{"id":111487,"date":"2025-06-07T06:00:37","date_gmt":"2025-06-07T06:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=111487"},"modified":"2025-06-06T20:37:40","modified_gmt":"2025-06-06T20:37:40","slug":"der-kleine-haewelmann-wird-erwachsen","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/der-kleine-haewelmann-wird-erwachsen\/","title":{"rendered":"Der kleine H\u00e4welmann wird erwachsen\u00a0\u00a0"},"content":{"rendered":"<p><em>Das Fremde kann magisch anziehend sein. Etwas dr\u00e4ngt uns in unbekannte Weiten. \u201eMehr, mehr!\u201c schreit eine Stimme in uns. \u201eWeiter, weiter!\u201c<\/em><\/p>\n<p><!--more--><em>Theodor Storms Geschichte vom \u201eKleinen H\u00e4welmann\u201c (*1), der mit seinem rollenden Bett bis in den Himmel f\u00e4hrt, spiegelt diesen inneren Impuls.Die Reise des kleinen H\u00e4welmann beginnt \u00fcberraschend, muss jedoch abrupt enden. Er wird aus dem Himmel versto\u00dfen. Doch in der heutigen aufgekl\u00e4rten Zeit kann f\u00fcr dieses M\u00e4rchen ein Fortsetzungskapitel geschrieben werden&#8230;<\/em><\/p>\n<h3>\u201eMehr, mehr!\u201c\u2026<\/h3>\n<p>Als Kind hat mich das M\u00e4rchen von Theodor Storm \u201eDer kleine H\u00e4welmann\u201c\u00a0 in Bann gezogen. Meine Eltern haben es mir erz\u00e4hlt. Es handelt von einem kleinen Jungen, der H\u00e4welmann hei\u00dft. Nachts schl\u00e4ft er in einem Rollenbett und auch am Nachmittag, wenn er m\u00fcde ist. Wenn er aber nicht m\u00fcde ist, muss seine Mutter ihn in seinem Rollenbett in der Stube umherfahren, und davon kann er nie genug bekommen. Eines Nachts kann der kleine H\u00e4welmann wieder nicht einschlafen. Die Mutter versucht ihr Bestes. \u201eMehr, mehr!\u201c, schreit er unentwegt, bis seine Mutter irgendwann ersch\u00f6pft in tiefen Schlaf versinkt.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Doch der kleine H\u00e4welmann gibt nicht auf. Er zieht sein Nachthemd aus, h\u00e4lt sein Bein wie einen Mastbaum in die H\u00f6he und h\u00e4ngt das Hemdchen als Segel daran. Mit beiden Backen f\u00e4ngt er an zu pusten. Und das Bettchen f\u00e4ngt an zu rollen, \u00fcber den Fu\u00dfboden, dann \u2013 gegen alle Gesetze der Schwerkraft &#8211; die Wand hinauf, dann kopf\u00fcber die Decke entlang und dann die andere Wand wieder hinunter. \u201eMehr, mehr!\u201c, schreit der kleine H\u00e4welmann. Da schaut der gute alte Mond durch das Fenster und fragt ihn:<\/p>\n<p>\u201eHast du noch nicht genug?\u201c \u201eNein\u201c, schreit H\u00e4welmann, \u201emehr, mehr! Mach mir die T\u00fcr auf! Ich will durch die Stadt fahren; alle Menschen sollen mich fahren sehen.\u201c \u201eDas kann ich nicht\u201c, sagt der gute Mond; aber er l\u00e4sst einen langen Strahl durch das Schl\u00fcsselloch fallen; und darauf f\u00e4hrt der kleine H\u00e4welmann zum Haus hinaus, in die Stadt, in den Wald. Aber dort ist es still,\u00a0 alle schlafen, die Menschen, die Tiere, und bis zum n\u00e4chsten Tag will er nicht warten. Mit Hilfe des Mondes gelingt es ihm, bis an das \u201eEnde der Welt\u201c und von dort auf einem Strahl bis in den Himmel zu fahren.<\/p>\n<p>Diese Lust auf \u201eMehr\u201c, dieser unb\u00e4ndige Entdeckerdrang hat mich schon als Kind tief ber\u00fchrt. Sind wir nicht alle mehr oder weniger solche \u201eH\u00e4welm\u00e4nner\u201c und \u201eH\u00e4welfrauen\u201c? Eine innere Unruhe treibt uns hinaus in die Welt, ob mit Rucksack, mit dem Camper oder dem Flugzeug. Es kann nicht weit und nicht fremd genug sein. Wir erklettern hohe Gipfel und entdecken weit entfernte K\u00fcsten, wir besuchen abenteuerliche Projekte und wagen gef\u00e4hrliche Expeditionen, getrieben von diesem \u201eMehr, mehr!\u201c<\/p>\n<p>Ja, wenn wir ehrlich sind, k\u00f6nnen wir sogar sagen: Unsere kollektive westliche Kulturgeschichte wird in diesem einfachen M\u00e4rchen vom kleinen H\u00e4welmann gespiegelt. Befeuert von einem unb\u00e4ndigen Expansionsdrang, haben wir uns die Welt einverleibt. Wir haben \u2013 meist ohne R\u00fccksicht auf fremde Sitten und Gebr\u00e4uche, ohne R\u00fccksicht auf Natur und Klima, uns das genommen, was uns in die H\u00e4nde fiel. \u201eMehr, mehr!\u201c<\/p>\n<p>Wie geht die Geschichte vom kleinen H\u00e4welmann nun weiter?<\/p>\n<h3>Der Himmelsst\u00fcrmer \u2026<\/h3>\n<p>Am Himmel wird der kleine H\u00e4welmann immer \u00fcberm\u00fctiger. Er f\u00e4hrt geradewegs in den hellen Sternenhaufen hinein, so dass die Sterne links und rechts vom Himmel herabpurzeln. Und schlie\u00dflich f\u00e4hrt er auch noch dem Mond, seinem treuen Begleiter, \u00fcber die Nase, so dass dieser niesen muss und seine Laterne dabei ausbl\u00e4st. Da befindet sich der kleine H\u00e4welmann pl\u00f6tzlich in v\u00f6lliger Dunkelheit und Orientierungslosigkeit. Er ist ganz auf sich allein gestellt. Am Horizont erscheint das rote Licht der aufgehenden Sonne. Die Sonne sieht ihn mit ihren gl\u00fchenden Augen an und sagt: \u201eJunge, was machst du hier in meinem Himmel?\u201c \u201eUnd \u2013 eins, zwei, drei \u2013 nimmt sie den kleinen H\u00e4welmann und wirft ihn mitten in das gro\u00dfe Wasser. Da kann er schwimmen lernen\u201c(*1).<\/p>\n<p>Als Kind musste ich an dieser Stelle immer schlucken. Die unerbittliche H\u00e4rte der Sonne fand ich kalt, unmenschlich und grausam. Ich war fassungslos. \u201eDa kann er schwimmen lernen!\u201c,\u00a0 so hei\u00dft es ganz lapidar. Jetzt soll er selber sehen, wie er klar kommt! Aber wenn ich mir heute das M\u00e4rchen von Theodor Storm noch einmal durchlese, entdecke ich eine hoffnungsvolle Schlusswendung, die mir als Kind nicht in Erinnerung geblieben ist. Es hei\u00dft dort am Ende des M\u00e4rchens:<\/p>\n<blockquote><p>Und dann? Ja und dann? Wei\u00dft du nicht mehr? Wenn ich und du nicht gekommen w\u00e4ren und den kleinen H\u00e4welmann in unser Boot genommen h\u00e4tten, so h\u00e4tte er doch leicht ertrinken k\u00f6nnen!\u201c (*1)<\/p><\/blockquote>\n<p>Der kleine H\u00e4welmann wird also doch nicht ganz allein gelassen. Eine Gruppe helfender Menschen rettet ihn aus dem Meer und zieht ihn ins Boot. Der kleine H\u00e4welmann wird aufgefangen in einem \u201eBeziehungsgeflecht\u201c, in einem Gewebe helfender Kr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Wir stehen als Beobachter unmittelbar vor der Frage: Hat der kleine H\u00e4welmann etwas falsch gemacht? Muss er so etwas wie eine Strafe erfahren? Er ist doch nur in Begleitung des Mondes \u2013 der tief in ihm nagenden Sehnsucht &#8211; einem seelischen Impuls gefolgt. Und es gelingt ihm sogar, durch eigenen Antrieb in die Sph\u00e4ren des Himmels einzudringen. Doch der kleine H\u00e4welmann ist in seinem Bewusstseinsverm\u00f6gen noch kindlich und unreif.<\/p>\n<p>Er ist der noch unm\u00fcndige Himmelsst\u00fcrmer. V\u00f6llig um sich selbst und seine Bed\u00fcrfnisse nach \u201eimmer mehr\u201c kreisend, will er etwas sein, will er gesehen werden. Sein Expansionsdrang richtet sich auf alles, auch auf die geistig-himmlische Sph\u00e4re. Hier will er \u2013 v\u00f6llig unvorbereitet \u2013 eindringen und sie sich zu eigen machen. Das kann und darf, auch zu seinem eigenen Schutz, nicht gelingen. Von der Sonne als geistigem Prinzip muss er in die irdische Sph\u00e4re zur\u00fcckgesto\u00dfen werden. F\u00fcr den kleinen H\u00e4welmann gilt es zun\u00e4chst einmal, die grundlegenden kosmischen Gesetze seiner eigenen Welt, der physischen Welt zu erfahren. Es geht f\u00fcr ihn, als eine gro\u00dfe erste Aufgabe, darum, in wirklicher F\u00fchlung und Anteilnahme die Geheimnisse der Natur und der Materie kennenzulernen. Nur auf dieser Grundlage wird er den ihm zustehenden Platz im Kosmos und seine geistige Aufgabe finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Wir sind diese Welt \u2013 wir sind Materie von innen\u2026<\/h3>\n<p>Die Geschichte vom kleinen H\u00e4welmann braucht also eine Fortsetzung. Der Reifeprozess, den der kleine H\u00e4welmann zu durchlaufen hat, ist eine Bewusstseinsentwicklung, vor der heute ein gro\u00dfer Teil der Menschheit steht. Es geht um ein f\u00fchlendes In-Verbindung-Treten zum Innersten der Sch\u00f6pfung, zum Innersten des Menschen, zum Innersten der Erde, zum Innersten der Sonne.<\/p>\n<p>In einem Lied der Rosenkreuzer hei\u00dft es: \u201eHerz muss erst erschlossen sein!\u201c Hier, in unserem Herzen, liegt das Geheimnis der ganzen Sch\u00f6pfung verborgen.\u00a0 Das Paradoxe ist nun, dass alles Irdische, also jede Art von Materie, in ihrem Innern von einer Leere, von einer Sph\u00e4re des Nicht-Seins energetisiert und zusammengehalten wird. Materie ist nicht etwas vom Menschen oder vom Geist Abgetrenntes, Materie ist nichts \u201eTotes\u201c, sie ist in ihrem Kern zutiefst <u>lebendig. <\/u><\/p>\n<blockquote><p>Wir sind diese Welt, ihre Materie. Diese Identit\u00e4t mit der Welt ist der Gegenstand unseres F\u00fchlens. Sie ist es, worum es beim F\u00fchlen in der Tiefe geht. (*2)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Erfahrung, lebendig zu sein, ist das Fundament jeder \u00f6kologischen und auch spirituellen Erfahrung.<\/p>\n<blockquote><p>Sie zu erfassen hei\u00dft, in der Tiefe mit der gesamten materiellen Welt verwoben zu sein. Die Erfahrung, lebendig zu sein, ein biologisches Subjekt zu sein, ist die Erfahrung, Materie von innen zu sein. Und daher ist es die Erfahrung, die Welt zu sein. (*2)<\/p><\/blockquote>\n<p>Biologie und moderne Physik (hier vor allem die Quantentheorie) kommen zu der Erkenntnis, dass ein Lebewesen durch seine K\u00f6rperhaftigkeit nicht materiell vom Rest der Umwelt getrennt ist. Zwischen allen Lebewesen findet eine fortw\u00e4hrende \u201eVerschr\u00e4nkung\u201c statt: eine gegenseitige Ver\u00e4nderung und Beeinflussung durch Teilnahme. Weiterhin existiert die fundamentale Erkenntnis der modernen Physik, dass ein K\u00f6rper \u2013 also auch der des Menschen \u2013 in seiner Tiefe keine feste Materie ist. Das meiste, was uns ausmacht, ist Leere.<\/p>\n<p>Max Planck schrieb:<\/p>\n<blockquote><p>Es gibt keine Materie, sondern nur ein Gewebe von Energie, dem durch intelligenten Geist, wer immer das auch ist, Form gegeben wurde. Dieser Geist ist Urgrund aller Materie. (*3)<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Quantenphysiker und Philosoph Hans-Peter D\u00fcrr sprach immer wieder davon, dass sich in der Tiefe das Feste der Materie als <u>Beziehung <\/u>zeigt. Und Andreas Weber, Biologe und Mystiker, geht noch einen Schritt weiter, wenn er schreibt:<\/p>\n<blockquote><p>Aber Beziehung ist noch nicht alles: In der Tiefe speist sich jede Beziehung aus dem Begehren nach Verbindung zwischen den einzelnen Elementen. Dieses Begehren w\u00e4re also das eigentliche Innere der K\u00f6rper und damit auch aller Wesen. In der tiefsten Tiefe ist die Welt nicht Beziehung, sondern Begehren nach Lebendigkeit. Dieses Begehren ist nicht \u00e4u\u00dferlich, nicht strukturell, nicht abstrakt, sondern reine Innerlichkeit: das Innere des Wunsches, dass Leben sei. Dieser Wunsch ist das Zentrum, der Anfang und das Ende des Kosmos. Er formt die Kelche der wilden Rosen im Juni und spricht durch die Tonfolge des Liedes der Grauammer. (*4)<\/p><\/blockquote>\n<p>Fruchtbare Identit\u00e4t ist die Freude der Materie an sich selbst<\/p>\n<p>Es ist dies eine Sichtweise auf die Welt, in der alle und alles miteinander in Beziehung stehen und miteinander verflochten sind. Jeder Eindruck, den wir irgendwo in der Natur hinterlassen, wird in aller Natur erkannt und wahrgenommen. Die Erfahrung eines pers\u00f6nlichen Selbstes geschieht nicht nur als eine eigene, separate Identit\u00e4t, sondern die eigene Identit\u00e4t kann sich erst durch die Verflechtung mit unz\u00e4hligen anderen Identit\u00e4ten fruchtbar entwickeln. Seine Identit\u00e4t zu entwickeln bedeutet nicht, den Anderen auszugrenzen. Es geht vielmehr darum, mit ihm in Beziehung zu treten, selbst zum Anderen zu werden, um durch ihn mit der eigenen Identit\u00e4tsbildung fortzufahren.<\/p>\n<p>Eine Schl\u00fcsselqualifikation dieser Identit\u00e4tsbildung ist das F\u00fchlen. \u00dcber das F\u00fchlen k\u00f6nnen wir unser Sein als Ineinandersein erleben. Wir sind alle ein und dieselbe Materie und verwandeln uns aneinander. Der Felsen, den ich mit meinen H\u00e4nden ber\u00fchre, das Wasser, das mich als Meereswelle emporhebt \u2026 alles verwandelt sich durch Reibung aneinander. F\u00fchlen ist nicht etwas Selbstbezogenes, das sich nur mit der eigenen Identit\u00e4t befasst. F\u00fchlen ist das Anzeichen daf\u00fcr, inwiefern es einem Individuum gelingt, Welt zu sein und gleichzeitig seine Einmaligkeit zu verwirklichen. Da diese Einmaligkeit nur durch die Materie, also die Welt entstehen kann, kann das F\u00fchlen einer fruchtbaren Identit\u00e4t in der Tiefe als die Freude der Materie an sich selbst charakterisiert werden.<\/p>\n<p>Vertreter der modernen Tiefen\u00f6kologie und Quantenphysik gehen davon aus, dass ein Organismus, der sich durch seinen fortgesetzten Stoffwechsel selbst verwirklicht, gleichzeitig dem Anderen Raum gibt. Das so realisierte eigene Selbst ist somit in der Tiefe sein eigenes Gegenteil, das Nicht-Selbst.<\/p>\n<p>Das Universum ist beseelt von dem Begehren, Leben und Lebendigkeit zu spenden\u2026<\/p>\n<p>In einem gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang gesehen, ist die Naturgeschichte des Kosmos nicht neutral, wie es die Wissenschaft bisher immer annahm.<\/p>\n<blockquote><p>Dem Universum geht es um etwas. Es hat einen Drang, mehr Lebendigkeit in die Welt zu bringen. Die Wirklichkeit ist ein Potential, das sich nach Entfaltung sehnt. Am Anfang steht das Begehren des Einen, sich zu verschenken, Leben zu schenken. Es ist denkbar, dass es nichts weiter braucht als diese kosmische Sehnsucht, Fruchtbarkeit zu stiften. [\u2026] Das Verlangen, dass sich die innere Fruchtbarkeit immer wieder in Leben manifestiere, f\u00fchrt zu einer Aufspaltung des Ganzen. Die Aufspaltung bringt eine individuelle Sehnsucht nach Verbindung und ein ebenfalls in den Individuen wirksames Begehren hervor, selbst weiter Leben zu stiften. Diese beiden Sehns\u00fcchte entspringen im Grund einer einzigen, n\u00e4mlich der, dass Leben sei. Sie haben zur Folge, dass die unendliche Vielzahl von Verbindungen und Verwandlungen erforscht wird, durch die sich die so verkn\u00fcpften Einzelteile immer wieder ineinander, zur\u00fcck ins Eine, und in neue Individualit\u00e4ten transformieren. (*5)<\/p><\/blockquote>\n<p>Damit entsteht eine v\u00f6llig neue Perspektive auf die \u201ekosmische Bedeutung\u201c des Fremdseins. Es gibt einen Urgrund, ein anf\u00e4ngliches Begehren aus der Leere heraus, sich zu \u00f6ffnen, sich in Formen zu offenbaren, sich zu differenzieren und in dieser Differenzierung sich selbst kennenzulernen. Die Differenzierung des Urgrundes findet best\u00e4ndig weiter statt, und sie folgt dem Begehren, Leben zu spenden, Sein ins Leben zu rufen. Durch das Fremdsein entsteht das Begehren. Die Gesch\u00f6pfe reiben sich aneinander. Das Universum hat den Drang, Lebendigkeit zu vermehren. Wir k\u00f6nnen daran teilhaben, wenn wir die kosmischen Gesetze kennen und die \u201eAnweisungen der Weisen\u201c, die von altersher gegeben wurden, beachten. Dann sind wir wahrhaft sch\u00f6pferisch.<\/p>\n<p>\u00dcberall will Bewusstsein erwachen, bis hin zum Bewusstsein der inneren Essenz in allem. In der Tiefe unseres Herzens existiert die Liebe, die m\u00fctterliche Kraft des Stoffs, die Mater-Materia. In ihr wirkt der Wille, dass Leben sei. In dieser Mater-Materia ist das Nicht-Sein enthalten, der Innenraum der M\u00fctterlichkeit selbst.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen diese Liebe im Innersten ersp\u00fcren und erf\u00fchlen, in unserem Herzen, dort, wo wir eins sind mit dem Innersten der Welt und dem Innersten der Sonne. Aus dieser innigen Herz-Verbindung k\u00f6nnen wir mitten in der Welt stehen, mit einer Sehnsucht, uns ganz zu verschenken, ganz dienstbar zu sein, \u201eessbar zu sein\u201c(*2). Wir k\u00f6nnen fruchtbar sein, wenn wir in unserem Nicht-Sein, in unserer inneren Leere ruhen.<\/p>\n<p>Jesus, der Christus sagt:<\/p>\n<blockquote><p>Nehmt und esst, dies ist mein Leib f\u00fcr euch; tut das zu meinem Ged\u00e4chtnis!<\/p><\/blockquote>\n<p>Der kleine H\u00e4welmann ist dann erwachsen geworden, wenn er im Universum sch\u00f6pferisch und fruchtbar sein m\u00f6chte, wenn er sich ganz ins Irdische zu geben vermag und dies, wie Rilke in den Sonetten an Orpheus schrieb, \u201eum des Nichtseins Bedingung\u201c. Wer f\u00fchlend verstanden hat, dass in der eigenen leeren Mitte das ewig Flie\u00dfende als Geheimnis existiert, ist in der Lage, wahrhaft zu lieben und in Hingabe zu dienen.<\/p>\n<blockquote><p>Die Liebe ist die gr\u00f6\u00dfte Macht, die es gibt, denn sie ist die einzige Macht in dieser Welt, die nicht von dieser Welt ist. (*6)<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><u>Literatur:<\/u><\/p>\n<p>*1 Theodor Storm, Der kleine H\u00e4welmann (1849), aus: Theodor Storm, S\u00e4mtliche Werke in vier B\u00e4nden. Band 1, Berlin und Weimar: Aufbau-Verlag 1967, S. 339-342. Text (gemeinfrei): <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/nid\/20005726506\">http:\/\/www.zeno.org\/nid\/20005726506<\/a><br \/>\n*2 Andreas Weber, Essbar sein, Klein Jasedow 2023, S. 127<br \/>\n*3 Max Planck, zitiert nach: https:\/\/manifestation-boost.de\/max-plancks-gr%C3%B6%C3%9Fte-erkenntnis-es-gibt-keine-materie\/<br \/>\n*4\u00a0 Andreas Weber, Essbar sein, Klein Jasedow 2023, S. 129<br \/>\n*5 Andreas Weber, Essbar sein, a.a.O., S. 133<br \/>\n*6 Llewellyn Vaughan-Lee, For Love of the Real. A Story of Life`s Mystical Secret, Golden Sufi Center 2012<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":111602,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-111487","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/111487","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/111602"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=111487"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=111487"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=111487"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=111487"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}