{"id":105627,"date":"2024-06-28T06:00:16","date_gmt":"2024-06-28T06:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=105627"},"modified":"2025-05-27T12:19:53","modified_gmt":"2025-05-27T12:19:53","slug":"axiome-rhythmen-und-die-geliebte-anarchie","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/axiome-rhythmen-und-die-geliebte-anarchie\/","title":{"rendered":"Axiome, Rhythmen und die geliebte Anarchie"},"content":{"rendered":"<p><em>Tao, die Gottheit und das Licht des Lebens, der kosmische Christus, kennt nur ein Gesetz: allen Gesch\u00f6pfen, allen Lebenswellen die M\u00f6glichkeit zu geben, die ihnen zugemessene, die in ihnen angelegte Entwicklung zu durchlaufen.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe title=\"Spotify Embed: Axiome, Rhythmen und die geliebte Anarchie\" style=\"border-radius: 12px\" width=\"100%\" height=\"152\" frameborder=\"0\" allowfullscreen allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/episode\/3PRkCPlm06SwBY38v6guA1?si=rzhoiuFIS6SkHYlC-bWExw&amp;utm_source=oembed\"><\/iframe><\/p>\n<p>Bis sie sich selbst in den Feldern des Unendlichen finden, bewusst und zweifelsfrei.<\/p>\n<blockquote><p><em>Unsere Bestimmung ist, die<\/em><br \/>\n<em>Gegens\u00e4tze richtig zu erkennen,<\/em><br \/>\n<em>erstens n\u00e4mlich als Gegens\u00e4tze,<\/em><br \/>\n<em>dann aber als Pole einer Einheit.<br \/>\n<\/em>Hermann Hesse<\/p><\/blockquote>\n<h4>1\u00a0 Gesetze?<\/h4>\n<p>Das Leben funktioniert, mehr oder weniger automatisch, ohne dass wir wissen, was Gesetze sind; das Herz schl\u00e4gt, die Lungen sch\u00f6pfen Luft und geben sie wieder her in einem klugen Rhythmus, unsere K\u00f6rper funktionieren mehr oder weniger, und wenn sie es mal nicht tun oder eingeschr\u00e4nkt, richten sie sich wieder selber her oder wir werden sie dabei unterst\u00fctzen. \u2013 Je unbewusster wir sind, desto weniger Gedanken m\u00fcssen oder k\u00f6nnen wir uns machen; die Natur funktioniert, irgendwie; holprig und knarrend, aber es geht, eben irgendwie.<\/p>\n<p>Erst wenn wir die Natur beobachten, die Gestirne, die Jahreszeiten, die Mond-Rhythmen und dann beginnen, Zusammenh\u00e4nge herzustellen mit unserem wahrnehmenden Verstand, dann erkennen wir \u2013 oft als gl\u00fccklich machende intuitive Eingebung \u2013 Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten, die die dazu Berufenen formulieren. Das, was da an physikalischen, chemischen und anderen Naturgesetzen im Laufe der Zeiten aufgestellt wurde, k\u00f6nnen wir gleichsam als Spiegel universeller Gesetze auf der Ebene der Materie erkennen.<\/p>\n<h4>2\u00a0 Das gro\u00dfe Gesetz<\/h4>\n<p>Tao, die Gottheit und das Licht des Lebens, der kosmische Christus, kennt nur ein Gesetz: allen Gesch\u00f6pfen, allen Lebenswellen die M\u00f6glichkeit zu geben, die ihnen zugemessene, die in ihnen angelegte Entwicklung zu durchlaufen, bis sie sich selbst in den Feldern des Unendlichen finden, bewusst und zweifelsfrei; bis sie aufwachen im gro\u00dfen Eins-Sein; in den Feldern, in den unendlichen R\u00e4umen des Lichts, das seinen Ursprung in sich selbst hat.<\/p>\n<p>Die Kraft, durch die all das m\u00f6glich wird, ist die Liebe. Die erste Absicht, die in der Liebe liegt, hei\u00dft Leben, best\u00e4ndiges Werden, Entwicklung. Und das k\u00f6nnte man als das erste Gesetz, <em>das<\/em> grundlegende Axiom des Universums sehen. Daraus leiten sich einige allgemeing\u00fcltige Axiome oder Gesetze ab, universelle Spielregeln des Kosmos, damit der Wille des Logos zur Offenbarung sich erf\u00fcllen kann. Dies ist der Auftrag, der als Samen in unsere Herzen gelegt ist \u2013 der Plan, zum Sterben und Werden.<\/p>\n<h4>3\u00a0 Die g\u00f6ttlichen Helfer<\/h4>\n<p>Die sieben Strahlen<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> \u2013 die Lehre von den sieben Strahlen ist so alt wie die Menschheit. Sie begleiten unseren Gang durch die Materie von Erfahrung zu Erfahrung, von Leid zu Leid, von Lachen und Weinen, von Sommern und Wintern. Diese sieben Strahlen in ihrem ewigen Spiel des Wandels sind die Garantie daf\u00fcr, dass sich der Plan des Logos verwirklicht. Sie sind das <em>Gesetz und die Propheten<\/em>, von denen Jesus spricht; dieses Gesetz erfahren wir als Zwang, als Schicksal, als Nemesis \u2013 die griechische G\u00f6ttin mit der Binde vor den Augen \u2013 und lange genug als leidvolle Erfahrung. Es geschieht ohne Ansehen der Person, was geschehen muss. \u00ad\u2013 Es geschieht nur, damit wir als Einzelne, individuell, und auch als Menschheit im Ganzen in die richtige Spur kommen, sprich, <em>der uns innewohnenden Gottheit wieder nachzufolgen beginnen.<\/em><\/p>\n<h4>4\u00a0 Irdische Gesetze als Helfer<\/h4>\n<p><em>Gib Gott, was Gottes ist<\/em>, das bedeutet, eins zu werden mit dem <em>Einen Gesetz<\/em> \u2013 dem des Lichtes. Dazu haben wir neben der gl\u00fccklichen Freude unseres Herzens auch noch den Verstand bekommen, den wir im Sinne der h\u00f6heren Gesetze benutzen d\u00fcrfen, um zumindest gr\u00f6bste Schwierigkeiten auf unserem geistigen Weg zu vermeiden.<\/p>\n<p>Und dann ist da noch der <em>Kaiser<\/em>, <em>dem wir geben m\u00fcssen<\/em> (ja <em>m\u00fcssen! <\/em>und mit Ausrufungszeichen, ganz gleich ob uns das passt oder nicht) <em>was des Kaisers ist<\/em> (Matth. 22,21). Darunter k\u00f6nnten wir auch die von Menschen gemachten Gesetze verstehen, die unser Zusammenleben zu organisieren helfen. Sie gr\u00fcnden mehr oder weniger \u00fcberall (mit gro\u00dfen lokalen und kulturellen Unterschieden) auf einer grundlegenden Werteskala, die wir auch in den zehn Geboten des Alten Testaments niedergeschlagen finden. Diese irdischen und gesellschaftlichen Spielregeln geh\u00f6ren mit zu der manchmal so m\u00fchsamen Erf\u00fcllung jener Auftr\u00e4ge, die uns das Leben immer wieder stellen <em>muss \u2013 <\/em>und wir, wir <em>d\u00fcrfen <\/em>durch sie lernen, etwas von uns selbst und unserem Leben zu verstehen <em>.<\/em><\/p>\n<h4>5\u00a0 Die \u201eobere\u201c Polarit\u00e4t<\/h4>\n<p>Wir leben EIN Leben mit zwei Polen \u2013 das ist die <em>obere<\/em>, oder <em>gro\u00dfe Polarit\u00e4t<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><strong>[2]<\/strong><\/a><\/em>. Auf der einen Seite das \u00c4u\u00dfere, der Zeit Unterworfene, unsere Pers\u00f6nlichkeit, die wie ein grauer Mantel den strahlenden Glanz der Seele \u2013 das Innere und Innerste \u2013 umh\u00fcllt. Durch Einsicht, gediegene Vernunft, Verst\u00e4ndnis der Zusammenh\u00e4nge, Lebenserfahrung als spiritueller Sucher <em>und<\/em> durch inspiriertes Wissen k\u00f6nnen wir erahnen, wie dieses gro\u00dfe Gesetz in uns wirkt, wie mehr oder weniger leicht es wird, mit den \u00fcblichen menschlichen Gesetzen und Regeln zu leben, wenn wir uns des Innersten bewusst bleiben. \u2013 Wir haben dann aufgeh\u00f6rt, zu rechnen und zahlen falls n\u00f6tig <em>gerne<\/em>, wenn wir mal zu schnell gefahren sind oder die Steuererkl\u00e4rung zu sp\u00e4t abgegeben haben; schmunzeln dabei, ja sind dankbar f\u00fcr diese Erinnerungen, doch aufmerksamer, achtsamer zu sein mit den allt\u00e4glichen Dingen. \u2013 Erleben wir uns jedoch als Opfer, f\u00fchlen wir uns ungerecht behandelt, dann kann es trotz allem sein, dass Widerstand mit Zorn und \u00c4rger entflammt (der psychologisch wie immer unschwer zu verstehen ist), doch dann binden wir uns an unsere (vermeintlichen) Widersacher mit der Folge, dass sich der Glanz der Seele zur\u00fcckzieht und der graue Mantel bleibt. Und er bleibt grau, wie es dann auch unser Leben ist.<\/p>\n<h4>6\u00a0 Innere Anarchie \u2013 der freie Raum f\u00fcr Wandlung<\/h4>\n<p>Was nun hat die <em>geliebte<\/em> <em>Anarchie<\/em> mit all dem zu tun? Die\u00a0 Anarchie<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> geh\u00f6rt zum Gesetz des ewigen <em>Stirb und Werde<\/em>, des ewigen <em>solve et coagula; <\/em>sie entsteht bei der Aufl\u00f6sung der alten Matrix, der alten Automatismen, der alten Gewohnheiten unseres Blutes in unserem Wesen; sie ist die Voraussetzung daf\u00fcr, dass ein weiteres Universelles Gesetz wirksam wird, jenes n\u00e4mlich, dass <em>Gott die Werke seiner H\u00e4nde nicht fahren lassen kann:<\/em> der Funke des Innersten soll zur Flamme, zum Feuer, zum Licht werden. \u2013 \u2013 \u2013 Der Glanz der Seele zieht, entsprechend dem Gesetz der \u00c4hnlichkeit, m\u00e4chtige helfende Kr\u00e4fte an, die uns unterst\u00fctzend, kl\u00e4rend, dynamisierend entgegen kommen, gleichsam wie ein R\u00fcckenwind, der uns vorw\u00e4rts zieht in die alchymischen Prozesse der Wandlung: das Unedle wird im Strom des Lichtes gel\u00f6st, transformiert. Dabei kann\u00a0so etwas helfen, wie die <em>heitere Anarchie<\/em> \u2013 die vielleicht so etwas ist wie ein feines, strahlendes, geheimes <em>Nicht-Wissen<\/em>, ein spontanes Reagieren auf das, was aus dem Augenblick heraus not tut.<\/p>\n<h4>7\u00a0 Die W\u00fcrde des Menschen<\/h4>\n<p>Noch ein Wort zu den Gesetzen der Menschen. Wir wissen, wie es darum steht, wir wissen wie relativ die Anwendung dieser Gesetze ist. Alfred Polger (1873-1955), ein bekannter \u00f6sterreichischer Autor und Feuilletonist des 20. Jh., brachte es auf den Punkt, wenn er schreibt:<\/p>\n<blockquote><p><em> Au\u00dfer dem Licht wird auf Erden nichts so oft gebrochen wie das Recht. Und damit auch die grunds\u00e4tzlichen Regeln der Menschlichkeit, mit den Folgen eines karmischen Ausgleiches (nach dem Universellen Gesetz von Ursache und Wirkung) f\u00fcr die Beteiligten, f\u00fcr die Rechtsbrecher und deren Opfer.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Es ist nun ein Meilenstein in der Entwicklung der Menschheit, dass im Jahre 1948 die <em>Allgemeine Erkl\u00e4rung der Menschenrechte<\/em> verk\u00fcndet wurde, in der es in Artikel 1 hei\u00dft: <em>Alle Menschen sind frei und gleich an W\u00fcrde und Rechten geboren.<\/em> Vielleicht k\u00f6nnen wir diese Deklaration als Spiegel universeller Gesetze verstehen als eine allgemeine Richtschnur, damit der Boden geeignet wird und l\u00e4nger geeignet bleibt zur Entwicklung der Seelen.<\/p>\n<h4>8\u00a0 Die Lektionen und ihr Sinn<\/h4>\n<p>Die geistigen Gesetze machen keine Fehler. Wir erleben die Welt, wie sie derzeit ist, und uns in ihr, da wir die Ursachen dieser Verh\u00e4ltnisse sind \u2013 mit der logischen Folge, dass gro\u00dfe Teile der Menschheit entscheidende Lektionen lernen und die T\u00fcren zum wirklichen Leben, die T\u00fcren zum Licht, finden und \u00f6ffnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<blockquote><p><em>Wenn ich in mein Gewissen schaue, sehe ich nur ein Gesetz, unerbittlich befehlend: mich in mich selbst einschlie\u00dfen und in einem Zuge die Aufgabe beenden, die mir im Zentrum meines Herzens diktiert wurde. Ich gehorche.<\/em><\/p>\n<p>Rainer Maria Rilke<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0 Siehe dazu Jan v Rijckenborgh, <em>Die \u00c4gyptische Urgnosis und ihr Ruf im Ewigen Jetzt<\/em>, Band 2, vor allem die Kapitel 5-8<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0 Als die\u00a0 <em>untere Polarit\u00e4t <\/em>k\u00f6nnen wir das Wechselspiel von Gro\u00df und Klein, Tag und Nacht, Licht und Schatten usw. verstehen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0 <em>An-archos<\/em> (griech,): <em>gegen\u00a0 das Alte; <\/em>der Philosoph Paul Feyerabend spricht von der<em> &#8218;heiteren Anarchie&#8216;.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":105804,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-105627","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/105627","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/105804"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=105627"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=105627"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=105627"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=105627"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}