{"id":105722,"date":"2024-08-07T06:00:52","date_gmt":"2024-08-07T06:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=105722"},"modified":"2025-04-07T15:26:40","modified_gmt":"2025-04-07T15:26:40","slug":"wie-oben-so-unten","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/wie-oben-so-unten\/","title":{"rendered":"Wie Oben \u2013 so Unten!"},"content":{"rendered":"<p><em>Fraktale sind selbst\u00e4hnliche Muster, die sich in einer schier unersch\u00f6pflichen Gestaltungsdynamik wiederholen. Wir finden dieses fundamentale Ordnungsprinzip nicht nur auf der physischen Ebene, sondern auch in unserer seelischen und geistigen Natur.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe title=\"Spotify Embed: Wie Oben Bewegung so Unten \u2013 Fraktale Geometrie des Lebens\" style=\"border-radius: 12px\" width=\"100%\" height=\"152\" frameborder=\"0\" allowfullscreen allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/2zWzwwzRkVPxoqjAmLiiBm?si=G0hX9c_HSliWH0GGjFawSQ&amp;utm_source=oembed\"><\/iframe><\/p>\n<h3>Fraktale Geometrie des Lebens<\/h3>\n<blockquote><p>Mathematik ist das Alphabet, mit dessen Hilfe Gott das Universum beschrieben hat.<br \/>\nGalileo Galilei<\/p><\/blockquote>\n<p>Fraktale sind selbst\u00e4hnliche Muster, die sich in einer schier unersch\u00f6pflichen Gestaltungsdynamik sowohl im Raum als auch in der Chronologie der Zeit wiederholen. Es sind diese uns unbewussten Muster, die das Drehbuch unseres Lebens schreiben. Fraktale Geometrie ist die Art und Weise, wie Struktur in den Raum und analog Ereignisse in die Zeit gebracht werden. Sie ist ein Prinzip, das es schon vor der Sch\u00f6pfung gab und das der Natur innewohnt.<\/p>\n<p>Die fraktalen Muster sind das Werkzeug, mit dem die Evolution ihre unendliche Vielfalt, ihre zauberhafte Sch\u00f6nheit hervorbringt. Sie nutzt das einfache Prinzip der immer neu schreibenden Wiederholung, durch deren immer kleiner werdende Auspr\u00e4gungen gro\u00dfartige Kunstwerke in der Natur entstehen. Im Prinzip der selbst\u00e4hnlichen, sich wiederholenden Formoffenbarungen entschleiert sich uns die Komplexit\u00e4t des Lebens. Schauen wir uns die Wunderwerke eines Baumes an: jeder Ast und jedes \u00c4stchen ist das Produkt einer selbst\u00e4hnlichen Wiederholung des Bauplanes des Baumriesen in verkleinerter Form.<\/p>\n<p>So gestaltet sich die Natur ihre Berge, m\u00e4andernde Fl\u00fcsse, schl\u00e4ngelnde K\u00fcstenlinien, Wolkenbilder, und so sind auch wir in unserer Leiblichkeit gestaltet. Denken wir an die Gef\u00e4\u00dfb\u00e4umchen in unserem Gewebe, an die Ausformung unserer Lungenbl\u00e4schen, die Auffaltungen unserer Darmschleimhaut und unsere Zellstruktur: hier wiederholen sich Muster auf kleinstem Raum. Es ist die hohe Intelligenz der Evolutionsdynamik, die auf diese Weise gr\u00f6\u00dfte Austauschfl\u00e4chen in der Matrix des Lebens schafft, ohne die Dimension zu verlassen, in der diese fortlaufenden Werdeprozesse sich immer neu gestalten. Dies bedeutet eine wirkungsvolle Vervielf\u00e4ltigung ohne Raumverschwendung.<\/p>\n<p>Fraktale gestalten so die R\u00e4ume, die Dimensionen des Seins. Sie sind eine wunderbare Strategie der Naturordnung, die Oberfl\u00e4chen so zu gestalten, dass der Austausch mit dem Umfeld optimal stattfinden kann.<\/p>\n<p>Wir finden dieses fundamentale Ordnungsprinzip nicht nur auf der physischen Ebene, sondern auch in unserer seelischen und geistigen Natur. In jedem Menschen ereignet sich das universelle Leben. Das Gro\u00dfe wiederholt sich im Kleinen, das Kleine zeigt sich dem Gro\u00dfen selbst\u00e4hnlich. Kurz: Wir leben in einem holografischen Universum.<\/p>\n<p>Der Entdecker und Namensgeber der Fraktale, Benoit Mandelbrot, erkannte, dass komplexes Leben und sein Beziehungsgeflecht nicht linear, also nicht in klaren, vorhersagbaren Linien verlaufen. In seinen trefflichen Worten wird dies zum Ausdruck gebracht: \u201eDas Auge wurde aus der Naturwissenschaft \u201aexkommuniziert\u2019, denn das, was wir t\u00e4glich sehen, kommt in ihr nicht vor.\u201c<\/p>\n<p>Linearit\u00e4t gibt es nur in der vom Menschen geschaffenen \u201eMaschinenwelt\u201c.<\/p>\n<p>Wir erleben hingegen die komplexe Lebenswirklichkeit in unserer Biografie, in der uns viele Br\u00fcche und Ungeraden begegnen und sich bestimmte Lebensmuster in Zeitspr\u00fcngen selbst\u00e4hnlich wiederholen. Wir haben individuelle Lebensprogramme, in denen sich fraktale \u00c4hnlichkeitsereignisse abzeichnen, die sich oftmals \u00fcber Generationen fortpflanzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Warum erleidet jemand immer wieder kleine Unf\u00e4lle beim Sport, \u00e4hnlich wie sein Papa, und ein anderer geht ohne Blessuren, trotz mangelnder Achtsamkeit, durch das Leben? Warum gl\u00fccken dem einen seine Partnerbeziehungen und der andere erlebt, trotz Partnerwechsel, immer wieder gleiches Konfliktspotential, und warum pflanzt sich eine Suizidneigung oftmals \u00fcber drei Generationen fort?<\/p>\n<p>Wenn wir hinter den pers\u00f6nlichen Biografien, die unser Leben schreibt, die webenden Muster, die Gestaltungsprinzipien erkennen, die allem Lebendigen in der Raum-Zeit zugrunde liegen, bedeutet das zugleich, dass wir uns gewiss sein k\u00f6nnen, mit allem in unserem Universum verbunden zu sein.<\/p>\n<p>Im Urprinzip, jenseits von Zeit und Raum, sind wir alle aus \u201eeinem Wort\u201c, einem gleichlautenden Sch\u00f6pfungsimpuls hervorgegangen. Durch die Welt, in der alle potentiellen M\u00f6glichkeiten mit Hilfe der fraktalen Geometrie ihre Gestaltung finden \u2013 selbst\u00e4hnlich, aber nicht gleich \u2013, erfahren wir in endlosen Wiederholungen die variationsreichen Ausgestaltungen dieser sch\u00f6pferischen Wirksamkeit. Von ihr geht eine verlockende Faszination aus, doch gerade sie h\u00e4lt uns auch in den Dimensionen gefangen, in denen wir uns derzeit befinden.<\/p>\n<p>Wenn es uns gelingt, all die fraktalen Muster zu durchschauen, mit denen uns das Leben zu scheinbar immer neuen Erfahrungen und Freuden verlockt, dann gewinnen wir tiefe Einsicht in das Weben der Naturkr\u00e4fte und beginnen, uns selbst als ein Wesen zu erkennen, das \u00fcber das rein Naturhafte hinausragt. Wir erahnen unsere Aufgabe als Mensch in der Welt und f\u00fcr die Welt. Wir durchschauen das Spiel der Verf\u00fchrungen, die uns glauben lassen, dass immer neue Erfahrungen wirklich fundamental Neues bringen und begreifen die endlose Wiederholung der Gleichung, die das Leben schreibt. Am Ende sehen wir klar die Wirklichkeit vor uns, die uns erkennen l\u00e4sst, dass die \u00dcbernahme anderer Lebensmuster auf derselben Ebene (Translatation) niemals zu der Transformation f\u00fchren kann, zu der wir gerufen sind.<\/p>\n<p>Um die dimensionalen Begrenzungen zu \u00fcberwinden, bedarf es eines fundamentalen Bewusstseinssprungs.<\/p>\n<p>Dabei ist es hilfreich zu wissen, dass sich tiefliegende Konfliktmuster immer neue Aktualisierungen in den verschiedenen Lebensphasen suchen und die n\u00f6tigen Umst\u00e4nde in fraktalen Bedingungen auf unterschiedlichen Ebenen, seelisch oder k\u00f6rperlich, gestalten.<\/p>\n<p>Wenn die Erkenntnisbereitschaft z\u00f6gerlich ist, dann sucht das Lebensprinzip durch Druck einen Phasen\u00fcbergang zu erm\u00f6glichen, der erh\u00f6hte Anforderungen n\u00f6tig macht, durch die neue Qualit\u00e4ten entwickelt werden. Diese sinnreiche Hilfe wird uns zuteil durch die frustrierende Erfahrung endloser Wiederholungen, ohne die Chance einer wirklichen Konfliktl\u00f6sung.<\/p>\n<p>Aus der Quantenphilosophie wird uns heute die Gewissheit zuteil, dass Konflikte niemals auf der Bewusstseinsebene ihrer Entstehung gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Es muss eine Transformation des Bewusstseins und eine damit verbundene neue Lebenshaltung errungen werden.<\/p>\n<p>Unsere heutige Lebens- und Weltsituation ist wahrhaft bedr\u00fcckend und gerade deshalb umso mehr eine Entwicklungshilfe f\u00fcr eine wahrhafte Emergenz, eine Entfaltung noch ungenutzten Potenzials. Nur dadurch kann in uns eine h\u00f6here Oktave des Bewusstseins erwachen. Es ist der in unserer Zeitepoche f\u00e4llige Evolutionssprung in das transpersonale, integrale Bewusstseinsfeld, in der das Spiel der Endlosschleifen ein Ende hat.<\/p>\n<p>Die in unserer Welt wirksamen Ebenen der Geometrie sind in ihrer Dimensionalit\u00e4t begrenzt und deterministisch. Die Geometrie des Euklid, eines Platosch\u00fclers, verbleibt in der Zweidimensionalit\u00e4t. Ihre Betrachtung und Berechnung bezieht sich auf Linien und Fl\u00e4chen. Die \u201eheilige Geometrie\u201c \u00f6ffnet sich der Dreidimensionalit\u00e4t und beschreibt die symbolische Bedeutung der Muster, zum Beispiel der platonischen K\u00f6rper, die uns bruchst\u00fcckhaft vor allem in der mineralischen Welt begegnen.<\/p>\n<p>So ist die fraktale Geometrie die kreative Architektin unserer belebten Natur, die ihre Entsprechung auch in der vierten Dimension, unserer Zeit, hat, wo wir ihre Muster, sich in selbst\u00e4hnlicher Weise wiederholend, durchleben.<\/p>\n<p>Um in die Vollkommenheit der Urpr\u00e4gung aller geometrischen Formen, in die reine Ideenwelt Platos aufzusteigen, muss aber die horizontale Translatationsbewegung in eine vertikale Bewegung gewandelt werden, eine \u00d6ffnung zur Transzendenz.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen die Determiniertheit aller dimensional begrenzten Ebenen der Geometrie, die auch unser Leben gestalten, \u00fcberwinden, um in die Freiheit und Unbegrenztheit eines allgegenw\u00e4rtigen und ewigen Seins aufzugehen, dem Endziel unseres Menschseins.<\/p>\n<p>In diesem Bestreben wandelt sich der selbsts\u00fcchtige Lebenshunger unserer niederen Natur in die Hingabe an die allumfassende Liebeskraft, an die Urmutter allen sch\u00f6pferischen Lebens.<\/p>\n<p>Das bedeutet zugleich, dass wir aus dem sich immer wiederholenden Abbild unseres Seins heimkehren in die ewige Heimat des g\u00f6ttlichen \u201eEbenbildes\u201c, in der die Vielfalt alles Gewordenen in der Einheit aufgeht.<\/p>\n<p>Dann l\u00f6st sich die Symbolik der geometrischen Abbilder auf und ihre geistigen Urbilder werden wirksam.<\/p>\n<p>Vom Kreis der Ewigkeit umfangen, werden wir durch das feurige Dreieck des g\u00f6ttlichen Wirkens aus dem Kreislauf der Wiederholungen entbunden und errichten auf den sicheren Fundamenten des Vierecks, des unsterblichen \u201eEcksteins\u201c in uns, das transfiguristische Tempelbauwerk des kommenden neuen Menschen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Schubert Christian: <em>Geometrie der Seele<\/em>, Edition Gr\u00e4fe und Unzer, 2023<br \/>\nMandelbrot, Benoit: <em>Die fraktale Geometrie der Natur,<\/em> Birkh\u00e4user Verlag, 1991<br \/>\nLipton, Bruce: <em>Spontane Evolution<\/em>, Koha Verlag, 2008<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":105818,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[111042],"tags_english_":[],"class_list":["post-105722","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-science-de-2"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/105722","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/105818"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=105722"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=105722"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=105722"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=105722"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}