{"id":126041,"date":"2026-03-03T06:00:34","date_gmt":"2026-03-03T06:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=126041"},"modified":"2026-03-05T20:42:05","modified_gmt":"2026-03-05T20:42:05","slug":"neues-himmelreich-keplers-schneeflocke","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/neues-himmelreich-keplers-schneeflocke\/","title":{"rendered":"Wie die Welt entsteht und erhalten bleibt \u2013 Reflexionen \u00fcber die Monadenlehre von Gottfried Wilhelm Leibniz"},"content":{"rendered":"<p><em>Monaden sind metaphysische Substanzen, die nicht in Teile zerlegt werden k\u00f6nnen. Es gibt unendlich viele von ihnen.<\/em><\/p>\n<p><em><!--more-->Alle Dinge und alle Wesen besitzen Monaden, die ihre Eigenschaften festlegen. Das gilt f\u00fcr ein Sauerstoffatom ebenso wie f\u00fcr die Seele eines Menschen.<\/em><\/p>\n<p><iframe title=\"Spotify Embed: Wie die Welt entsteht und aufrechterhalten wird Betrachtungen zur Monadenlehre von Gottfried Wilhelm Leibniz\" style=\"border-radius: 12px\" width=\"100%\" height=\"152\" frameborder=\"0\" allowfullscreen allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/2BlHSlXfanaOkFppRM5ghQ?si=FxoXXW3CQiyNdZGjm_j5Dg&amp;utm_source=oembed\"><\/iframe><\/p>\n<p>Die Monaden bilden eine Hierarchie. Gott ist die h\u00f6chste Monade. Das Meer der Monaden ist der eigentliche Stoff, der unser Universum erzeugt und existent erh\u00e4lt. Dieses Meer kann man sich auch als das gnostische Pleroma vorstellen.<\/p>\n<p>Die Monadenlehre von Leibniz (1646-1716) ist eine philosophische Lehre vom wahren Sein und vom Wirken des Geistes in der Welt. Sie geh\u00f6rt zur Metaphysik der Philosophie. Philosophieren kreist um die Frage: \u201eWas ist der Mensch?\u201c und n\u00e4hert sich damit der Selbsterkenntnis.<\/p>\n<h3>Metaphysik<\/h3>\n<p>Speziell die Metaphysik (Meta = \u00fcber\/nach, Physik = das Materielle) behandelt das, was die Welt und das Leben im Innersten zusammenh\u00e4lt, was im w\u00f6rtlichen Sinne wirk-lich ist, was uns und die Welt be-wirkt. Jedes Zu-sich-selbst-Kommen bedeutet, bewusst Metaphysik zu erleben.<\/p>\n<p>Metaphysik ist aber auch der Bereich, der nicht durch die Vernunft erkannt und begr\u00fcndet werden kann. Es gibt eine un\u00fcberwindbare Grenze f\u00fcr die Vernunft: Wissen auf der einen Seite, Glauben auf der anderen. Der metaphysische Bereich des Glaubens ist durch die gro\u00dfen Ideen charakterisiert: Gott, Unsterblichkeit der Seele und Freiheit, sowie: Harmonie, Gerechtigkeit, Frieden und absolute Liebe. Diese besonderen Begriffe sind f\u00fcr uns gleichsam leer, denn wir haben keine \u00e4u\u00dfere Anschauung von ihnen. Wir k\u00f6nnen uns ihnen durch Vorstellungen n\u00e4hern und uns zu ihnen durch unseren Glauben erheben.<\/p>\n<p>Das erstaunt, denn wir haben alle eine Meinung dazu, ja, wir meinen sogar, ganz genau zu wissen, was diese Begriffe bedeuten. Aber es gibt keine Definition, die \u201ewahr\u201c ist. Augustinus sagte einmal: \u201eIch wei\u00df genau, was dieser Begriff bedeutet, solange du mich nicht danach fragst.\u201c Wir haben lediglich eine Ahnung davon, was diese Ideen bedeuten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Als Gottfried Wilhelm Leibniz 15 Jahre alt war, entschloss er sich, trotz seines gro\u00dfen Interesses an der Philosophie Mathematik zu studieren. Zugleich schrieb er aber: \u201eAls ich aber den letzten Gr\u00fcnden des Mechanismus und der Gesetze der Bewegung selbst nachforschte, war ich ganz \u00fcberrascht zu sehen, dass es unm\u00f6glich war, sie in der Mathematik zu finden und dass ich zu diesem Zweck zur Metaphysik zur\u00fcckkehren musste. Das f\u00fchrte mich zu den Entelechien<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, d.h. vom Materiellen zum Formellen zur\u00fcck und brachte mich schlie\u00dflich [\u2026] zu der Erkenntnis, dass Monaden oder einfache Substanzen die einzigen wahrhaften Substanzen sind, w\u00e4hrend die materiellen Dinge nichts als Erscheinungen [sind \u2026], die allerdings wohl begr\u00fcndet und untereinander verkn\u00fcpft sind.\u201c<\/p>\n<p>Leibniz wollte herausfinden, was die Welt ist und warum sie so ist wie sie ist. Er geh\u00f6rt zu den Rationalisten, die aus dem Denken heraus die Welt erkennen und erkl\u00e4ren wollen. Die Basis der Welt ist die Metaphysik, also das, was hinter den Dingen steht. Da sie nicht erkannt werden kann, ist Metaphysik f\u00fcr den Verstand Spekulation. 1) Sie erfordert Glauben, also das Herz. Das Herz aber ist nach Leibniz die Quelle der gro\u00dfen Ideen, also dessen, was immer schon da ist, weder gelernt noch erfunden werden kann, was also den Kern des Menschen ausmacht. Diese Ideen sind das Wenige \u2013 und das Gro\u00dfartige \u2013, das der Verstand vom Herzen entgegennehmen kann.<\/p>\n<p>Leibniz hat nun erkannt, dass alle Ideen positiv sind. Es gibt zum Beispiel nicht die Idee des B\u00f6sen, die der L\u00fcge, etc. Um zur inneren Harmonie, also zur Harmonie von Herz und Kopf zu kommen, muss eine positive Basis als Grundlage der Einheit vorhanden sein. Der Widerstreit von Herz und Kopf muss sich in der Realisierung der eingeborenen Ideen aufl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Leibniz war kein naiver Alles-ist-gut-Mensch. Er wuchs unmittelbar nach dem Ende des 30j\u00e4hrigen Krieges auf und kannte das Elend, die Zerst\u00f6rung und die Qual des Krieges. Seine Hinwendung zu einer von der Idee der Harmonie bestimmten Weltsicht war keine Abwehr dieses B\u00f6sen, es war seine innere Erkenntnis, dass dieses Elend nicht die Wahrheit sein kann.<\/p>\n<p>Metaphysik will also die Welt erkl\u00e4ren, aber m\u00f6glichst wenig spekulativ sein. Dies wird durch Orientierung an den Ideen erreicht. Die gro\u00dfen Ideen bilden die Basis jeder vern\u00fcnftigen Metaphysik. Das f\u00fchrt zu einer Vernunft, die auf der Synthese von Herz und Verstand beruht. Das Herz liefert Impulse zur Bewertung und die Ideen, der Verstand verarbeitet sie, macht sie bewusst und verbindet sie zu einer Einheit.<\/p>\n<p>Bei der Grundlegung einer metaphysischen Philosophie wird eine Methode angewendet. Diese ist bei Leibniz das Prinzip des zureichenden Grundes. Es besagt, dass alles immer einen Grund hat. Wenn wir uns fragen, warum etwas existiert und wir eine Antwort finden, dann k\u00f6nnen wir nochmals nach dem Grund f\u00fcr diese Antwort fragen, usw. Dies gelingt so lange, bis wir auf die Basis des Wissens kommen. Ludwig Wittgenstein hatte daf\u00fcr ein sch\u00f6nes Bild: Die Basis ist dort, wo der Spaten umknickt. Wenn wir nun noch einmal weiter \u201eWarum?\u201c fragen, gelangen wir in die Metaphysik.<\/p>\n<h3>Monaden<\/h3>\n<p>Beginnen wir nun mit der Monadenlehre, also mit der Antwort auf die Frage: \u201eWarum ist etwas und nicht nichts?\u201c Und: \u201eWarum ist dieses Etwas so und nicht anders?\u201c<\/p>\n<p>Zu diesem Etwas geh\u00f6ren die Lebewesen und das ganze Universum. Betrachten wir zun\u00e4chst Erkenntnisse aus der Physik und Chemie: Ein Sauerstoffatom zum Beispiel hat nur deshalb seine chemischen und physikalischen Eigenschaften, weil es eine Substanz gibt, die genau diese Eigenschaften festlegt, die also der Grund daf\u00fcr ist. Diese metaphysische Substanz ist unendlich klein und kann nicht in Teile zerlegt werden. Sie wird Monade genannt. Es gibt unendlich viele Monaden, die sich alle unterscheiden.<\/p>\n<p>Der Begriff Monade stammt von Giordano Bruno, der sie von Pythagoras \u00fcbernommen hat. Monade (w\u00f6rtlich \u201eeins\u201c, \u201eEinheit\u201c) ist eine beseelte Einheit. Sie wird von Gott geschaffen und existiert ewig.<\/p>\n<p>Eine Monade ist unendlich klein. Was dies bedeutet, kann man sich anhand einer mathematischen Interpretation klarmachen: Addieren wir zu einer Zahl, z.B. einer 2, eine unendlich kleine Zahl A, so ist die Summe immer noch 2, obwohl A gr\u00f6\u00dfer als Null ist.<\/p>\n<p>Leibniz ging auch davon aus, dass alles beliebig h\u00e4ufig teilbar ist. Auch Atome sind teilbar. Wenn wir die moderne Quantenphysik zugrunde legen, dann sind selbst die Strings, aus denen sich die Atome zusammensetzen, teilbar. 2) Es gibt keine Atome im Sinne von bestehenden, unteilbaren r\u00e4umlichen Bausteinen. Alles besteht aus einem Kontinuum unendlich vieler unendlich kleiner Monaden, die ein riesiges Meer bilden. Es gibt auch keine Spr\u00fcnge, sondern nur sanfte \u00dcberg\u00e4nge.<\/p>\n<p>Raum und Zeit werden durch die Monaden erzeugt, sie selbst stehen au\u00dferhalb davon. Das Meer der Monaden ist der eigentliche Stoff, der erst unser Universum erzeugt und existent erh\u00e4lt. Dieses Meer kann man sich auch als das gnostische Pleroma vorstellen.<\/p>\n<p>Alles besitzt eine Monade, die alle Eigenschaften und das Verhalten in der Vergangenheit und in der Zukunft beinhaltet. Sie bestimmt den K\u00f6rper oder die Seele und kann als der augenblickliche geistige Zustand oder als das Wesen angesehen werden.<\/p>\n<p>Die Monade eines Sauerstoffatoms enth\u00e4lt alle physikalischen und chemischen Eigenschaften dieses Atoms. Wenn sich dessen Monade \u00e4ndert, dann \u00e4ndert sich auch das Sauerstoffatom. Die Monade realisiert damit die Idee des Sauerstoffs.<\/p>\n<h3>Harmonie<\/h3>\n<p>Eine Monade hat immer einen Zustand, der die aktuellen Eigenschaften des Atoms bestimmt, z.B. sein Gewicht. Sie ist mit dem Atom, also ihrem K\u00f6rper, in Harmonie verbunden: Es gibt dabei aber keine Kausalit\u00e4t und kein Bestimmen, sondern beide verhalten sich aus sich selbst heraus gleich. Diese aufeinander bezogene Abstimmung nennt Leibniz pr\u00e4stabilierte Harmonie. Sie wird mit der Sch\u00f6pfung der Monade eingerichtet und besteht ewig.<\/p>\n<p>F\u00fcr Leibniz ist die Idee der Harmonie ein Grundbegriff, der nur in Bildern vermittelt werden kann. So stellen wir uns zwei Personen vor, die keine Wahrnehmungen haben, also blind und taub sind und auch keinen Tastsinn besitzen. Nun ert\u00f6nt eine Musik und beide beginnen, einen Tango zu tanzen, perfekt mit Improvisationen \u2013 einfach so, ohne jede Kommunikation. Das ist Harmonie. Und genau so machen es die Monaden mit ihren Atomen sowie die Monaden untereinander.<\/p>\n<p>Jede Monade hat den Drang, ihren Zustand zu \u00e4ndern, was sich dann infolge der Harmonie in der Materie zeigt. Diese \u00c4nderungen unterliegen den nat\u00fcrlichen Gesetzen, die wir aus der Physik und Chemie kennen.<\/p>\n<p>Kommen zwei Wasserstoffatome mit ihren Monaden hinzu und verbinden sich mit dem Sauerstoff zu einer neuen Einheit, so beginnt eine weitere Monade, das nun zusammengesetzte Aggregat (H2O, Wasser) zu bestimmen. Die Eigenschaften von Wasser lassen sich nicht aus den Eigenschaften seiner Bestandteile erschlie\u00dfen. Denn die neue Monade verdeckt einige dieser Eigenschaften und bestimmt neue. Das Zusammengesetzte ist dann mehr als die Summe seiner Teile.<\/p>\n<p>Damit entsteht eine Hierarchie. Zusammensetzungen werden durch eigene Monaden bestimmt, die wiederum Teile gr\u00f6\u00dferer umfassender Aggregate sind. 4) Dieses Umfassen geht weiter bis zur h\u00f6chsten Monade Gott. Gott umfasst alles und bringt damit alles zur Einheit. So wie die umfassende Monade dem Aggregat Identit\u00e4t und neue Eigenschaften verleiht, so tut es auch Gott mit allem. Da Gott nur das Gute will, streben alle Monaden nach dem Guten und damit nach ihrer Vollendung (Entelechie).<\/p>\n<p>Wenn wir das Zusammenspiel der Monaden von au\u00dfen betrachten, so bestehen zwischen allen Monaden Beziehungen, die wir als Kausalit\u00e4t, Absto\u00dfen, Anziehen, Erzeugen, Aufl\u00f6sen von Aggregaten etc. bezeichnen. Alle Monaden und damit alles ist miteinander verbunden. Auf die Monaden selbst bezogen, gibt es aber keine Interaktionen, sie verhalten sich aus sich selbst so, als ob sie Interaktionen h\u00e4tten. 5) Das ganze Universum ist ein riesiger harmonischer Tanz. Die Monaden sind vollkommen unabh\u00e4ngig, also frei voneinander, und agieren in einem Meer von Harmonie. Jede Monade macht daher einfach alles, was sie wirklich ausmacht &#8211; und letztlich nur das, was in ihr angelegt ist \u2013, ohne auf etwas anderes R\u00fccksicht zu nehmen und genau deshalb verl\u00e4uft alles harmonisch.<\/p>\n<p>Damit die Natur richtig abl\u00e4uft, ist alles in jeder Monade vorhanden. Das gesamte Universum samt Vergangenheit und Zukunft liegt in den Monaden, die allerdings nur einen begrenzten Blick darauf haben. Sie sehen nur das, was sie f\u00fcr ihre Existenz ben\u00f6tigen. Leibniz sagt, dass die Monaden keine \u201eFenster\u201c haben. Die g\u00f6ttliche Urmonade sieht alles klar und deutlich, aber jede andere Monade hat nur ein Bild oder einen begrenzten Spiegel des Universums, eine bestimmte individuelle Sicht. Wir k\u00f6nnen das auch so verstehen, dass jedes Bewusstsein ein spezieller Spiegel des Universums ist.<\/p>\n<p>Alles ist aber in allem enthalten, daher kann alles Gott werden. Eine Monade kann aus sich selbst heraus ihre Eigenschaften \u00e4ndern. Aus unserem Sauerstoff-Atom kann daher auch ein \u00c4ther-Atom oder ein astrales, ein seelisches Element werden. Je weiter sich die Monade vom Materiellen entfernt, desto klarer wird ihr Spiegel vom Universum und desto mehr n\u00e4hert sie sich Gott.<\/p>\n<p>Der Antrieb, den eigenen Zustand zu \u00e4ndern oder gemeinsam etwas Neues in Harmonie zu schaffen, ist durch die Weisheit und G\u00fcte Gottes bestimmt. Da Gott selbst eine Monade ist und alle Monaden untereinander in Harmonie existieren, ist alles in Harmonie mit Gott. Da Gott die absolute Liebe ist, sind alle Monaden Ausdruck dieser Liebe. Das Sein und das Werden von allem wird durch die Harmonie und das jeweilige innere Gesetz, die Idee der Sache oder des Lebewesens bestimmt. Daher konnte Leibniz sagen, dass wir in der besten aller m\u00f6glichen Welten leben; eine bessere ist vielleicht denkbar, aber aktuell nicht zu realisieren.<\/p>\n<p>Damit kommen wir zu den Lebewesen. Auch diese besitzen eine Monade: ihre Seele. Sie umfasst das Aggregat des K\u00f6rpers, bestehend aus den Monaden, die selbst wieder kleinere Aggregate bilden, zum Beispiel Leber, Magen, Knochen etc. Die Seele hat ein Bewusstsein, das eine relativ klare Sicht auf das Universum hat. Je n\u00e4her eine Seele Gott ist, desto bewusster ist sie, desto mehr kann sie in ihrem Spiegel des Universums erkennen.<\/p>\n<p>In allen Seelen steckt also die F\u00e4higkeit, bewusst eins mit allem und damit auch eins mit Gott zu werden. Doch was hindert uns daran?<\/p>\n<p>Jedem Zustand der Monaden entsprechen Regeln, die als Grundlage der Harmonie dienen. Ein Bruch dieser Regeln ist immer m\u00f6glich (Freiheit), doch er f\u00fchrt zur Disharmonie, zur Verdunkelung des Spiegels und zum Aufheben der Einheit. Die Gemeinschaft der Monaden hat aber den Drang, die Harmonie wieder herzustellen. Wir Menschen bezeichnen das als das Karmagesetz. Disharmonie erzeugt Leiden, Harmonie Klarheit des Spiegels und damit Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>Da alles zum Guten strebt und einen Drang besitzt, g\u00f6ttlicher, bewusster und damit liebevoller zu werden, garantiert die alles umfassende Monade Gott, dass dies immer m\u00f6glich ist. Eine Entscheidung dagegen wird immer akzeptiert. Das bedeutet aber auch, dass das betreffende Lebewesen dann eine verdunkelte Sicht auf das Universum erh\u00e4lt und leidet.<\/p>\n<p>Pflanzen und Tiere sind sich dieser M\u00f6glichkeiten nicht bewusst. Der Mensch jedoch kann durch Reflexion auf sein Selbst die M\u00f6glichkeiten seiner Seelen-Monade erkennen und auch das, was ihn vom Weg zu Gott abh\u00e4lt. Durch Aufheben von Disharmonie kann er bewusst seine Monade in einen Zustand bringen, der n\u00e4her an der Einheit von allem bei gleichzeitiger Individualit\u00e4t ist. Leibniz spricht deshalb von einem Reich der Gnade. Allen bewussten Seelen ist es verg\u00f6nnt, Gott und das ganze Universum zu erkennen.<\/p>\n<p>Leibniz war in seiner Zeit an die damalige Kirche gebunden. Ihm war das Schicksal von Ren\u00e9 Descartes (Flucht in die Niederlande) bekannt, sodass er betont, dass es keine Reinkarnation gibt, sondern nur Verwandlung. Was mit den unsterblichen Seelen nach dem Tod passiert, wenn die Seelen-Monade ihren K\u00f6rper losl\u00e4sst, l\u00e4sst er offen. Da aber alle Monaden eine ewige Existenz haben, kann es aus logischen Gr\u00fcnden nach dem Tod nur mit dem direkten Eingehen in das H\u00f6chste oder mit einer Reinkarnation, der erneuten Erstellung eines K\u00f6rpers weitergehen. Denn nur dann kann der Weg zum Guten vollendet und damit alles zur Einheit werden. Die Liebe Gottes er\u00f6ffnet diese Wege.<\/p>\n<ul>\n<li>Das Herz ist nach Leibniz die Quelle der gro\u00dfen Ideen, also dessen, was immer schon da ist, weder gelernt noch erfunden werden kann, was also den Kern des Menschen ausmacht<\/li>\n<li>Alles besteht aus einem Kontinuum unendlich vieler unendlich kleiner Monaden, die ein riesiges Meer bilden<\/li>\n<li>Stellen wir uns zwei Personen vor, die keine Wahrnehmungen haben, also blind und taub sind und auch keinen Tastsinn besitzen. Nun ert\u00f6nt eine Musik und beide beginnen, einen Tango zu tanzen, perfekt mit Improvisationen \u2013 einfach so, ohne jede Kommunikation<\/li>\n<li>Die h\u00f6chste Monade, Gott, umfasst alles und bringt damit alles zur Einheit<\/li>\n<li>Das ganze Universum ist ein riesiger harmonischer Tanz. Die Monaden sind vollkommen unabh\u00e4ngig, also frei voneinander, und agieren in einem Meer von Harmonie<\/li>\n<li>Alles ist in allem enthalten, daher kann alles Gott werden. Jede Monade hat den Drang, ihren Zustand zu \u00e4ndern. Je weiter sie sich vom Materiellen entfernt, desto mehr n\u00e4hert sie sich Gott.<\/li>\n<li>Der Mensch kann durch Reflexion auf sein Selbst die M\u00f6glichkeiten seiner Seelen-Monade erkennen und auch das, was ihn vom Weg zu Gott abh\u00e4lt. Er kann seine Monade in einen Zustand bringen, der n\u00e4her an der Einheit von allem bei gleichzeitiger Individualit\u00e4t ist<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0 Entelechie: Streben nach einem Ziel, das man in sich selbst tr\u00e4gt (Vollendung)<\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":114009,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[111042],"tags_english_":[],"class_list":["post-126041","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-science-de-2"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/126041","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/114009"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=126041"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=126041"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=126041"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=126041"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}