{"id":109074,"date":"2025-02-18T06:00:29","date_gmt":"2025-02-18T06:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=109074"},"modified":"2025-05-27T12:07:16","modified_gmt":"2025-05-27T12:07:16","slug":"froh-zu-sein-bedarf-es-wenig","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/froh-zu-sein-bedarf-es-wenig\/","title":{"rendered":"Froh zu sein bedarf es wenig"},"content":{"rendered":"<p><strong>Heiterkeit im scheinbar Aussichtslosen? Heiterkeit in der heutigen Menschheitssituation?<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe title=\"Spotify Embed: Froh zu sein bedarf es wenig\" style=\"border-radius: 12px\" width=\"100%\" height=\"152\" frameborder=\"0\" allowfullscreen allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/2rnZ6KFegZlNxAduIgHCsE?si=aJHacPG6Qh2Su1BhiAfleg&amp;utm_source=oembed\"><\/iframe><\/p>\n<blockquote><p><em>Froh zu sein bedarf es wenig,<\/em><br \/>\n<em>und wer froh ist, ist ein K\u00f6nig.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Wer kennt es nicht, dieses Kinderlied, den Kanon, der schwungvoll und froh erschallt, wenn Kinderstimmen ihn singen?<\/p>\n<p>Sehr viel wartet auf uns, wenn wir auf die Welt kommen. Aber unser Blick richtet sich am Anfang nicht auf Einzelnes, nicht auf etwas Bestimmtes, sondern geht ins Weite, ins Offene. Liegt darin ein Abschiednehmen? Empfangen wir von dort Wegzehrung f\u00fcr einen Weg, der nicht leicht ist? F\u00fcr kurze Zeit sind wir am Anfang noch eins mit dem Ganzen. Und so strahlt K\u00f6nigliches durch uns hindurch.<\/p>\n<p>Woher kommt das Leuchten in den Augen kleiner Kinder? Wir schauen hinein und werden f\u00fcr Momente unserer Alltagssorgen enthoben. Es ist nicht gewollt, nicht gemacht, dieses Leuchten, es ist einfach da. Etwas strahlt durch den kleinen Menschen hindurch, eine Kraft, die ihn durch das Leben tragen wird, eine Kraft \u201eaus heiterem Himmel\u201c. Sie r\u00fcckt in den Hintergrund, die gro\u00dfe Weite und Tiefe, wenn der Mensch selbst gro\u00df wird, wenn er sich auf dem Feld des Vordergrundes zu einer Gr\u00f6\u00dfe macht. Doch sie wird bei ihm bleiben.<\/p>\n<p>Die Kinder selbst sind keineswegs immer froh. Ja, sie tollen auf wundervolle Weise herum, gehen voller Phantasie mit allem um, sind lebendige, staunenswerte Abbilder des gro\u00dfen Weltenspiels. Es macht Freude, ihnen zuzuschauen. Kinder vollbringen eine gewaltige, kaum nachvollziehbare Leistung: Sie bringen spielerisch Welt aus sich hervor, machen sich selbst zu ihr und nehmen alles, was ihnen daraus begegnet, wieder in sich auf. So lange der heitere Himmel in ihnen noch offen ist, ist es ein Kreislauf. Der Himmel kommt durch sie in die Welt hinein und sie tragen alles, was sie aus der Welt aufnehmen, zu ihm zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Aus ihren Augen leuchtet k\u00f6nigliche Kraft, die Kraft des Ganzen, die Lebenslust des Ganzen, der Frohsinn des immer neuen Aufbruchs.<\/p>\n<p>Froh zu sein bedarf es wenig.<\/p>\n<p>Es ist ja schon alles da. Doch der Blick ins Ganze schlie\u00dft sich. Das Runde der Augen wird schmal, ihr Staunen verengt sich zu Konzentration. Die einzelnen Dinge treten hervor. Konkretes r\u00fcckt in den Fokus, verstellt das Offene, die Welt wird zur Kulisse, zum Vordergrund. Es gilt nun, etwas zu lernen. Denn wie soll man da existieren, getrennt vom Ursprung? Es ist lebensgef\u00e4hrlich. Man muss sich r\u00fcsten, muss trainieren, um Dinge zu beherrschen. Der Lebenskampf wartet, der Kampf ums schwindende Leben. Wie soll man in dem bestehen? Man kann in ihm nicht gewinnen. Die Welt sagt: erwirb Wissen, Geschicklichkeit, setz dir Ziele, \u00fcbe Tricks, Strategien. Wir gehen daran, die Schwingung des Anbeginns, die Unendlichkeit des Urgrundes zu parzellieren. Wir erk\u00e4mpfen uns einen Grund und Boden, sprechen von \u201eEigentum\u201c. Das Bewusstsein des Ganzen, der Wille des Ganzen l\u00e4sst sich zum Ich-Bewusstsein machen, zum Ich-Willen. Die hohen Frequenzen der Freude, der Heiterkeit und Lebenslust lassen sich anwenden f\u00fcr W\u00fcnsche und Vorstellungen. Das hoch Schwingende l\u00e4sst sich verdichten. Und so verdichten wir uns selbst, so nimmt die Durchl\u00e4ssigkeit des Anbeginns ab. \u201eSei kein Tr\u00e4umer, sei kein Wolkenkuckucksheimer, steh mit den Beinen auf dem Boden.\u201c<\/p>\n<p>Der kosmische Frohsinn des immer neuen Aufbruchs, das Licht der inneren Sonne tritt nur noch gefiltert in uns ein. \u00c4ngste und W\u00fcnsche, Lob und Tadel, Stolz und Niedergeschlagenheit haben sich davorgeschoben.<\/p>\n<p>Namenlos sind wir auf die Welt gekommen. Und schnell haben wir einen Namen erhalten. Nun h\u00f6ren wir auf ihn, denn er bezeichnet unsere Existenz, verb\u00fcrgt sie, macht sie amtlich. \u201eJa, das bin ich\u201c, sagen wir, wenn unser Name erklingt. Aber bin ich das wirklich?<\/p>\n<p>Wir spielen mit im Lebensspiel. Jeder tut es. Manchmal sind wir gut, manchmal nicht so gut. Wer hat die Hauptrolle? Darauf achten wir. Wer ist \u201eK\u00f6nig\u201c? An das Kinderlied denken wir nicht mehr.<\/p>\n<p>Wer froh ist \u2026, ist ein K\u00f6nig.<\/p>\n<p>Das K\u00f6nigtum ist immer noch da, nun aber verborgen. Immer noch schickt der K\u00f6nig Botschaften. Wir empfangen sie \u2013 und machen sie passend f\u00fcr uns. Die Menschheitsgeschichte ist voll vom Spiel der K\u00f6nige. Krieg und Vernichtung gehen damit einher. Millionen haben ihrem \u201eK\u00f6nig\u201c gedient und tun es heute noch. Sie k\u00e4mpfen f\u00fcr ihn, sterben f\u00fcr ihn. Das Bild des K\u00f6nigs, das Bild des Herrschens pr\u00e4gt sich tief ein. Und was sich einpr\u00e4gt, will sich verwirklichen. So will jeder irgendwann K\u00f6nig sein, will herrschen, \u00fcber irgendetwas.<\/p>\n<p>Und dann kommt der Tod, und es kann ein Wunder geschehen. Die brechenden Augen haben die W\u00fcnsche losgelassen und richten sich wieder ins Offene, in die Weite des Anbeginns. Und in ihnen leuchtet, trotz der kl\u00e4glichsten Situation, Frohsinn, aus \u201eheiterem Himmel\u201c. Die Seele l\u00e4sst die Enge des K\u00f6rpers zur\u00fcck, macht den Schritt ins Unbegrenzte, wird in Empfang genommen von dem, aus dem sie kam.<\/p>\n<p>Aber: Wir haben Wolken erzeugt in unserem Leben. Sie begleiten uns und verdunkeln das Seelische. Wir sind zum Ergebnis von dem geworden, was wir getan, gewollt, gedacht, gef\u00fchlt haben. Das \u00e4u\u00dfere Kost\u00fcm ist abgelegt, doch ein inneres tragen wir weiter. Die Sonne des Ganzen durchstrahlt uns \u2013 nun sind wir sehr durchl\u00e4ssig. Und in ihrem Licht bildet sich unser Leben ab. Staunend, vielleicht auch erschaudernd, erheben sich Fragen: Das habe ich getan? Das ist durch mich entstanden? Das ist von mir in andere Menschen und in die Welt hineingeflossen? So viel von mir ist noch in der Welt?<\/p>\n<p>Und so kehrt die Seele irgendwann zur\u00fcck auf die Weltenb\u00fchne. Das Spiel ist noch nicht zu Ende. Alles, was von ihr stammt und was die Erde f\u00fcr sie aufbewahrt hat, tritt ihr entgegen. Aber zun\u00e4chst einmal ist sie wieder Kind, und vielleicht singt sie mit in einem Kanon, in anderer Sprache, in anderem Land, der dem fr\u00fcher gesungenen entspricht:<\/p>\n<p>Froh zu sein bedarf es wenig,<br \/>\nund wer froh ist, ist ein K\u00f6nig.<\/p>\n<p>Nun regt sich eine Ahnung, das Lied erzeugt nicht nur Frohsinn, sondern spricht Unbewusstes an, verborgene, unentfaltete Einsicht. Es wird zum Impuls, zum Wachstumsimpuls. Tiefe und Weite klopfen an. Die Welt sch\u00fcttet das schnell wieder zu. Das Kind wird herangezogen, brauchbar gemacht. Denn der Ernst des Lebens wartet.<\/p>\n<p>Doch manchmal spricht eine Stimme dazwischen, st\u00f6rend, mitten in wichtigen Dingen zwingt sie uns zum Innehalten. Wir halten ein, schauen ins Offene, lauschen. Was beunruhigt mich da? Wir wenden uns wieder unserer Besch\u00e4ftigung zu. Aber: Was mache ich da eigentlich? Was geschieht eigentlich? Und es kommt ein Unbehagen: Wir nennen die Dinge nicht bei ihrem richtigen Namen. All das, was geschieht, bedeutet etwas. Aber was? Was ist der wahre Name der Dinge? Was ist mein wahrer Name?<\/p>\n<p>Ich gr\u00fcble, tr\u00e4ume \u2013 und befestige mich nicht mehr so stark. Ganz pl\u00f6tzlich leuchten Impressionen auf: aus einer Zukunft, meiner Zukunft?, aus einer Vergangenheit, meiner Vergangenheit?<\/p>\n<p>Wer froh ist, ist ein K\u00f6nig.<\/p>\n<p>Eigenartige Einsichten stellen sich ein und machen froh. Ich spiele das Spiel weiter mit, lerne meine Rollen. Aber im Innern werde ich ein Anderer, eine Art Fremdk\u00f6rper. Ich bin nicht nur die Figur im Schauspiel. Sie besetzt mich zwar, enterbt mich auch irgendwie eines K\u00f6nigtums, eines Lichtreichs, von dem ich nur vage Impressionen erhalte, und das auch nur selten. Doch M\u00e4rchen, Legenden, Philosophien und spirituelle Aussagen sprechen auf besondere Weise zu mir. Jeder von uns ist ein K\u00f6nig ohne Land. Wir sind wie auf hoher See, hin- und hergeworfen. Und dann, wenn es gut ist, zeigt sich Land. Ein eigenartiger Gedanke taucht auf: Die Regisseure des Spiels, die mich dirigieren, die wie fremde Herrscher mein inneres Territorium besetzen \u2013 kommen sie zu mir, weil sie in der Tiefe etwas ganz anderes erwarten als mein Vasallentum? Suchen sie Erl\u00f6sung und bed\u00fcrfen sie des anderen Menschen dazu?<\/p>\n<p>Wie sehr doch die innere Sonne hineinspielt in die Dinge der Welt, auch in ihre Dunkelheiten! Sie leuchtet in der Zartheit einer Bl\u00fcte, im L\u00e4cheln eines Menschen, im Zwitschern eines Vogels. Aber sie kann auch durch verkniffene Augen leuchten. Pl\u00f6tzlich gehen einem Menschen die Augen auf.<\/p>\n<p>Inneres Licht kann Leiden, Kummer, Schmerz, Irrtum durchstrahlen. Spielerisch behandelt es sie als Rohstoffe, verfertigt etwas daraus: Weisheit, Einsicht, G\u00fcte. Ohne uns geht es nicht. Wir werden zubereitet, sollen mitarbeiten an unserer Verwandlung, mitarbeiten am Ganzen, sollen Schwere in Leichtigkeit verwandeln. Es gelingt in der Schwingung des Frohsinns.<\/p>\n<p>Mitten in schwere Verwicklungen bricht pl\u00f6tzlich Heiterkeit ein wie ein Dieb. Ist das nicht peinlich? Heiterkeit in dieser Situation? Heiterkeit im scheinbar Aussichtslosen? Heiterkeit in der heutigen Menschheitssituation? Das ist verantwortungslos, geistig gest\u00f6rt, erregt Kopfsch\u00fctteln.<\/p>\n<p>Durch die offene T\u00fcr des Herzens dringt Licht in uns ein und f\u00fchrt zu Frohsinn. Er enth\u00e4lt Arbeitsauftr\u00e4ge. Wie soll ich sie ausf\u00fchren?<\/p>\n<p>Froh zu sein bedarf es wenig.<\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":109100,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-109074","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/109074","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/109100"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=109074"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=109074"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=109074"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=109074"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}