{"id":88551,"date":"2017-11-10T21:53:02","date_gmt":"2017-11-10T21:53:02","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/was-wir-suchen-und-was-wir-finden\/"},"modified":"2017-11-10T21:53:02","modified_gmt":"2017-11-10T21:53:02","slug":"was-wir-suchen-und-was-wir-finden","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/was-wir-suchen-und-was-wir-finden\/","title":{"rendered":"Was wir suchen &#8211; und was wir finden"},"content":{"rendered":"<p>Wir alle suchen nach irgendetwas. Wenn wir uns das n\u00e4her ansehen, stellt sich die Frage: <em>Wonach<\/em> suchen wir eigentlich?<\/p>\n<p>Obwohl sich zahlreiche Ziele unseres Suchens unterscheiden lassen \u2013 Gl\u00fcck, erf\u00fcllte Beziehungen, materieller Wohlstand, abstrakte W\u00fcnsche, Kontrolle \u00fcber unser Leben etc. \u2013 l\u00e4sst sich all dies auf das Streben nach Entwicklung, nach Vervollst\u00e4ndigung herunterbrechen.<\/p>\n<p>Praktisch jeder sucht nach Vollst\u00e4ndigkeit; aber da wir alle so verschieden sind, sind auch die Ziele und Bestrebungen sehr unterschiedlich, von denen sich jede(r) Einzelne Befriedigung oder Wachstum erhofft.<\/p>\n<p>Und offensichtlich sind wir nicht in der Lage, uns etwas ganz Andersartiges vorzustellen; sondern wir stellen unsere <em>eigenen<\/em> Ideen vor uns und suchen nach M\u00f6glichkeiten, sie zu verwirklichen. Doch damit gelangen wir nur zu einer Selbstbest\u00e4tigung, bleiben wir unserem Kreis von Ideen und Ma\u00dfst\u00e4ben.<\/p>\n<p>Es gibt eine ganze Reihe popul\u00e4rer Methoden, die eigenen W\u00fcnsche Realit\u00e4t werden zu lassen: NLP, die Silva-Methode, Visualisierung etc. Sie bedienen sich bestimmter physikalischer Prinzipien, die unbestreitbar reale Auswirkungen zeitigen \u2013 schon Einstein bewies, dass Energie zu Materie werden kann. Diese Methoden zielen also darauf ab, die eigene mentale Energie so weit zu \u201everdichten\u201c, dass sie sich zu gegebener Zeit in unserer Welt der Erscheinungen manifestiert. Allerdings begeben wir uns dabei in enorme Abh\u00e4ngigkeiten, die uns beherrschen und einschr\u00e4nken. Denn offensichtlich macht uns schon der Wunsch nach etwas abh\u00e4ngig vom Objekt der Begierde. Geht der Wunsch in Erf\u00fcllung, so werden wir (vor allem, wenn wir selbst die Erf\u00fcllung herbeigef\u00fchrt haben) von der Manifestation gleichsam eingeschlossen und verfallen ihr. Ihre Energie wird sich dann irgendwann in der Zukunft wieder auf uns auswirken. Das ist es, was manche \u201eKarma\u201c nennen.<\/p>\n<p>Suchen ist fast immer eine Form von Spannung. Es steht in engem Verh\u00e4ltnis zu unserer Unzufriedenheit mit der \u201egef\u00fchlten\u201c Lebenswirklichkeit und unserem Wunsch, sie zu \u00e4ndern. Das Problem dabei ist, dass sich durch diese Fixierung auf die eigene Unzufriedenheit die Wahrnehmung stark verengt, und dass diese Haltung selbst einen Akt der Realit\u00e4tsverweigerung darstellt. Eine solche Haltung zeigt, dass wir unsere Lebenswirklichkeit nicht gut genug kennen. Wir wollen weiterschreiten, sind aber nicht sicher, wo wir \u00fcberhaupt stehen \u2013 und so werden wir empf\u00e4nglich f\u00fcr vielerlei Dinge, die andere uns anbieten.<\/p>\n<p>Auf diese Weise verlagern wir unsere Suche von innen nach au\u00dfen und bringen uns um die M\u00f6glichkeit zur Selbstbeobachtung und -erkenntnis, die f\u00fcr unseren Pfad unabdingbar sind. Die Frage, <em>wonach<\/em> wir suchen, kann durch die Vielzahl sichtbarer Erscheinungen mit scheinbarer Leichtigkeit beantwortet werden. Demgegen\u00fcber bietet die Frage, <em>warum<\/em> wir suchen, viel ergiebigere Erkenntnism\u00f6glichkeiten. Dann erforschen wir n\u00e4mlich nicht mehr nur, <em>wie<\/em> wir irgendetwas erringen k\u00f6nnen, sondern <em>warum<\/em> wir danach streben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Es k\u00f6nnte alles auch ganz anders sein<\/strong><\/p>\n<p>Etwas in uns scheint darauf hinzudeuten. Und dieses Etwas scheint in jedem Menschen anwesend zu sein \u2013 eine urspr\u00fcngliche Quelle unseres Verlangens nach etwas Besserem. Doch statt dieses reine Verlangen sich entwickeln zu lassen, ergreifen wir den Impuls reflexartig und spannen ihn vor den Karren unserer eigenen Vorstellungen und Absichten. Menschen jedoch, in denen dieser Impuls einen klareren Widerhall findet, lenken ihre Suche und ihre Ideen auf Dauerhaftes, Universelles.<\/p>\n<p>Einerseits ist klar, dass unsere Vorstellungen von Absolutheit selbst nicht absolut sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Andererseits zeugt jeder Versuch, das Absolute f\u00fcr sich selbst zu erringen, von entsetzlicher Egozentrik und ma\u00dfloser Gier. Er beweist nur, wie relativ und begrenzt unsere Vorstellungen des Absoluten sind.<\/p>\n<p>Falls es uns gelingt, der Suche eine weitere Dimension hinzuzuf\u00fcgen, wird klar, dass Hast und Ruhelosigkeit uns dem tiefen Frieden der Vollkommenheit unm\u00f6glich n\u00e4herbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Universelle ist gerade deswegen universell, weil es jederzeit und \u00fcberall anwesend ist. Unsere sterblichen H\u00e4nde sind au\u00dferstande, Unverg\u00e4ngliches zu ergreifen. Die Ungeeignetheit des Pers\u00f6nlichen uns bewusst zu machen, ist wahrscheinlich der wichtigste Schritt auf unserem Pfad. Scheinbar paradoxerweise f\u00fchrt gerade das Akzeptieren der eigenen Begrenztheit und Einseitigkeit zu einem Durchbruch unserer eingekapselten Seele. Als Folge davon entsteht jene allumfassende Offenheit, die in den \u00f6stlichen Philosophien \u201eAchtsamkeit\u201c genannt wird. Diese Achtsamkeit erm\u00f6glicht es uns, die Allgegenwart um uns herum wahrzunehmen.<\/p>\n<p>Wenn es uns gelingt, die Dinge freizuhalten von unseren Bed\u00fcrfnissen, dann werden sie zu unseren Lehrmeistern, die uns vieles mitzuteilen und zu geben haben \u2013 wenn auch nicht als pers\u00f6nlichen Besitz, sondern als Bewusstwerdung in Interaktion und Gemeinsamkeit. Zu begreifen, ohne sich einzumischen, bedeutet, zu <em>finden<\/em>. Man k\u00f6nnte es als neue und unvertraute Oktave des Suchens auffassen, die mit Fug und Recht auch <em>Bewusstheit<\/em> genannt werden kann.<\/p>\n<p>Von diesem Punkt aus entwickelt sich v\u00f6llig ungezwungen ein Prozess, den wir beobachten und an dessen Entwicklung wir teilhaben k\u00f6nnen, ohne sein universelles Potenzial, das er in uns und in allem hat, mit unserer pers\u00f6nlichen Beschr\u00e4nktheit zu verletzen. So lassen wir selbst es zu, in der h\u00f6heren Wirklichkeit aufgefunden zu werden.<\/p>\n","protected":false},"author":917,"featured_media":2234,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101,110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-88551","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/88551","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/917"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2234"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88551"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88551"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=88551"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=88551"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}