{"id":111331,"date":"2025-06-04T06:00:28","date_gmt":"2025-06-04T06:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=111331"},"modified":"2025-07-08T08:33:55","modified_gmt":"2025-07-08T08:33:55","slug":"traeume-entsorgen-ja-doch-einer-bleibt-ein-realitaets-und-illusions-check","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/traeume-entsorgen-ja-doch-einer-bleibt-ein-realitaets-und-illusions-check\/","title":{"rendered":"Tr\u00e4ume entsorgen? Ja, doch einer bleibt.  Ein Realit\u00e4ts- und Illusions-Check"},"content":{"rendered":"<p>Vor ein Paar Jahren erhielt ich eine Ablehnung auf eine Job-Bewerbung.\u00a0 Die Stelle war bei einem renommierten Unternehmen und f\u00fcr mich der Inbegriff eines Traum-Jobs.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Nachricht kam unerwartet und ich wollte es zun\u00e4chst nicht wahrhaben.Vielleicht haben sie einen Fehler gemacht. Ich schickte danach noch eine zweite und dritte Bewerbung mit demselben Ergebnis. Die Hoffnung stirbt zuletzt.<\/p>\n<p>In dem Buch &#8222;Americana&#8220; des US-amerikanischen Schriftstellers Don De Lillo las ich unl\u00e4ngst diesen Ausspruch:<\/p>\n<blockquote><p>Es ist so viel einfacher, die Realit\u00e4t zu begraben, als Tr\u00e4ume loszuwerden. (1)<\/p><\/blockquote>\n<p>Tr\u00e4ume k\u00f6nnen als Symbole f\u00fcr die unerf\u00fcllten W\u00fcnsche, Hoffnungen und idealisierten Versionen unseres Selbstes verstanden werden. Sie sind meist unter der Oberfl\u00e4che in tieferen Schichten des eigenen Wesens verankert.<\/p>\n<p>Die provokante Aussage von DeLillo legt nahe, dass es leichter ist, die Realit\u00e4ten des Lebens zu ignorieren oder zu vergessen, als die eigenen Wunschtr\u00e4ume loszulassen. Es ist oft einfacher, der Wahrheit aus dem Weg zu gehen, als sich ihr zu stellen. Der Ausspruch impliziert, dass wir uns manchmal daf\u00fcr entscheiden, in einer Welt der Fantasie zu leben, anstatt uns der harten Wirklichkeit des Lebens zu stellen.<\/p>\n<p>Liegt es daran, dass unsere Tr\u00e4ume oft eine Quelle des Trostes und der Hoffnung sind, w\u00e4hrend die Realit\u00e4t unangenehm sein kann?<\/p>\n<p>Ist die ertr\u00e4umte Fiktion so etwas wie ein Trostpflaster in einer schmerzhaften Wirklichkeit?<\/p>\n<p>Es gibt unz\u00e4hlige Hinweise daf\u00fcr, wie Menschen voller Hoffnung einer Illusionen nachjagen, obwohl die Realit\u00e4t \u00fcberdeutlich zeigt, wie sinnlos das jeweilige Unterfangen ist. Zahlreich sind die Beispiele, in denen Menschen mit ihrem brennenden Herzen die \u201eWelt aus den Angeln heben wollten&#8220;, um kurze Zeit sp\u00e4ter zu erleben, wie die Tr\u00e4ume zu Asche wurden. Viele Menschen sind fasziniert von ihren Wunschtr\u00e4umen und Fiktionen &#8211; besonders vor dem Hintergrund der oft tiefen Sehnsucht nach idealen Zust\u00e4nden.<\/p>\n<p>Ein Ziel lockt und leuchtet in der Ferne: Irgendwann wird alles besser. Und kennen wir dies nicht: Wenn du meinst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her? Die Hoffnung bleibt. Sie ist wie ein Schleier, der die n\u00fcchterne Realit\u00e4t unserer Existenz verbirgt. Als ob wir in eine Welt s\u00e4hen, die durch einen dichten Nebel verzerrt ist. Hinter der Hoffnung lauert stets ihre treue Begleiterin, die Sorge. Was ist, wenn das Erhoffte doch nicht eintrifft? Manchmal versuchen wir beide zu ertr\u00e4nken, doch sie sind guter Schwimmer.<\/p>\n<p><strong>In vielerlei Hinsicht variieren die unterschiedlichen Verschleierungs-Tendenzen in ihren Abstufungen und Auspr\u00e4gungen.<\/strong> <strong>Einige ihrer grundlegenden Spielarten sind: <\/strong><\/p>\n<p>&#8211; die Verkl\u00e4rung von Vergangenem,<\/p>\n<p>&#8211; \u00fcbersteigerte Hoffnungen in die eigenen F\u00e4higkeiten,<\/p>\n<p>&#8211; die Sehnsucht nach einer perfektionierten und idealisierten Version des eigenen Selbstes,<\/p>\n<p>&#8211; die verehrungsvolle Hingabe an eine Ideologie oder eine Art von Glaubenssystem,<\/p>\n<p>&#8211; die verzerrte Wahrnehmung durch Emotionen, wie z. B. Angst, Verliebtsein \u2026<\/p>\n<p>Wahnvorstellungen bilden sich sowohl individuell als auch kollektiv. In der heutigen Zeit herrscht vielerorts die Idee des kontinuierlichen Wachstums vor, begleitet von dem Wunsch nach steigendem materiellen Wohlstand mit einer Fixierung auf das &#8222;Nehmen&#8220;. Damit geht die Abneigung einher, etwas f\u00fcr das Empfangene zur\u00fcckzugeben. Den ideologischen Unterbau bildet das Gedankenkonstrukt des Materialismus. Mittlerweile erleben wir allerdings eine stetige Dekonstruktion dieser Mainstream-\u201eWeltanschauung\u201c. Das Verfallsdatum n\u00e4hert sich langsam, vor allem in der westlichen Gesellschaft. Gleichzeitig bilden sich neue illusorische Panoramen heran. Ein Leben in vollkommener Ern\u00fcchterung scheint uns nicht m\u00f6glich zu sein.<\/p>\n<p>Weshalb verbinden wir uns immer wieder mit bestimmten Tr\u00e4umen und Ideen? Worin liegt die Ursache dieser Tendenz? Ist die Konstruktion unseres Gehirns vielleicht daf\u00fcr verantwortlich?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gibt es Hinweise aus der modernen Kognitionsforschung, die auf illusionsverst\u00e4rkende Mechanismen in unserem Wahrnehmungs-System schlie\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>Die Theorie der kognitiven Dissonanz liefert gewisse Antworten auf unsere Fragen. \u201eKognitive Dissonanz\u201c ist ein Forschungsansatz, der von Leon Festinger entwickelt wurde. Seine wissenschaftliche Arbeit im Bereich der Sozialpsychologie hatte erhebliche Auswirkungen auf das Verst\u00e4ndnis, wie Menschen ihre \u00dcberzeugungen und Verhaltensweisen \u00e4ndern. Er betrachtet jede Wahrnehmung, jede Einstellung, jede Emotion und jedes Verhalten als Kognition &#8211; das hei\u00dft als ein Vorgang mit einer mentalen Darstellung im Kopf.<\/p>\n<p>Festingers Theorie bezieht sich auf das psychische Unbehagen oder den psychischen Stress, den eine Person erf\u00e4hrt, die zwei oder mehr widerspr\u00fcchliche \u00dcberzeugungen, Ideen, Werte oder Handlungsweisen aufweist.(2)<\/p>\n<p>Durch eine Vielzahl von Erfahrungen in der Kindheit und Jugend entwickelt der heranwachsende Mensch grundlegende \u00dcberzeugungen \u00fcber sich selbst und die Welt. Diese Selbstkonstruktionen werden vor allem durch Erziehung, soziales Umfeld und Massenmedien gepr\u00e4gt. Im Laufe der Zeit entsteht auf diese Weise ein Welt- und Selbstbild \u2013 eine individuelle und begrenzte Sch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Die erlangten Grund\u00fcberzeugungen k\u00f6nnen nun in Konflikt mit der Realit\u00e4t geraten, so zum Beispiel, wenn wir im Alltag etwas erfahren, das im Widerspruch zu unseren Selbstsch\u00f6pfungen steht. Das f\u00fchrt h\u00e4ufig dazu, dass wir die konflikthaften Kognitionen, die wir machen, verleugnen oder nicht wahrhaben wollen. Also passen wir die Realit\u00e4t lieber unserem Weltbild an, auch um den Preis, dass es uns Zeit, Energie und konstante Aufmerksamkeit kostet. Wir h\u00f6ren und sehen dann nur noch, was wir in der Entfremdung zu dem, was ist, aushalten k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus entstehen oft Feindbilder im Au\u00dfen als Projektion unserer eigenen Zerrissenheit.<\/p>\n<p>Oder anders ausgedr\u00fcckt: Es ist mitunter leichter, einen andauernden inneren Konflikt auszutragen, als sich von tr\u00fcgerischen Illusionen zu l\u00f6sen. Oder, wie Don DeLillo sinngem\u00e4\u00df sagt: Realit\u00e4t zu begraben ist einfach, Traumentsorgung ist dagegen anstrengend.<\/p>\n<p>Wenn wir den Gedanken der Realit\u00e4ts-Vermeidung im spirituellen Kontext betrachten, dann taucht heutzutage oft der Begriff &#8222;Spiritual Bypassing&#8220; auf. Er wurde in den 1980er Jahren von John Welwood, einem buddhistischen Lehrer und Psychotherapeuten, gepr\u00e4gt. (3)<\/p>\n<p>\u201cTo bypass\u201d bedeutet so viel wie \u201cumgehen\u201d oder \u201c\u00fcberbr\u00fccken\u201d. Der Ausdruck bezieht sich auf die Tendenz, spirituelle Ideen und Praktiken zu nutzen, um ungel\u00f6ste emotionale Probleme, innere Wunden und unvollendete Entwicklungsprozesse zu umgehen oder zu vermeiden. Es geht darum, sich von unangenehmen oder negativen Emotionen abzuschirmen und das Ego zu sch\u00fctzen. Dazu geh\u00f6rt beispielsweise auch die Tendenz, alles im Leben in einen Schleier aus Licht und Liebe h\u00fcllen zu wollen.<\/p>\n<p>Eine M\u00f6glichkeit, solche Vermeidungsstrategien und Wahrnehmungs-Verzerrungen zu erkennen, besteht darin, Achtsamkeit und Selbsterkenntnis zu \u00fcben. Indem wir ein nicht wertendes Bewusstsein f\u00fcr unsere Gedanken, Emotionen und Verhaltensweisen entwickeln, k\u00f6nnen wir uns auf unsere eigenen inneren Erfahrungen einstellen und sie durchschauen, wenn Unstimmigkeiten auftreten. Dadurch er\u00f6ffnet sich die M\u00f6glichkeit, zu einem \u201eGewahrwerdenden Bewusstsein\u201c zu gelangen, das Gedanken und Emotionen wahrnimmt, ohne zu beurteilen. Noch einen Schritt weiter gehen wir, wenn wir ein v\u00f6lliges &#8222;Nichts-Sein&#8220; erleben k\u00f6nnen. Diese Null-Punkt-Erfahrung bedeutet wahre Selbsterkenntnis &#8211; frei sein von Hoffnungen, Sorgen, Ambitionen und Vorstellungen, also frei von allem, was uns vom aktuellen, gegenw\u00e4rtigen Moment trennen kann.<\/p>\n<p>Das Thema Selbsterfahrung und Leerheit wird auch im Buch &#8222;Das Erbe der Katharer&#8220; von Antonin Gadal ber\u00fchrt, in dem der Autor die Suche des Ritters Parzival nach dem heiligen Gral beschreibt. Als Parzival, der Protagonist, einen sch\u00f6nen Garten betritt, wird folgende Szene beschrieben:<\/p>\n<p>&#8222;Sobald er beginnen wollte, die Fr\u00fcchte zu essen und das Wasser zu trinken, zerfielen Garten, Fr\u00fcchte und Wasser zu Staub und sein Durst blieb. Eine sch\u00f6ne Jungfrau erschien vor ihm: \u2019Komm ruhe dich bei mir aus\u2019. Aber als er sich in ihre Arme warf, zerfiel sie zu Staub. Entt\u00e4uschung!&#8220; (4)<\/p>\n<p>An anderer Stelle in dem Buch hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote><p>Er n\u00e4herte sich einer m\u00e4chtigen Stadt, sch\u00f6n und reich, wo jedermann ihm zurief: \u201aWillkommen Perceval, gr\u00f6\u00dfter und reinster Ritter\u2019. Als er in die Stadt einzog, fand er nur Ruinen und einen Greis, der zu Staub zerfiel, als er ihn etwas fragen wollte. Illusion!<\/p><\/blockquote>\n<p>Parzival blieb allein. In seinem Seelenschmerz schrie er: \u201eWenn ich auch den heiligen Gral f\u00e4nde, er w\u00fcrde zu Staub werden, sobald ich ihn ber\u00fchrte.&#8220;<\/p>\n<p>Die Suche nach dem heiligen Gral kann als Sinnbild angesehen werden f\u00fcr die Sehnsucht nach Erl\u00f6sung, Reinheit und Vollkommenheit sowie das Verlangen nach einer h\u00f6heren Idealit\u00e4t. Die Erz\u00e4hlung deutet auf das Urbild aller Tr\u00e4ume, auf den einen gro\u00dfen Traum, der zum Erbe der Menschheit geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Letztlich weist unsere unstillbare Sehnsucht nach Idealen auf deren eigentlichen Ursprung hin &#8211; die g\u00f6ttliche Welt, und damit auch auf unseren geistig-seelischen Ursprung. In der kosmischen Sph\u00e4renharmonie arbeiten die verschiedenen Qualit\u00e4ten und Aspekte harmonisch zusammen. Frieden, Liebe und Freiheit sind in der geistigen Welt untrennbar miteinander vereint. In unserer gebrochenen Realit\u00e4t kann man nicht mehr von Einheit sprechen, hier herrscht die Trennung. Durch sie werden die tief in uns ruhenden Ideale allzu oft zu menschlich-verzerrten Interpretationen einer wahren, hohen Idee.<\/p>\n<p>Mit der Verdichtung der K\u00f6rper und der Vereinzelung der Seelen wandeln sich die g\u00f6ttlichen Impulse zu einem Feuer menschlicher Sehnsucht, das nach Verwirklichung strebt. Die Ur-Idee der Einheit, Liebe und Freiheit verbindet sich mit einzelnen begrenzten Ideen und Interessen, und so entstehen Ideologie-Konstrukte. Die hohen Kr\u00e4fte der reinen Idealit\u00e4t gelangen in Konfliktpositionen zueinander.<\/p>\n<p>Ein klassisches Scheitern des Idealen in unserer Welt wird in der Legende des Baumeisters Hiram Abif behandelt. Hiram war damit besch\u00e4ftigt, sein Meisterst\u00fcck zu fertigen &#8211; das eherne Meer. Es sollte die Kr\u00f6nung beim Wiederaufbau des urspr\u00fcnglichen salomonischen Tempels werden. Das eherne Meer kann als eine Art Br\u00fccke zwischen dem g\u00f6ttlichen und dem irdischen Lebensfeld angesehen werden. Diese Sch\u00f6pfung entsteht durch die reine Konkretisierung von Kr\u00e4ften aus dem h\u00f6heren Lebensfeld der g\u00f6ttlichen Idealit\u00e4t.<\/p>\n<p>In eifers\u00fcchtiger Verblendung f\u00fchren seine drei Gehilfen dem feurigen Becken beim Gie\u00dfen des ehernen Meeres einen ungeh\u00f6rigen Stoff hinzu, wodurch es zerspringt. Hiram versucht die Katastrophe zu verhindern und fragt Tubal-Kain um Rat. Dieser sagt, er solle sich in das Feuer hineinwerfen, es k\u00f6nne ihm nichts anhaben. Das vollbringt Hiram dann auch. Er wird eins mit dem Feuer des Ursprungs und damit in das Geheimnis der Feuersch\u00f6pfung eingeweiht.<\/p>\n<p>Wenn wir die Kr\u00e4fte der hohen Idealit\u00e4t jedoch in Selbstbehauptung verwirklichen wollen, kommt es allzu oft zum Verh\u00e4ngnis. Der eigenwillige Umgang mit dem heiligen sch\u00f6pferischen Feuer aus dem Garten der G\u00f6tter f\u00fchrt zur Zerst\u00f6rung.<\/p>\n<p>Sollten wir deshalb alle Tr\u00e4ume und Ideale \u00fcber Bord werfen?<\/p>\n<p>Indem wir ihren Impulsen folgen und zur Tat \u00fcbergehen, \u201etesten\u201c wir sie gewisserma\u00dfen in den Umst\u00e4nden unserer Welt. Wir machen Erfahrungen mit unserer Realit\u00e4t. Diese Realit\u00e4tspr\u00fcfung gibt uns sofortiges Feedback dar\u00fcber, ob wir \u201erichtig\u201c oder \u201efalsch\u201c gehandelt haben. So wird progressives Lernen m\u00f6glich. Wir erleben die Konsequenzen unserer Selbstsch\u00f6pfungen und lernen aus den Fehlern. Heilung von Illusionen ist die Folge. Der feurige Brand wird zu einem Reinigungsfeuer.<\/p>\n<p>Nur auf diese Weise k\u00f6nnen wir den alten Traumbildern und mentalen Spekulationen dauerhaft entsteigen.<\/p>\n<p>Der Wahrheitssucher erkennt, dass der Ursprung der Impulse zu einer befreienden Transformation in der g\u00f6ttlichen Idealit\u00e4t liegt. Er wei\u00df, dass dieses heilige Feuer immer brennt, es jedoch nicht im \u00e4u\u00dferen Lebensfeld der stofflichen Sinne verwirklicht werden kann.<\/p>\n<p>Wer sich selbst noch nicht genug erforscht hat, kann das, was sich in seinem tiefsten Inneren verbirgt, noch nicht sehen. Er muss noch die Labyrinthe seines Wesens durchwandern. Erst wenn das geschehen ist, entsteht in ihm Raum f\u00fcr eine neue Bewusstseins-Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Zusammenfassend k\u00f6nnte man den Prozess wie folgt darstellen:<\/p>\n<ol>\n<li>Die Phase der Entfremdung: Der Mensch erf\u00e4hrt einen Bruch zwischen seiner \u00e4u\u00dferen und innerlich erlebten Wirklichkeit.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Die Phase der Null-Punkt Erfahrung: Der Kandidat durchlebt einen Zustand des Nichts-Seins. Die alten Denk- und Gef\u00fchlsmuster k\u00f6nnen zur\u00fccktreten. Es entsteht eine Ahnung von den Kr\u00e4ften der h\u00f6heren Idealit\u00e4t.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Die Phase des Ergriffen-Werdens: Der Kandidat l\u00e4sst sich von der h\u00f6heren Idealit\u00e4t entflammen, schenkt ihnen sein Leben und tritt so in eine Seelentransformation ein. Hiram Abif wirft sich in dieses Feuer. In einem neuen Gewahr-Sein kann er nun sein Leben f\u00fchren. Erfahrung und Erkenntnis haben ihn zum Wegweiser gemacht.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>1) Don DeLillo, Americana, Seite 272, Penguin Books, London England, 1990<br \/>\n2) Leon Festinger, A theory of cognitive dissonance, Stanford University Press, Stanford, 1957<br \/>\n3) John Welwood, Toward a Psychology of Awakening: Buddhism, Psychotherapy, and the Path of Personal and Spiritual Transformation, Shambhala Publications, Boston, 2000<br \/>\n4) A. Gadal , Das Erbe der Katharer \/ Das Druidentum, Seite 78, Rosekrius Pers, Haarlem Niederlande 1993<\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":111460,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-111331","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/111331","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/111460"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=111331"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=111331"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=111331"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=111331"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}