empfindungen Ausdruck zu verleihen. Wie oft werden dagegen in direktem, pers\u00f6nlichem Kontakt durch Wortexzesse Komplikationen und Irritationen hervorgerufen!<\/p>\n<p><strong><em>Verbindung mit uns selbst<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wie ist es aber mit der Verbindung zu <em>uns selbst<\/em>? Haben wir hier auch so effizient angewandte Formen? Es scheint, dass wir hier eher \u201ehypo-verbunden\u201c sind, und <em>\u201ehypo <\/em>bedeutet: \u201eunter\u201c.<\/p>\n<p>Bei aller Hyper-Verbindung mit der Au\u00dfenwelt, bei aller Besch\u00e4ftigung mit unserem \u201eProfil&#8220; vergessen wir, wer wir <em>wirklich<\/em> sind. In dem Netzwerk von Kontakten f\u00fcgen wir kein \u201eAdd&#8220; hinzu zu dem, der wir in der Tiefe sind: Wir vermeiden den Dialog mit <em>uns selbst<\/em>.<\/p>\n<p>Im virtuellen Web suchen wir, konditioniert durch seine verschiedenen Mechanismen, meist unbewusst auch nach sinnvollen Dingen, die unsere Sehnsucht nach etwas Unbestimmtem befriedigen. Jede Facebook-Benachrichtigung erscheint als Versprechen einer rettenden Neuheit, weckt eine Hoffnung, die sich immer wieder erneuert und doch immer wieder frustriert wird.<\/p>\n<p><strong><em>Sisyphos<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die zahllosen Nachrichten, die sich in WhatsApp-Gruppen ansammeln, von \u201eGuten Morgen&#8220; bis hin zu expliziten Gewaltvideos, zeigen, dass es bei aller Schnelligkeit doch schwierig ist, mit allen verbunden zu sein. Es ist eine Aufgabe, die paradoxerweise viel Zeit kostet, denn es ist zwar wahr, dass wir nicht mehr, wie in einer Briefkorrespondenz, tagelang auf eine Antwort warten m\u00fcssen, aber es ist auch wahr, dass wir nutzlose Informationen in einem sehr gro\u00dfen Umfang konsumieren und \u201eteilen\u201c, ohne sie wirklich zu lesen und darauf zu reagieren.<\/p>\n<p>Die momentane Geschwindigkeit der \u201eConnections\u201c und die Menge an Informationen, die wir erhalten, erzwingen oberfl\u00e4chlichen Kontakt und Trivialisierung von Bedeutungen. Durch die Geschwindigkeit der Kommunikation intensiviert sich der zeitraubende Informationsfluss, und wir haben keine Zeitersparnis sondern weniger Zeit. Man k\u00f6nnte es den Mythos von Sisyphos in seiner postmodernen Version nennen.<\/p>\n<p>Wird die technologische Entwicklung die unangenehme Situation, \u201eeinen Stein den Berg hinauf zu w\u00e4lzen, von dem er wieder herab rollt\u201c, \u00fcberwinden k\u00f6nnen? Die Antwort scheint \u201enein&#8220; zu sein. Doch es w\u00e4re unfair und naiv, der technologischen Entwicklung die Ursache unseres neuen Dilemmas zuzuschreiben. Denn die Ger\u00e4te, die wir entwickeln und benutzen, sind nur Instrumente oder Kan\u00e4le, die f\u00fcr die Zwecke bestimmt sind, die wir ihnen zuweisen.<\/p>\n<p><strong><em>Das Gef\u00e4ngnis<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Gef\u00e4ngnis, in dem sich viele von uns in Bezug auf die \u201evirtuelle Welt&#8220; befinden, unterscheidet sich nicht wesentlich von dem Gef\u00e4ngnis unserer \u201erealen Welt\u201c. Beide sind Abbilder <em>des<\/em> Gef\u00e4ngnisses, in dem wir uns innerlich befinden, ja das wir selbst sind. Wir sind Gefangene unserer Angst, unserer Unsicherheit und oft unserer Verzweiflung. Wir aktualisieren sie durch \u00e4u\u00dfere Faktoren. Die Kastration unserer Freiheit, die wir hierdurch erleben, zeigt uns aber den Zustand unseres Inneren.<\/p>\n<p>Wenn wir etwas unternehmen wollen, um diese Notlage zu beheben, muss der Ort, an dem es begonnen werden muss, unser eigenes Wesen sein. Die Notwendigkeit einer inneren Reformation wurde von den Anf\u00e4ngen unserer Geschichte an in den verschiedenen heiligen Schriften, die wir kennen, und auch in gro\u00dfen literarischen und philosophischen Werken betont. Die Suche nach dem fehlenden Glied, die \u201eR\u00fcckkehr nach Hause\u201c, das Erwachen hin zu einer vertrauten, aber vergessenen Wahrheit \u2013 all das bezieht sich auf die Sehnsucht nach der eingangs erw\u00e4hnten inneren \u201eVerbindung\u201c. Wie weit k\u00f6nnen wir gehen, um sie herzustellen?<\/p>\n<p>Dazu sollten wir \u00fcberpr\u00fcfen, an welchem Punkt unserer Reise wir angekommen sind. Denn Vieles, was wir bisher unternommen haben, ist Ausdruck dieses Verlangens, obwohl das nicht immer in unser Bewusstsein gelangt ist.<\/p>\n<p>Wenn wir tats\u00e4chlich einen solchen Weg der Reflexion gehen, k\u00f6nnen wir feststellen, dass der Mangel an innerer Verbindung die Ursache f\u00fcr gro\u00dfe Schmerzen war, die wir erlitten haben. Das menschliche Dasein zeigt immer wieder, dass ein Mensch nicht dauerhaft in Isolation und Trennung von seinem Innersten zu leben imstande ist.<\/p>\n<p>Wenn heilige Schriften von der \u00dcberwindung des Todes sprechen, meinen sie damit auch die Beseitigung dieser gegenw\u00e4rtigen Spaltung in unserem Wesen. Mit sich selbst verbunden zu sein, bedeutet, die Fesseln aufzubrechen, die uns zum Beispiel an unsere Angst binden. Es bedeutet, sich bewusst zu werden, welchen Sinn unser Leben hat und welche Rolle uns zugedacht ist.<\/p>\n<p>Indem wir die Barrieren aufzul\u00f6sen, die uns von unserem wirklichen Wesen trennen, k\u00f6nnen wir untereinander auf eine ganz andere, wahrhaftigere Weise in \u201eVerbindung\u201c treten. Durch die Vereinigung mit unserem innersten Wesen str\u00f6mt durch unsere Seele eine Kraft, die wir bislang kaum kannten.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen eine Hyper-Verbindung, wie sie uns die Technologie erm\u00f6glicht, auch in <em>uns selbst<\/em> herstellen. Es ist lohnend, zu erleben, wie sich dann aktuelle Begrenztheiten aufl\u00f6sen und wir uns transformieren.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2780,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110088],"tags_english_":[],"class_list":["post-88926","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-science-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/88926","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2780"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88926"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88926"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=88926"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=88926"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}