{"id":112229,"date":"2021-11-06T08:37:45","date_gmt":"2021-11-06T08:37:45","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=112229"},"modified":"2024-09-12T08:40:00","modified_gmt":"2024-09-12T08:40:00","slug":"die-haende-der-seele-teil-2","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/die-haende-der-seele-teil-2\/","title":{"rendered":"Die H\u00e4nde der Seele \u2013 Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>(Zu\u00a0<a href=\"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/die-hande-der-seele-teil-1\/\">Teil 1<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Die gro\u00dfe Sehnsucht<\/strong><\/p>\n<p>\u201eMeine Hilfe kommt von dem Herrn, dem Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde&#8220;, so berichtet der Dichter von Psalm 121. Wir m\u00f6gen mit dieser Aussage nicht zufrieden sein. Wie kann uns ein Gott der traditionellen Religion pl\u00f6tzlich helfen?<\/p>\n<p>Hier m\u00fcssen wir erkennen, dass die Bibel gr\u00f6\u00dftenteils eine Sammlung inspirierter Schriften ist, eine F\u00fclle verschleierte Botschaften \u00fcber den mystischen und geheimnisvollen Weg, der zur Vereinigung mit dem Absoluten f\u00fchrt. Die Worte im 121. Psalm beziehen sich auf den Moment, in dem der Mensch aufh\u00f6rt, mit den Methoden dieser Welt nach Befreiung zu suchen. Er richtet sich auf etwas, das einer anderen Seinsordnung angeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Carl Gustav Jung stie\u00df bei seinen Forschungen zur Alchemie auf folgende Aussage: Ein alter Alchemist ermutigte einen seiner Sch\u00fcler mit den Worten: \u201eGanz gleich, wie entfremdet und einsam du dich f\u00fchlst, wenn du deine Arbeit flei\u00dfig weitermachst, werden unbekannte Freunde zu dir kommen.&#8220;<\/p>\n<p>Wahre Alchemie besteht darin, die \u201eunedlen Metalle\u201c der eigenen Natur in das Gold des Geistes zu verwandeln. Die \u201eunbekannten Freunde\u201c sind die g\u00f6ttliche Hierarchie, die \u00fcber die geistige Entwicklung der Menschheit wacht. Sie werden versinnbildlicht durch die \u201erechte Hand&#8220; des Herrn, der Himmel und Erde geschaffen hat.<\/p>\n<p>Wenn ein Mensch erwacht und sich nach einer anderen Welt zu sehnen beginnt, wenn er ahnt, dass seine Heimat im geistigen Raum liegt und er ein Fremdling auf der Erde wird, dann bedeutet dies, dass ein Aspekt der geistigen Sonne in ihm aufleuchtet. Er wird ergriffen von dem, was Michail Naimy in seinem Werk\u00a0<em>Das Buch von Mirdad<\/em>\u00a0poetisch als die \u201eGro\u00dfe Sehnsucht&#8220; beschreibt, die unstillbare Sehnsucht nach der geistigen Heimat. \u201eSuchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und die T\u00fcr wird euch ge\u00f6ffnet werden.&#8220; (Matth. 7,7)<\/p>\n<p>Ein Mensch, der sich nach Gott sehnt, beginnt unbewusst, eine Herzensstrahlung auszusenden, die das Licht der g\u00f6ttlich-geistigen Welt und die Hilfe der in ihr lebenden Wesen anzieht. Er empf\u00e4ngt Zeichen, die ihn zu Quellen und Orten f\u00fchren, an denen er den Weg erkennen kann, der ihn zum mystischen Tod des Ego und zur Erfahrung des Einsseins mit der ganzen Sch\u00f6pfung f\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Ich bin, der ich bin<\/strong><\/p>\n<p>Im biblischen Buch\u00a0<em>Exodus<\/em>\u00a0(2. Mose 3) gibt es die Erz\u00e4hlung, in der Gott dem Mose in der feurigen Flamme eines Busches erscheint. Der Busch brennt, aber er verbrennt nicht. In ihm k\u00f6nnen wir eine Analogie zur neuen menschlichen Seele finden, die vom g\u00f6ttlichen Prinzip des Feuers entflammt ist, das ihr Unsterblichkeit verleiht. Mose fragt: Wie ist dein Name? Und er erh\u00e4lt die Antwort: \u201eIch bin, der ich bin\u201c (<em>ehyeh asher ehyeh<\/em>, auch: \u201eIch werde sein, der ich sein werde\u201c).<\/p>\n<p>In diesem Namen k\u00f6nnen wir das verborgene Axiom von Thoth\/Hermes Trismegistus entdecken: \u201eWie oben, so unten.&#8220; Das erste \u201eIch bin&#8220; deutet auf das urspr\u00fcngliche Bewusstsein, die Essenz des ungeoffenbarten Gottes, des Vaters hin. Das \u201eder&#8220; (auch: \u201ewer\u201c) in der Mitte des Ausspruchs kann als Symbol f\u00fcr das sch\u00f6pferische Wort dienen, den Logos, die Maat, den g\u00f6ttlichen Plan, aus dem heraus sich das Sichtbare entfaltet. Und das zweite \u201eIch bin&#8220; l\u00e4sst sich als die Verk\u00f6rperung dieses Plans in der offenbarten Welt verstehen.<\/p>\n<p>Damit ein Mensch sich zu einem Wesen verwandelt, das mit Gottes urspr\u00fcnglichem Plan \u00fcbereinstimmt, muss er in Herz, Verstand und Handeln \u201estill\u201c werden, muss ruhiger Spiegel werden, in dem sich das \u201eIch Bin&#8220; Gottes reflektieren kann.<\/p>\n<p>Wenn wir dieses \u201eIch bin&#8220; sp\u00fcren, erheben wir uns \u00fcber die duale Wahrnehmung der Realit\u00e4t. Wir h\u00f6ren auf, emotional auf die Manifestationen von Gut und B\u00f6se zu reagieren. Sie haben ihr Echo, ihre Entsprechung in uns. In der Hinwendung zum \u201eIch bin\u201c verstummt jedoch dieses Echo. Wir geben unserer niederen Natur insofern keine Nahrung mehr.<\/p>\n<p>Das \u201eIch bin&#8220;, das wir dann erleben, reflektiert sich auf die \u00e4u\u00dfere Welt, und wir beginnen zu verstehen, dass alles einfach \u201eist&#8220;. Wir h\u00f6ren auf, das \u00c4u\u00dfere zu bewerten und zu beurteilen. Das hei\u00dft nicht, dass wir unmoralisch werden, sondern wir werden still, frei von Vorlieben, Erwartungen, Vorurteilen und Vorverurteilungen. Wir beginnen zu erkennen, dass alles, was existiert, jetzt, in diesem Moment, notwendig ist. So erlangen wir Respekt vor den Dingen.<\/p>\n<p><strong>Innere Stille<\/strong><\/p>\n<p>Eine solche innere Stille geht von der \u201eStimme der Stille&#8220; aus, von dem g\u00f6ttlichen Funken in uns, dem Teilchen der spirituellen Sonne in unserem Herzen. Sie ist der Same, aus dem sich das Gewand einer neuen Seele entwickelt, die zur \u201eHochzeit\u201c mit dem Geist f\u00e4hig ist.<\/p>\n<p>Der Weg, dies zu erreichen, ist das Schweigen in Bezug auf das Ich, ist der Tod des alten Ich. Darauf spielen die Worte des Paulus in seinem Brief an die R\u00f6mer (12, 1-2) an: &#8222;Darum ermahne ich euch, Br\u00fcder und Schwestern, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber als lebendiges, heiliges und Gott wohlgef\u00e4lliges Opfer darbringt \u2013 das sei euer wahrer und angemessener Gottesdienst. Passt euch nicht dem Muster dieser Welt an, sondern lasst euch umgestalten durch die Erneuerung eures Geistes. Dann werdet ihr f\u00e4hig sein, zu pr\u00fcfen und zu erkennen, was der Wille Gottes ist \u2013 sein guter, wohlgef\u00e4lliger und vollkommener Wille.&#8220;<\/p>\n<p>Und einige Verse weiter hei\u00dft es: &#8222;Trachtet nicht nach Gr\u00f6\u00dfe, sondern lasst euch von dem ziehen, was dem\u00fctig ist&#8220; (R\u00f6mer 12, 16).<\/p>\n<p>Eine nat\u00fcrliche Seele kann nicht zu wahrer Gr\u00f6\u00dfe gebracht werden. Deshalb muss sie \u201esterben&#8220;, um einer anderen Seele Platz zu machen, einer Seele, die leuchtend ist, hoch schwingend, aus \u00c4thern gewoben, die nicht von dieser Welt sind. In diesem Prozess der Erneuerung werden nach und nach drei \u201eTempel\u201c, drei Bereiche des Menschen geheiligt: das Haupt, das Herz und das Tun der H\u00e4nde. Dann kann die Seele die ihr entgegengestreckte \u201eHand&#8220; des Geistes ergreifen. Dann wird sie zum Mittler zwischen Erde und Himmel, bereit, mit Hilfe der heiligen Substanz der g\u00f6ttlichen Maat-rix in unserer Welt zu wirken.<\/p>\n<p>In der Jakob B\u00f6hmes Schrift\u00a0<em>Vom \u00fcbersinnlichen Leben<\/em>\u00a0spricht der Meister zum J\u00fcnger:<\/p>\n<blockquote><p><em>Wenn du stille schweigest, so bist du das, was Gott vor Natur und Kreatur war, daraus er deine Natur und Kreatur erschuf: so h\u00f6rst und siehst du es mit dem, mit dem Gott in dir sah und h\u00f6rte, ehe dein eigenes Wollen, Sehen und H\u00f6ren anfing. [\u2026]<\/em><\/p>\n<p><em>Der J\u00fcnger fragt: Wie mag ich durch die Natur in den \u00fcbersinnlichen Grund kommen, ohne Zerbrechung der Natur:<\/em><\/p>\n<p><em>Der Meister antwortet: Dazu geh\u00f6ren drei Dinge. Das erste ist, dass du deinen Willen Gott ergibst und dich zu Grund in seine Barmherzigkeit einsenkst. Das andere ist, dass du [\u2026] nicht tust, wozu dich dein Wille treibt. Das dritte ist, dass du dich dem Kreuze unseres Herrn Jesu Christi in Geduld unterwirfst, damit du die Anfechtung der Natur und Kreatur ertragen kannst. So du das tust, so wird dir Gott einsprechen und deinen gelassenen Willen in sich in den \u00fcbernat\u00fcrlichen Grund einf\u00fchren, so wirst du h\u00f6ren, was der Herr in dir redet.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Sprache der Mysterien ist immer wieder anders, ihre Botschaft jedoch ist dieselbe.<\/p>\n","protected":false},"author":923,"featured_media":15308,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101,110075],"tags_english_":[],"class_list":["post-112229","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de","category_-livingpast-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/112229","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/923"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15308"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=112229"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=112229"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=112229"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=112229"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}