{"id":102973,"date":"2023-06-10T08:00:11","date_gmt":"2023-06-10T08:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/logon_article\/pronoia-part-2\/"},"modified":"2023-06-10T10:29:09","modified_gmt":"2023-06-10T10:29:09","slug":"pronoia-part-2","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/pronoia-part-2\/","title":{"rendered":"Pronoia &#8211; Part 2"},"content":{"rendered":"<p>(Zur\u00fcck zu <a href=\"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/pronoia-part-1\/\">Teil 1<\/a>)<\/p>\n<h4>Hesione Pronoia &#8211; Prometheus&#8216; Frau<\/h4>\n<p>Der Name dieser G\u00f6ttin bedeutet \u00fcbersetzt &#8222;Prophetisches Wissen&#8220;, w\u00e4hrend der Name Prometheus mit &#8222;Voraussicht&#8220; \u00fcbersetzt werden kann.\u00a0 In den gnostischen Lehren ist dieser Halbgott eine Darstellung des gefallenen (luziferischen) Bewusstseins des Menschen.\u00a0 Hier geht es nicht um das Bewusstsein einer kleinen Gruppe von Menschen, die an einen Teufel mit H\u00f6rnern glauben, sondern um den Entwicklungsstand, in dem sich die Menschheit in der nachatlantischen \u00c4ra befindet.<\/p>\n<p>Prometheus war ein Titan, der dem Sonnengott das Feuer stahl und es benutzte, um einen Menschen, aus irdischer Materie gestaltet, mit urspr\u00fcnglicher geistiger Substanz zu beleben. Aufgrund seiner Wurzeln in der Tierwelt war er auch mit tierischen Eigenschaften ausgestattet. Er tat dies gegen den Willen der G\u00f6tter, die die unvollkommene, streits\u00fcchtige Rasse der irdischen Undankbaren vernichten wollten.\u00a0 Er gab den Menschen das Feuer und befahl ihnen, damit die G\u00f6tter zu verehren und einander selbstlos zu dienen. In ihrer Selbstsucht und Unwissenheit begannen sie aber, das Feuer als Waffe gegen ihresgleichen einzusetzen. Sie verbrannten die H\u00e4user ihrer Feinde und h\u00e4rteten Eisen zu Stahl, um aus ihm Schwerter und R\u00fcstungen herzustellten. Durch den Missbrauch des Feuers und ihrem Verhalten zogen sie den Zorn der G\u00f6tter auf sich. Diese schufen nun in Form einer mit vielen Vorz\u00fcgen ausgestatteten Frau, Pandora, die vom Himmel geschickt wurde und eine Dose voller Unheil mitbrachte.\u00a0 Pandora wurde die Frau von Epimetheus, dem Bruder von Prometheus.\u00a0 Epimetheus, dessen Name &#8222;Der sp\u00e4ter Erkennende&#8220; bedeutet, \u00f6ffnete die B\u00fcchse der Pandora und lie\u00df alles Unheil sich \u00fcber die Erde ergie\u00dfen.<\/p>\n<p>Als Strafe f\u00fcr seine Missetaten wurde Prometheus an einen Felsen gekettet, und jeden Morgen kam ein Adler, um an seiner Leber zu fressen, die in der Nacht wieder nachwuchs. Dies sollte so lange dauern, bis die Menschheit gelernt hatte, mit dem heiligen Feuer, das ihr gegeben wurde, richtig umzugehen. Diese Prophezeiung erf\u00fcllte sich dank des Sonnenhelden Herkules, der das innere Bewusstsein der geistigen Sonne repr\u00e4sentierte. Herkules erklomm den Berg, t\u00f6tete den Adler mit einem Pfeil seines Bogens und befreite Prometheus von seinen Fesseln.<\/p>\n<p>Dieser griechische Mythos hat eine gro\u00dfe Tiefe. Prometheus mit Hesione Pronoia und Epimetheus mit Pandora sind vier Figuren, die eine Allegorie unserer menschlichen sch\u00f6pferischen F\u00e4higkeit sind &#8211; unserer Gedanken, Worte und Fantasie.\u00a0 Jahrhundertelang haben wir erfolglos versucht, mit dieser F\u00e4higkeit ein Paradies auf der Erde zu schaffen. Wir tun dies getrennt vom Geist. Wir erschaffen verschiedene Ideologien in unseren K\u00f6pfen, die wir dann versuchen, in die Praxis umzusetzen.<\/p>\n<p>Hesione Pronoia, die Frau des Prometheus, kann als Repr\u00e4sentantin unseres geistlosen Bewusstseins betrachtet werden, das nur eine Nachahmung der wahren g\u00f6ttlichen Weisheit ist. Bei der menschlichen &#8222;Weisheit&#8220; geht es um materielle Sicherheit und die Verwirklichung der eigenen egozentrischen Begierden. Hesione Pronoia ist das Bewusstsein, das der begrenzten geistigen Aktivit\u00e4t vorausgeht, die durch Prometheus symbolisiert wird. Er ist die &#8222;Geb\u00e4rmutter&#8220;, in der seine geistigen Bilder geboren werden, und das Prinzip, das sie offenbart.\u00a0 Am Anfang handelt der Mensch, setzt seine Ideen um, und es scheint, dass alles nach Plan l\u00e4uft.\u00a0 Seine positiven Gedanken und Erwartungen gehen in Erf\u00fcllung, er erlebt Freude und erzielt den Gewinn, von dem er getr\u00e4umt hat.\u00a0 Da sein Bewusstsein jedoch ohne Geist ist und es ihm an wahrer Weisheit &#8222;mangelt&#8220;, verkehrt sich das, was er geschaffen hat und das eigentlich gut sein sollte, schlie\u00dflich in sein Gegenteil.\u00a0 Pandora kommt mit einer B\u00fcchse voller Leid und Kummer, und der Mensch wird mit den Folgen seiner Sch\u00f6pfung konfrontiert. Dann erscheint Pandoras Ehemann, Epimetheus, der Aspekt des Bewusstseins, der f\u00fcr die F\u00e4higkeit, Schlussfolgerungen zu ziehen, verantwortlich ist.\u00a0 Man kann ihn als &#8222;r\u00fcckblickend weise&#8220; bezeichnen.<\/p>\n<p>Wenn der Epimetheus-Aspekt gen\u00fcgend schmerzhafte Erfahrungen gesammelt hat, erkennt der Mensch die Grenzen seines Bewusstseins und seiner F\u00e4higkeiten.\u00a0 Dann kommt es oft zu einem Durchbruch und der Mensch \u00f6ffnet sich in seiner Hilflosigkeit f\u00fcr etwas H\u00f6heres als sich selbst.\u00a0 Er wird weniger defensiv und l\u00e4sst unbewusst den &#8222;Herkules&#8220; &#8211; das g\u00f6ttliche Prinzip, das in seinem Herzen verborgen ist &#8211; wirken.\u00a0 Es ist eine Kraft, die von Eingeweihten als innere Sonne verstanden wird, denn wie die Sonne, die durch den Tierkreis wandert, erhellt sie die zw\u00f6lf zodiakalen Aspekte der menschlichen Pers\u00f6nlichkeit und befreit sie vom Einfluss der Unwissenheit.<\/p>\n<p>Im Mythos von Prometheus und Herkules finden wir eine Allegorie des S\u00fcndenfalls des Menschen und seiner F\u00e4higkeit, zu seiner fr\u00fcheren G\u00f6ttlichkeit zur\u00fcckzukehren. Eingeweihte wie H.P. Blavatsky, Rudolf Steiner und Max Heindel haben uns das Wissen um die Entfaltung des menschlichen Bewusstseins, sein Eintauchen in die dichtesten Ebenen der Materie und den allm\u00e4hlichen evolution\u00e4ren Weg zu einem h\u00f6heren Zustand \u00fcberliefert.\u00a0 Dieser ganze, zahllose Jahre dauernde Prozess, in dem der Mensch wieder zu einem vollkommenen Wesen wird, das Himmel und Erde verbindet, vollzieht sich in sieben Einweihungsphasen: die Saturn-, Sonnen- und Mondperiode, die wir bereits durchlaufen haben, und die Erdperiode, die wir gegenw\u00e4rtig erleben; dann gibt es noch die Jupiter-, Venus- und Vulkanperiode, die noch vor uns liegen.\u00a0 Unser Ziel ist es, das Bewusstsein der spirituellen Sonne zu erreichen, die durch den Vulkan repr\u00e4sentiert wird.<\/p>\n<h4>Pronoia als positive Einstellung und F\u00e4higkeit zur Prophezeiung<\/h4>\n<p>Wie eingangs erw\u00e4hnt, wird das Wort &#8222;Pronoia&#8220; heute auch verwendet, um eine positive Lebenseinstellung zu beschreiben, die aus dem Glauben resultiert, dass das gesamte Universum darauf hinarbeitet, dass es den Menschen gut geht. Man kann sagen, dass diese Einstellung und ihre Annahmen das Gegenteil von Verschw\u00f6rungstheorien sind.<\/p>\n<p>Dieser Ansatz basiert auf Dankbarkeit und der Konzentration auf all die positiven Dinge, die uns im Leben widerfahren. Diejenigen, die sich zu Pronoia bekennen, glauben, dass: &#8222;&#8230; die gesamte Sch\u00f6pfung darauf abzielt, uns mit Segnungen zu \u00fcbersch\u00fctten.\u00a0 Das Leben ist in uns verliebt &#8211; schamlos und bewusst in uns verliebt.\u00a0 Das Universum gibt uns immer, was wir brauchen, genau dann, wenn wir es brauchen.\u00a0 Die Winde und Gezeiten sind immer in unserem Sinne.\u00a0 Feuer und Regen arbeiten zusammen, um unseren Schmerz und unser Leid zu beseitigen. \u00a0Die Sonne, der Mond und die Sterne erinnern sich an unsere wahren Namen, und unsere Vorfahren beten f\u00fcr uns, w\u00e4hrend wir tr\u00e4umen.\u00a0 Wir haben Schutzengel, unz\u00e4hlige Lehrer, Provokateure, die uns befreien wollen, Helfer und Retter, die wir uns nicht einmal vorstellen k\u00f6nnen, und Br\u00fcder und Schwestern, die wollen, dass wir aufbl\u00fchen und wachsen.&#8220; [3]<\/p>\n<p>Die Schauspielerin Susan Sarandon sagte \u00fcber Pronoia: &#8222;Du gehst einfach davon aus, dass das Universum f\u00fcr dich arbeitet und nicht gegen dich.\u00a0 Ich glaube, je mehr man das erwartet, desto mehr klappt es tats\u00e4chlich.&#8220;<\/p>\n<p>Eine solch positive Einstellung zu allem, was uns widerf\u00e4hrt, hilft, den &#8222;Schmerz&#8220; aufzul\u00f6sen, der so oft Teil unseres Astralk\u00f6rpers ist.\u00a0 Der Schmerz des Astralk\u00f6rpers l\u00e4sst uns unbewusst nach Leid, Traurigkeit und sogar Wut verlangen.\u00a0 Wir ern\u00e4hren uns von Reaktionen, die solche Qualit\u00e4ten in sich tragen, und sind deshalb st\u00e4ndig ungl\u00fccklich.\u00a0 Au\u00dferdem ist Pronoia ein Weg, der es uns erm\u00f6glicht, mit dem Leben in Resonanz zu gehen, in Akzeptanz zu stehen und die Lektionen zu lernen, die auf uns zukommen.<\/p>\n<p>Dennoch scheint dieser Ansatz eine wichtige Wahrheit zu \u00fcbersehen, die die Grundlage der zeitlosen esoterischen Weisheit ist.\u00a0 Es ist das Bewusstsein, dass der Mensch ein duales Wesen ist.\u00a0 Einerseits geh\u00f6ren wir zur Natur, wir haben einen verg\u00e4nglichen physischen K\u00f6rper und damit verbundene Instinkte, und andererseits haben wir einen Funken, ein g\u00f6ttliches Potenzial, einen Samen einer \u00fcberirdischen Natur, aus dem wir als ewiges und vollkommenes Wesen wiedergeboren werden k\u00f6nnen.\u00a0 C. G. Jung schrieb: &#8222;Wenn Mystiker in die Tiefen ihres Wesens hinabsteigen, finden sie in ihrem Herzen das Bild der Sonne, sie finden die Lebenskraft, die sie Sonne nennen.&#8220;<\/p>\n<p>Der Zweck der menschlichen Existenz besteht darin, sich durch die Kraft dieser inneren Sonne von der Macht der Instinkte, Anhaftungen, Leidenschaften, Unwissenheit und Unvollkommenheit zu befreien.\u00a0 Unser Universum ist von den Kr\u00e4ften der Pronoia erfasst und durchdrungen, und man kann sagen, dass sich hier tats\u00e4chlich alles zum Wohle des Menschen verschw\u00f6rt.\u00a0 Es muss jedoch beachtet werden, dass dies den inneren, g\u00f6ttlichen Menschen betrifft und nicht den nat\u00fcrlichen Menschen.\u00a0 Wir werden so lange leiden, bis wir verstehen, dass wir als nat\u00fcrliche Wesen in unserem nat\u00fcrlichen Zustand &#8222;sterben&#8220; und in einem neuen g\u00f6ttlichen Zustand &#8222;wiedergeboren&#8220; werden m\u00fcssen.\u00a0 Solange dies nicht geschieht, wird unser unvollkommenes Bewusstsein immer unvollst\u00e4ndige Sch\u00f6pfungen projizieren.<\/p>\n<p>Das bedeutet nicht, dass wir als nat\u00fcrliche Wesen nicht vom &#8218;Metropator&#8216;, von der Vater-Mutter, von der Quelle geliebt werden, und dass sie als Strafe f\u00fcr unsere Unvollkommenheit alle m\u00f6glichen Plagen auf uns losl\u00e4sst.\u00a0 Wenn wir solche Plagen erleben, dann m\u00fcssen wir verstehen, dass sie eine Sch\u00f6pfung unseres eigenen geistlosen Bewusstseins sind.<\/p>\n<p>Wenn wir also bewusst eine harmonische Realit\u00e4t mit unseren Gedanken, Gef\u00fchlen und Vorstellungen schaffen wollen, m\u00fcssen wir unseren Willen auf den Willen der Quelle in uns abstimmen.\u00a0 Wir m\u00fcssen auf unsere innere Pronoia h\u00f6ren, auf die Stille unseres Herzens, auf das Bewusstsein, das \u00fcber Verstand und Gedanken hinausgeht.\u00a0 Dadurch wird sichergestellt, dass unsere Sch\u00f6pfungen f\u00fcr den Geist offen sind und in \u00dcbereinstimmung mit dem urspr\u00fcnglichen g\u00f6ttlichen Plan erstrahlen. Wir werden dann erkennen, welche unserer Tr\u00e4ume egoistischen W\u00fcnschen entspringen, die nur dazu dienen, unsere falsche, irdische Identit\u00e4t zu st\u00e4rken, und sie von denen unterscheiden, die dazu dienen, sich als reine Quelle zu manifestieren.<\/p>\n<p>Man kann sagen, dass diese Welt in ihrer Unvollkommenheit perfekt ist.\u00a0 Sie fungiert als Spiegel unseres inneren Selbst, und die in ihr vorhandenen Schrecken sollen uns aufwecken und motivieren, uns grundlegend zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die Wahrheit, dass die Welt unser Spiegel ist, ist nicht neu, doch im Alltag neigen wir dazu, dies zu vergessen und verschiedene dunkle M\u00e4chte f\u00fcr das B\u00f6se, das hier existiert, verantwortlich zu machen.\u00a0 Wenn wir das B\u00f6se um uns herum sehen, bedeutet das, dass es etwas Krankes, etwas Disharmonisches in uns geben muss, das es in unserem pers\u00f6nlichen Raum erscheinen l\u00e4sst.\u00a0 Heutzutage gibt es viele Ans\u00e4tze, um diese Ungleichgewichte zu beseitigen, wie z. B.: Recall Healing, Germanische Medizin, Familienaufstellungen und andere, die alle darauf abzielen, den Menschen zu helfen, ihre emotionalen Konditionierungen zu erkennen, die sie entweder durch ihre Abstammung, ihr elterliches Erbe oder ihre Kindheitserfahrungen erworben haben.<\/p>\n<p>Diese Werkzeuge sind \u00e4u\u00dferst hilfreich und k\u00f6nnen dazu beitragen, destruktive Elemente, die wir in unserem Unterbewusstsein tragen, zu erkennen und loszulassen.\u00a0 Es muss jedoch bedacht werden, dass sie sich nur auf zwei Aspekte unseres Wesens beziehen: K\u00f6rper und Seele, und den dritten, den Geist, nicht ber\u00fccksichtigen. Wenn wir versuchen, uns nur mit den Werkzeugen zu heilen, die aus der gleichen Schwingungsebene stammen, die unsere Beschwerden verursacht hat, w\u00e4re das wie der Versuch, einen gordischen Knoten zu entwirren.<\/p>\n<p>Wahre Heilung, Befreiung vom Leiden, kann nur stattfinden, wenn wir uns dank des Erwachens des Geistesfunkens auf das g\u00f6ttliche Licht, auf eine h\u00f6here Dimension ausrichten.\u00a0 Dann werden wir in einem Prozess, der in dem Apokryphon des Johannes als &#8222;siebenfache Versiegelung&#8220; beschrieben wird, in der Lage sein, dieses Licht anzuziehen und zu assimilieren und in Harmonie mit ihm zu leben.\u00a0 Wir ziehen dieses Licht an, wenn wir in unserem t\u00e4glichen Leben richtig ausgerichtet sind. Als nat\u00fcrliche Wesen k\u00f6nnen wir das Licht des Geistes aufgrund seiner hohen Schwingung nicht direkt aufnehmen. Unsere Leber, deren Aufgabe es ist, sch\u00e4dliche, fremde Kr\u00e4fte zu entfernen, wird sie ausscheiden.<\/p>\n<p>Wenn jedoch der Geistesfunke, unsere innere Sonne, erwacht, bestrahlt er das Brustbein, das dann die Pronoia-Kr\u00e4fte anzieht. Diese Kr\u00e4fte beginnen im Blut zu zirkulieren; sie beeinflussen unser Denken und ab einem gewissen Punkt auch die T\u00e4tigkeit der Leber, die sie allm\u00e4hlich aufnimmt und absorbiert.\u00a0 Diese Phase wird im Johannesevangelium allegorisch als das Wunder von Kana in Galil\u00e4a beschrieben. Das aus h\u00f6heren Sph\u00e4ren angezogene Licht hilft uns, unangemessene Emotionen, Denkmuster und Gewohnheiten aufzul\u00f6sen. Das Bild von Herkules, der Prometheus von einem gefr\u00e4\u00dfigen Adler befreit, der sich von seiner Leber ern\u00e4hrt, kommt mir in den Sinn.<\/p>\n<p>In den Schriften des Hippokrates, der als Vater der Medizin gilt, finden wir die Aussage: &#8222;F\u00fcr einen Arzt ist es sehr gut, die Pronoia zu pflegen. Da er die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft sieht, werden sich die Menschen vertrauensvoll seiner Behandlung anvertrauen&#8220;. Hippokrates bezieht sich hier auf die Einstimmung auf die Ebene des Geistes und auf die Intuition, die sich aus dem H\u00f6ren auf die innere Stimme ergibt.<\/p>\n<h4>Das &#8222;E&#8220; in Delphi<\/h4>\n<p>Im antiken Griechenland war das Heiligtum des Apollo ein \u00e4u\u00dferst wichtiger Ort der Verehrung, in dessen Mittelpunkt der Tempel des Orakels von Delphi stand.\u00a0 Die Menschen kamen zu ihr, um &#8222;Pronoia&#8220; &#8211; Prophezeiungen und Ratschl\u00e4ge &#8211; zu erhalten, sogar aus weit entfernten L\u00e4ndern wie \u00c4gypten und der T\u00fcrkei kamen sie. \u00dcber dem Eingang zu diesem Tempel, dem Sonnentor, befanden sich zwei Inschriften: Gnothi Seauton&#8220; &#8211; &#8222;Erkenne dich selbst&#8220; und &#8222;Nichts zu viel&#8220;. Der Tempel selbst war Apollo gewidmet &#8211; dem Gott des Sonnenbewusstseins, und es war dieses Bewusstsein, das durch Pythia, eine Priesterin, die die Zukunft vorhersagte, sprechen sollte.<\/p>\n<p>Scharen von Menschen mit unterschiedlichen Bewusstseinsstufen str\u00f6mten zum Orakel in Delphi.\u00a0 Die Fragen der meisten von ihnen betrafen weltliche Angelegenheiten und weltliches Gl\u00fcck. F\u00fcr die Eingeweihten jedoch war es ein Ort der heiligen Mysterien, an dem der Tod des alten und die Wiedergeburt des neuen Menschen stattfinden konnte.<\/p>\n<p>An der Wand des Tempels befand sich ein geheimnisvoller Buchstabe &#8222;E&#8220;.\u00a0 In seinem Dialog &#8222;\u00dcber das &#8218;E&#8216; in Delphi&#8220; [4] gibt Plutarch viele verschiedene Interpretationen dieses Buchstabens.\u00a0 Diejenige, die am zutreffendsten erscheint, finden wir jedoch am Ende des Dialogs.<\/p>\n<p>Er schreibt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Ich bin der Meinung, dass der Buchstabe weder eine Zahl, noch eine Reihenfolge, noch eine Konjunktion, noch irgendeinen anderen ausgelassenen Teil der Rede bedeutet; er ist eine vollst\u00e4ndige und selbstt\u00e4tige Form der Anrede an Gott; das einmal gesprochene Wort bringt den Sprecher dazu, seine Macht zu begreifen. Gott wendet sich gleichsam an jeden von uns, wenn wir das Heiligtum betreten, mit den Worten: &#8222;Erkenne dich selbst&#8220;, was auch als &#8222;Ave&#8220; verstanden werden kann.\u00a0 Wir antworten Gott dann mit den Worten &#8222;E I&#8220; (Du bist) und geben ihm den Titel, der wahr ist und keine Falschheit in sich tr\u00e4gt und der ihm allein und keinem anderen geh\u00f6rt &#8211; den des SEINS.<\/p><\/blockquote>\n<p>Denn wir haben keinen Anteil am wirklichen Sein; die ganze sterbliche Natur befindet sich in einem Zustand zwischen Werden und Vergehen und stellt nur einen Schein, ein schwaches, unbest\u00e4ndiges Bild von sich selbst dar.\u00a0 (&#8230;) Wenn ein Mensch sich ver\u00e4ndert, dann ist er nicht derselbe Mensch.\u00a0 Wenn er aber nicht derselbe Mensch ist, dann ist er gar nicht; sein sogenanntes Sein ist nur Ver\u00e4nderung &#8211; eine neue Geburt des Menschen, aus dem Menschen.&#8220;<\/p>\n<p>In der Kontemplation im Tempel des Apollo, dem Tempel der Sonne, sollte der zur Selbsterkenntnis berufene Mensch die offensichtliche Qualit\u00e4t seiner irdischen Natur entdecken und gleichzeitig erkennen, dass ein Element der Ewigkeit in ihm steckt.\u00a0 &#8222;E&#8220; oder &#8222;EI&#8220; &#8211; &#8222;Du bist&#8220; &#8211; verwies auf seine wahre, erleuchtete Natur, auf die Stille der Existenz, frei von jeglicher Identifikation mit sozialen Formen und Rollen.<\/p>\n<p>Die zweite Inschrift auf dem Giebel des Tempels spielt darauf an: &#8222;Nichts zu viel&#8220;.<\/p>\n<p>Plutarch schreibt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Nur Gott IST, also sollten wir ihn in der Anbetung gr\u00fc\u00dfen und ihn als &#8222;Du bist&#8220; ansprechen, ja, oder in den Worten einiger der \u00c4ltesten: &#8222;Ei Hen&#8220;, &#8222;Du bist ein Ding&#8220;. Denn das G\u00f6ttliche ist nicht viele Dinge, in dem Sinne, in dem jeder von uns aus Tausenden von verschiedenen und aufeinanderfolgenden Zust\u00e4nden besteht, ein Konglomerat von Einheiten, von einzelnen Teilen.\u00a0 (&#8230;) Es ist die Eigenschaft dessen, was unzerst\u00f6rbar und rein ist, eins und ohne Vermischung zu sein.<\/p><\/blockquote>\n<p>Jeder von uns muss diese wahre, unzerst\u00f6rbare Natur in sich selbst entdecken und seine Illusionen, seine Masken und seine Unzufriedenheit mit sich selbst aufl\u00f6sen; wir m\u00fcssen die Angst beseitigen, dass wir nicht das sind, was wir sein sollten, den Ehrgeiz, &#8222;Jemand&#8220; zu sein und &#8222;Irgendetwas&#8220; zu erreichen.\u00a0 All das kommt von \u00e4u\u00dferen weltlichen Konditionierungen, einer falschen Identit\u00e4t, die &#8222;zu viel&#8220; ist und in Wirklichkeit keine Bedeutung hat. Was z\u00e4hlt, ist nur dieses stille &#8222;Ich bin&#8220;, &#8222;Pronoia&#8220;, die G\u00f6ttlichkeit, von der wir einen Teil als unseren eigenen inneren Retter in uns tragen.<\/p>\n<p>_____________________<\/p>\n<p>[3]\u00a0 <a href=\"https:\/\/freewillastrology.com\/beauty\/pronoia\">https:\/\/freewillastrology.com\/beauty\/pronoia<\/a><\/p>\n<p>[4] <a href=\"http:\/\/penelope.uchicago.edu\/misctracts\/plutarche.html\">http:\/\/penelope.uchicago.edu\/misctracts\/plutarche.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":917,"featured_media":101693,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110075],"tags_english_":[],"class_list":["post-102973","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-livingpast-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/102973","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/917"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/101693"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=102973"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=102973"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=102973"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=102973"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}