{"id":117594,"date":"2025-07-10T06:00:26","date_gmt":"2025-07-10T06:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=117594"},"modified":"2025-07-10T07:22:58","modified_gmt":"2025-07-10T07:22:58","slug":"der-mut-zum-sein","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/der-mut-zum-sein\/","title":{"rendered":"Der Mut zum Sein"},"content":{"rendered":"<p><em>Sind wir bereit, das Leben vollst\u00e4ndig und bedingungslos anzunehmen? Oder spielen wir verhalten damit, f\u00fchren eine Art halbes Leben, bei dem wir das tun, &#8230;<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>&#8230; was alle anderen tun und uns der Wahrnehmung dessen verschlie\u00dfen, was wirklich auf dem Spiel steht? <\/em><\/p>\n<p>Beim Sammeln von Material f\u00fcr ein neues Buch stie\u00df ich auf ein Werk, das ich schon vor Jahren gelesen, aber lange nicht mehr in die Hand genommen hatte. Es stammt von dem deutschen lutherischen Existenztheologen und Philosophen Paul Tillich (1886-1965). Er ist heute vielleicht nicht mehr so bekannt wie in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Tillichs ber\u00fchmtestes Werk, <em>Systematische Theologie <\/em>(1951-1963), eine monumentale Antwort auf eine existenzielle Kritik am Christentum, war enorm einflussreich, nicht nur unter Theologen, sondern auch unter Philosophen, Psychologen und Religionshistorikern.<\/p>\n<p>Tillich war einer der ersten, die 1933 die Auswirkungen von Hitlers Macht\u00fcbernahme zu sp\u00fcren bekamen, als er zusammen mit anderen akademischen Kritikern des Nationalsozialismus kurzerhand von seinem Lehrstuhl an der Universit\u00e4t Frankfurt entlassen wurde. Der amerikanische Theologe Reinhold Niebuhr bot ihm Hilfe an und dr\u00e4ngte ihn, Deutschland zu verlassen und an die Fakult\u00e4t des Union Theological Seminary in New York zu wechseln. Tillich folgte dem Rat und nach einiger Zeit in New York lehrte er an der Harvard Divinity School und sp\u00e4ter an der Universit\u00e4t von Chicago.<\/p>\n<p>Er war alles andere als ein zur\u00fcckgezogener Akademiker. Zusammen mit seinem Sch\u00fcler, dem Existenzpsychologen Rollo May, der einige von Tillichs Ideen in seine eigene Arbeit einflie\u00dfen lie\u00df, war Tillich in den Anfangsjahren des Esalen-Instituts, der \u201cHot-Tub-Denkfabrik\u201c an der kalifornischen K\u00fcste von Big Sur, eine bekannte Pers\u00f6nlichkeit. Zu den anderen Gastlehrern geh\u00f6rten Alan Watts, Fritz Perls und der humanistische Psychologe Abraham Maslow. An seinem Wohnort erlebten die Menschen, die seine Predigten besuchten, Tillich als einen herzlichen, charismatischen Redner, der sein Publikum zu erreichen und zu ber\u00fchren wusste.<\/p>\n<h3>Das Existieren \u2013 ein Akt des Mutes<\/h3>\n<p>Er verfasste f\u00fcr die Nicht-Wissenschaftler einige popul\u00e4re B\u00fccher; eines davon tr\u00e4gt den Titel <em>Der Mut zum Sein<\/em> (1952). Es entstand aus Vorlesungen an der Yale Universit\u00e4t. Tillich behandelt darin den Gedanken, dass die Existenz selbst, das blo\u00dfe Sein, nicht nur einen Akt des Mutes erfordert, sondern bereits ein Akt des Mutes <em>ist<\/em>. Das mag einigen als seltsame Idee erscheinen.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte denken, der Titel des Buches sei unvollst\u00e4ndig und m\u00fcsste von dem Mut handeln, etwas <em>Bestimmtes<\/em> zu sein. Aber das w\u00e4re ein Missverst\u00e4ndnis von Tillichs Verwendung des Begriffs \u201esein\u201c. Man kann sich vorstellen, dass es Mut erfordert, als Feuerwehrmann oder als Soldat zu arbeiten oder, wie es bei Tillich der Fall war, sich kritisch zum Nationalsozialismus zu \u00e4u\u00dfern, zu einer Zeit und an einem Ort, an dem dies bald mehr als nur den Verlust des Arbeitsplatzes zur Folge hatte. All das erfordert in der Tat Mut. Aber einfach nur <em>zu sein \u2013<\/em> warum sollte man daf\u00fcr Mut ben\u00f6tigen?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich erscheint das blo\u00dfe \u201eSein\u201c als etwas, mit dem wir wenig zu tun haben. Solange wir leben, <em>sind wir einfach<\/em>, ob wir \u201esein\u201c wollen oder nicht. Wir bem\u00fchen uns nicht darum, ja scheinen insofern auch keine ernsthafte Wahl zu haben. Aber es gibt ein Sein und ein <em>Sein<\/em>.<\/p>\n<h3>Warum existiere ich?<\/h3>\n<p>Ich habe oben das Wort \u201eexistenziell\u201c verwendet. Zusammen mit dem Franzosen Gabriel Marcel und dem Russen Nikolai Berdjajew war Tillich das, was wir einen christlichen Existenzialisten nennen k\u00f6nnen. Der Existentialismus ist eine philosophische Bewegung, die ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert hat, mit Pers\u00f6nlichkeiten wie S\u00f8ren Kierkegaard, Friedrich Nietzsche und Fjodor Dostojewski \u2013 obwohl er als \u201eHaltung\u201c auch bei Pers\u00f6nlichkeiten wie Platon und dem Logiker und religi\u00f6sen Denker des 17. Jahrhunderts, Blaise Pascal, zu finden ist. Es geht beim Existentialismus um grundlegende Fragen wie: \u201eWarum existiere ich?\u201c und: \u201eWas soll ich jetzt tun, da ich existiere?\u201c Es geht um das Forschen nach dem Sinn und Zweck des menschlichen Lebens. Traditionell wurden diese Fragen von der Religion behandelt, aber in der heutigen Zeit ist sie weniger als fr\u00fcher in der Lage, f\u00fcr das Gros der Menschen befriedigende Antworten zu geben.<\/p>\n<p>Als philosophische Schule entstand der Existentialismus in den fr\u00fchen 1930er Jahren, haupts\u00e4chlich durch die Arbeit von Martin Heidegger, dessen gigantisches Fragment <em>Sein und Zeit<\/em> (1927) \u2013 nur der erste Teil davon wurde fertiggestellt \u2013 die Frage nach dem Sein aufwarf. Heidegger erkl\u00e4rte, dass die Frage seit Platon nicht mehr tiefergehend behandelt worden sei. Popul\u00e4r wurde der Existentialismus nach dem Zweiten Weltkrieg, und dies in franz\u00f6sischer Pr\u00e4gung. Jean-Paul Sartre, Albert Camus und, in geringerem Ma\u00dfe, Simone de Beauvoir waren seine bekanntesten Vertreter. Sie waren ber\u00fchmt daf\u00fcr, in den Nachtlokalen von St-Germain-des-Pr\u00e9s zu zechen und dabei spontan Vortr\u00e4ge \u00fcber das Wesen der Freiheit zu halten. W\u00e4hrend f\u00fcr Heidegger und die christlichen Existentialisten das Wesen des Seins ein Mysterium ist, das eine gewisse Vorstellung von \u201eTranszendenz\u201c erm\u00f6glicht, gibt es f\u00fcr Sartre und seine Freunde hier kein Mysterium, wohl aber vieles, das \u201eabsurd\u201c ist. Wir leben \u2013 so ihre Sicht \u2013 in einer uns fremden, bedeutungslosen Welt, ohne Gott oder Zweck, und tragen die Last unseres Seins, unserer Freiheit, ohne dass ir uns dabei auf eine Autorit\u00e4t au\u00dfer unserer eigenen st\u00fctzen k\u00f6nnen. Wir sind, wie Sartre in <em>Das Sein und das Nichts <\/em>(1943) \u2013 seiner Antwort auf Heidegger \u2013 sagt, \u201edazu verdammt, frei zu sein\u201c. Frei, das hei\u00dft in einer Welt, in der, zumindest f\u00fcr Sartre, diese Freiheit eine Art Leere ist, die wir vergeblich zu f\u00fcllen suchen.<\/p>\n<h3>Hamlets Frage<\/h3>\n<p>Gegen\u00fcber Sartres Vorstellung vom \u201eNichts\u201c und vom \u201eNichtsein\u201c stellt Tillich die Frage nach dem Mut zum Sein. Es ist die ber\u00fchmte Frage, die Hamlet in Shakespeares Drama aufwarf: \u201eSein oder Nichtsein?\u201c. Sie mag inzwischen zum Clich\u00e9 geworden sein, doch sie trifft den Nagel auf den Kopf.<\/p>\n<p>Es gibt, so Tillich, drei zentrale Aspekte, durch die Hamlets Frage zu mehr wird als einer Zeile aus einem Theaterst\u00fcck. Der erste ist der offensichtlichste und derjenige, der Hamlet selbst am meisten besch\u00e4ftigt: Das Nichtsein, das Nichts, bedroht uns, weil wir wissen, dass wir irgendwann sterben werden. Wir werden irgendwann aufh\u00f6ren zu sein. Abgesehen von den unterschiedlichen Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod endet mit dem Tod das Leben, das wir gekannt haben. Wir sagen: Das wissen nat\u00fcrlich, jeder stirbt ja irgendwann. Aber es geht hier nicht um \u201ejeden\u201c, nicht um eine Abstraktion oder um die Tatsache, dass \u201ealle Menschen\u201c sterben. Nein: <em>Du <\/em>wirst sterben \u2013 <em>ich<\/em> werde sterben. Heidegger war der Auffassung, dass das einzige, todsichere Mittel, um uns aus unserer \u201eSeinsvergessenheit\u201c zu wecken, das lebendige Erfassen der <em>Realit\u00e4t <\/em>des eigenen Todes ist, eine Erkenntnis, die er mit dem Esoteriklehrer Gurdjieff teilte.<\/p>\n<h3>Unser Leben \u2013 nur ein halbes Leben?<\/h3>\n<p>Die meisten von uns haben irgendwann einmal die Realit\u00e4t ihrer Sterblichkeit gesp\u00fcrt; aber ganz allgemein neigen wir in unserer Kultur dazu, sie zu verschleiern und alles zu tun, um diese Wahrheit von uns fernzuhalten. Tillich sagt, wir gehen der Realit\u00e4t des Nichtseins aus dem Weg, indem wir der Realit\u00e4t des Seins aus dem Weg gehen: Um den Schock unseres Todes zu d\u00e4mpfen, leben wir weniger intensiv. Nicht im Sinne von weniger tun, weniger besch\u00e4ftigt sein. Sondern im Sinne von weniger offen f\u00fcr das Leben sein, weniger bereit sein, es vollst\u00e4ndig und bedingungslos anzunehmen. Wir spielen verhalten damit. Heidegger bezeichnete dies als ein \u201enicht authentisches Leben, als \u201eunechtes\u201c Leben, eine Art halbes Leben, bei dem man das tut, was alle anderen tun und sich der Wahrnehmung dessen verschlie\u00dft, was wirklich auf dem Spiel steht. Man f\u00fcllt das Leben mit Ablenkungen und Besitz. Gabriel Marcel erkl\u00e4rte, wir ziehen es vor, \u201ezu haben\u201c statt \u201ezu sein\u201c. Doch eine Krise, vielleicht eine Begegnung mit dem Tod, kann uns aus dieser \u201eVergesslichkeit\u201c wachr\u00fctteln. Dann wird das Leben, vor dem wir Angst haben, es zu leben, auf einmal sehr real. Es ist ein Paradox: Wenn wir den Mut haben, uns der Realit\u00e4t des Nichtseins zu stellen, gelangen wir zur Intensit\u00e4t unseres Seins.<\/p>\n<p>Eine weitere M\u00f6glichkeit, wie wir den Kampf mit dem Nichts erleben und dem Mut zu sein erlangen k\u00f6nnen, liegt in dem, was Tillich die \u201eSchuld\u201c nennt. Damit ist nicht die Schuld wegen einer bestimmten Handlung gemeint \u2013 sie kennen wir nat\u00fcrlich \u2013 sondern die Schuld, dass wir uns unserer Verantwortung uns selbst gegen\u00fcber entzogen haben, unserer Verpflichtung, wir selbst zu sein. Wir merken, dass wir uns mit dem Zweitbesten zufriedengegeben haben, obwohl wir, h\u00e4tten wir uns die M\u00fche gemacht und das Risiko auf uns genommen, mehr h\u00e4tten erreichen k\u00f6nnen. Abraham Maslow, den wir bereits erw\u00e4hnt haben, sprach von der \u201eAngst vor dem Erfolg\u201c, einer Angst, die sich von der uns besser bekannten \u201eAngst vor dem Scheitern\u201c unterscheidet. Es ist die Angst vor den vermuteten sozialen Konsequenzen, die entstehen k\u00f6nnen, wenn wir wirklich das leben, was wir sein k\u00f6nnen: die Angst, aufzufallen, den Neid und den Groll unserer Freunde auf uns zu ziehen, die Angst, anders zu sein und ausgegrenzt zu werden.<\/p>\n<h3>Die Flucht vor der eigenen Gr\u00f6\u00dfe<\/h3>\n<p>Maslow spricht vom Jona-Komplex und bezieht sich dabei auf die biblische Gestalt, die der hohen Berufung, die Gott f\u00fcr ihn bereithielt, entgehen wollte. Jona wollte kein Prophet sein, er wollte ein normales, allt\u00e4gliches Leben f\u00fchren wie alle anderen. Er tat alles, um seiner Berufung zu entgehen, aber ohne Erfolg. Die Moral dieser Geschichte lautet nach Maslow: Wenn du dein Potenzial nicht aussch\u00f6pfst, wird es verderben und eitern und zu einer Last werden. Er fragte einmal seine Studenten, wer von ihnen davon ausginge, in seinem Fachgebiet einmal Herausragendes zu leisten. Als niemand antwortete, fragte er: \u201eWenn ihr nicht, wer dann?\u201c Wir erwarten normalerweise, dass <em>jemand anderes <\/em>au\u00dfergew\u00f6hnlich sein wird in seinen Leistungen, aber nicht wir selbst. Laut Maslow ist dies gef\u00e4hrlich. \u201eWas du werden kannst\u201c, sagt er, \u201emusst du werden\u201c. Es ist, so erkl\u00e4rt er, eine Notwendigkeit unseres Seins.<\/p>\n<p>Die gleiche Botschaft steht im gnostischen Thomasevangelium. F\u00fcr C.G. Jung war die Stelle von gro\u00dfer Bedeutung: \u201eWenn ihr das in euch erzeugt, wird das, was ihr habt, euch erretten. Wenn ihr das nicht in euch habt, wird das, was ihr nicht habt, euch t\u00f6ten\u201c (Log. 70). Wir sind verpflichtet, wie Nietzsche sagte, \u201ezu werden, wer wir sind\u201c. Wenn wir das nicht tun, leben wir in dem, was Sartre als \u201eschlechten Glauben\u201c bezeichnete und Praxis der Selbstt\u00e4uschung nannte. Der Mut zum Sein wird in dieser Sicht zum Mut, zu sein, wer <em>man ist<\/em>.<\/p>\n<h3>Der Mut zum Urvertrauen<\/h3>\n<p>Die dritte Art und Weise, in der Tillich den Mut zu sein versteht, umfasst die beiden anderen. Wir m\u00f6gen den Mut haben, uns der Realit\u00e4t unseres Todes zu stellen, unser unvermeidliches Nichtsein anzunehmen. Und wir m\u00f6gen den Mut haben, unser Potenzial zu verwirklichen, das hervorzubringen, was einzig und allein das Unsrige ist und es gegen eine Umgebung zu behaupten, die ihm nicht wohl gesonnen ist. Aber es bleibt noch die Frage, welche <em>Bedeutung <\/em>das alles hat. Die Bedeutungslosigkeit, die Zwecklosigkeit, die absurde, gleichg\u00fcltige Welt der Existenzialisten \u2013 die in vielerlei Hinsicht mit der aktuellen wissenschaftlichen Einsch\u00e4tzung unseres Universums \u00fcbereinstimmt \u2013 scheint jeglichen Boden zu verleugnen, den wir durch die Annahme unseres unvermeidlichen Nichtseins und die Best\u00e4tigung unseres einzigartigen Selbst gewinnen k\u00f6nnten. Wenn die Existenz am Ende nichts weiter als eine Art kosmischer Witz ist \u2013 eine Schlussfolgerung, zu der mehr als ein brillanter Geist gelangt ist \u2013 worin liegt dann der Sinn? Um noch einmal Shakespeare zu zitieren: Wenn das Leben wirklich \u201eeine Geschichte ist, erz\u00e4hlt von einem Idioten, voller Klang und Wut, die nichts bedeutet\u201c, warum dann die M\u00fche auf sich nehmen, den Mut aufbringen, zu <em>sein<\/em>? Ist es nicht kl\u00fcger, zu essen, zu trinken und fr\u00f6hlich zu sein, denn morgen \u2013 oder vielleicht \u00fcbermorgen \u2013 sterben wir?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sind viele zu diesem Schluss gekommen. Und in j\u00fcngster Zeit, angesichts der sozialen, politischen und \u00f6kologischen Turbulenzen, die sich weltweit abspielen, wird die Frage, was das alles bedeutet, immer dringlicher, ebenso wie das Empfinden irgendeines Sinnes f\u00fcr all das immer schwerer f\u00e4llt. Wir scheinen, wie der Philosoph Leszek Kolakowski es ausdr\u00fcckte, dem \u201eGef\u00fchl einer allumfassenden Krise ausgesetzt zu sein, ohne die Ursachen daf\u00fcr benennen zu k\u00f6nnen &#8230;\u201c. Das, was uns als Ursache erscheinen mag, k\u00f6nnte in Wirklichkeit lediglich ein Symptom sein. F\u00fcr viele von uns steht die Welt Kopf und die Schnelligkeit der Ereignisse l\u00f6st eine Art Schwindelgef\u00fchl aus, das wir als \u201eVer\u00e4nderungs-Krankheit\u201c bezeichnen k\u00f6nnten, deren Beschleunigungsgrad zunimmt, eine Art \u00dcbelkeit, die durch die zunehmende Geschwindigkeit der Entwicklungen hervorgerufen wird. In diesem Fall erscheint mir der Mut zum Sein in dem Mut zu liegen, an eine Bedeutung zu glauben, die uns vielleicht nicht unmittelbar bewusst ist, in dem Mut, darauf zu vertrauen, dass unsere Bem\u00fchungen nicht sinnlos sind und es edler ist, das Risiko dieses Glaubens einzugehen, als den sichereren, weniger anstrengenden Weg der Verzweiflung einzuschlagen. Es ist das \u201eUrvertrauen\u201c, von dem der Philosoph Jean Gebser sprach und \u00fcber das ich in einem fr\u00fcheren Artikel f\u00fcr <em>LOGON<\/em> schrieb.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Wenn wir ein solches Vertrauen erringen, scheint mir die Frage \u201eSein oder nicht sein?\u201c beantwortet zu sein.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/urvertrauen-oder-urangst\/\"><em>Urvertrauen oder Urangst<\/em><\/a>, in: LOGON Nr. 19 vom Juli 2024<\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":117680,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-117594","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/117594","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/117680"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117594"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=117594"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=117594"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=117594"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}