{"id":116790,"date":"2025-04-08T15:46:02","date_gmt":"2025-04-08T15:46:02","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=116790"},"modified":"2025-04-08T15:46:02","modified_gmt":"2025-04-08T15:46:02","slug":"wirklichkeit-teil-2-2","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/wirklichkeit-teil-2-2\/","title":{"rendered":"Wirklichkeit &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Nach<a href=\"https:\/\/www.logon.media\/de\/wirklichkeit-teil-1\"> Teil 1<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>L.: Meine Wahrnehmung ist, dass sich jeder in einer Zweipoligkeit befindet. Ich bin der niedere Pol, und dann ist da der h\u00f6here Pol meines Wesens, der in einer gro\u00dfen Tiefe verankert ist. Wenn ich einmal von ihm ber\u00fchrt worden bin, versuche ich, die Beziehung zu ihm aufzubauen. Ein erster Schritt ist wohl die Sehnsucht.<\/p>\n<p>J.K.: Ja, richtig. Man hat ja oft auch in normalen Zust\u00e4nden das Gef\u00fchl: Da ist noch etwas Anderes. Das haben sehr viele Menschen. Aber was mache ich dann? Es ist eine Zweipoligkeit. Man kann sagen: es gibt den Inkarnationspol und den Exkarnationspol. Beide sind in uns. Das hei\u00dft: Wir sind immer auch schon gestorben. Wir sind gleichzeitig immer auch da, wo wir nach dem Tode sein werden. Der Tod ist stets anwesend, nicht als ein Schreckgespenst, sondern als eine eigene Seinsqualit\u00e4t. Insofern k\u00f6nnen wir uns auch an den Tod erinnern. Wir kennen ihn, weil wir letztlich in der Tiefe auch der Tod sind, in diesem tiefen spirituellen Sinn: nicht im Sinne eines Schreckgespenstes, durch das wir vernichtet werden. Denn das werden wir ja gar nicht.<\/p>\n<p><strong>Das Meer, die Sonne, die Sterne<\/strong><\/p>\n<p>L.: K\u00f6nnten wir auf die einfachsten Ber\u00fchrungen durch die Anderswelt zu sprechen kommen? Viele Menschen haben eine Sehnsucht nach dem Meer. Oder sie schauen nachts, wenn es m\u00f6glich ist, in den Sternenhimmel. Oder \u2013 das Allereinfachste \u2013, sie stellen sich in die Sonne.<\/p>\n<p>J.K.: Ja, und warum machen sie das? Das Meer ist die Weite, die Weiteempfindung, und die Sonne hat das Licht. Aus meiner Naturphilosophie wissen Sie, dass ich das Licht anders sehe, als es von der Naturwissenschaft gesehen wird. Das Licht per se, das Licht als solches ist an sich schon ein Anderswelt-Ph\u00e4nomen.<\/p>\n<p>L.: Wir erleben die Au\u00dfenseite der Dinge. Schon die einfache Logik kann uns sagen, dass es daneben auch eine Innenseite der Dinge geben muss.<\/p>\n<p>J.K.: Das wissen wir ja auch von uns selbst. Wir haben ein Au\u00dfen und ein Innen, und alle Dinge haben ein Innen. Es geht bei der Anderswelt um das Innen. Wenn ein Mensch gern den Sternenhimmel betrachtet \u2013 wenn er\u2019s denn kann in der Zeit der Umweltverschmutzung, dann liegt darin auch etwas ihn tief Ber\u00fchrendes. Die Betrachtung des Sternenhimmels sagt einem tiefen Empfinden: hier gibt es noch etwas anderes als das, was die Physik, die Astrophysik uns pr\u00e4sentieren will. Da ist etwas, was uns elementar angreift. Wir sp\u00fcren, dass wir auf irgendeine Weise in diesem kosmischen Zusammenhang zu Hause sind. Man kann die Ahnung bekommen: hier bin ich richtig, hier bin ich eigentlich zu Hause. Das meine ich mit dem Geistig-Kosmischen. Der sichtbare Sternenhimmel ist ein Symbol, ein Anklang von etwas, was dahinter steht. Es sind nicht einfach gl\u00fchende Gasb\u00e4lle, die sich da bewegen. Ein tiefes, in uns verwurzeltes Gef\u00fchl kann uns eines Besseren belehren.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches gilt f\u00fcr den Regenbogen. Immer wieder habe ich es auf Reisen beobachtet. Wenn einer sagte: Da gibt\u2019s einen Regenbogen, dann st\u00fcrzen die Menschen hin und z\u00fccken ihre Fotoapparate. Sie sp\u00fcren, dass in diesem Regenbogen mehr enthalten ist, dass er Symbol ist f\u00fcr ein tiefes Geschehen. Und Entsprechendes ist auch beim Meer der Fall. Allein die Horizontlinie des Meeres hat eine ganz eigene Magie, der man sich anheimgeben kann. Das Meer ist in gewisser Weise im Menschen selbst. Und Entsprechendes gilt beim Gebirge.<\/p>\n<p>L.: Wenn man also sagt, dass alles, was sich in der Au\u00dfenwelt zeigt, eine verborgene Innenseite hat, dann ist erkl\u00e4rbar, dass gro\u00dfe Dinge in der Au\u00dfenwelt Resonanzen in uns hervorrufen, die etwas Gro\u00dfem in unserer eigenen Innenwelt entsprechen.<\/p>\n<p><strong>Wie gro\u00df der Mensch eigentlich ist<\/strong><\/p>\n<p>J.K.: Ja, man sp\u00fcrt dann etwas von dem, wie gro\u00df der Mensch eigentlich ist. Das hat auch mit Weite zu tun. Ich kann mich an eine sehr intensive Erfahrung erinnern, die ich gemacht habe, als ich 20 Jahre alt war. Es war in den Dolomiten, es war eine ersch\u00fctternde Erfahrung. Sie hatte auch mit dem Sternenhimmel zu tun und einer \u00d6ffnung. Es war eine ganz entscheidende Erfahrung in meinem Leben. Sie fand nachts statt. Ich sp\u00fcrte den ganzen folgenden Tag hindurch noch, dass ich viel gr\u00f6\u00dfer bin als meine physisch-sinnliche Gestalt. Ich hatte eine ungeheure Weite. Und auch die Landschaft um mich herum erschien mir pl\u00f6tzlich gar nicht mehr so gro\u00df. Ich erlebte mich nicht mehr als der kleine Mensch in dem gewaltigen Dolomiten-Gebirge, fast hatte ich das Gef\u00fchl, dass es umgekehrt ist. Das hatte nichts mit Aufbl\u00e4hung zu tun, mit gr\u00f6\u00dfenwahnsinnigen Vorstellungen. Es war eine Grundempfindung, wie gro\u00df der Mensch in Wahrheit ist und was ihn eigentlich in seiner W\u00fcrde auszeichnet.<\/p>\n<p>L.: Warum sind wir hier als so kleine Wesen? Warum hat dieses Gro\u00dfe, Andere, Umfassende eine Au\u00dfenwelt hervorgerufen, wie wir sie kennen?<\/p>\n<p><strong>Immer wieder gab es einen Absturz<\/strong><\/p>\n<p>J.K.: Dazu kann man viel sagen. Sie stellen die Frage, warum es die physische Welt mit den Merkmalen, die sie hat, \u00fcberhaupt gibt und warum wir darin auftauchen. Ich m\u00f6chte sagen, weil es in kosmischen Systemen immer wieder einen fundamentalen Absturz gegeben hat. Der Absturz kann so weit gehen, dass es einen zwingt, den Durchgang durch die unteren Reiche anzutreten, um sich von dort wieder zum Menschen zur\u00fcckzuentwickeln. Es gibt in Goethes <em>Faust<\/em> in zweiten Teil eine pr\u00e4gnante Stelle, wo zum Ausdruck gebracht wird, wie der Mensch wieder neu anfangen muss. Es geht um den <em>Homunculus<\/em>. Er wirft sich ins Meer, in das Urmeer sozusagen und f\u00e4ngt wieder von vorn an.<\/p>\n<p>Ein Absturz ist immer m\u00f6glich. Und immer erh\u00e4lt der Mensch die M\u00f6glichkeit, sich wieder nach oben zu entwickeln. Stets gibt es die Bew\u00e4hrung. Es ist also nicht gleichg\u00fcltig, was wir tun.<\/p>\n<p>L.: Wer ist es, der abgest\u00fcrzt ist?<\/p>\n<p>J.K.: Der kosmische Anthropos, wenn er als solcher wirklich erfasst wird, kann nicht abst\u00fcrzen. Er ist ein Potenzial im Menschen, eine M\u00f6glichkeit. Die Buddhisten w\u00fcrden sagen, er versinnbildlicht die Buddhaschaft, die in jedem angelegt ist. Jeder ist potenziell der Buddha, aber diese M\u00f6glichkeit ist noch nicht verwirklicht. Nur wenn man tats\u00e4chlich zum kosmischen Anthropos geworden ist, wenn man die Buddha-Stufe erreicht hat, gibt es keinen Absturz mehr. Aber vorher ist es m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Menschsein hei\u00dft, in der Bew\u00e4hrung zu stehen, in einer kosmischen Verantwortung, die unterschiedlich ist, je nach der kosmischen Ebene, auf der man lebt. Und hierbei kann man scheitern.<\/p>\n<p>L.: Wenn wir einmal davon ausgehen, dass wir den Weg zur\u00fcck suchen auf eine h\u00f6here Ebene, auf die Ebene der Weltseele, wie Sie das beschreiben, dann werden wir selbst dabei ja verwandelt, in unserem Bewusstsein und auch in unserer Gestalt. Bewirken wir in dem Naturfeld, in dem wir leben, durch einen solchen Weg etwas Segensreiches?<\/p>\n<p><strong>Wie wirken die Wege der Befreiung auf die Natur?<\/strong><\/p>\n<p>J.K.: Ich habe ein eigenes Buch dar\u00fcber geschrieben: <em>Die Erl\u00f6sung der Natur.<\/em> Ja, in gewisser Weise kann der Mensch die Natur auch erl\u00f6sen. Die unteren Reiche, die Tiere und die Pflanzen warten darauf. Das Wort \u201eerl\u00f6sen\u201c ist nat\u00fcrlich ein schwieriger Begriff, das ist mir bewusst. Auf jeden Fall kann der Mensch segensreich einwirken auf die unteren Reiche. Er kann auch bestimmte d\u00e4monische Tendenzen, die es in diesen Reichen gibt, aufl\u00f6sen, indem er einen solchen Weg geht.<\/p>\n<p>L.: Wir erleben heute eine Krise der Naturreiche. Sie verlieren ihre Vitalit\u00e4t, viele Arten ziehen sich zur\u00fcck, bilden sich gar nicht mehr neu. Hat diese Krise der Natur etwas mit der aktuellen Krise des menschlichen Bewusstseins zu tun?<\/p>\n<p>J.K.: Ja, unbedingt. Wir leben in einer Grundlagenkrise, in einer extremen Situation. Die Corona-Krise h\u00e4ngt damit zusammen. Es geht letztlich um die Grundfrage unseres Daseins: Was ist eigentlich der Mensch? Und das r\u00fchrt viele an. Wir befinden uns heute in einer ganz entscheidenden Situation auf diesem Planeten.<\/p>\n<p>L.: Vielleicht zeigt gerade die aktuelle Krise der Natur und des Menschen die Notwendigkeit auf, einen inneren Weg zu gehen, einen Weg der inneren Verwandlung, durch den auch die Natur ganz neue Impulse bekommt.<\/p>\n<p>J.K.: Pathetisch ausgedr\u00fcckt, spricht die Natur gleichsam zu uns: \u201eDu, Mensch, k\u00f6nntest es leisten, du m\u00fcsstest es leisten. Warum machst du es nicht?\u201c Ja, da ist der Mensch zu einer neuen Sichtweise aufgefordert. Aber das m\u00fcsste er erst mal begreifen, und das ist schwierig. Denn die mechanistische Naturwissenschaft hat das Bewusstsein der meisten Menschen an die Au\u00dfenseite der Dinge gebunden. Um den seelischen Weg zu erkennen, m\u00fcssen bei Vielen gewaltige Hindernisse beseitigt werden.<\/p>\n<p>L.: Ganz herzlichen Dank f\u00fcr dieses Interview, Herr Kirchhoff.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":923,"featured_media":12681,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-116790","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/116790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/923"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12681"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=116790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=116790"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=116790"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=116790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}