{"id":105699,"date":"2023-11-08T07:00:35","date_gmt":"2023-11-08T07:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/self-knowledge\/"},"modified":"2023-11-07T20:20:57","modified_gmt":"2023-11-07T20:20:57","slug":"self-knowledge","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/self-knowledge\/","title":{"rendered":"Selbsterkenntnis"},"content":{"rendered":"<p>Wer bin ich?<\/p>\n<p>Auf diese Frage k\u00f6nnte man antworten:<\/p>\n<p>Ich bin Herr X, oder Frau Y. Ich habe dieses Alter und jene Ausbildung. Ich habe diese Eigenschaften, jene Schw\u00e4chen, diese Makel und jene Charaktereigenschaften. Ich bin Brasilianer, afrikanischer Abstammung, Argentinier, wer, wie, was ich auch gerade bin.<\/p>\n<p>Aber die Frage bleibt immer offen: Was ist die wahre Identit\u00e4t meines Wesens. Wer bin ich?<\/p>\n<p>Schon in jungen Jahren begannen Gef\u00fchle, Gedanken und W\u00fcnsche in mir aufzutauchen, die diese Frage ber\u00fchren. Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wann ich anfing, \u00dcberzeugungen zu haben, zu verstehen, dass ich an bestimmte Ideen glaube und andere verwerfe, bzw. warum ich das Bed\u00fcrfnis hatte, mich durch die Kleidung und die Sprache, die ich benutzte, in einer Gruppe sicher zu f\u00fchlen, vor allem bei Freunden und Menschen aus meinem sozialen Umfeld.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meiner gesamten Jugend war mir nie klar, warum ich beschloss, ein bestimmtes Aussehen anzunehmen, oder wann ich begann, dieses oder jenes Vergn\u00fcgen zu suchen, oder was mdie Ursache eines Schmerzes oder einer Wut war, die ich f\u00fchlte.<\/p>\n<p>Ich konnte nicht genau sagen, wann ich anfing, daan dem zu zweifeln, womit ich mich wirklich bisher identifizierte.<\/p>\n<p>Ich suchte in mir selbst nach den Gr\u00fcnden, warum ich bestimmte Dinge sagte, warum ich an bestimmten Situationen interessiert oder an anderen desinteressiert war. Das Die Antworten waren zun\u00e4chst sehr verwirrend f\u00fcr mich.<\/p>\n<p>Dann kam eine reifere Phase der Jugend, eine Phase, in der ich begann, mit verschiedenen Denkstr\u00f6mungen in Kontakt zu kommen, meinen sprachlichen Ausdruck zu verfeinern und mich mit bestimmten Lehrern, Schriftstellern, Philosophen, K\u00fcnstlern und Personen aus der Politik zu identifizieren. Ich erinnere mich gut daran, dass ich begann, nach \u00fcberzeugenden Antworten zu suchen, auch um mich in meinen sozialen Kreisen zu etablieren und zu \u00fcberpr\u00fcfen, wer ich wirklich war. Aber es waren noch sehr nebul\u00f6se Gedanken. Ich wollte mich wirklich auf einer tieferen Ebene kennenlernen.<\/p>\n<h4>Was ist Selbsterkenntnis?<\/h4>\n<p>Dann stie\u00df ich bei meinen \u00dcberlegungen auf den Begriff &#8222;Selbsterkenntnis&#8220;, als w\u00e4re er ein magisches Zeichen. Ich versp\u00fcrte das Bed\u00fcrfnis, seine Wirkung in mir zu verstehen, fast wie ein nicht wegzudenkendes Bed\u00fcrfnis. Ich suchte in der Philosophie, in der Psychologie, in der Literatur.<\/p>\n<p>Damals h\u00f6rte ich in einem Gespr\u00e4ch mit einigen jungen Leuten von jemandem, der mir sehr am Herzen lag, das folgende Zitat:<\/p>\n<p>&#8222;Selbsterkenntnis ist grundlegend f\u00fcr die innere Suche, aber sie ist nicht etwas, das aus dem Studium von B\u00fcchern, aus gut organisierten intellektuellen Ausrichtungen kommt, in denen wir etwas \u00fcber unser Selbst lernen. All dies ist von relativer Bedeutung. Die Selbsterkenntnis ist eine intime und pers\u00f6nliche Gewissheit, die aus der Pr\u00e4senz der Kraft des Geistes in unserem inneren und gesamten System, in unserem Blut und in unserer Seele entsteht. Es ist die lebendige Pr\u00e4senz einer zirkulierenden Kraft des Geistes in der Seele selbst, als ein geerdeter und anerkannter Besitz&#8220;.<\/p>\n<p>Nun begann ich zu verstehen. Selbsterkenntnis ist kein automatisches Attribut des menschlichen Bewusstseins, sondern eine lebendige Kraft, die ein wachsendes Bewusstsein von sich selbst antreibt und erm\u00f6glicht. Es geht um den pers\u00f6nlichen Stern, um das, was man wirklich ist, ohne Etiketten, ohne falsche Bilder von sich selbst, ohne Unter- oder \u00dcberbewertung der eigenen Person.<\/p>\n<p>Wenn wir ein tieferes Verst\u00e4ndnis von uns selbst anstreben, m\u00fcssen wir damit beginnen, unseren wahren Zustand, unseren Charakter und die innersten Sehns\u00fcchte genauer zu betrachten. Wir m\u00fcssen die Absichten hinter unseren Handlungen, unseren wahren Charakter, beobachten und aus dieser Beobachtung eine ehrliche Einsch\u00e4tzung dessen gewinnen, wer wir wirklich sind.<\/p>\n<p>Wenn wir unsere Gedanken und die Wahrheiten, die sich hinter allem verbergen, beobachten, m\u00fcssen wir nicht nur \u00fcber uns selbst nachdenken, sondern auch \u00fcber unsere Mitmenschen und die Menschen in unserem engsten und intimsten Umfeld. Dann k\u00f6nnen wir erkennen, dass es ein ganzes Spektrum von Bildern \u00fcber uns selbst, \u00fcber andere, \u00fcber die Gesellschaft, \u00fcber die Welt und \u00fcber die Menschheit gibt. Diese Bilder werden auf den fruchtbaren Feldern unserer Vorstellungskraft durch Konzepte und Ideen konstruiert, deren Ursprung wir nicht immer kennen.<\/p>\n<p>Sie werden geboren, ohne dass wir uns \u00fcber ihren Ursprung oder ihre Natur im Klaren sind. Wir nehmen einfach hin, was aus unserer \u00e4u\u00dferen Umgebung auf uns zukommt, und bauen, ohne zu hinterfragen, neue Ideen aus diesen Erfahrungen auf.<\/p>\n<p>Und dieses Meer von Ideen formt sich allm\u00e4hlich wieder zu Bildern und Selbstbildern, von denen wir annehmen, dass sie entweder uns selbst oder andere darstellen.<\/p>\n<p>Das Ich-Bewusstsein ist ohne jede Tiefe. Es konstruiert aus diesen Ideen Scheinwahrheiten, glaubt an sie und vertraut ihnen unbewu\u00dft. Wir werden zu unschuldigen Gl\u00e4ubigen einer inneren Scheinwelt, die wir wachsen lassen und die uns schlie\u00dflich beherrscht. Sie bilden einen Rahmen wird, der im Laufe unseres Lebens von uns selbst verst\u00e4rkt wird. Wir ver\u00e4ndern ihn nach und nach, durch neue Bilder, die uns realer und wahrer erscheinen.<\/p>\n<p>All dies entwicklet sich so, weil sich unser Wesen vor allem nach Sicherheit sehnt. Und durch diesen Wunsch passen wir jedes neue Bild von uns an und das so wahrheitsgetreu wie m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Aber ist das dann alles wirklich wahr?<\/p>\n<p>Beruht diese Welt, die wir uns aufbauen, angepasst an unseren Typ, unser Familienerbe, unsere Vorstellungen von Menschen und Orten, wirklich auf absoluten Wahrheiten?<\/p>\n<p>Gibt es f\u00fcr uns keinen Anlass, an all dem zu zweifeln?<\/p>\n<p>Sind wir wirklich die Pers\u00f6nlichkeit, f\u00fcr die wir uns halten?<\/p>\n<p>In der kurzlebigen Sicherheit unseres Lebens bedienen wir uns allerlei kleiner und zerbrechlicher Wahrheiten, um die st\u00e4rksten Stimmen in uns zum Schweigen zu bringen: die Unsicherheiten, die unser verg\u00e4ngliches Leben mit sich bringt, und die Angst vor dem Tod.<\/p>\n<p>So klammert sich unsere Psyche, unser &#8222;Ich bin&#8220; an eine zerbrechliche Erz\u00e4hlung, jemand zu sein, ein &#8222;Ich&#8220; zu sein.<\/p>\n<p>Doch die Frage ist immer noch da: Was wei\u00df ich wirklich \u00fcber mich?<\/p>\n<p>Diese Frage kann nur beantwortet werden, wenn wir die Welt der selbst geschaffenen Bilder, Ideen und Konzepte nicht mehr als innere Wahrheiten betrachten; wenn es uns gelingt, all dies zu \u00fcberwinden und einen Raum der Stille in uns selbst zu \u00f6ffnen, um an die Basis unserer Gef\u00fchle, an die Wurzeln unseres Charakters, unseres Herzens zu gelangen, wo wir das Zentrum dessen finden, was wir wirklich sind.<\/p>\n<p>Und wenn es uns gelingt, diesen Raum der Stille zu \u00f6ffnen, in dem die Verwirrung der Ideen, Konzepte, Bilder und W\u00fcnsche sich aufl\u00f6sen, werden wir in der Lage sein, eine Gelassenheit zu entwickeln, die aus der zentralen Quelle allen Lebens entsteht. Und wir werden sicherlich \u00fcberrascht sein, wenn wir feststellen, dass das, was wir sind, keine Haltung, keine Form des Selbstschutzes f\u00fcr die Natur unseres Wesens verk\u00f6rpert.<\/p>\n<p>Dann werden wir frei sein, denn das urspr\u00fcngliche, reine und wahre Selbst ist an keinen Gedanken, an keine Beziehung, an keine Idee gebunden.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen dann sagen, dass die wahre Selbsterkenntnis weder ein Inhalt, noch eine Idee, noch ein abstraktes Konzept ist.<\/p>\n<p>Wahre Selbsterkenntnis hat keinen Namen und keine Identifikation mit verg\u00e4nglichen und \u00e4u\u00dferen Dingen. Sie ist Stille, Gelassenheit und Ungebundenheit.<\/p>\n","protected":false},"author":609,"featured_media":105557,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-105699","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/105699","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/609"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/105557"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=105699"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=105699"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=105699"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=105699"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}