{"id":103881,"date":"2023-08-03T12:25:47","date_gmt":"2023-08-03T12:25:47","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=103881"},"modified":"2023-08-05T17:10:53","modified_gmt":"2023-08-05T17:10:53","slug":"the-spirit-of-the-earth","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/the-spirit-of-the-earth\/","title":{"rendered":"Der Geist der Erde"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Unten auf der Seelen Grund, wo alles Leben ewig schweigt,<br \/>\nkann ich die wahren Tr\u00e4ume sehen, wie Luft aus Wassertiefen steigend.<br \/>\nIrgendwo tief in mir bin ich ein Kind geblieben,<br \/>\nin den Seelenr\u00e4umen tr\u00e4umend, kann diese Tr\u00e4ume lieben<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Der Geist der Erde ist so etwas wie eine Idee, die hinter diesem Planeten steht. Aus dem Weltall betrachtet, ist er wie eine wundersch\u00f6ne Perle anzusehen, auf deren Oberfl\u00e4che allerdings schon an vielen Stellen die Zerst\u00f6rung durch den Menschen sichtbar wird. Eigentlich ist der Planet, von au\u00dfen betrachtet, ein harmonisches Ganzes, und doch steckt so viel Spannung in seiner Geschichte und Entwicklung. In den B\u00fcchern des Hermes Trismegistos, einer Sammlung von Texten, die wahrscheinlich aus dem Beginn unserer Zeitrechnung stammen, gibt es das Buch des <em>Poimandres<\/em>. Er belehrt Hermes \u00fcber die Ursache der Entstehung der Welt. Poimandres ist ein Brennpunkt, der im Bewusstsein eines Menschen aufflammen kann, der seine zwei Seiten miteinander verbindet. Zwei Seiten, Zeit und Ewigkeit, deren Widerspr\u00fcchlichkeit und Spannung gr\u00f6\u00dfer nicht sein k\u00f6nnte. An Anfang dieses Buches hei\u00dft es<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eNachdem Poimandres dies gesagt hatte, verwandelte er sich in seiner Gestalt, und sofort lag alles mit einem Schlag offen vor mir, und ich habe eine unendliche Vision; alles ist Licht, ein klares und angenehmes, und mich ergriff ein Verlangen danach, als ich es sah. Und kurz darauf war eine Finsternis da, die nach unten strebte, in einem Teil (des Lichtes) entstanden, furchtbar und schrecklich, in Kr\u00fcmmungen gewunden, wenn ich es so bildlich sagen darf. Danach verwandelte sich, wie ich sah, die Finsternis in eine feuchte Natur, die unsagbar verworren war und Rauch wie von Feuer aufsteigen lie\u00df und einen unaussprechlich jammervollen Laut von sich gab. Dann war ein unartikuliertes Schreien von ihr zu h\u00f6ren, soweit man das mit einer Stimme vergleichen kann.<\/em><\/p>\n<p><em>[\u2026] Aus dem Licht n\u00e4herte sich ein heiliger Logos der Natur, und helles Feuer sprang aus der feuchten Natur nach oben in die H\u00f6he; geschwind war es und schnell, zugleich aber voller Kraft, und die Luft folgte dem Pneuma, leicht wie sie war, indem sie von Erde und Wasser bis zum Feuer aufstieg, so dass es schien, dass sie an ihm hinge. Erde und Wasser blieben aber f\u00fcr sich allein, miteinander vermischt, so dass man [die Erde<\/em><em>]<\/em><em> infolge des Wassers nicht sehen konnte. Bewegt waren sie durch den pneumatischen Logos, der dar\u00fcber hin schwebte, so dass man es h\u00f6ren konnte.\u201c<\/em> <a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>In diesem kleinen Teil des Textes liegt die ganze Idee, der ganze Geist der Erde verborgen, in dem alles darauf dr\u00e4ngt, im Menschen erkannt und bewusst zu werden. Denn so wie dieses Bild f\u00fcr die Erde in ihrer Zweifachheit gilt, so zeigt es zugleich auch die Doppelnatur des Menschen.<\/p>\n<p>Diese kleine Sch\u00f6pfungsvision macht deutlich, wie sich Licht in einem langwierigen Entwicklungsprozess aus etwas Dunklem und Schwerem l\u00f6st. Es bildet in einem weiteren Differenzierungsprozess vier Eigenschaften aus. Sie spannen einen Sch\u00f6pfungsraum auf, ein Raum-Zeit-Kontinuum, in dem Leben sich entwickeln kann. Die Bilder, die der Vision\u00e4r beschreibt, vermitteln von dieser Welt kein harmonisches Bild. Klang, Form und Bewegung vermitteln eher das Gef\u00fchl einer Qual, in der sich die Entwicklung und Geschichte vollziehen. Die Ausrichtung geschieht von au\u00dfen durch Kr\u00e4fte, die nur induktiv, also indirekt auf diese Welt und ihre Geschichte einwirken k\u00f6nnen. Diese induktiv wirkende Kraft vermag vier Kr\u00e4fte aus der dunklen Masse zu differenzieren, die Poimandres Erde, Wasser, Feuer und Luft nennt. Es sind wahrscheinlich nicht die Bereiche, die wir heute als solche bezeichnen. Es sind eher philosophische Prinzipien, die als grundlegende Kr\u00e4fte in einer materiellen Welt wirken. Die verlangsamende Kraft der Erde, die Form erm\u00f6glicht, die Beweglichkeit des Wassers, die Ver\u00e4nderung erzeugt, die aufw\u00e4rtsstrebende Kraft, die jede subtile Idee sichtbar werden l\u00e4sst und das formaufl\u00f6sende Feuer, das die Idee endg\u00fcltig wieder freisetzt. Das ist stark vereinfacht, da jedes der vier in seiner Wirksamkeit in abgeschw\u00e4chter Form auch die anderen drei beinhaltet.<\/p>\n<p>Diese Welt nun wurde notwendig, da der Mensch, als Ebenbild Gottes geschaffen, auch alle Bereiche der g\u00f6ttlichen Natur erfahren musste.<\/p>\n<p>Mit dieser Welt wurde dem Menschen die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet, sich in der Materie mit einem materiellen K\u00f6rper zu bekleiden, sich in ihr zu verlieren, um sich, nach vielen, manchmal schmerzhaften Erfahrungen, in seinem urspr\u00fcnglichen Wesen wiederzufinden. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn im Neuen Testament in Lukas 15 wirft ein Schlaglicht auf diese Thematik. Wer sein Leben daf\u00fcr gibt, dass er wirklich alle Aspekte des Lichtes, und darunter auch die Dunkelheit, nicht meidet und seine Erfahrungen macht, der erlebt, dass er dem Licht aufgrund seines innersten Wesens nie verloren gehen kann. Das Licht, in diesem Fall sein Vater, kann ihn nicht abweisen, da das bedeuten w\u00fcrde, sich selbst abzuweisen. Dieser Sohn, der verloren gegangen ist und zur\u00fcckkehrt, wird dadurch zum wirklichen Ebenbild Gottes. Denn er kennt alle Aspekte der Sch\u00f6pfung, die das Licht auch kennt. Das Band, das der verlorene Sohn bei seiner R\u00fcckkehr erf\u00e4hrt, kann also niemals rei\u00dfen. Es ist die Liebe, die als innerstes Wesen in ihm wohnt und zugleich auch das innerste Wesen des Vaters ist.<\/p>\n<p>Die geistige Idee der absoluten Einheit ist im Kern der Erde, im Kern des Menschen und im Wesen Gottes verborgen und wird durch die Erfahrung, die jeder Mensch in seinem Leben macht, Schritt f\u00fcr Schritt wieder frei. Dieser Weg hat eine Besonderheit, die im \u201eSeelenkleid\u201c der Erde verborgen liegt. Es gibt Mythen, die davon erz\u00e4hlen, dass der Mensch, als er die Erde betrat, sein Seelenkleid am Rande der Zeit zur\u00fccklie\u00df.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[iii]<\/a> \u00a0Damit verlor er auch die Gabe, eine Besonderheit der Erde, die gesamte Polarit\u00e4t zwischen Zeit und Ewigkeit, zu umfassen, und die Erde wurde f\u00fcr ihn zu einem Ort des Vergessens. Das Geistseelenkleid, das ihn einmal davor sch\u00fctzte, sich vollkommen mit dem materiellen Aspekt der Erde zu vereinen, sch\u00fctzte ihn nicht mehr. So wurde er in die Lage versetzt, all die Erfahrungen mit den Aspekten Gottes zu machen, die ihm vorher verwehrt waren. Er stie\u00df die T\u00fcren zu den dunkelsten R\u00e4umen der Erde auf, machte seine Erfahrungen, musste an seiner Halbheit leiden und suchte immer etwas, von dem er vergessen hatte, was es war.<\/p>\n<p>Die Mythen berichten weiter von Briefen, von Botschaften, die ihn erreichen und von einer Zeit erz\u00e4hlen, in der er als vollkommener Mensch lebte. Diese Botschaften wecken dunkle Erinnerungen, erzeugen Sehnsucht. Poimandres erz\u00e4hlt von einem heiligen Logos, der sich der Welt n\u00e4hert und das Feuer an sich zieht, das in der feuchten Natur verborgen liegt. Die Erde verschlie\u00dft es, h\u00e4lt dieses Feuer verborgen und erkrankt und leidet an ihm. Der heilige Logos setzt es wieder frei, l\u00e4sst dem schlafenden Menschen neue Fl\u00fcgel der Morgenr\u00f6te wachsen, mit denen er sich erhebt bis an den Rand der Zeit, wo sein abgelegtes Kleid auf ihn wartet.<\/p>\n<p>So trennen sich beim Menschen mit Hilfe der Erde Geist und Seele f\u00fcr die tiefsten Erfahrungen (die jedem Lichtwesen verwehrt sind), um ihn sodann als Ebenbild Gottes gesunden zu lassen. Die geistige Idee der Erde ist es, die gnostische Sicht von hell und dunkel, von gut und b\u00f6se zu einem festen hermetischen Zusammenhang von Zeit und Ewigkeit zu verflechten, mit Erfahrungen, die eine erneute Entflechtung vielleicht verhindern. In der gnostischen Trennung entsteht ein verzehrendes Feuer, in dem sich die Materie transformiert. Wenn das Feuer alle Materie vollkommen in seinen Ursprung zur\u00fcckverwandelt hat, wird es wieder zu einem reinwei\u00dfen Licht. So l\u00e4uft die Entwicklung, die hinter dem Geist der Erde steht, \u00fcber das feurige Orange, das sich nach l\u00e4ngerem Brennen zu Gold wandelt und dann zu einem wei\u00dfen Licht vollendet.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> Peter Maffay, Tabaluga oder die Reise zur Vernunft 1983, Das Lied von Nessaya<br \/>\n<a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a> Die siebzehn B\u00fccher des Hermes Trismegistos, Freimaurer Verlag Leipzig 2011<br \/>\n<a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.anthroweb.info\/erweiterungen\/quellen\/perlenlied.html\">https:\/\/www.anthroweb.info\/erweiterungen\/quellen\/perlenlied.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":921,"featured_media":57389,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110101],"tags_english_":[],"class_list":["post-103881","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-spiritsoul-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/103881","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/921"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/57389"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=103881"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=103881"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=103881"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=103881"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}