{"id":111973,"date":"2026-09-03T06:00:14","date_gmt":"2026-09-03T06:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=111973"},"modified":"2026-09-02T20:44:51","modified_gmt":"2026-09-02T20:44:51","slug":"der-transhumanismus-und-die-vollendung-des-menschseins","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/der-transhumanismus-und-die-vollendung-des-menschseins\/","title":{"rendered":"Der Transhumanismus und die Vollendung des Menschseins"},"content":{"rendered":"<p>Der Glaube der Transhumanisten an die Technologien f\u00e4llt mit einer neuen Art von Religion zusammen, die darauf basiert, unsterblich zu werden. Ihr Menschenbild beschr\u00e4nkt sich auf das Dasein in dieser Welt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe title=\"Spotify Embed: Der Transhumanismus und die Vollendung des Menschseins\" style=\"border-radius: 12px\" width=\"100%\" height=\"152\" frameborder=\"0\" allowfullscreen allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/7DxRM6AYZxOyCkvkx4mYer?si=2kdZaqN9RwCbdDJDhO22Lw&amp;utm_source=oembed\"><\/iframe><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinausreichende Dimensionen des Menschseins geh\u00f6ren nicht dazu. So werden wesentliche Aspekte des kulturellen Erbes der Menschheit, sowohl im Osten wie im Westen, au\u00dfer Betracht gelassen.<\/p>\n<h3>Bewusstseinszustand ist Lebenszustand<\/h3>\n<p>Viele Menschen empfinden tief, dass wir im Mangel sind. Irgendetwas fehlt, auch wenn im \u00c4u\u00dfern alles &#8211; oft sogar im \u00dcberfluss &#8211; vorhanden ist. Dies k\u00f6nnte nicht empfunden werden, wenn es nicht tief in unserem Inneren einen Ma\u00dfstab g\u00e4be, dass es so etwas wie Erf\u00fcllung, Vollst\u00e4ndigkeit, Sattsein, wirkliche Zufriedenheit und letztlich Angekommensein geben w\u00fcrde. Da wir uns also h\u00e4ufig defizit\u00e4r, als Mangelwesen, f\u00fchlen, suchen wir. Wir suchen nach einer L\u00f6sung f\u00fcr unser Dilemma. Tiere tun das nicht. Als suchende Menschen befinden wir uns auf einem unbekannten Weg, der uns wieder \u201enach Hause\u201c, in die F\u00fclle und Erf\u00fcllung f\u00fchren soll. Wie Fremdlinge, die nicht wirklich wissen, was sie genau suchen und was ihnen fehlt, die aber tief innerlich wissen: DAS HIER kann nicht alles sein, DAS HIER kann nur ein \u00dcbergangszustand sein, DAS HIER ist nicht mein wahres Zuhause.<\/p>\n<p>Das Problem ist unser Bewusstseinszustand. Im rein menschlich-kreat\u00fcrlichen Zustand ist unser Bewusstsein nahezu vollst\u00e4ndig mit dem stofflichen K\u00f6rper und der materiellen Welt identifiziert, was sowohl die sichtbare grobstoffliche Materie, als auch die unsichtbaren feinstofflichen Welten mit einschlie\u00dft. Hier w\u00e4hnen wir uns zu Hause. Hier suchen wir Erf\u00fcllung. Aber ist sie hier zu finden?<\/p>\n<p>Die meisten Menschen sind der \u00dcberzeugung, dieses Naturwesen, dieses Ich, diese Pers\u00f6nlichkeit mit ihrem Namen, ihrer Geschichte, ihren Gef\u00fchlen, Gedanken und \u00dcberzeugungen und vor allem mit diesem K\u00f6rper, wirklich zu sein. Sie setzen sich mit dem Mangelwesen gleich, glauben, die eigene Pers\u00f6nlichkeit mache sie vollst\u00e4ndig aus. Zwangsl\u00e4ufig bekommt der k\u00f6rperliche Tod f\u00fcr sie etwas Tragisches, wird als der worst case schlechthin empfunden. Sigmund Freud nannte den Tod die ultimative \u201enarzisstische Kr\u00e4nkung\u201c des Menschen, denn durch ihn wird das menschliche Selbstverst\u00e4ndnis existenziell ersch\u00fcttert. Tod bedeutet Endlichkeit, Zerbrechlichkeit der k\u00f6rperlichen Existenz, er deckt unsere Ohnmacht auf in Bezug auf den fundamentalsten Aspekt unseres Lebens: das Dasein hier auf der Erde.<\/p>\n<p>Doch da ist noch mehr. Das Bewusstsein kommt nicht zur Ruhe, was den Tod anbelangt. Dass der K\u00f6rper zerf\u00e4llt, ist offensichtlich. Auch der Sterbevorgang ist etwas, das wir (bei anderen) beobachten k\u00f6nnen. Den Zustand des Todes aber, des eigenen Todes, den kann sich das Bewusstsein nicht vorstellen. Er erscheint ihm als ein unheimliches Nichts, vor dem es sich zu sch\u00fctzen gilt. So gehen wir auf die Suche nach L\u00f6sungen, und, wie kann es anders sein, es sind L\u00f6sungsversuche auf der uns vertrauten materiellen Ebene.<\/p>\n<h3>Die Vision des Transhumanismus<\/h3>\n<p>Der Transhumanismus (von <a href=\"https:\/\/anthrowiki.at\/Lat.\">lat.<\/a> trans = \u00fcber und humanus =\u00a0 menschlich, kurz \u201eh+\u201c) ist eine intellektuelle, kulturelle und philosophische Bewegung, die darauf abzielt, die menschliche Spezies, sowohl biologisch als auch intellektuell, \u00a0durch den Einsatz fortschrittlicher Technologien zu transformieren. Kerngedanke ist die \u00dcberwindung der biologischen Grenzen des Menschen, um eine neue, bessere Existenzform zu erreichen. Angestrebt wird, dass der Mensch durch Technik, wie zum Beispiel Biotechnologie (genetische Modifikation), K\u00fcnstliche Intelligenz (KI), Nanotechnologie, Robotik und Gehirn-Computer-Schnittstellen seine physischen und kognitiven F\u00e4higkeiten erheblich verbessert und erweitert. Auch eine Lebensverl\u00e4ngerung ist im Blickfeld. Einige glauben sogar, langfristig den Tod \u00fcberwinden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Begriff Transhumanismus wurde schon fr\u00fch, speziell aber in den 1950er Jahren von Julian Huxley (1887-1975) gepr\u00e4gt, einem britischen Biologen und Philosophen, der die Idee der Vollendung der menschlichen Evolution durch technologische Mittel propagierte. Die Bewegung selbst gewann in den 1980er und 1990er Jahren an Bedeutung. Inzwischen hat sie einen festen Platz in der allgemeinen Gedankenwelt.<\/p>\n<p>Einer der bekanntesten Verfechter des Transhumanismus in der heutigen Zeit ist Ray Kurzweil, f\u00fchrender Futurist und Direktor f\u00fcr Ingenieurwesen bei Google; von ihm stammt der 2005 geschriebene Bestseller Menschheit 2.0. Die Singularit\u00e4t naht. (1) Kurz zusammengefasst behandelt das Buch die technologische \u201eSingularit\u00e4t\u201c, ein bahnbrechendes Ereignis, das Kurzweil f\u00fcr das Jahr 2045 vorhersagt. Singularit\u00e4t ist der Punkt, an dem k\u00fcnstliche Intelligenz so fortschrittlich sein wird, dass sie die menschliche Intelligenz \u00fcbertrifft und der Mensch seine biologischen Begrenzungen mithilfe der Technik \u00fcberwindet. Dieses Szenario wird massive Auswirkungen auf die Menschheit haben, wie die Verschmelzung von Mensch und Technologie. Unvorhersehbare und radikale Ver\u00e4nderungen beim Einzelnen und in der Gesellschaft werden die Folge sein. So weit, kurz zusammengefasst, die Vision des Futuristen Ray Kurzweil.<\/p>\n<p>Prominente Verfechter dieser Gedanken sind zum Beispiel Aubrey de Grey, ein Biogerontologe, der f\u00fcr seine Arbeit zur Lebensverl\u00e4ngerung bekannt ist, sowie Nick Bostrom, Philosoph und Direktor des Future of Humanity Institute an der Universit\u00e4t Oxford.<\/p>\n<p>Zu den derzeitigen Treibern des Themas geh\u00f6ren finanzstarke US-Tech-Unternehmen wie Google und Tesla sowie viele kleinere Tech-Firmen. Bekannte Pers\u00f6nlichkeiten wie Elon Musk z\u00e4hlen zu den Bef\u00fcrwortern. Musk ist der Gr\u00fcnder von Unternehmen wie Tesla und SpaceX und hat auch Neuralink ins Leben gerufen, eine Firma, die Gehirn-Computer-Schnittstellen entwickelt. Durch diese Technologie soll das menschliche Gehirn mit Computern verbunden werden. Prototypen sind bereits entwickelt. Sie sollen zum Beispiel Querschnittsgel\u00e4hmten helfen, mit ihrer Gedankenkraft sogenannte Exoskelette zu steuern, die wieder Mobilit\u00e4t erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Vision\u00e4re in der Szene tr\u00e4umen davon, einmal menschliches Bewusstsein auf Mikrochips zu \u00fcbertragen und dauerhaft speichern zu k\u00f6nnen. So k\u00f6nnte der Mensch durch Technik Unsterblichkeit erlangen. Der uralte Traum, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen, wird von den Transhumanisten auf neue Weise getr\u00e4umt.\u00a0 Modernste Technik soll zuerst das Leben im K\u00f6rper verl\u00e4ngern und dann das Bewusstsein festhalten und speichern. Der amerikanische Computerwissenschaftler und Silicon-Valley-Insider Jaron Lanier schreibt in seinem Buch Who Owns the Future? \u00fcber die Tech-Kreise, in denen man eine Besessenheit von den Technologien der Unsterblichkeit findet. (&#8230;) Was die meisten nicht verstanden haben, ist, dass der Aufstieg der netzbasierten Monopole mit einer neuen Art von Religion zusammenf\u00e4llt, die darauf basiert, unsterblich zu werden (\u00dcbersetzung G.M. und G.F.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Versuch einer Deutung<\/h3>\n<p>Die Ziele und die Versprechungen des Transhumanismus sind vielf\u00e4ltig und nachvollziehbar. Der Mensch soll ein viel l\u00e4ngeres und ges\u00fcnderes Leben haben, frei von Krankheiten und k\u00f6rperlichen Einschr\u00e4nkungen. Technologische Fortschritte sollen es erm\u00f6glichen, die menschlichen F\u00e4higkeiten in ungeahntem Ausma\u00df zu erweitern. Das soll eine neue \u00c4ra f\u00fcr die menschliche Spezies einleiten.<\/p>\n<p>Das Menschenbild der Transhumanisten beschr\u00e4nkt sich auf das Dasein in dieser Welt. Dar\u00fcber hinausreichende Dimensionen des Menschseins geh\u00f6ren nicht dazu. Wesentliche Aspekte des kulturellen Erbes der Menschheit, sowohl im Osten wie im Westen, werden dabei au\u00dfer Betracht gelassen. Dazu geh\u00f6rt insbesondere das Wissen, dass es etwas Unsterbliches im Menschen gibt. Die Ursprungsimpulse aller gro\u00dfen Kulturen zeugen davon. Pikant und paradox an der transhumanistischen Philosophie ist, dass die Idee eines unsterblichen und vollkommenen Daseins zu ihren Leitgedanken z\u00e4hlt. Dass eine solche Idee nur aus dem Unsterblichen selbst kommen kann, wird nicht erkannt. In Sri Aurobindos (1872-1950) Evolutionsphilosophie ist der Mensch ein \u00dcbergangswesen. Er warnte davor, die zuk\u00fcnftige Entwicklung des Menschen nur linear zu betrachten, also als mentales Wesen mit verbesserten F\u00e4higkeiten. Stattdessen sollte der Mensch durch einen Bewusstseinswandel \u00fcber sein mentales Denken hinauswachsen und ein supramentales Wahrheitsbewusstsein erreichen, das er auch \u201eGnosis\u201c nennt.<\/p>\n<p>Der Transhumanismus bildet eine Art Gegenpol zu den Urspr\u00fcngen der menschlichen Kulturen und ihrem geistigen Wissen. Diese Urspr\u00fcnge liegen Jahrtausende zur\u00fcck und berichten von der g\u00f6ttlichen Herkunft des Menschen und dem daraus verbliebenen g\u00f6ttlichen Keim in ihm. Ferner erz\u00e4hlen sie von dem Umgang der fr\u00fchen, auf der Erde verk\u00f6rperten Menschheit mit den G\u00f6ttern. Der menschliche Seelenraum war zu der Zeit ein Schauplatz, ein Bet\u00e4tigungsfeld f\u00fcr die Aktivit\u00e4ten der G\u00f6tter. In ihm konnten sie sich unmittelbar offenbaren, sie konnten in den Menschen hineinwirken, formend, leitend, machtvoll.<\/p>\n<p>Entsprechende Zeugnisse heiliger Schriften sowie Erkenntnisse von Anthropologen und spirituellen Lehrern erscheinen dem heutigen Menschen meist als fromme M\u00e4rchen. Reste dieses fr\u00fchen Daseins, die noch bei einigen indigenen V\u00f6lkern zu finden sind, werden als Phantastereien abgetan.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Wie es zu unserer heutigen Bewusstseinslage kam<\/h3>\n<p>Die Kulturgeschichte enth\u00e4lt Hinweise darauf, wie es zu unserer heutigen Bewusstseinslage kam. In ihrem Lichte erscheint der Transhumanismus als m\u00f6gliche Konsequenz eines seit langem eingeschlagenen Weges. Der Mensch begann (vor Jahrtausenden), eine Barriere aufzubauen gegen\u00fcber der Welt der G\u00f6tter, einen gewissen Schutzraum f\u00fcr seine Seele und sein Bewusstsein. Er tat dies mit Hilfe des sich entwickelnden Denkens. War er zuvor prim\u00e4r auf die g\u00f6ttlich-geistige Welt gerichtet, so nutzte er das beginnende Denken dazu, sich mehr und mehr auf die sichtbare Welt abzustimmen. Die enorme Vielfalt in der Natur verhalf ihm dazu, ein differenziertes Gedankenleben zu entfalten. So begann ein Weg, der ihn nach au\u00dfen f\u00fchrte, weg von der innersten, unauslotbaren Tiefe. Das Denken selbst ist zwar auch ein innerer Vorgang, doch es wurde zum Resonanzboden, zur Reflektionssph\u00e4re f\u00fcr das Au\u00dfen.<\/p>\n<p>Den fr\u00fchen Philosophen war klar, dass die G\u00f6tter dem Menschen das Denkverm\u00f6gen schenkten, um sich selbst und ihre Impulse in einem bewussten Gegen\u00fcber zu spiegeln. Um sich selbst zu verstehen, indem der Mensch \u201eversteht\u201c. Das Wort \u201ereflektieren\u201c bringt die Spiegelungsfunktion des Denkens zum Ausdruck. Heute reflektiert sich indes prim\u00e4r die Welt im menschlichen Bewusstsein.<\/p>\n<p>In dem sich vom G\u00f6ttlichen abtrennenden Innenraum konnte der Mensch eines Tages \u201eich\u201c zu sich sagen. Odysseus war, so weit erkennbar, der erste, der dies tat. Die Barriere zur g\u00f6ttlich-geistigen Welt wurde allm\u00e4hlich dichter und dichter, und damit einhergehend verst\u00e4rkte sich das Ich. Alles Verg\u00e4ngliche ist ein Gleichnis, ist Abbild von Unverg\u00e4nglichem, Ewigem. Dazu geh\u00f6rt auch das Ich. Das Eine, Universelle machte sich f\u00fcr den Menschen kennbar. Dadurch entstanden der Monotheismus, der Glaube an das eine g\u00f6ttliche \u201eIch bin\u201c \u2013 und mit ihm seine Spiegelung im Bewusstsein des Menschen, die menschliche Individualit\u00e4t, das irdische Ich. All dies mag vergessen sein, doch die Er-innerung an das Geschehene kann aufleuchten. Auch sie ist eine Spiegelung des Ursprungs, des Transzendenten in uns.<\/p>\n<p>Das Denken in R\u00e4umen der Freiheit erm\u00f6glicht neben vielem anderen auch den Transhumanismus. Das Bezaubertsein von der Magie des Machbaren f\u00fchrt zu mancherlei, auch in tragische Sackgassen. Es geht nicht immer gut aus mit dem, was wir tun. Unserer immanenten Gr\u00f6\u00dfe, der in uns hineingelegten Freiheit, der gro\u00dfen Kraft unseres innersten Lichtes entspricht die Gr\u00f6\u00dfe des Ungl\u00fccks und des Leidens, das wir \u00fcber uns aufrufen k\u00f6nnen. Sie stellen sich ein als ein Warnruf, als ein \u201eHalt\u201c, wenn wir uns zu weit vorwagen ins \u00c4u\u00dfere, wenn der Bogen unseres Wesens, der im G\u00f6ttlichen endet, zu zerbrechen droht. Wenn dem Urbild, das nach und nach ein Ebenbild von sich erzeugen will, nur noch eine Fratze entgegenstarrt.<\/p>\n<p>Die Anthroposophie Rudolf Steiners (1861-1925) sieht Ahriman als die treibende Kraft, die versucht, den Menschen durch technische Mittel zu einer rein materiellen Existenz \u2013 ohne Geistbezug \u2013 zu (ver-)f\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Scheitern und Erf\u00fcllung auf dem Menschheitsweg<\/h3>\n<p>Dazu muss es nicht kommen, auch nicht auf den Wegen des Transhumanismus. Viele kleinere Etappen des Scheiterns gehen der propagierten \u201eSingularit\u00e4t\u201c vorweg. Sie l\u00e4sst sich nur in Teilaspekten verwirklichen. Die Vision der \u201eSingularit\u00e4t\u201c als solche erscheint indes als ein Gegenbild zu dem, was das Urbild beabsichtigt.<\/p>\n<p>Der Ursprung und wir geh\u00f6ren zusammen, ohne das Ewige in uns sind wir nichts. Heute bilden wir eine Art verdunkelte Schnittstelle zum Ewigen und eine weit offene Schnittstelle zur Welt hin. Waren wir einstmals zum G\u00f6ttlich-Geistigen weit offen, so sind wir es heute in der Richtung zur Welt.<\/p>\n<p>Technik und Technologien sind Erfindungen des Verstandes. Oft sind es Anwendungen gro\u00dfer wissenschaftlicher Erkenntnisse und Intuitionen. Die Intuitionen reichen \u00fcber uns hinaus, haben oft mit dem Urgrund zu tun. Warum sollten wir die Erzeugnisse unseres Verstandes nicht in unseren Dienst stellen? Ohne sie k\u00f6nnten wir nicht existieren. Der Verstand geh\u00f6rt zu uns, nur mit seiner Hilfe k\u00f6nnen wir unser Dasein bew\u00e4ltigen. Nur als ein Verstandeswesen w\u00e4ren wir indes ein reduzierter Mensch, eine Art aufgebl\u00e4htes Gehirn. Der Verstand hat sich vor einigen Jahrhunderten von der Macht religi\u00f6ser Instanzen befreit. Doch inzwischen hat er in seinem Eifer ein zerst\u00f6rerisches Ungleichgewicht im Gesamtorganismus erzeugt. Eines seiner Kinder sind die Bem\u00fchungen, den Transhumanismus zu verwirklichen.<\/p>\n<p>In den weiteren Evolutionsschritten geht es ums Ganze, um das Zusammenwirken aller Aspekte des Menschen. Dazu geh\u00f6rt auch tiefes inneres F\u00fchlen, Er-F\u00fchlen, Ersp\u00fcren des einen Lebens, das sich in allen Wesenheiten regt. Dazu geh\u00f6rt ein Sich-\u00d6ffnen f\u00fcr die Tragkraft, die allem Leben zugrunde liegt. Seit jeher wissen wir von der Liebe. Sie bildet sich in tausendfacher Weise in unserer Welt ab. Die g\u00f6ttliche Liebe ist die wichtigste Kraft, die Tragkraft der Welten, die Tragkraft unseres Lebens. Es ist ihr eigen, sich zu opfern, sich auf die vielf\u00e4ltigste Weise zu \u201ekreuzigen\u201c. Sie geht mit bis in das fernste Au\u00dfen, bis in die \u00e4u\u00dferste Entfremdung, um alles Entstehende, so lange es nur geht, zusammenzuhalten.<\/p>\n<p>Die Kr\u00f6nung des Menschseins setzt voraus, dass wir dem Ursprung die M\u00f6glichkeit geben, seine Spiegelung in uns zu vollenden. Das geschieht, wenn sich inmitten unseres verg\u00e4nglichen K\u00f6rpers eine unsterbliche Struktur heranbilden kann, ein ewig lebender \u201eK\u00f6rper\u201c, der \u201eK\u00f6rper\u201c des unsterblichen Aspekts in uns. Er ist das wahrhaftige Ebenbild, entstanden nach langer Entwicklung, langer Reifung. Dieser K\u00f6rper unterliegt nicht mehr der Zerbrechung, er ist feinstofflicher, energetischer Art. Und wie bildet er sich? Es geschieht durch ein Denken, F\u00fchlen, Wollen und Handeln, die auf das Ganze gerichtet sind, die auf das Ganze antworten, auf die Impulse des Einen, auf die immanente Einheit des Menschseins und allen Lebens in der Natur. Wiederum ist das Denken wichtig, weil es eine strukturierende Kraft besitzt. L\u00e4sst es sich vom Ursprung leiten mit der Bitte \u201eDein Wille geschehe durch mich\u201c, so wirkt der Weltenwille durch den Menschen und mit seiner Hilfe. Er transformiert ihn und der Mensch transformiert die Welt, in der er lebt. Genauer gesagt, lebt der Mensch, sobald sich in ihm die unsterbliche Tr\u00e4gerstruktur heranbildet, in zwei Welten. Abbild und Urbild werden zu einer Zwei-Einheit. Das Abbild ist freiwillig mitwirkendes Werkzeug und Helfer des g\u00f6ttlichen Urgrundes.<\/p>\n<p>Die Bestrebungen des Transhumanismus m\u00fcssen durchlebt werden. Sie tragen zur F\u00fclle der Erfahrung bei und zu der sich daraus ergebenden Reifung. Es spricht manches daf\u00fcr, dass die Verkn\u00fcpfung von Mensch und Maschine neben einer Reihe von hilfreichen Ergebnissen eine \u201eF\u00fclle des Scheiterns\u201c und des Leidens zur Folge hat, ein \u00dcbermanntwerden des Menschen von den Geistern, die er rief.<\/p>\n<p>Die Bibel spricht von der Wiedergeburt \u201eaus Wasser und Geist\u201c und bezieht sich damit auf Impulse aus der g\u00f6ttlich-geistigen Welt. Der Transhumanismus erstrebt letztendlich die Wiedergeburt \u201eaus der Technologie\u201c. Dazu benutzt er die Idee, das Ideal, die Information aus den g\u00f6ttlich-geistigen Impulsen, ohne diesen Ursprung zu kennen oder wahrhaben zu wollen.<\/p>\n<p>Manche sagen, wir bef\u00e4nden uns in der Halbzeit der Evolution, andere sprechen davon, dass wir in der Menschheitsentwicklung im Stadium der Pubert\u00e4t angelangt sind. Die Gr\u00f6\u00dfe der Gefahren, die wir f\u00fcr uns selbst und die Erde heraufbeschw\u00f6ren, dr\u00e4ngt dazu, den Schritt ins Erwachsensein zu tun. Es ist der Schritt in die Ganzheit, verbunden mit der Hingabe an die kaum jemals erahnte Gr\u00f6\u00dfe des Menschseins. Es ist der Schritt in die Mitverantwortung f\u00fcr den k\u00fcnftigen Weg der Sch\u00f6pfung und ihrer Transformation aus dem Geist heraus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":111979,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-111973","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/111973","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/111979"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=111973"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=111973"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=111973"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=111973"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}